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Kundenrezension

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein atemberaubendes Debüt, 28. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Vom Stehen und Fallen (Limitierte Deluxe Buch-Edition) (Audio CD)
Zu Heisskalt bin ich mehr oder weniger durch einen glücklichen Zufall gekommen: eine Freundin fragte mich, ob ich Interesse an zwei Karten für das Konzert in Leipzig hätte und so hörte ich einfach mal rein, um festzustellen, dass diese Band meiner Meinung nach eine große Zukunft vor sich hat. Das erste Lied, das ich von Heisskalt hörte war "Hallo" - ein schön nach vorn gehender Rocksong, der einfach Spaß macht und schon ein gewisses Potential erkennen lässt, aber trotzdem noch recht konventionell gestrickt ist. "Dezemberluft" ist für mich eine der besten deutschsprachigen Balladen aller Zeiten und ich entschied mich, die Karten zu übernehmen. Auf Spotify hörte ich dann zum ersten Mal "Vom Stehen und Fallen" komplett durch und war geflasht, ausgereifter kann man ein Debüt nicht auf den Markt bringen, die Spielfreude ist den Jungs in jedem Lied anzumerken. Auf dem Konzert wurde ich dann endgültig zu einem großen Fan, die Energie, die die vier Schwaben auf die Bühne bringen, ist enorm, und wie sie das Publikum fesseln, ist ganz großes Kino. Nach dem Konzert dann Zeit, das Album zu kaufen und unterschreiben zu lassen, dazu ein paar Gespräche mit der Band zu führen. Zuhause die Platte gleich wieder in den Player geworfen und zurück in den kleinen Club versetzt, der anderthalb Stunden brannte. Wahnsinn!

