Kundenrezension

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann, 19. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Pate - The Coppola Restoration [Blu-ray] (Blu-ray)
Francis Ford Coppolas monumentales Meisterwerk "The Godfather" gilt vielen Film-Enthusiasten als der beste Film, der jemals gedreht wurde. Das Epos über die New Yorker Gangster-Familie Corleone und seine beiden brillianten Fortsetzungen sind ein fester Bestandteil unserer Kultur geworden, wie dies nur ganz wenigen Filmen gelingt. Die vielen unverwechselbaren Dialoge werden bis heute über Generationen-Grenzen hinweg rezitiert. Selbst Menschen, die dieses Werk noch nie gesehen haben, kennen die berühmten Zitate. Dazu kommen die genialen Darsteller, die einmalige Kamera-Arbeit und Nino Rotas legendäre Musik. Kein Werk der Filmgeschichte wurde in der Folge öfter zitiert, kopiert und parodiert.

Jeder der drei Filme enthält Handlungselemente, die in einen realen historischen Kontext eingebettet sind: Gangster-Kriege im Amerika der Nachkriegszeit, Revolution auf Kuba, Verstrickung des Vatikan in Geschäfte mit der Mafia und der Tod eines Papstes, der möglicherweise ermordet wurde.

Der Pate, Teil 1 (1971) beginnt kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Don Vito Corleone (Marlon Brando) ist der Kopf einer der fünf Mafia-Familien, die in New York residieren. Er verfügt über beste Verbindungen zu Wirtschafts-Bossen und Politikern und kontrolliert das Glücksspiel. Als er es ablehnt in den Drogenhandel einzusteigen, wird ein Attentat auf ihn verübt, das er nur knapp überlebt. Während er sich langsam erholt, bewährt sich in der langen, blutigen Fehde zwischen den Familien, der auch Vitos ältester Sohn Sonny (James Caan) zum Opfer fällt, ausgerechnet der Jüngste, Michael (Al Pacino), gerade als Held aus dem Krieg heimgekehrt, als Thronfolger...

Michael, der nach Vitos Wunsch eigentlich eine Karriere abseits der Kriminalität machen sollte, übt Rache für das Attentat auf seinen Vater. Diese Tat wird den Rest seines Lebens prägen. Die Szene im Restaurant in der Bronx ist eine Verbeugung vor der klassischen Schauspielkunst des Stummfilmes. Der Einsatz von Kamera und Toneffekten macht sie um so einprägsamer.

Michael muss zunächst untertauchen. Er flieht nach Sizilien, wo er von Don Tomassino (Corrado Gaipa), einem alten Freund seines Vaters, beschützt wird. Michael besucht das kleine Städtchen, dem seine Familie ihren Namen verdankt, und lernt so seine Wurzeln kennen. Er heiratet sogar, doch seine Feinde sind ihm auf der Spur. Seine Frau kommt durch eine Bombe ums Leben, die ihm galt.

Erst nach über einem Jahr, als sich die Lage in New York nach einer Friedenskonferenz der Bosse wieder beruhigt hat, kann Michael zurückkehren. Er übernimmt die Familiengeschäfte und arbeitet, unterstützt von seinem greisen Vater sowie seinem Adoptivbruder und Berater Tom Hagen (Robert Duvall) am Umzug nach Las Vegas, wo sein älterer Bruder Fredo (John Cazale) mittlerweile im Casino-Geschäft aktiv ist. Gleichzeitig plant er eiskalt die Abrechnung mit den Oberhäuptern der anderen vier Clans, die seine Familie auslöschen wollten und den Verrätern innerhalb der eigenen Sippe.

Die Sequenz, in der Michael bei der Taufe von Connies Baby Pate steht, während auf seinen Befehl Moe Greene (Alex Rocco) und die Köpfe der gegnerischen Clans ermordet werden, gilt als berühmteste Parallel- Montage der Filmgeschichte.

Francis Ford Coppola machte aus Mario Puzos Roman-Bestseller das größte Gangster-Epos aller Zeiten. Das Buch tendiert hin zum Trash und neigt zur Glorifizierung der Mafia, was erklärt, warum eine ganze Riege namhafter Hollywood-Regisseure die Arbeit an einer Verfilmung ablehnte. Coppola umschiffte diese Untiefen geschickt. Er zeigt Gangster auf der Leinwand erstmals nicht als eindimensionale Psychopathen, sondern als treu sorgende Familienmenschen mit eigenem Ehrenkodex, mit denen sich der Zuschauer trotz ihrer dunklen Machenschaften identifizieren kann. Es ist ein blutiges, gewalttätiges Epos über Macht und Korruption, Loyalität und Verrat. Aber Gewalt und Brutalität stehen nicht im Vordergrund. Mehr als alles andere ist diese dreiteilige Saga eine Chronik über eine Familie, ebenso wie eine Metapher auf den Kapitalismus in Amerika. Eine Art Buddenbrooks der Unterwelt.

