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Verblüffend aktuelle Story,
5. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Die dritte Generation (DVD)
Fassbinder war seiner Zeit weit voraus...
Die Westberliner Depandance eines weltweiten Computerkonzerns (wer kommt da wohl in Frage, Michael Diemer lässt grüßen??) leidet in den achtziger Jahren unter dem wachsenden Misstrauen, das Bürger und Verwaltung den Mißbrauchsmöglichkeiten eines computerisierten Überwachungsstaates entgegenbringen. Absatz, Umsatz und Profit sinken.
Der Manager und seine Sekräterin kommen auf die rettende Idee: Erst ein terroristisch motivierter Anschlag auf die Öffentlice Verwaltung könnte die staatliche Nachfrage nach neuer Computertechnik wieder ankurbeln. Und so schleust sich die Dame ins Umfeld einer WG, die seit langem nach einem großen Auftritt als Terrorzelle sucht...
Nach einem Überfall auf ein Einwohnermeldeamt in Berlin hat die Verwaltung dann ein Einsehen: Die Gruppe muss ermittelt und gefasst werden. Und dabei können nur neue Computertechniken helfen.
Fiktion? Weiß Gott nicht. Wer " IBM und der Holocaust " von Edwin Black gelesen hat, wer die ökonomischen Hintergründe des US-amerikanischen, nach innen gerichteten Aufrüstungsprogramm Homeland Security kennt, weiß, dass Computerkonzerne heute genauso zum industriellen-militärischen Komplex gehören wie die traditionellen Rüstungskonzerne. Das hat Fassbinder sehr früh erkannt.
Fassbinders Stil wirkt auf heutige Augen und Ohren sehr anstrengend anzuschauen. Minutenlange Einstellungen, ewig lange Studien und Szenen in der WG. Keine Action. Keine Musik als Spannungselement. Trotzdem lohnt es sich, diesen Film gesehen zu haben, weil er wichtige Denkanstöße für die heutige Debatte um die innere Sicherheit liefert.
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