Kundenrezension

32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mauerblümchen, 1. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Let It Bleed (Audio CD)
"Let It Bleed" fristet merkwürdigerweise in der Reihe der besten Stonesalben so etwas wie ein Mauerblümchendasein. Fragt man nach den besten Alben der Stones, kommt in schöner Regelmäßigkeit die Antwort "Exile On Main Street" oder "Beggars Banquet", vielleicht noch "Sticky Fingers", nur "Let It Bleed" kommt selten als Antwort.

Okay, in dieser Zeit spielten die Stones wirklich einen Hammer nach dem anderen ein, so dass eine Auswahl sehr schwer fällt. Trotzdem ist "Let It Bleed" für mich das Album, dass unter den Monstern "Beggars Banquet" und "Exile.." noch ein klitzekleines Stück herausragt.

Es beginnt mit "Gimme Shelter" (dessen manchmal falsche Schreibweise "GimmIe" mich heute noch aufregt), dass sich von einem kleinen, leisen Gitarrenspiel in einen wahrlichen Wall Of Sound hineinsteigert, auf den Phil Spector neidisch gewesen sein muss. Dieser Orkan spitzt sich in dem gellenden Klagen "Rape, Murder It's Just A Shot Away" zu, um dann mit dem beruhigen Ausgleich "Love, Sister, It's Just A Kiss Away" zu enden. Eine simplere und treffendere Aussage, dass sich Krieg durch Liebe verhindern lässt, hat es selten gegeben.

Nach diesem fulminanten Auftakt fahren die Stones voll herunter, um mit dem Cover "Love In Vain" einen dermaßen schwermütigen und schwarzen Blues hinzulegen, wie sie es wohl als einzige weiße Band in dieser Intensität vermochten.

Die Stones und besonders Keith Richards waren damals sehr von Gram Parsons, einem Musiker der Flying Burrito Brothers, einer Countrygruppe, beeinflusst. Das Resultat konnte man bei "Country Honk" hören, der einzige Song der Stones, den es in zwei offiziellen Versionen gibt. Die andere Version war die wesentlich rockigere Single "Honky Tonk Women", heute noch ein Musterbeispiel an musikalischer Ökonomie.

"Live With Me" ist der schnellste Song der Platte, getrieben von einem pumpenden Bass, der ausnahmsweise mal von Keith gespielt wurde und gekrönt von einem Saxophon von Bobby Keyes.

Der Titelsong kommt als Midtemporocker daher, ein Lied voller Liebe mit den typischen Anzüglichkeiten der Stones:"And There Will Always Be A Space In My Parking Lot When You Need A Little Coke And Sympathy". Das "Parking Lot" ist eine Methapher für ein - Ahem - Organ in den unteren Körperregionen einer Frau und "Coke" hat hier sicher nichts mit Cola zu tun.

DIE Tour De Force der Platte ist zweifellos (ähnlich wie "Sympathy For The Devil" auf "Beggars Banquet") "Midnight Rambler", das textlich von dem "Boston Strangler" Albert Di Salvo, einem Frauenmörder (den Tony Curtis einmal überraschend gekonnt in einem Film darstellte), beeinflusst wurde. Die musikalische Umsetzung ist gewaltig. Diesmal von Bill Wymans Bass angetrieben steigert sich der Song in puren Wahnsinn, bei dem Mick Jagger die vielleicht beste Mundharmonika seines Lebens spielte.

Genauso wie nach "Gimme Shelter" schalten die Stones gleich mehrere Gänge zurück, um mit "You Got The Silver" das erste Stück zu spielen, bei dem Keith zum ersten Mal vollständig die Leadvocals übernahm (Bei "Salt Of The Earth" auf "Beggars.." hatte er bereits die Eingangszeilen gesungen). "You Got The Silver" ist eine Perle, eines der schönsten Songs, die sie je aufgenommen haben.

"Monkey Man" ist eines der meist unterschätzten Songs der Stones, obwohl sie hier so etwas wie ihr Glaubensbekenntnis ablegen: "I Hope We're Not Too Messianic Or A Trifle Too Satanic (eine direkte Anspielung auf "Sympathy For The Devil"), We Love To Play The Blues".

"You Can't Always Get What You Want" ist der einzige Song der Platte, dessen Text ich nicht vollständig kapiere, möglicherweise handelt er von Resignation. Hier haben die Stones mit dem Londoner Bach Chor zusammengearbeitet und so klingt die Platte monumental aus.