Die Mafia erscheint unverkennbar als ein Staat im Staate. Das Organisierte Verbrechen ist fester Bestandteil des Lebens im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ob in der Politik, der Wirtschaft oder im Showgeschäft. Vitos Patensohn, der Schnulzensänger und Schauspieler Johnny Fontaine (Al Martino), hat eindeutig Frank Sinatra zum Vorbild, von dem man weiß, dass er enge Kontakte zur Ehrenwerten Gesellschaft pflegte. Don Corleone ist ein König mit drei Söhnen. Zu Beginn der Handlung feiert seine Tochter Connie (Talia Shire) gerade ihre Hochzeit mit Carlo Rizzi (Gianni Russo), der sie während ihrer Ehe betrügen und misshandeln wird. Während draußen die Feierlichkeiten voranschreiten, werden drinnen im abgedunkelten Arbeitszimmer die Weichen für die Zukunft gestellt...

Coppola nahm dieses Filmprojekt auch nur an, weil er dringend Geld brauchte. Die Situation seiner eigenen kleinen Firma American Zoetrope wurde immer prekärer, und so griff er auf dringenden Rat seiner Kollegen nach diesem Strohhalm. Paramount, ebenfalls in argen finanziellen Nöten, wollte einfach und schnell Kapital aus der Popularität des Romans schlagen. Coppola jedoch hatte eine andere Vision und verwirklichte seine Vorstellungen unter ungeheurem Druck und gegen alle Widerstände. Er setzte gegen den Einspruch des Studios auch die Schauspieler durch. Seine Schwester Talia Shire bekam die Rolle der Connie. Mehrfach wollten die Produzenten ihn noch während der Dreharbeiten feuern. Angeblich sollen sogar echte Mafiosi mit den Studio-Bossen in Kontakt gestanden und die Entstehung des Filmes mit Argusaugen beobachtet haben.

Coppola blieb hart, verhalf dem bei vielen Studios in Ungnade gefallenen Marlon Brando zu einem grandiosen Comeback und machte einige bis dahin weitgehend unbekannte Schauspieler wie Al Pacino, Robert Duvall und Diane Keaton zu Weltstars.

Der erste Teil der Trilogie wurde zum bis dahin erfolgreichsten Film aller Zeiten. Er gewann neben zahlreichen weiteren Preisen drei Oscars als bester Film des Jahres, für das beste adaptierte Drehbuch und den unvergesslichen Marlon Brando, der, obwohl er nur für etwa 16 Minuten zu sehen ist, als bester Hauptdarsteller geehrt wurde. Brando sorgte bei der Verleihung für einen Skandal, als er nicht selbst erschien, sondern durch eine angebliche Indianerin gegen die Behandlung der amerikanischen Ureinwohner protestieren ließ und den Preis ablehnte.

Der Pate, Teil 2 (1974) spielt auf zwei verschiedenen Zeit-Ebenen und bildet so erzählerisch einen Kontrast zu dem linearen ersten Film. Coppola stellte die Endfassung erst unmittelbar vor der Premiere fertig. Nach desaströsen Testvorführungen nahm er über hundert Änderungen vor.

Die Gegenwart zeigt Michael Corleone im Jahre 1958. Michael, dessen Sohn Anthony seine Erstkommunion begeht, führt nach dem Tod seines Vaters nun die Familie und hat ihren Einfluss noch ausgebaut. Er residiert mittlerweile in Lake Tahoe, Nevada. Seine Frau Kay (Diane Keaton) erwartet ihr drittes Kind. Michael arbeitet mit dem in Miami lebenden jüdischen Paten Hyman Roth (Lee Strasberg), einem alten Geschäftspartner seines Vaters, an einem Kasino-Deal auf Kuba. Er will expandieren, da das Geschäft in Las Vegas nicht mehr genug Profit abwirft, was einigen hohen Herren gar nicht passt. Doch Intrigen lauern nicht nur außerhalb der Familie, auch in den eigenen Reihen gibt es einen Verräter...

