Kundenrezension

67 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Massengeschmack und Identitätslosigkeit, 5. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Avril Lavigne (Audio CD)
Mit Avril Lavigne habe ich meine Teenie Zeit überlebt, könnte man sagen. Als "The Best Damn Thing" erschien, war ich grade 12 Jahre alt und vollauf begeistert. Danach folgten schnell die zwei Vorgänger Alben, die ich rauf und runter gehört habe. Zwar hat sich mein Musik Geschmack mit der Zeit deutlich vom Genre "Pop" Musik weiter entwickelt, dennoch schätze ich auch jenes, wenn mir da ein Künstler etwas präsentiert, was eine gewisse Eigenständigkeit aufweißt. "Goodbye Lullaby" war da durchaus eine stimmungsvolle und ernstzunehmende Platte, die eine Weiterentwicklung in ihrer Musik gezeigt hat. Was sich außerdem bei jedem Album von Avril sagen ließ, war dass es immer einen roten Faden gab, der sich durch die Musik zog(zum Beispiel beim zweiten Album die destruktiven Töne, beim dritten die Fröhlichkeit.).Und man konnte immer sagen: Das ist eindeutig ein Produkt der Sängerin Avril Lavigne, man erkennt sie darin wieder.

Was haben wir mit dem fünften Album nun hier vorliegen?

Eine sehr seltsame Entwicklung, die schon seit ein paar Jahren bei vielen Künstlern zu beobachten ist: Die Angleichung an einen Art Mainstream im Mainstream (bezogen auf die Chart Musik).

Schon das Cover hat mich doch sehr skeptisch gestimmt, weil es doch von dem Stimmung sehr dem ähnelt, was andere Künstler so zeigen.
Die Musik an sich klingt irgendwie nichtssagend. Es sind einige schöne Balladen dabei, aber selbst die klingen oft so, als hätte ein Anderer sie singen können (das Duett mit Chad Kroeger klingt zB sehr nach Nickelback aber nunja, wen wundert es). Rock n roll hat mir als Singleauskopplung sehr gut gefallen (auch wenn der Titel irreführend ist und es bloß ein kurzes Gitarrensolo gibt. Da hat das gesamte dritte Platte mehr "Rock" geboten als dieser Song!).

Aber dieses "wow ich bin jung und hip und mache ganz viel Party und saufe" Image, welches das Album bestimmt und sich durch die gesamten Texte zieht (nunja, vielleicht ist das ja er 'rote Faden', den ich vergeblich suche) ist erstens albern und zweitens passt es nicht mehr zu ihr. Sie ist 29 und macht wieder Teenie Musik, das ist nicht mehr glaubwürdig und wirkt aufgesetzt. Ironischerweise ist ihre 'hippe Teeniemusik',die sie jetzt mit 29 produziert, um einiges oberflächlicher und flacher als "Let Go" und "Under my skin" (welche wirklich in Avrils jungen Jahren entstanden sind und deswegen auch viel authentischer sind als diese gezwungene "ich werde nicht alt!" Musik) und hat- in meinen Augen- viel weniger etwas mit wirklichen Teenagern zu tun als mit einem Bild, das uns die Gesellschaft vermitteln will- Teenager und jung zu sein ist viel mehr, als nur wilden Spaß zu haben und sich auszutoben (frage mich, ob Frau Lavigne nun auch endgültig auf den Püppchen-Jugendwahn aufspringt).Die Texte drücken aber genau das aus- und mal davon abgesehen hat es nichts mit guten Lyrics zu tun, andauernd Schimpfwörter einzubringen, um möglichst rebellisch zu wirken. Es kommt auf dem Gebrauch im Zusammenhang an, und das ist hier einfach nur aufgesetzt und völlig übertrieben.

