Kundenrezension

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen am höhepunkt, 19. Februar 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: 1987 (Audio CD)
das ist das album, dem selbst die fans der alten, bluesrockenden whitesnake ihre zustimmung nicht verwehren. weil die songs einfach so gut sind und so gut gespielt wurden, dass es alle argumente obsolet macht.

natürlich war das jetzt eine völlig andere band (resp david coverdale hat sich eine neue haut zugelegt). die produktion ist anders (höhenreich, kristallklar, tonnen von hall auf den drums, tonnen von chorus auf den gitarren...). die band ist eine andere (lauter junge metal-heißsporne mit betont sportivem ansatz beim musizieren, optisch wie aus dem katalog für mtv-vieoclips), der sänger war anders(david coverdale färbte und toupierte sich die haare auf, trainierte sich den babyspeck ab, lernte, für fotos die wangen einzuziehen - und er hatte nach einer stimmbandoperation eine höhere und schärfere stimme), die songs waren anders (kein blues mehr, sondern elegant fetztende metalstücke, denen aber immer popmelodien zugrunde lagen, und die deshalb sichere hits waren).

natürlich ist die entschlossenheit und auch brutalität, mit der coverdale sein projekt auf us-hitparade umspritzte, erstaunlich und aus heutiger sicht ein wenig lachhaft (der erfolg wurde damals mit a&r-profi john kalodner bis ins detail geplant wie ein feldzug). aber ich sehe keinen grund, die neue whitesnake-inkarnation "seelenlos" oder "weniger ehrlich" zu nennen. ich gehe davon aus, dass david coverdale jedes seiner musikalischen unternehmen mehr oder weniger beseelt und sich selbst und seinen wünschen gegenüber ehrlich angegangen ist. andersrum: warum wird erfolg immer mit seelenlosigkeit und geringerer erfolg mit ehrlichkeit assoziiert? finde ich ein bissl schmal gedacht.

das ereignis dieses albums - neben den songs - ist gitarrist john sykes. wie er hier gitarrenspur auf gitarrenspur malt, mit ganz filigranen akkordzerlegungen druck macht, originelle intervalle und single-note-lines einsetzt, klangflächen aufträgt, wie ein maler arbeitet - das ist beeindruckend, originell, unvergleichlich. als partner beim songschreiben wie auch als studiogitarrist hatte coverdale nie einen besseren mann. leider kamen sie persönlich überhaupt nicht klar miteinander, also wurde sykes durch adrian vandenberg ersetzt (der auch das herrlich sportliche solo in "here i go again" spielt) und vivian campbell (vormals dio, danach def leppard) wurde zweiter gitarrist.

die songs sind kompositorisch hart an der grenze zum übertriebenen, aber eben nur hart an der grenze. auf diesem album gibt es ausschließlich hits und killer-melodien. die neufassungen der beiden tracks von "saints an'sinners", "here i go again" und "crying in the rain" sind wunderbar gelungen. ich ziehe sie den ebenfalls starken originalen sogar vor, die originale sind braver bluesrock, die neufassungen heben durch die decke ab.

höhepunkt für mich ist aber "still of the night", meiner ansicht nach einer der besten hardrock-tracks aller zeiten. sensationelle riffs und licks werden übereinander gelagert, dazu heftige wechsel der athmosphäre, beseelter gesang - besser geht es nicht.

fazit: wegen des überragenden songwritings und des entfesselten john sykes klare fünf sterne für ein album, das gleichzeitig unfassbar zeitgebunden (so klangen die spätachtziger) und dennoch zeitlos klingt. kommerziell und künstlerisch hatten sie hier den höhepunkt erreicht, von nun an ging es abwärts.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.02.2010 13:48:10 GMT+01:00
Child in time meint:
Volle Zustimmung (bis auf `Here I go again`, hier finde ich das Orginal besser, was viel mit Jon Lord zu tun hat).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2010 14:40:19 GMT+01:00
guitar meint:
klar, kann ich auch nachvollziehen. kommt immer drauf an, welches klangideal man im kopf hat. ich mag die neue fassung einen hauch mehr wegen der fetzigeren gitarren

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2010 15:47:59 GMT+01:00
Child in time meint:
Klar, die ist härter.
Ich komme aber von Deep Purple her und ich mag die Hammond.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2010 15:49:02 GMT+01:00
V-Lee meint:
also ich oute mich jetzt mal: mir gefällt die radioversion von der greatest hits am besten - das ist von der produktion her die knackigste.
aber ich weiss, dass ich damit unter den whitesnake fans quasi allein dastehe...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2010 17:15:01 GMT+01:00
Child in time meint:
Och, es gibt eine 3. Version? Wußte ich nicht.
Ich sage ja "der V-Lee", der hat sie alle.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2010 17:48:14 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2010 17:49:34 GMT+01:00
guitar meint:
ja, es gibt eine dritte, ohne vandenberg-solo, wo john sykes alle gitarren spielt. die ist auch sehr ok, aber die amerikanischste. sehr beschwingt, sehr viel gitarre. das war die, die im us-radio gelaufen ist und der große hit wurde. die mit dem vandenberg-solo ist die lp-version.

ps. besser, als er hätt sie nicht mehr alle ...
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