Während Michael geschäftlich Erfolg hat, entfremdet er sich mit seiner Rücksichtslosigkeit und Gefühlskälte immer mehr von Frau und Kindern. Er geht gnadenlos gegen seine Feinde vor und macht dabei auch vor Mitgliedern der eigenen Familie nicht halt. Statt durch sein Vorgehen, wie er glaubt, im Sinne seines Vaters die Familie zu schützen und zu stärken, treibt er ihren Zerfall voran. Seine Ehe ist eine Farce. Kay weiß längst, dass ihr Mann kein ehrenwerter Geschäftsmann ist. Außerdem wird gegen ihn auf höchster Ebene ermittelt. Michael gelingt es zwar, die potentiellen Kronzeugen zum Schweigen zu bringen und die Anklage niederzuschlagen, doch Kay verlässt ihn nun endgültig, nachdem sie das Baby abgetrieben hat. Außer Tom Hagen, seinem Vertrauensmann in allen geschäftlichen Angelegenheiten, ist seine Schwester Connie die Einzige, die noch zu ihm hält. Michael beschreitet einen blutigen Weg in die Einsamkeit.

Die Vergangenheit zeigt den Aufstieg von Michaels Vater Vito, der vom hart arbeitenden Immigranten und kleinen Gelegenheits-Kriminellen in New York zum ebenso geachteten wie gefürchteten Paten wird. Seine Geschichte beginnt um die Jahrhundertwende in Corleone, Sizilien. Als Junge erlebt Vito Andolini mit, wie seine Eltern und sein Bruder auf Anordnung der Mafia getötet werden, weil sie den Gehorsam verweigerten. Auch Vito soll sterben, um zu verhindern, dass er sich später rächen kann. Er wird aber von Verwandten versteckt und gelangt per Schiff als blinder Passagier in die USA.

Als Erwachsener kommt Vito (Robert de Niro), der inzwischen geheiratet und eine Familie gegründet hat, ebenfalls schnell in Kontakt mit der Mafia. Don Fanucci (Gaston Moschin), der Pate von Little Italy, fordert von ihm und seinen Freunden Schutzgeld, das sie nicht aufbringen können. Als Vito auch noch seinen Job in einem kleinen Lebensmittelgeschäft verliert, weil Fanuccis Neffe dort eingestellt wird, fasst er einen Plan. Seinen Freunden sagt er, er wolle nur noch einmal mit dem Mafioso verhandeln, was er auch tut. Tatsächlich erschießt Vito den Gangster kurz nach ihrem Gespräch und verwischt alle Spuren.

Alle wissen, wer Fanucci erschossen hat, doch es gibt keine Beweise gegen Vito. Die Gemeinde ist ihm außerdem zutiefst dankbar. Die Menschen wenden sich mit ihren Problemen nun zuerst an ihn. Mit seinen Freunden Genco und Clemenza gründet er eine Firma für Olivenöl und etabliert sich als seriöser Geschäftsmann. Jahre später wird Vito nach Sizilien zurückkehren und mit dem Mann abrechnen, der einst seine Angehörigen töten ließ.

Coppola schlug mit mit dieser wohl besten Fortsetzung der Filmgeschichte zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits entsprach er den Wunsch des Studios nach einem Sequel, andererseits verwirklichte er eigene Pläne hinsichtlich eines sehr persönlich ausgerichteten Filmes über einen Vater und seinen Sohn im selben Alter. Teil 2 erzählt die Geschichte des Vorgängers nicht nur nahtlos weiter. Er stellt einen Aufstieg und einen (beginnenden) Abstieg einander gegenüber, und vertieft Teil 1 sogar noch, indem er noch mehr in die Familie eintaucht. Besonders bewegend ist die Entwicklung von Michaels Bruder Fredo. Den Handlungsstrang mit dem jungen Vito entnahm der Regisseur, der wie bei Teil 1 zusammen mit Mario Puzo das Drehbuch schrieb, aus dessen Original-Roman.

Teil zwei wurde wie sein Vorgänger mit Preisen überhäuft. Er gewann 6 Oscars, darunter den Preis für den besten Film des Jahres, die beste Regie, das beste Drehbuch und den besten Nebendarsteller (Robert de Niro).

Der Pate, Teil 3 (1990) beginnt etwa 20 Jahre nach Teil 2, Ende der 70er Jahre in New York. Michael, alt, gramgebeugt und schwer krank, hat dem Casino-Geschäft in Las Vegas den Rücken gekehrt. Er wurde von der katholischen Kirche für seine sozialen und karitativen Projekte geehrt. Bei den Feierlichkeiten ist die gesamte Familie anwesend, auch Kay, von der er getrennt lebt. Zu den Gästen gehört auch Vincent Mancini (Andy Garcia), der uneheliche Sohn seines verstorbenen Bruders Sonny.