"Let It Bleed" war das Album, bei dem Brian Jones zum letzten Mal zu hören ist, vielmehr seine letzten musikalischen Zuckungen. Mick Taylor ist erstmals dabei, z. B. bei dem beschriebenen "Country Honk".

Möglicherweise hat "Let It Bleed" den Fehler, dass es nach "Beggars Banquet" erschienen ist und deshalb immer etwas in dessen Schatten stand. Wären die beiden Platten als DoppelLP erschienen, wäre es die beste DoppelLP des Rock geworden.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-10 von 22 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.07.2012 19:08:55 GMT+02:00
Guten Tag!

Zuerst einmal vielen dank für diese sehr authentische und gut geschriebene Rezension. Würde mich über weitere dieser Art sehr freuen!
Einem jedoch kann ich beim besten Willen nicht so ganz zustimmen: LET IT BLEED ist meines Erachtens alles andere als ein Mauerblümchen. Im Gegenteil: Nicht selten wird es sogar als eigentlich bestes Gesamtwerk der Stones gefeiert - und das mit ziemlicher Regelmäßigkeit!
Das Ironische daran: Ich selbst mag die Scheibe und lege sie eigentlich auch recht oft auf. Dennoch fehlt mir im Gegensatz zu den anderen GROSSEN 3 (die Sie/du ja eh aufgezählt haben/hast) für meinen Geschmack so ein bisschen die herausragende flotte Rock-Nummer. Das vielgerühmte LIVE WITH ME halte ich (und ich LIEBE die Stones von Hezen) ehrlich gesagt für ziemlich überschätzt. Trotz großartiger Bassläufe (Keith Beitrag soweit mir bekannt) halte ich die Nr. in gewisser Hinsicht für ziemlich monoton. Kurz gesagt: So ein Reißer wie etwa "Street Fighting Man" oder "Brown Sugar" ist auf LIB eben nicht enthalten. Dass es trotzdem mit Kalibern der anderen Art bestückt ist, steht aber natürlich außer Frage. Und weniger als 5 Sterne kann man der Scheibe beim schlechtesten Willen nicht geben...

Wie gesagt: Ich glaube, dass ich LIB öfter auflege als andere Steine-Scheiben. Nur EXILE... (das ich einfach liebe, obwohl's teilw. auch nicht bei allen gut wegkommt) und STICKY F. krame ich noch öfter aus der Sammlung hervor...

Wie gefallen Ihnen andere Scheiben? Können wir uns da ein bisschen austauschen? Es wäre mir eine Ehre!!

LG, Michael

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.07.2012 09:14:27 GMT+02:00
Pete Thrope meint:
Hallo,

das mit dem Mauerblümchen habe ich so gemeint, weil ich mich mit anderen Stonesfans in meinem Bekanntenkreis immer mal austausche und bei den Lieblingsalben wurde da tatsächlich höchst selten "Let It Bleed" genannt.

Ich habe mal zum Spaß für mich selbst eine Reihenfolge der Stonesalben zusammengestellt und bin dabei folgendermaßen vorgegangen: Ich habe jeden Song eine Benotung von 1 bis 10 gegeben (10 war die Höchstpunktzahl), das Ergebnis addiert und dann durch die Anzahl der Songs geteilt. Danach war ich selbst überrascht, das "Let It Bleed" auf Platz 1 landete, denn gefühlt hätte ich mich für "Exile On Main Street" entschieden. Allerdings muss ich sagen, dass zwischen "Exile..." "Beggars Banquet" und "LIB" kein großer Unterschied besteht.

Im Übrigen hat natürlich jede/r das Recht, eine differenzierte Meinung zu den Alben der Stones (und anderen) zu haben und Diskussionen darüber machen immer Spaß. Deswegen bin ich auch bei WKW in der Stonesgruppe, da wird viel diskutiert, aber wir können das sicher hier auch fortführen.

Gruß

Peter

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.07.2012 09:16:10 GMT+02:00
Pete Thrope meint:
Ach übrigens, wenn wir hier weiterdiskutieren, können wir wohl zum "Du" übergehen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.07.2012 10:20:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.07.2012 10:42:49 GMT+02:00
Gute Idee mit dem "Du" - ich fang gleich mal damit an!

