Kundenrezension

416 von 420 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Radnavi für kleines Geld, 6. August 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Teasi one Wander- und Fahrradnavigation (Ausrüstung)
Ich war schon länger auf der Suche nach einem neuen Radnavi und das Teasi one schien mir genau das Richtige zu sein, also habe ich es kurzerhand bestellt. Der Erste Eindruck war sehr gut. Das Gehäuse ist stabil und wirk hochwertig. Der Formfaktor des Gerätes ist genau richtig für das Fahrrad, nicht zu groß und nicht zu klein.

Die mitgelieferte Halterung ist auch gelungen und sollte mit den mitgelieferten Distanzstücken an jeden Lenker passen. Sie sitzt bombenfest und die Quickfix-Halterung hält das Navi sicher. Man muss nur oben und unten beachten, damit die Halteschale richtig in die Halterung einrastet. Leider ist mir das nicht gleich aufgefallen, so dass mir das Navi schon nach 500 Metern auf die Strasse geknallt ist. Damit war der Umtausch gestorben, aber ansonsten hat es den Aufschlag gut überlebt - das Teasi sieht also nicht nur robust aus. Die Halterung hat ein Kugelgelenk, so dass man das Navi gut in die Blickrichtung ausrichten kann.

Versorgt wird das Gerät über einen Internen Akku. Der hält lt. Hersteller ca. 12 Stunden, allerdings nur, wenn man die Beleuchtung auf 10 Sekunden einstellt, d.h. 10 Sekunden nach einer Abbiegung geht die Beleuchtung wieder aus. Das ist allerdings sehr lästig, wenn man zwischendurch mal sehen will, wo man gerade ist. So bleiben wahrscheinlich bei Dauerbeleuchtung eher 5 Stunden. Ein großer Nachteil ist, dass der Akku nicht gewechselt werden kann. Bei längeren Touren ohne Lademöglichkeit ist das ein echtes Problem. Hier wären wechselbare AA-Akkus und alternativ Batterien deutlich besser gewesen.

Jetzt zur Betrieb des Navis. Der Einschaltvorgang geht schnell und die Satelliten werden auch zügig gefunden. Der Empfang ist übrigens durchweg gut und reißt auch im Wald nicht ab.

Bei dem Display war ich anfangs sehr skeptisch. Bei einem ersten Outdoor-Test konnte ich in der Sonne kaum etwas erkennen, was übrigens bei fast allen Outdoor-Navi's mit Farbdisplay ein Problem ist. Das transreflektive Display (muss man direkt in die Sonne halten, damit es passiv leuchtet) hilft beim Fahrrad nicht so viel, da man es nicht wie beim Wandern einfach in das Sonnenlicht halten kann. Aber in der Praxis war das Display dann doch gut ablesbar, da ich in der gesamten Testzeit keinen einzigen Tag mit wolkenlosem Himmel hatte.

Der resistive Touch-Screen reagiert ganz gut auf den Fingerdruck, ist aber nicht zu vergleichen mit einem kapazitiven Touch-Panel wie beim iPhone. Dafür ist das Display auch mit Handschuhen bedienbar. Das Verschieben der Karte ist bei dieser Art Display allerdings etwas störrig. Die Auflösung des Displays stellt die viel teurere Konkurrenz in den Schatten und liefert detailreiche Darstellungen. Das Zoomen und Zeichen der Karte geht flott. Insgesamt hat das Navi genug Rechnenpower für alle notwendigen Aufgaben.

Die Menüführung ist im Großen und Ganzen sehr Übersichtlich gelöst. Es gibt einen Startbildschirm, von dem aus alle wichtigen Funktionen erreichbar sind. Leider ist die Taste, um zum Startbildschirm zurückzukehren, an der Seite des Navi's angebracht, so dass die Taste beim fahren schlecht zu drücken ist. Besser wäre sie auf der Frontseite platziert, wie die Home-Taste beim iPhone.

Die Kartendarstellung ist meiner Meinung nach übersichtlich. Die Wege sind schwarz auf hellem Untergrund, was bei direkter Lichteinstrahlung besser lesbar ist. Es gibt aber nur wenige Strassennamen oder Städtenamen, so dass man schon ungefähr wissen muss, wo man sich gerade befindet. Ein Höhenprofil der gefahrenen Strecke lässt sich wahlweise in die Karte ein- und ausblenden. Leider lassen sich die beiden Informationsfelder am oberen Rand der Kartendarstellung nicht dauerhaft ausblenden, so dass die sichtbare Bereich der Karte unnötig verkleinert wird. Ferner ist es nur über das Hauptmenü möglich, von der Karte zum Tripcomputer bzw. Kompass oder Tacho zu wechseln. Hier wären die an anderen Stellen verwendeten Vorwärts- und Zurück-Buttons am unteren Bildrand der Kartendarstellung deutlich besser für den Wechsel zwischen Karte, Trip-Computer, Kompass und Tacho gewesen.