Michael will endlich erreichen, dass das Corleone-Imperium ein vollständig legales Unternehmen wird, wie er es seinem Vater und auch Kay, die er noch immer liebt, seinerzeit versprochen hatte. Gleichzeitig will er den Weg für die nächste Generation bereiten. Um seine Ziele zu verwirklichen, fädelt er ein riesiges, riskantes Geschäft mit der Bank des Vatikan ein...

Der Hitzkopf Vincent erweist sich als Risikofaktor. Gegen Michaels Anordnung legt er sich mit dem rivalisierenden Unterboss Joe Zaza (Joe Mantegna) an und bricht damit einen blutigen Konflikt vom Zaun. Zu allem Überfluss haben Vincent und Michaels Tochter Mary (Sofia Coppola) sich ernsthaft ineinander verliebt. Auch gegen Michael selbst wird intrigiert. Seine Feinde wollen ihn ein für allemal beseitigen. Wie durch ein Wunder überlebt er einen Anschlag auf eine Konferenz der Mafia in Atlantic City. Michael holt, unterstützt von Vincent, seinem jahrzehntelangen Leibwächter Al Neri (Richard Bright) und seiner treu zu ihm stehenden Schwester Connie, zum Gegenschlag aus, nachdem er herausgefunden hat, wer im Hintergrund wirklich die Fäden zieht...

Der Abschluss der Trilogie, den Coppola vor allem drehte, weil er nach einigen finanziellen Flops in Nöten steckte, ist ein in sich geschlossener Kinofilm. Er sollte eigentlich "Der Tod des Michael Corleone" heißen und war von Coppola und Mario Puzo eher als Epilog zu den beiden ersten Filmen gedacht, denn als gleichberechtigter dritter Teil, als der er dank des vom Studio festgelegten Titels erscheint. Als einziger der drei Filme enthält er kein Material aus dem Original-Roman mehr. Fast ebenso viel Zeit wie in der Erzählung lag auch zwischen den Dreharbeiten von Teil 2 und 3.

Der Abschluss der Saga wurde vielfach kritisiert, weil Michael hier im Gegensatz zu Teil 1 und 2 als müder, alter Mann gezeigt wird, der nicht mehr alles unter Kontrolle hat. Er beginnt, die Sünden der Vergangenheit zu bereuen, will heraus aus dem kriminellen Geschäft und sucht nach Vergebung. Ist Michael dazu wirklich imstande? Sein Vater war es, und bei dem alten Vito hat man es letztlich akzeptiert, aber will man jemanden wie Michael nach allem, was er angerichtet hat, so sehen? Der Zuschauer muss letztlich selbst entscheiden, wie er an diesem Punkt der Geschichte zu Michael steht. Und Coppola führt sein Epos ja dann auch zu einem absolut konsequenten Ende, das wiederum auf Sizilien spielt.

Der Kreis zu den Wurzeln von Michaels Familie schließt sich passenderweise zu den Klängen der sizilianischen Oper "Cavalleria Rusticana", deren wichtigstes musikalisches Motiv, mit dem der Film ausklingt, Martin Scorsese bereits in "Wie ein wilder Stier" (Raging Bull, 1980) als Hauptthema für den auf alle Welt eifersüchtigen Boxer Jake La Motta verwendet hatte. Und Michael Corleone muss den höchsten möglichen Preis für seine Taten zahlen.

Ein weiterer Punkt war die Besetzung einiger Nebenrollen. Besonders auf Sofia Coppola, heute selbst eine gefeierte Filmemacherin, schossen sich die Kritiker ein. Ihre Darstellung der Mary wurde gnadenlos verrissen. Eigentlich sollte anstelle der Tochter des Regisseurs Winona Ryder diese Rolle spielen, musste aber kurzfristig absagen. Der Anwalt und Berater der Familie wird von George Hamilton gespielt. Es ist nicht mehr die zuvor von Robert Duvall gespielte Figur des Tom Hagen, der ein viel schärferes Profil hatte. Duvall wollte bei Teil 3 nicht mehr mitmachen, also musste Coppola diese Figur ersetzen.

