Kundenrezension

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles hat ein Ende - auch diese Welt !!!, 29. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: The White Goddess (Audio CD)
Wenn sich die relevantesten Musikredaktionen der Republik beinahe vor Begeisterung überschlagen und die Jubelstürme für eine neue Scheibe überirdische, beinahe schon religiöse Ausmaße annehmen, dann muss darin schon ein klitzekleines Fünkchen Wahrheit stecken. In vielen Fällen lassen die Metal-Schreiberlinge hinter ihren Tastaturen die nötige Objektivität vermissen, um die einst so hochheilige Meinung irgendwann relativieren zu müssen. Das aktuellste Beispiel sind gewiss die süddeutschen Epic-Metaller von ATLANTEAN KODEX, die mit ihrem Longplayer "The white goddess" so viel Staub aufgewirbelt haben, dass es für die Wüsten Sahara, Gobi und Kalahari zusammen reichen würde. Oft liegt es am Hörer selber, die haushohen Wellen der Euphorie etwas zu glätten.
Ich möchte voranstellen, dass ich mit dem Album-Vorgänger "The golden bough" seinerzeit nie richtig warm wurde, und ich daher mit großer Skepsis an die neue Scheibe herangegangen bin. Beim ersten Hördurchlauf des 55-Minüters sah ich meine ersten Zweifel zunächst bestätigt! Es ist unschwer zu überhören, dass die musikalischen Paten des bayrischen Quintetts nach wie vor in der großen Epic-Gilde zu finden sind: WHILE HEAVEN WEPT , MANOWAR , BATHORY , MANILLA ROAD und teilweise die dänischen Doom-Heads von CANDLEMASS. Ehrlicherweise klingen ATLANTEAN KODEX in kaum einem Punkt anders oder gar besser als diese genannten Bands, weswegen mein kritischer Gesichtsausdruck auch bei der zweiten "The white goddess"-Runde überwog. Ein gutes Epic-Album halt - nicht mehr und nicht weniger!
Nun, nachdem ich die Scheibe in den letzten Tagen wirklich unzählige male - und tatsächlich nichts anderes! - gehört habe, kann und muss ich meine arg vorbelastete Meinung zu ATLANTEAN KODEX jedoch über den sprichwörtlichen Haufen werfen. Mir ist in diesem Jahr wohl keine andere Platte begegnet, die mich im Nachgang (!) so gefesselt und mitgerissen hat wie dieser grandiose 8-Tracker. Denn auch wenn auf "The white goddess" gewiss keine musikalischen Bäume ausgerissen werden: Das Album macht süchtig! Es vergeht keine einzige Minute, in der mir nicht ein anderer dieser fünf großartigen Mammut-Kompositionen im Großhirn herumspukt und mich automatisch zum mitsingen zwingt. ATLANTEAN KODEX spielen nicht einfach nur so - sie zelebrieren! Ein Album, das niemanden kaltlässt.
Grandiose Longtracks wie "Sol invictus" , "White goddess unveiled" und die alle Herzen zerberstende Halbballade "Twelve stars and an azure gown" (einer der würdigsten Nachfolger von MANOWARs "Heart of steel"!) zerfließen vor Erhabenheit, Poesie, Dramatik und emotionaler Tragödie, sind aber kompositorisch wie spielerisch doch recht simpel aufgestellt. Der immerwährende Vergleich zwischen Musik und Kunst hat mit "The white goddess" ein neues Musterbeispiel gefunden.
Mit jeder Textzeile, mit jedem aufbrausendem Gitarren-Riff, mit jedem einzelnen Gefühlsschlenker wird der Hörer eingeladen, an dieser feierlichen Metal-Zeremonie teilzuhaben. Großes Lob, solch großartige Songs muss eine Band erst mal schreiben! Es geht aber noch besser. Während kurze Nummern wie "Trumpets of doggerland" , "Bilwis" und "Der Untergang der Stadt Passau" nur als verbindendes Intro/Outro-Beiwerk dienen, fahren ATLANTEAN KODEX vor allem bei zwei Songs die größten aller möglichen Geschütze auf: Der unfassbar eingängige Stampfer "The heresiarch" steigert sich (auch härtetechnisch!) von Minute zu Minute und entwickelt sich unbemerkt zu einem der gigantischsten Ohrwurm-Treffer des Jahres. Und spätestens beim göttlichen Doom-Monument "Enthoned in clouds and fire" wird die komplette MANOWAR-Diskografie der letzten beiden Jahrzehnte mit einem Handstreich weggewischt, um den beseelten Hörer in einem Meer aus Melancholie und Schönheit untergehen zu lassen. Soviel Feuer und soviel Eisen hat noch kein Mensch gesehen.
Fazit: Vom Saulus zum Paulus - von null auf hundert. Das neue Album von ATLANTEAN KODEX ist in der Tat sooo kolossal geworden, dass die Band selbst einen zweifelnden Dauernörgler wie mich zum Schweigen gebracht hat. Gern würde ich das Erfolgsrezept von "The white goddess" näher ergründen, muss mir aber erstmal die Freudentränen aus dem Gesicht wischen. Halleluja, hier haben fünf Männer aber echt verdammt viel richtig gemacht. Diese Scheibe muss man kennen!
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.11.2013 09:26:54 GMT+01:00
landvogt1972 meint:
In der Tat - dem bleibt nicht viel hinzuzufügen. Starke Rezi.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2013 11:14:08 GMT+01:00
kwichybo meint:
"Mach Platz, hier kommt der Landvogt!" ;-)
Vielen Dank für dein Lob. Freut mich!

Veröffentlicht am 09.11.2013 09:20:31 GMT+01:00
Rexx Cramer meint:
Tolle Rezi.
Anfangs war ich auch eher skeptisch aufgrund der Überschwänglichen Kritiken, aber wenn man (wie ich) nach dem 50. durchhören der Platte nicht einmal daran gedacht hat die skip-Taste zu drücken und immernoch Gänsehaut ohne Ende bekommt, ja dann hat man es wohl mit einem ganz großen Stück Musik zu tun .

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.11.2013 10:02:26 GMT+01:00
muffy666 meint:
Haha, meinst du diese Szene in dem Bud Spencer / Hill Western? Waffe ziehen und Ohrfeige? Da leg ich mich auch nach 25 Jahren immer wieder ab... :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.11.2013 12:57:52 GMT+01:00
kwichybo meint:
Hihi, wenigstens einer versteht mich !!! ;-)
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