Die Navigation funktioniert auch sehr gut. Die Abbiegehinweise werden zweimal durch Töne angekündigt und auf der Karte mit einem Kreis markiert. Wenn man falsch fährt, wird die Routen schnell neu berechnet und kann an verschiedene Profilen wie Rennrad, MTB oder Fußgänger angepasst werden. Die Eingabe von Zielen und Adressen ist auch vorbildlich gelöst. Für die Auto- oder Motorrad-Navigation ist das Gerät nicht geeignet, da die Routen auf 200km Entfernung beschränkt sind und kein entsprechendes Profil vorgesehen ist.

Was bei mir zunächst nicht funktionierte, war eine vorher am PC geplante Route (Trip) nachzufahren. Um es vorwegzunehmen, genau das kann das Teasi aber ziemlich gut. Was ich anfangs nicht wußte, dass man unbedingt am Start der Route beginnen muss, da das Navi einen erst zum Startpunkt dirigieren möchte. Das ist prinzipiell auch ganz praktisch, wenn man aber mitten in der Route einsteigen möchte, dann klappt das nicht. Also die Route immer so planen, dass der Startpunkt noch ein paar Meter entfernt ist und bei einer Pause darf das Navi nicht ausgeschaltet werden. Hiermit kann ich aber ganz gut leben. Ansonsten hält sich das Teasi bei passendem Profil genau an die Route. Wenn man die Route verlässt, führt es einen brav zur Strecke zurück. Rundkurse sind auch kein Problem, wenn Start- und Ziel direkt beieinander liegen. Die gefahrene Strecke kann auch aufgezeichnet und gespeichert werden. Die Trip-Information über gefahrenen Routen ist sehr gut gelöst. Es wird das Höhenprofil angezeigt, sowie die wichtigsten Trainingsdaten.

Das Navi bietet zwei Möglichkeiten an, neue Trips zu planen, die aber nicht mit dem Komfort und den Möglichkeiten von Bikemap.net, Naviki oder Komoot.de zu vergleichen sind. Zum einen kann man kann ausgehend von einem Startpunkt angeben, wie viel Zeit oder KM man zurücklegen möchte. Dann wird auf der Karte ein entsprechender Umkreis dargestellt, in dem man einzelne Wegpunkte setzen kann. Das funktioniert zwar, ist allerdings etwas fummelig auf dem druckempfindlichen Display. Die zweite Variante ist die freie Routenplanung. Dazu kann man einen Start- und Zielpunkt auf der Karte definieren. Das Navi berechnet dann die Route. Die Route kann durch weitere Zwischenziele nach eigenen Wünschen geändert werden. Das entspricht genau der Routenplanung auf dem PC. Nur durch das zähe Verschieben der Karte und der ungenauen Positionierung der Wegpunkte mit den dicken Fingern mach das für längere Routen wenig Sinn. Hier wäre wie gesagt ein Routenimport viel besser. Für eine schnelle Runde mit dem Road-Bike ist das aber ausreichend.

Dann gibt es noch den Trip-Computer. Er berechnet die Trip-Daten während der Tour nur bei aktivierter Aufzeichnung. Die abrufbaren Informationen lassen kaum Wünsche offen und die Anzeige kann sehr einfach den eigenen Vorstellungen angepasst werden. Hier kann auch zum Kompass und Tacho gewechselt werden. Nur die Karte ist wie gesagt nicht erreichbar.

Leider besitzt das Teasi keinen elektronischen Kompass. D.h. man muss sich erst bewegen, damit die Himmelsrichtung vom Gerät erkannt wird. Das ist machmal etwas problematisch, wenn man im Wald an einer Gabelung anhält, um zu sehen, welchen Weg man einschlagen muss. Wenn sich dann die Karte im Stand in die Blickrichtung drehen würde, wäre das in dieser Situation sehr hilfreich.

Das PC-Interface ist super einfach. Man steckt das USB-Kabel in die USB-Buchse und kann dann zwischen "nur Laden" und "PC" wählen. Wählt man "PC", dann erschein ein USB-Laufwerk auf dem Desktop. Über zwei Ordner kann man dann Trips hochladen oder gefahrene Trips downloaden. Das geht übrigens auch vom Mac. Das Update erfolgt auch im PC-Modus. Updates sind kostenfrei, da das Teasi one die Daten vom Open Source Projekt "Open Street Map" verwendet. Leider unterstützt die Update-Software kein MacOS.

Positiv:
+ super Preis
+ wertiges Gehäuse
+ sichere und flexible Halterung
+ genau richtige Größe für's Fahrrad
+ guter GPS-Empfang
+ gute Routenführung
+ genaue Navigation entlang geplanter Trips
+ ausreichend Rechenleistung
+ hochauflösendes Display
+ weitgehend gute Bedienerführung
+ schnelle Kartendarstellung und Zoomen
+ schnelle Routenberechnung
+ einfaches PC-Interface über USB-Laufwerk
+ gute Darstellung des Trip-Computers, Kompass und Tachometers
+ gute Darstellung der Tripinformationen gefahrener Strecken
+ kostenlose Kartenupdates

