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Kundenrezension

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Geschichte - aber besser selbst lesen statt vorlesen lassen, 14. Januar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lord Stonevilles Geheimnis (The Hellions of Halstead Hall 1) (Hörbuch-Download)
Im Prolog der Geschichte wendet sich Mrs. Hetty Plumtree, die Großmutter des Protagonisten - Besitzerin einer Brauerei und eine Bürgerliche, die sehr stolz darauf ist, dass ihre Tochter einen Adligen heiratete -, an den Leser/Hörer und erklärt, wie leid sie es ist, dass ihre Enkel (drei Männer und zwei Frauen) als "Höllenbrut von Halstead Hall" bekannt sind und zählt auch die diversen "Vergehen" der Enkel auf. Außerdem möchte sie, dass die fünf endlich heiraten und ihr Urenkel schenken. Das war schon ein guter Einstieg in das Buch und ich musste hier beim Hören schon schmunzeln.

Die fünf Geschwister werden also von ihrer Großmutter mit dem Ultimatum konfrontiert: Entweder sie heiraten alle innerhalb eines Jahres, oder sie erhalten von ihr kein Geld mehr. Oliver, der Älteste der Geschwister trifft in einem Bordell auf Maria Butterfield, die dort mit ihrem Vetter Freddy auftaucht, weil sie einem angeblichen Dieb folgen, der die Tasche von Marias Verlobten bei sich trägt. Mit der Drohung, Freddy ins Gefängnis werfen zu lassen, bringt Oliver Maria dazu, seine Verlobte zu spielen. Er plant, seine Großmutter von ihrem Vorhaben abzubringen, indem er ihr eine unmögliche Braut vorstellt. Zunächst dachte er an eine Prostituierte, doch Maria, Amerikanerin, Katholikin, Tochter des Inhabers einer Schiffswerft und unehelich geborenen Mannes, die ausspricht, was sie gerade denkt, scheint für seine Zwecke noch viel besser geeignet.

Doch Oliver hat einige Dinge nicht in Betracht gezogen, zum Beispiel, dass seine Großmutter die Scharade sehr schnell durchschaut, ihn jedoch mit einer schauspielerischen Glanzleistung im Glauben lässt, sie könne Maria nicht leiden, nachdem sie sich zunächst davon überzeugt hat, dass die junge Frau keine Mitgiftjägerin ist. Oder seine Geschwister, die sehr schnell erkennen, dass Oliver und Maria hervorragend zueinander passen und genau wissen, wie sie den Frauenhelden Oliver reizen können: Seine Brüder flirten offen mit Maria während seine Schwestern sie in Beschlag nehmen und ihm kaum die Möglichkeit geben, allein mit ihr zu sein. Und allein sein würde er bald schon nur zu gern mit ihr. Denn ob es ihm gefällt oder nicht, er verliebt sich in die junge Amerikanerin.

Sie ist auch die Erste, der er sein dunkles Geheimnis verrät: Er glaubt sich Schuld am Tod seiner Eltern, bei dem die Mutter erst den Vater und dann sich selbst erschoss. Das Rätsel um diesen Tod zieht sich durch die ganze Reihe und ich bin gespannt, wie es sich auflöst, denn dass Oliver keine Schuld trifft, ist natürlich klar, doch was nun wirklich vorgefallen ist, wird sich wohl erst im Verlauf der Reihe (oder gar im letzten Buch) auflösen.

Doch Maria ist ja auch noch verlobt. Auch wenn Oliver der Meinung ist, Marias Verlobter verdiene sie nicht und treibe ein falsches Spiel mit ihr. Weshalb sonst sollte er plötzlich verschwunden sein? Weil es jedoch Teil der Abmachung mit Maria war, engagiert er Mr. Pinter, um Marias Verlobten zu suchen. Nach dem Tod ihres Vaters, wird dieser nämlich auch zur Testamentseröffnung gebraucht.

Marias Verlobter stellt sich natürlich als Taugenichts heraus, doch wie nicht anders zu erwarten, gibt es für Oliver und Maria (und auch für ihren Vetter Freddy) ein Happy End. Für seine Geschwister hingegen nicht: Oliver bittet seine Großmutter nicht von ihrem Plan abzusehen und so müssen die vier die restlichen Monate damit zubringen, sich passende Ehepartner zu suchen. Als nächstes ist Jarret an der Reihe, der einen Hang zum Glücksspiel hat.

Die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten, die Charaktere sind glaubwürdig und sympathisch, auch wenn mich einige der Geschwister mehr interessierten, als Oliver und Maria, aber das ist bei einer solchen Reihe normal. Dadurch, dass Maria als Amerikanerin zum ersten Mal in England ist und auch zum ersten Mal unter Adligen weilt, bietet sich auch die Möglichkeit für den Leser Dinge über die Zeit und Gesellschaft zu erfahren, ohne, dass es lehrerhaft oder fehl am Platz wirkt.

Lord Stonevilles Geheimnis ist ein guter Auftakt einer neuen Reihe und ich freue mich auf die Fortsetzungen. Auf Minervas Geschichte bin ich schon besonders gespannt, da sie als Autorin von Schauerromanen arbeitet.

Für die Umsetzung des Hörbuchs fällt mein Urteil nicht so positiv aus: Die Leserin hat eigentlich eine sehr schöne, angenehme Stimme. Sie liest das Buch allerdings mit verteilten Rollen und die Frauenstimmen sind nicht sehr angenehm zu hören - so übertrieben "mädchenhaft" kenne ich das sonst nur von männlichen Vorlesern, die eine höhere Stimmlage nicht ohne weiteres hinbekommen. Hetty war noch angenehm in den Ohren, Minerva die meiste Zeit auch, doch Maria und Celia gefielen mir gar nicht. Maria klang meist weinerlich oder wurde mit lachendem Unterton gesprochen, auch wenn dies in der Szene nicht wirklich passte. Sie klang sehr kindlich dabei. Celia war sogar noch anstrengender in den Ohren und obwohl ich ihre Figur jetzt schon mag, war ich froh, wenn sie nichts zu sagen hatte. Für das Lesen gäbe es von mir nur drei Sterne, weil ich die Geschichte aber gut fand, vergebe ich hier die Punkte nach der Geschichte, nicht nach der Vortragsart.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.02.2013 19:34:31 GMT+01:00
Amazon-Kunde meint:
Mit den Stimmen hast du völlig Recht - die Maria wird wie eine Sechzehnjährige gesprochen, nicht wie die Sechsundzwanzige, die sie laut Text sein soll. Aber anders als du finde ich die Geschichte selbst völlig abgeschmackt - diesen Plot habe ich schon hundertmal gelesen!
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