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Kundenrezension

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lohnenswerte Einführung in die Epigenetik, 31. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der zweite Code: EPIGENETIK oder Wie wir unser Erbgut steuern können (Taschenbuch)
Peter Spork ist ein gutes und illustrativ geschriebenes Sachbuch gelungen.
Er nimmt uns mit auf eine Reise in das Innerste unser Zellen. Das populärwissenschaftliche Buch bietet dank seinem einfachen Stil auch für Laien eine lohnenswerte Einführung in die Lebenswissenschaften, speziell in die Genetik.

Unter Epigenetik verstehen wir die Veränderung von DNA-Bindungsstellen, so daß bestimmte Gensequenzen 'dauerhaft' abgeschaltet werden. Gene haben also Schalter, mit denen sie stillgelegt werden können. Dies geschieht im wesentlichen durch DNA-Methylierung, Veränderung der Histonkomplex-Proteine und RNA-Interferenz. Peter Spork zeigt uns einige plausible Möglichkeiten auf, warum solche Veränderungen geschehen.
Diese Veränderungen können durch psychische oder physische Einwirkung (von außen) geschehen.
Viele der mutmaßlichen Veränderungen wirken gar schon während der Embryonalentwicklung im Mutterleib und sie können an die nächste Generation weitergegeben werden, ohne daß das Erbgut selbst verändert wird.
Er betont mehrmals ausdrücklich, daß es sich dabei noch um experimentelle Thesen handelt, wenngleich diese Thesen zunehmend durch zahlreiche Forschungsergebnisse untermauert werden.
Er schlägt dabei ausdrücklich eine Bresche für die oft unsichtbare Grundlagenforschung:
„Auf eine wissenschaftliche Studie kommen Tausende, die weniger spannend für die Öffentlichkeit sind, ohne die Fortschritt aber undenkbar wäre.“ (S. 49)

Peter Spork gibt uns viele charmante und bestechende Beispiele warum Evolution auch ohne Veränderungen der Erbsubstanz -in viel schnelleren Zeiträumen- stattfinden kann. Auch der Unterschied des Menschen zum Schimpansen ist mit 1,3 % Abweichung der Erbsubstanz recht gering, die körperliche (phänotypische) Ausprägung dagegen unterscheidet sich stark.

Über große Passagen des Buches werden interessante Beispiele aus dem Alltag geschildert, wie jedeR Einzelne selbst einen aktiven Beitrag zu seinem Leben leissten kann. Die Botschaft, man möge sich doch positiv mit Sport, gesunden Nahrungsmitteln und einer psychisch gesunden Lebensführung auseinandersetzen, kommt auch bei Laien an.
Insbesondere das Gratis-Universalheilmittel 'Sport' wirkt präventiv gegen die sog. Volkskrankheiten, man kann es kaum genug betonen.

Im Schlusswort warnt er ganz unmissverständlich vor falschen Heilsversprechungen, Scharlatanerie und dubiosen Geschäftemachern.
Leider, und das ist ein echter Wermutstropfen, werden dies die zahllosen Laien, für die dieses Buch gedacht ist, m.E. nicht richtig einschätzen können. Wenngleich es zahllose Forschungsergebnisse im Labor und in der Zellkultur gibt, so heißt dies noch lange nicht, daß diese Erkenntnisse irgendeine Bedeutung für die Gesundheit von Menschen haben. Dieser bedeutende Unterschied ist falsch gewichtet bzw. verpackt.
Als Kritikpunkt ist beispielsweise zu nennen, daß Untersuchungen an 43 Patienten genannt werden – wo doch schon aus statistischen Gründen eher 43.000 benötigt werden.

Aufgefallen sind mir auch die ausschliesslich psychosomatischen Phänomene, wonach Störungen der Psyche sich auf den Körper auswirken können. Genausogut könnte es auch somato-psychische (genetische?) Krankheiten geben, die zu ernsten Gesundheits- und eben auch Wohlbefindlichkeits-Störungen führen. Viele Krankheiten werden eben, wie der Autor selbst schildert, zuallererst genetisch vererbt.
Die Proteomik, also die Ausprägung der genetischen Information und deren unglaublich viele potentielle Wechselwirkungen, sind naturgemäß noch unerforscht, obwohl 'wir alle' doch schon im Jahre 2000 fest mit der 'zweiten Mondlandung' gerechnet haben (S. 33 ff)

Dörfer, Inseln und Länder mit sehr vielen Hundertjährigen und deren jeweilige Lebens-Rezepte sind durchaus spaßig, aber kurzfristig kaum verifizierbar -und:
Unter 'Gesunder Ernährung' wird wahrscheinlich in der Öko-Szene was anderes verstanden als besispielsweise in Bayern und Baden-Württemberg; Flächenstaaten mit ländlichem (Bauernhof-, Tourismus-)Charme, mit vielen handwerklich geprägten Dorfmetzgereien, folglich vielen Übergewichtigen, hoher Lebenszufriedenheit und langer Lebenserwartung.

„Baden-Württemberg hat seit Beginn der 70er-Jahre im bundesweiten Vergleich regelmäßig die höchste Lebenserwartung Neugeborener“
[...]

Stilistisch empfinde ich die Hinweise auf 'renommierte' Forscher unangemessen. Dieses Adjektiv wird in gutgemeinter Absicht benutzt um der noch wenig fassbaren Grundlagenforschung eine seriöse Bedeutung zu verleihen und sich von der Scharlatan-Szene abzugrenzen. Leider zeigt die Geschichte, daß zahllose bahnbrechende Forscher, Tüftler und Erfinder von renommierten Autoritäten öffentlich verspottet wurden, so z.B. im Falle des Harald zur Hausen.

Insbesondere die letztgenannten Kritikpunkte sind ja streng genommen kein Widerspruch zu Peter Spork's Argumentation und sollen natürlich niemand abhalten ein amüsantes Buch über lebendige und praxisnahe Wissenschaft zu lesen. Im Gegenteil, um interessant für große Bevölkerungskreise zu sein braucht die (Natur-)Wissenschaft und die Grundlagenforschung einen Aufhänger im praktischen Alltag und mutige neuartige Thesen. Die Reproduzierbarkeit von innovativen Thesen ist immer ein Vabanque-Spiel, wir sollten jedoch auf die herausragenden Fähigkeiten der Naturwissenschaften vertrauen, die Reproduzierbarkeit schonungslos zu überprüfen.

Das Fachgebiet Epigenetik gewinnt an Interesse. Bernhard Kegel hat nahezu zeitgleich ein Buch über Epigentik geschrieben. Auch er warnt vor voreiligen Schlüssen aus spannenden Forschungsergebnissen. Beide Bücher haben ihre Zielgruppe. Zu unrecht werden sie medial gegenübergestellt, gar ausgespielt.
Peter Spork ist ein populärwissenschaftlich geschriebenes Buch mit ernstem wissenschaftlichen Hintergrund gelungen, das vor allem auch Laien erreicht, denen der Zugang zu wissenschaftlichen Themen oft versperrt bleibt.

EF, 27.01.14
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