Außerdem finde ich es generell fragwürdig wie sich die Chart Musik immer mehr auf die Themen "Party, Saufen und Rummachen" konzentriert. Die Frage ist doch, wieso sich immer mehr Künstler an dieses Schema anpassen lassen? Diversität ist etwas Anderes. Selbst Musiker/Sänger/Künstler, die früher einen (zumindest einigermaßen) erkennbaren Stil aufwiesen (vielleicht wäre die Erwähnung Linkin Parks an dieser Stelle angebracht), rutschen immer mehr in die leicht verdauliche und von den Massen konsumierte Elektronik- und Party- Ecke. Nicht, dass elektronische Musik generell etwas Schlimmes wäre- das ist eine reine Geschmackssache- aber dieses ständige "sich aneinander angleichen" wobei die Musik beliebig austauschbar wird (zumindest aus meiner rein subjektiven Sicht!),wird seit ein paar Jahren immer prägnanter. Dann stürzen sich Bands und Sänger plötzlich in ein vollkommen anderes Genre, werden schlechter und reden dann von "Weiterentwicklung"(auch wenn das natürlich nicht IMMER der Fall ist, es kommt aber oft genug vor).Und so hat es diesmal auch Avril erwischt.

Die ganze Platte wirkt extrem zusammenhangslos, als hätte sie sich nicht für einen Stil oder ein eigene Richtung entscheiden können. Ein weiteres Manko: Eine Dub Step Nummer. Von Avril??!! Ich will ja nichts gegen jemanden sagen, der gerne Dub Step hört....aber von Avril??! Die Frau, die Sk8er boi und Take me away schrieb? Nun ja, wie gesagt: Elektronik Musik ist momentan >in<.
(Man erinnere sich übrigens daran, was, als 2007 der 'Emo Style' bzw die Emo Szene angesagt waren,Avril dann für ein ''Image'' hatte...)

Ich kann zum Schluss nur sagen, dass ich enttäuscht bin und die Musik, die für mich einfach nur noch im Hintergrund dahin plätschert, ohne wirklich Eindruck zu hinterlassen, mir leider nicht gefällt. Die zwei Sterne gibt es für "Rock n Roll" und die eine oder andere gelungene Ballade.

(Ich möchte noch einmal betonen, dass ich nicht zu der Fraktion "Alles was in den Charts läuft ist automatisch Mist" gehöre, ich hoffe, das ist nicht so rüber gekommen und man versteht meine Intention mit dieser Rezesion...)

Fazit:
Avril hat es geschafft, sich zu etwas zu entwickeln, was sie früher verabscheute: Mit Mainstream- Püppchen Image und oberflächlich- nichtssagender Pop Musik Geld machen.
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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.11.2013 06:39:59 GMT+01:00
Chibiusa meint:
Du hast es noch besser auf den Punkt gebracht! Du sagst das, worauf ich in meiner Rezension anspielen wollte. Danke dafür!!

Veröffentlicht am 07.11.2013 15:43:08 GMT+01:00
Sonnenstern meint:
Ich sehe da keine identitätslosigkeit, sie ist einfach sehr vielseitig und das spricht für sie, sie hat songs aus der Richtung von früher eingebracht sowie auch neuartige songs und ganz besonders gefällt mir das man viele neue und erwachsene Töne (let me go,give me what i want,hush hush,falling fast) hören konnte. Das neue album ist keinesfalls massengeschmack, das ist für mich eher britney spears oder rihanna... davon kann ich mir kein albbum dirchgängig anhören.. bei avril sieht das schon ganz anders aus.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.11.2013 18:45:07 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.11.2013 18:46:21 GMT+01:00
A. Stein meint:
Die Platte - oder zumindest das, was man vom Reinhören erlebt - erinnert mich an die gute Alanis Morissette, die auch einst mit völlig eigenem Stil und Sound loslegte, aber nach 5 Platten war Schluss: Mainstream von der schlimmsten Seite - ja, hörenswert wie sicher das belanglose Plätschern dieser CD - und das Schlimmste dabei ist, dass dies von den hartgesottesten Fans auch noch als Vielseitigkeit gepriesen wird. Solange die Umsätze stimmen, ist das den Plattenfirmen auch egal. Ich habe den starken Verdacht, dass die die eigentlichen Schuldigen sind. "Das wollen die Leute doch hören!". Wollen sie?
PS: ja, sie wollen - und das ist das Allerschlimmste!