Sieht man diesen dritten Teil als Epilog, bildet er einen absolut würdigen Abschluss eines Jahrhundert-Epos, da er all die Elemente und Motive in sich vereinigt, die bereits die beiden Vorgänger entscheidend prägten. Der Film wurde für 7 Oscars nominiert, inklusive Bester Film, Beste Regie und Bester Nebendarsteller (Andy Garcia), ging aber leer aus.

Francis Ford Coppola und Mario Puzo hatten angeblich sogar Pläne für einen vierten Film. Dieser hätte einige Jahre vor Teil 1 spielen sollen und sich auf Sonnys Werdegang konzentriert.

Diese Edition enthält die drei ungekürzten Original-Kinofilme, zu denen Francis Ford Coppola jeweils einen hervorragenden, mit eigenen Untertiteln versehenen Audio-Kommentar beisteuert, der so manches Making-Of alt aussehen lässt. Der Meister referiert eingehend und ungeschönt über die sehr problematische Entstehung seines Opus Magnum, liefert aber auch witzige Anekdoten vom Set und erklärt, inwiefern er eigene Erlebnisse und den Einfluss seiner eigenen Familie in die Handlung eingearbeitet hat. Besonders zu empfehlen ist der Kommentar zu Teil 3. Danach sieht man den vielfach als Stiefkind der Saga abgestempelten Film hoffentlich mit anderen Augen.

Alle drei Teile wurden in Bild und Ton sorgfältig restauriert und im korrekten Bildformat 1.1:78 in anamorphem Widescreen neu abgetastet. Besonders auf einem großen Flachbild-Fernseher breitet diese Saga nun ihre ganze epische Wucht aus. Bereits auf DVD liegen zwischen diesen restaurierten Fassungen und den früheren Ausgaben Welten. Die Blurays kommen in puncto Bildschärfe und Kontrast nicht ganz an absolute Referenzwerte heran, was aber nicht an den Scheiben selbst liegt, sondern eher an der Qualität des Ausgangsmaterials, vor allem bei Teil 1 und 2. Ein Erlebnis ist das Ganze trotzdem, denn in einem so guten Zustand hat man diese Trilogie garantiert im Heimkino noch nie gesehen!

Der Ton Liegt in Dolby Digital 5.1 auf Deutsch und Französisch vor, im englischen Original sogar in True HD 5.1. Es gibt mehrsprachige Untertitel. Teil 1 und 2 wurden sogar in Dolby Digital 5.1. komplett neu deutsch synchronisiert, allerdings ist die deutsche Original-Synchronisation aus den 70er Jahren, die natürlich nur in Mono vorliegt, ebenfalls enthalten.

Auch wenn die deutsche Original-Synchronisation wirklich sehr gut ist, bevorzuge ich bei allen drei Filmen das amerikanische Original. Die genialen Dialoge wirken darin noch besser als auf Deutsch. Und Marlon Brandos einmaliges heiseres Nuscheln kann kein noch so guter Synchronsprecher hundertprozentig rüberbringen.

Es gibt zwei Bonus Discs mit erstklassigen Extras. Disc 1 entspricht der Bonus-DVD, die bereits in einer früheren DVD-Edition zu finden war. Kernstück dieser Disc, die unter anderem Trailer und zusätzliche Szenen aus den beiden ersten Filmen bietet, (diese Szenen wurden 1979 von Coppola in die vierteilige TV-Fassung integriert, die die Ereignisse aus Teil 1 und 2 chronologisch erzählt), ist der während der Arbeit an Teil 3 Anfang der 90er Jahre entstandene Dokumentarfilm "The Godfather-Family", der auch auf die beiden ersten Teile zurückblickt. Unter anderem erfährt man viel Interessantes von den Dreharbeiten, z.B. über die berühmte Pferdekopf-Szene.

Disc 2 bietet speziell für die Jubiläums-Edition produziertes neues Material, darunter Kurzfilme, Interviews mit Prominenten auf dem Roten Teppich und ein Feature, das den bis heute ungebrochenen Einfluss der Trilogie auf unsere Kultur zeigt.