Danke erst einmal für das schnelle Rückschreiben!
Auch ich habe eine pers. Stones-Alben-Rangliste geschrieben. Allerdings, ohne dabei mit einem so ausgeklügelten Punktesystem zu arbeiten. Die Reihenfolge der ersten Alben lautet dabei so:

1. EXILE
2. STICKY FINGERS
3. BEGGARS BANQUET
4. LET IT BLEED
5. VOODOO LOUNGE (!)
6. AFTERMATH
7. THEIR SATANIC...
8. OUT OF OUR HEADS

Da lässt sich sicher vortrefflich darüber "streiten" ;)

Ich pers. halte ja SOME GIRLS, das viele ja so sehr mögen, offengestanden für ziemlich überschätzt. BETWEEN THE BUTTONS kann ich auch nach langer Zeit noch immer nicht wirklich viel abgewinnen.
Für unterschätzt wiederum halte ich vor allem GOATS HEAD SOUP, das ich atmosphärisch irgendwie mag (es ähnelt in gewisser Hinsicht so ein bisschen EXILE, auch wenn das etwas weit hergeholt sein mag) sowie BLACK & BLUE - beide würde ich (immer noch) über IT'S ONLY R&R und SOME GIRLS stellen, obwohl da natürlich auch jew. ein paar schöne Songs drauf sind!
Sehr schwer (obwohl ich bis auf UNDRCOVER wirklich alles von den Steinen zuhause habe) tu ich mir mit den 80er-Jahren. Am besten gefallen mir da noch TATTOO YOU (obwohl das ja größtenteils aus 70er-Jahre-Sessions stammt) und STEEL WHEELS, das für mich einigermaßen kompakt klingt. Da passt auch der obligatorische "kühle" Sound dazu, der von SOME GIRLS bis STEEL WHEELS fast schon typisch für Stones-Alben war. DIRTY WIRK hat teils ganz gute Songs, aber auch einige ganz schwache (leider). "One Hit" gefällt mir dabei ganz gut und "HARLEM Shuffle" und "Too Rude" sind auch noch halbwegs annehmbar (für meine Ohren halt). EMOTIONAL RESCUE ist meines Erachtens ein kleines Desaster, enthält aber mit "She's So Cold" ausgerechnet meinen Lieblings-Stones-Song aus den 80ern. DANCE (Part 1) ist für mich der gelungenste "Discoversuch" der Steine. Das vielgerühmte "Miss You" hingegen (wiederum auf SG) mag ich einfach nicht. Zwar hab ich schon oft versucht mich mit diesem Track anzufreunden, aber es mag und mag mir nicht gelingen... (das Gleiche gilt auch für SOME GIRLS im Allgemeinen, obwohl's sicher keine schlechte Platte insgesamt ist!)
Was meinst du dazu?

Wäre viell. auch nett, wenn man sich über einzelne Songs (kleine Rankings) aus versch. Schaffensdekaden austauschen könnte...
Verzeih, dass ich so viel geschrieben habe, aber ich bin total begeistert darüber, dass ich mich endlich mit jemandem drüber (fachlich) austauschen kann!

Grüße aus Niederösterreich!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.07.2012 18:03:48 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.07.2012 18:05:27 GMT+02:00
Pete Thrope meint:
Puh, da hast du ja wirklich viel geschrieben, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll...

Jedenfalls kann man sehen, wie verschieden die Geschmäcker sind, denn "„Voodoo Lounge" ist in meinem Ranking ganz unten. Ich habs wieder und wieder gehört, aber ich kann damit einfach nichts anfangen. Am geilsten finde ich dabei immer noch Micks Mundharmonika bei "„Love Is Strong". Ich fand auch eine Zeit lang „"Sparks Will Fly" gut, aber gerade da ist mir mit der Zeit aufgefallen, wie „"leer" manche neueren Songs der Stones sind. Das mag mit dem Sound zu tun haben, den du selbst "„kühl" nennst.

Man kann bei „"Sparks.." den Lackmustest machen, indem man den Song mit "„Rip This Joint" von „"Exile.." vergleicht (beides sind ja schnelle Songs): „"Rip This Joint" ist für mich trotz seiner relativ simplen Grundstruktur ein Werk der Fülle. Man muss da mal genau auf die Einzelheiten hören. Da kann „"Sparks..." aus meiner Sicht gar nicht gegen anstinken.

Ganz furchtbar finde ich Keiths "„Thru And Thru", wobei mich die Eingangstoms an einen Eimer Eierkohle erinnern, den man langsam in eine Holzkiste schüttet. Seltsamerweise gefällt mir der Song live wesentlich besser.