Negativ:
- kein Wechselakku
- nicht ergonomisch angeordnete Menütaste
- Display in der prallen Sonne schlecht ablesbar (spiegelt, fast keine Transreflektion)
- Kein Einstieg in Trips mitten auf der geplanten Strecke
- bei langen Touren keine dauerhafte Displaybeleuchtung ratsam
- Aufruf des Trip-Computers, Kompass und Tachos nicht direkt aus der Kartendarstellung möglich
- Informationsfelder auf der Karte können nicht dauerhaft ausgeblendet werden
- kein elektronischer Kompass
- Für Update Windows-PC notwendig
- nicht für Auto oder Motorrad verwendbar

Fazit:
Für das Geld erhält man ein sehr gutes Fahrrad-Navi, für das man bei der Konkurrenz fast doppelt so viel bezahlen muss. Die Hardware ist solide, das Display hochauflösend und die Bedienerführung weitgehend gut gelöst. Das Navigieren entlang gespeicherter Trips funktioniert prima. Wenn man dann noch mitten auf der Strecke eines geplanten Trips starten könnte, bliebe hier nichts zu meckern. Bedenkt man, dass dieses Gerät der erste Wurf des Hersteller ist, so kann man nur ein großes Lob aussprechen. Künftig wäre ein Wechselakku, eine Menü-Taste auf der Frontseite und ein elektronischer Kompass wünschenswert. Dann wäre das Gerät das perfekte Fahrradnavi.

Zusatz erster MTB-Trip im Wald:
So, die erste MTB-Tour habe ich hinter mir. Das erstes Problem hatte ich gleich am Anfang. Ich hatte den Startpunkt dummerweise an einen Ort gelegt, der in der Nähe eines Zauns lag, was auf der Karte nicht erkennbar war. Ich musste fast über ein Tor springen, damit das Gerät die Verfolgung der Route aufnahm. Bei der Planung muss man daher aufpassen, dass der Startpunkt gut erreichbar ist. Hier muss die Software unbedingt so angepasst werden (s.o.), dass man die Verfolgung des Trips auch auf der Route beginnen kann.
Ist der Startpunkt des Trips erst einmal gefunden, dann ist die Navigation aber vorbildlich und Umwege oder Abkürzungen werden schnell in der Route berücksichtigt. Das Gerät berechnet beim Verlassen des Trips eine neue Route, bei der das Ziel wieder auf dem Trip endet. Erreicht man dieses Zwischenziel, wird automatisch die Navigation entlang des Trips fortgeführt - so muss es sein. Während der Navigation wird jeder Trippunkt (Brotkrumen) angesteuert, was zu sehr häufigem Piepsen des Navis führt. Das nervte dann ziemlich schnell und ich habe die Navigationstöne einfach abgeschaltet - braucht man auch nicht wirklich.
Die Karte ermöglicht eine ganz gute Orientierung, da sie nicht mit Details überladen ist (praktisch schwarz/wies). Was aber nachteilig ist, dass nicht gekennzeichnet ist, ob es sich um einen Single Trial oder gut ausgebauten Waldweg handelt. So bin ich einmal auf einem völlig zugewachsenen Weg gelandet, wo ich eigentlich ein Buschmesser gebraucht hätte.
Es kommt selten vor, aber während der Tour schien tatsächlich die Sonne! Hier zeigte das Display allerdings deutliche Schwächen. Die Transflektion funktioniert praktisch überhaupt nicht. Zudem spiegelt die Oberfläche sehr stark. Das Display ist dann kaum noch ablesbar, und ich musste deswegen öfter anhalten. Hier war mein altes Gerät vom Marktführer deutlich besser, wenn auch nicht perfekt. Auf schattigen Waldwegen war aber wieder alles ok, solange die Displaybeleuchtung einschaltet war (hoher Stromverbrauch). Für den günstigen Preis ist das Display aber akzeptabel.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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11-14 von 14 Diskussionsbeiträgen
Veröffentlicht am 09.09.2012 17:15:31 GMT+02:00
cba meint:
Hallo,
eine Frage: Ist die Fahrradhalterung schon dabei? D.h. man muss sie nicht extra bestellen (denn das ist ja auch möglich)?
Vielen Dank für die Antwort!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.09.2012 10:39:28 GMT+02:00
H.-J. J. meint:
Fahrradhalterung ist dabei,reicht für unterschiedliche Lenker.

Veröffentlicht am 18.03.2013 15:55:17 GMT+01:00
Peter meint:
"Was ich anfangs nicht wußte, dass man unbedingt am Start der Route beginnen muss, da das Navi einen erst zum Startpunkt dirigieren möchte. Das ist prinzipiell auch ganz praktisch, wenn man aber mitten in der Route einsteigen möchte, dann klappt das nicht."

Änderungen im Vergleich zur vorherigen Version für Benutzer (1.3.2):

- Möglichkeit hinzugefügt, eine Route in entgegengesetzte Richtung zu navigieren oder anstelle vom Startpunkt der Route mit dem am nächsten gelegen Wegpunkt zu beginnen
- Routenberechnung wurde erweitert auf 300 km Luftlinie
- Navigation vom nächsten Wegpunkt auf der Strecke kann nun zum Endpunkt oder Startpunkt der Strecke fortgesetzt werden

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.09.2013 22:49:04 GMT+02:00
Wacker meint:
bei meinem war dabei.
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