Veröffentlicht am 07.11.2013 19:24:32 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 08.11.2013 07:51:25 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.11.2013 17:57:53 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.11.2013 17:58:33 GMT+01:00
PaganFay meint:
ist ja seltsam- ich habe gestern einen Kommentar gepostet, der aufgezählt hat, in wie vielen Songs Lyrics vorkommen, die Party, wilde Jugend und S** (falls dieses Wort der Grund war, warum mein Kommentar gelöscht wurde, mal zensiert) propagieren. Dazu habe ich Zitate aus den Songtexten eingefügt, die das beweisen. Vielleicht lag es an den Songtexten, dass der Eintrag gelöscht wurde,aber egal, jedenfalls war eindeutig zu erkennen, dass 9 (!) aller Songs auf den Alben (das sind ja 13 oder 14, so weit ich weiß) von den oben genannten Themen handeln. Jetzt sage mir noch einer, dass sich diese Musik nicht immer mehr dem 'Party Party!' Mainstream angleicht. Ich finde das etwas zu extrem. Diese Musik handelt davon, ein Teenager zu sein- lustigerweise ist aber auf ihrem Debut Album, welches in ihrer Teenager Zeit entstand, kein einziger Party Song zu finden. Warum? Weil sie keine Britney Spears sein wollte. Auch auf Under my skin ist davon nichts zu hören. Selbst auf dem oft umstrittenen The best damn thing gibt es keinen einzigen Party Song, obwohl es da schon allgemein etwas mehr in diese Richtung ging. Erst auf Goodbye Lullabay kamen zwei Songs auf, die vom wild sein und Party machen sprachen -What the hell und Smile. Und jetzt haben wir das neue Album und sie singt von fast nichts Anderem. Ich finde das ist eine ziemlich krasse Veränderung.

Veröffentlicht am 10.11.2013 20:58:52 GMT+01:00
Barbara meint:
Kompliment für eine gute, ausführliche Rezension!
Besonders was den fehlenden "roten Faden" und die Jugendwahn-Texte anbelangt, kann ich nur zustimmen.

Was die elektronische Musik betrifft: Avril war ja vor "Goodbye Lullaby" noch bei einem anderen Label unter Vertrag und verließ dieses nach Streitigkeiten. Angeblich wollte man sie in die trendige Elektro-Pop-Schiene drängen, was sie aber ablehnte. Sie schrieb dazu damals einen Blogpost auf ihrer Website, von wegen man hätte sie in etwas drängen wollen, was nicht ihrem Naturell entspräche.
Und dann kommt sowas wie "Hello Kitty"...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.11.2013 20:13:15 GMT+01:00
PaganFay meint:
interessant! Ich frage mich nur, warum sie das dieses Mal zugelassen hat....

Veröffentlicht am 02.12.2013 14:42:50 GMT+01:00
Don Pedro meint:
Absolut zutreffend!
Ist auch meine Beobachtung, daß viele Künstler, die früher abwechslungsreichere Musik gemacht haben, sich jetzt immer mehr einem gemeinsamen Stil angleichen und ihre individuellen Anteile aufgegeben haben. Ich frage mich nur: ist es so, daß die Masse der Zuhörer so eine Art Einheitsmusik tatsächlich haben will, oder wird dies von den Produzenten/Labels einfach so hergestellt und die Masse kauft es, weil nur der bekannte Name des Künstlers bzw. des Produzenten zählt ?

Veröffentlicht am 01.01.2014 11:06:49 GMT+01:00
neodym meint:
A. Lavigne ist noch nicht mal 30 und hat schon eine lange Musikerkarriere hinter sich. Sie kann ja nicht ewig so weitermachen mit diesem Pop Mainstream. Ich denke, sie wird sich ändern müssen, um auch in Zukunft noch Erfolg zu haben.

Veröffentlicht am 12.05.2014 13:00:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.05.2014 13:04:14 GMT+02:00
E. Müller meint:
Danke für Ihre Rezension, trifft voll zu. Mir fehlen die Worte - Avril ist inzwischen weder Fisch noch Fleisch u.Opfer der Plattenindustrie. Kannte bisher nur ihre ersten beiden Platten, und die sind-verglichen mit dem- ein himmelweiter Unterschied. Nett anzuhören sind die ersten beiden Singles; der Rest ist nicht erwähnenswert, nicht einmal "Let me go", das Duett mit ihrem Gatten.Tiefpunkt ist ganz klar:"Hello Kitty"- und auch das Video dazu; wie dumm ist das denn..
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