Übrigens finde ich es toll, dass in deinem Ranking "„Satanic Majesties" ziemlich weit oben ist, das geht mir genauso.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.07.2012 17:51:35 GMT+02:00
Lustig und interessant, wie verschieden die Geschmäcker da sein können! "Thru & Thru" ist für mich Keith' bester Track überhaupt. Ich kenne natürlich auch die Live- und die Studioversion und muss sagen, dass ich beide sehr mag. Die Studiovers. ist sehr "atmosphärisch", ein bisschen stickig (oder wie man's sonst nennen mag) - und das passt gut zum Song. "Sparks" hab ich ehrlich gesagt noch nie so gemocht. Aber "Love Is Strong" ist ein typischer Stonestrack - voll von Blues und bebendem Groove. Mick's Harpspiel ist dabei natürlich auch nicht unwesentlich. Sehr gut finde ich außerdem (unabhängig vom Text der jew. Nr.) "The Worst", "New Faces", "Moon Is Up", "Out Of Tears", "I Go Wild" und "Suck On The Jugular"...
"You Got Me Rocking" ist denkbar schlecht arrangiert - LIVE ist das nämlich ein HAMMER (man höre z.B. NO SECURITY).
Schade finde ich bei VOODOO LOUNGE nur, dass leider auch einige (wenige) ziemlich schwache Nr. drauf sind: "Blinded By Rainbows" z.B. oder eben auch "Sparks Will Fly"...
Und: Die "Klangfarbe" (darf man das so nennen?) der meisten Songs ist teils begeisternd. Ich finde ja eigentlich, dass die meisten Tracks auf VL wieder um einiges "wärmer" klingen - mit ein paar Ausnahmen halt...
Für mich nach wie vor die stärkste Stones-Scheibe der "jüngeren" Vergangenheit. Mir jedenfalls sagt es (insgesamt) mehr zu als alles, was die Steine in den 80ern gemacht haben. Freilich: Einzelne Songs waren in den 80ern vielleicht schon ein paar bessere dabei. Aber so viele gute Tracks auf einem Album findet man da (für meinen Geschmack halt) nirgends...
Aber ist grundsätzlich natürlich gut, wenn da jeder seinen eigenen Zugang hat und man aus versch. Blickwinkeln betrachtet das Ganze zu beleuchten versucht...

Zu THEIR SATANIC: Ja, ist doch wirklich eine hübsche Scheibe. So klangen die Stones wirklich nur dieses eine Mal! Da gibt's schon mehr drauf als nur "She's A Rainbow" und "2000 Lightyeras From Home", die ja meist die einzigen Songs sind, die Kritiker akzeptieren... Ich denke da nur an "Citadel", "2000 Man" oder mit Abstrichen auch an "Gomper", das stellenweise (am Anfang vor allem) entzückt! Auch "Sing This All Together" hat zumindest auf THEIR SATANIC... seine Daseinsberechtigung. Als Album ist es schlichtweg einmalig. Und so viele andere bessere Gesamtpakete der RS gibt es dann auch wieder nicht. Wie auch immer. Ich mag's halt und es freut mich, dass ich endlich jemanden gefunden habe, der diese Meinung ein wenig mit mir zu teilen scheint...

ALSO: Ich mag SATANIC UND VOODOO!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.07.2012 20:59:48 GMT+02:00
Pete Thrope meint:
Bei „Voodoo" werden wir wohl ewig geteilter Meinung sein und ich bin mir auch bewusst, dass ich mich ein wenig gegen den Rest der Welt stelle, weil das viele gut finden, aber was solls?

Im Gegensatz dazu gibt wirklich viele Stonesfans, die genauso wie wir „Satanic Majesties" gut finden. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass man das Album am besten konsumieren konnte, wenn LSD oder so intus hatte. Kann ich nur teilweise nachvollziehen, weil ich mir einmal stockbesoffen „See What Happens" reingezogen habe - ist schon ewig her - und so ein bisschen gings tatsächlich in die Richtung: „Open Our Minds, Let The Pictures Come"

Zwei Fragen noch: Hast du mal versucht, das Labyrinth auf dem Innencover zu lösen? Und hast du mal von Roxy Music „Street Life" gehört und fällt dir dabei auf, welchen Riff die da von „Satanic Majesties" geklaut haben?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2012 13:26:06 GMT+02:00
Finde ich interessant: Ich habe schon mehrmals gehört, dass "Voodoo" viele nicht gut finden. Aber du hast völlig recht: Was soll's? Ist ja schließlich gut, dass Geschmäcker verschieden sind!