Besonders empfehlenswert sind aber die beiden Dokus "Ein Meisterwerk, das fast keines war" und "Als die Dreharbeiten beendet waren". Hier äußern sich neben Coppola selbst, Cutter und Tonmeister Walter Murch, George Lucas, dem damaligen Studio-Boss Robert Evans und Funktionär Peter Bart auch andere Filmschaffende wie William Friedkin und Kimberly Pierce, sowie Filmkritiker Kenneth Turan von der Los Angeles Times. Die Rolle und der Einfluss von "The Godfather" im zeitgeschichtlichen, kulturhistorischen Kontext wird ebenso deutlich wie die damaligen allgemeinen Befindlichkeiten in Hollywood, das Anfang der 70er Jahre in einer tiefen Krise steckte, auch weil das alte Studio-System der Goldenen Ära praktisch nicht mehr existierte

Abschließend wird in einer eigenen Doku sehr anschaulich gezeigt, wie Filmrestaurierung funktioniert und warum die Restaurierung von "The Godfather" und seiner Fortsetzungen so kompliziert war. Die Experten erklären die Besonderheiten des Negativs, das Kameramann Gordon Willis, der auch selbst zu Wort kommt, damals schuf. Willis nahm die genauen farblichen Abstufungen, die allen drei Filmen ihre charakteristische Patina und den düsteren Look verliehen haben, erst während der Post-Produktion im Labor vor. Warum Gordon Willis in Hollywood liebevoll "Prince Of Darkness" genannt wird, versteht man nun umso besser.

Die Edition wird in einem hübschen Schober präsentiert. Die blauen Scheiben stecken in eigenen Hüllen, die man bequem einzeln aus dem Schober entnehmen kann.

Francis Ford Coppolas Jahrhundertwerk hat ein ganzes Genre revolutioniert. Der Einsatz filmischer Mittel, die Art der Montage und der Umgang mit Erzähl-Zeit und erzählter Zeit haben die Art und Weise, wie in Hollywood-Filmen Geschichten erzählt werden, nachhaltig beeinflusst. Hier liegt das gesamte Epos erstmals auf Bluray vor, in einer Qualität, die es im Heimkino noch einmal ganz neu erlebbar macht!
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.10.2013 11:48:50 GMT+01:00
Michael Geyer meint:
Großartige Rezension mit Blick auf das Gesamtwerk und endlich einmal mit entsprechender Würdigung des großartigen dritten Teiles.
Danke dafür! Der Vergleich mit den Buddenbrooks ist übrigens absolut zutreffend, sehe ich genau so.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2013 15:48:41 GMT+01:00
Martin Püsch meint:
Danke sehr für das positive Feedback, nachdem ja schon so viele Rezis zur Godfather Trilogie auf dieser Plattform geschrieben wurden. Der dritte Teil wurde und wird meiner Ansicht nach unterschätzt. Mein absoluter Favorit ist und bleibt aber Teil zwei, was die beiden anderen Filme aber keineswegs schmälert. Für mich ist Teil zwei nach wie vor einer der zehn besten Filme, die ich je gesehen habe.

Mario Puzos Original-Roman ist zwar gut, aber verglichen mit Coppolas Filmversion wirkt er phasenweise schon ein wenig wie Pulp-Literatur. "Der Pate" ist eines der ganz wenigen Beispiele, dass eine Verfilmung die Vorlage übertreffen kann, und zwar um Längen.

Die Parallelen zu Thomas Manns Buddenbrooks drängen sich ja geradezu auf, wenn man genau hinsieht. Mann ist mein absoluter Lieblings-Schriftsteller und die Buddenbrooks sind, obwohl vielleicht nicht sein bester und komplexester Roman, mein Lieblings-Roman aus seinem Gesamtwerk, vielleicht liebe ich den "Paten" ja auch gerade wegen seiner Parallelen zu Manns Chronik vom "Verfall einer Familie" so sehr.

Beste Grüße Martin Püsch

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2013 17:39:38 GMT+01:00
Michael Geyer meint:
Wenn man die Filme für sich betrachtet, was natürlich auch funktioniert, ist der 2. Teil tatsächlich das herausragende Zentrum der Trilogie. Große Tragödie, extrem spannend dazu und dazu mit den beiden parallel geführten Zeitebenen auch technisch ein Gustostückerl.
Aber wie gesagt: für mich erschließt sich der Pate vor allem als Gesamtwerk aller 3 Teile.

Veröffentlicht am 26.11.2013 14:39:45 GMT+01:00
Tweety meint:
Danke Martin für eine exzellente Würdigung dieser Meisterwerke.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.11.2013 12:21:16 GMT+01:00
Martin Püsch meint:
Hallo,

Herzlichen Dank für das Lob. Schön, dass es auch immer noch weibliche Fans des "Paten" gibt. Nach meiner Erfahrung können Frauen mit dem Paten im Allgemeinen wenig bis gar nichts anfangen. Bis heute erschließt sich mir nicht so recht, woran das genau liegt. Wird wohl ein ewiges Mysterium bleiben.

Beste Grüße Martin Püsch
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