Mit drängenden Drums und Sprechgesang beginnt das Longplayer-Debüt der Jungs mit dem Lied "Das bleibt hier". Anfngs drängt sich der Vergleich zu Casper etwas auf und man hat schon Angst, dass sich hier jemand auf diesem einzigartigen Kurs versucht, um erfolgreich zu sein. Diese Angst verfliegt aber spätestens zu Hälfte des Liedes, als der hymnische Gesang einsetzt und große Gitarrenwände aufgezogen werden. Dazu sind die Lyrics zu Beginn voller Anspielungen und man muss den Refrain, der im Prinzip die letzte Hälfte komplett ausfüllt, einfach mitsingen.
Mit einem geilen Gitarrenriff fängt dann "Nicht anders gewollt" an. Ziemlich punkig geht der zweite Titel der Platte nach vorne, außerdem sind Einflüsse aus Post-Hardcore und sogar Screamo ("Wir wollen ein Stück vom Kuchen") zu finden. Im Mittelteil folgt ein brillanter Instrumentalteil mit harten Gitarren. Dazu sind die Lyrics wieder ein ganz großer Wurf und das Musikvideo ist auch einen Blick wert.
Und auch bei "Sonne über Wien" ist man sofort im Flow des Titels - der Beginn ist einfach fantastisch. Der Gesang klingt absolut genial und die Lyrics überzeugen erneut mit einer erstaunlichen sprachlichen Ausgereiftheit. Der Refrain ist extrem eingängig, musikalisch bewegen wir uns hier irgendwo zwischen Melodic Hardcore und Pop-Punk. Am Ende wird der Titel mit großen Gitarrenharmonien verdammt melancholisch und erzeugt bei mir immer Gänsehaut. Auch live der absolute Hammer.
Der Anfang von "Identitätsstiftend", dem nächsten Lied, ist extrem ruhig, dann explodieren die Gitarren, Matze und Phil brüllen sich Satzfetzen um die Ohren, dann versteht man, dass sie sich gegenseitig ergänzen. Der Refrain kann auch sofort mitgesungen werden, immer wieder durchbrechen laute Rufe die lauten Gitarren und Drums, dann wird die Nummer wieder ruhiger und geht in einen melancholischen Instrumentalteil über, der fantastisch klingt und zum Ende hin langsam ausläuft, bis auch die letzte Gitarre verstummt.
Es folgt der anfänglich auch recht ruhige Song "So leicht". Besonders toll sind hier die Drums, die den Gesang immer mal wieder durchbrechen, bis toll gespielte Gitarren einsetzen, die weiterhin ziemlich ruhig, aber auch sehr düster (so wie auch der Text) sind. Es wird mit langen Instrumentals eine unglaubliche Spannung erzeugt, die sich zum zweiten Drittel in einer düsteren Sound-Explosion entlädt, was klingt wie The National auf Speed. Matze schreit fast schon philosophische Textzeilen („Du musst nur fliegen, wenn du fällst“). Zum Ende wird die Nummer wieder ruhiger und lässt den Hörer mit offenem Mund zurück.
"Kaputt" beginnt so ruhig, wie "So leicht" endete. Klatschende Hände geben den Rhythmus vor, dann spielt die Band laut auf. Hier kommen erneut sehr punkige Sounds zutage, fette Gitarren treffen auf mitreißende Drums und aggressiven Gesang. Wieder schaffen es auch die auf der einen Seite jugendlich-rebellischen und auf der anderen Seite sprachlich ausgereiften Lyrics zu überzeugen.
Und jetzt müssen wir auch einfach mal die Sau raus lassen, das machen wir mit Lied Nummer sieben, "Alles gut". Ein Party-Rocksong von einer Band, die trotzdem ihrem recht rauen Sound treu bleibt und auch hier was zu sagen hat. Textlich sicherlich teilweise etwas simpel ("Solange der Club nicht voller ist als wir"), aber Spaß macht die Nummer allemal und dass die Jungs wieder etwas zu sagen haben, kommt gerade wegen des Textes gut rüber, da hier textlich fast bis zur Karikatur übertrieben wird.
Ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn der nächste Titel, "Nicht gewinnen", anläuft. Matze singt extrem ruhig, dann wird die Ruhe mit lauten Gitarren zerrissen. Der sehr ernste Text wird in einem grandiosen Rocksong zwischen Ruhe und Lärm, zwischen Ballade und Hardcore toll umgesetzt. Am Ende setzen noch klatschende Hände ein und vermitteln eine gewisse hoffnungsvollere Stimmung als der Rest des Liedes, auch wenn der Text diese Hoffnung nicht so recht unterstützen mag.
"Gipfelkreuz" ist einfach nur große Rockmusik. Auf der einen Seite sehr unruhig, auf der anderen fast schon meditativ eingängig. Mit Gesang zwischen normal und salvenartig ausgespien, einem verdammt klugen Text, mit der Gipfelkreuz-Thematik perfekt umgesetzt, und einer atemberaubenden Instrumentaliesierung ist das hier eines der bewegendsten Stücke deutschsprachiger Rockmusik. Und die Botschaft am Ende ist eindeutig: "Passt bitte aufeinander auf in dieser Scheißwelt!"
Hoch emotional kommt "Bestehen", der vorletzte Titel des Albums, daher. Mit genialen Lyrics, leisem Gesang, der fast zu brechen droht, und chorartigem Hintergrundgesang schafft es "Bestehen", zutiefst zu bewegen. Auch wenn Gesang und Musik wieder etwas Casper erinnern, man hört, dass das ein Werk von "Heisskalt" ist. Wie die Nummer zum Ende geführt wird, ist unaufgeregt und sehr still - Zeit zum Nachdenken.
Auch das letzte Lied "Zweifel" beginnt leise und mit ruhigem Gesang, dann schrammeln die Gitarren los, das klingt wunderschön dreckig und macht großen Spaß. Am Ende steht tatsächlich so etwas wie Hoffnung, Hoffnung voller melancholischer Zwischentöne und hymnischem Gesang, bevor verzweifeltes Geschrei am Ende diese Hoffnung wieder in Frage zu stellen scheint.

Fazit:
"Vom Stehen und Fallen" ist ein atemberaubendes Debüt. Hier stimmt alles von vorne bis hinten, die Songs sind variabel aufgebaut, die Texte anspruchsvoll und die Jungs haben, das hört man, Spaß mit dem, was sie machen. Was dann herauskommt ist eines der besten deutschsprachigen Alben der letzten Jahre. Dass Heisskalt nach ihrer EP, die im Großen und Ganzen noch nicht ganz ausgereift war, den Schritt zu progressiveren, härteren und experimentelleren Tönen greifen, ist genau der richtige Weg gewesen. Sie verbinden amerikanische Einflüsse mit deutscher Sprache und werden damit, das ist sicher, noch viel von sich hören lassen. Ich freu mich drauf!
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