Zu deinen (sehr interessanten) Fragen: Das Labyrinth schau ich mir demnächst mal genauer an. Die Platte sturzbesoffen zu hören, muss ich noch nachholen - aber danke auch für diesen Tipp ;)
Das Riff von "Street Life" hört sich sehr nach "Citadel" an, würde ich sagen... Das ist ja praktisch 1:1 übernommen. Aber gut, ist ja auch ein starkes, knarriges Riff...

Dass SATANIC generell von Fans gemocht wird, glaube ich auch. Ich kann mich noch erinnern, als ich noch am Beginn meiner Stones-Sammelphase war und mich ein (kompetenter) Plattenverkäufer (der wusste, dass ich grade vom Stones-Fieber befallen war) fragte, ob ich denn diese Scheibe schon hätte, wobei her SATANIC aus dem Regal hervorkramte. Natürlich hörte ich gleich mal rein - und im Nachhinein muss ich sagen, dass ich die Scheibe gar nicht für schwer zugänglich oder dergleichen halte. Ich finde sogar, dass viele Songs auf SATANIC recht schnell ins Ohr gehen, andererseits aber auch nicht gleich anöden... (Was halt allgemein gute Songs ausmacht).
Fazit: SATANIC ist wirklich (wenigstens) eine GUTE Stones-Platte und darüber hinaus ein halbwegs in sich geschlossenes Ganzes (was man von sämtlichen Vorgängern ja nicht unbedingt behaupten kann).

Naja. Lässig, sich hier mit dir auszutauschen.

Grüße, M.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2012 13:31:00 GMT+02:00
Was anderes dazu noch: Die ständigen Vergleiche mit dem (ach so grandiosen) SGT. PEPPERS kann ich schon nicht mehr hören... Wie geht's dir damit?
Hab mir SGT. PEPPERS letztens mal wieder angehört - das hat durchaus auch einige verzichtbare Überlängen. Zwar sind Anfang und Ende des Albums sehr gut, aber die teils uferlosen Experimente haben meines Erachtens keinen wirklichen Mehrfachhörwert... Kurz: Das ist nie und nimmer das beste Album der Beatles (die ic natürlich trotzdem mag) oder gar der Rock-Geschichte...
Aber "Rankings" haben natürlich ohnehin immer einen sehr subjektiven Charakter, egal wie viele Fachmänner da ran lässt...

Freu mich, bald wieder von dir zu hören!

LG, Michael

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2012 19:55:38 GMT+02:00
Pete Thrope meint:
Ja, die ständigen Vergleiche mit Sgt. Peppers nerven schon, obwohl die Stones selbst zugegeben haben, davon beeinflusst worden zu sein. Ich finde es auch nicht das beste Beatles-Album, ich mag auch das viel gelobte weiße Album nicht so, wobei ich zugeben muss, dass die einzige LP der Beatles, die ich rundum gut finde „Abbey Road" ist. „Sgt. Peppers" hat mir zu viele Löcher, ich schaffe es z. B. nicht, mir „Within You Without You" komplett anzuhören und so ein paar andere Sachen find ich auch nicht so doll. Das wird aber meiner Meinung nach alles durch „A Day In The Life" ausgeglichen, der für meinen Geschmack beste Song der Beatles. Bei den Stones kann ich da nicht so einfach einen benennen. Wenn es nur nach den Singles geht, ist das „Jumpin' Jack Flash" (By The Way...ist weiß nicht, wie das bei euch in Niederösterreich ist, aber bei uns gibt's zum 50sten der Stones gerade eine Sonderedition der Zeitschrift „Stern". Da sagt Keith, würde man ihn zwingen, den Rest seines Lebens nur noch einen Riff zu spielen, wäre das JJF.)

Ich denke, Sgt. Peppers muss man in der Zeit sehen, in der es entstanden ist und damals war es wohl bahnbrechend, was wohl mit dem zu tun hatte, was die Beatles im Studio anstellten und da versteife ich mich mal zu der Ansicht, dass ohne „Peppers" das Album „Dark Side Of The Moon" von Pink Floyd nicht möglich gewesen wäre.
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