Kundenrezension

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aye, Aye, seid von Capt'n Kenway und Crew aufs abenteuerlichste gegrüßt!, 5. Dezember 2013
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Assassin's Creed 4: Black Flag - [PC] (Computerspiel)
"Unter allen Glücksrittern, die hier im Karibischen Meer kreuzen, gehört er ganz klar zu den Gerissensten ... Dieser Mann ist ein verschlagener Hund ... nährt sich von Tod und Terror ... kämpft wie ein Teufel in Gestalt eines Menschen ..."
So beschreibt "Blackbeard" mit einprägsamer, beschwörender Stimme Kapitän Edward Kenway im Trailer. Und nicht nur die drastisch-bildhafte Charakterisierung des Spielhelden, auch das geheimnisumwitterte Aussehen und die äußerst lebendig gestaltete Gesichtsmimik von "Blackbeard" ließen mich auf ein ungemein spannendes und auch grafisch blendend gestaltetes Piratenabenteuer hoffen. Ich konnte es kaum erwarten, das Spiel in den Händen zu halten. Und durch sehr "freundliche" Umstände war es am 19.11.2013, gleich früh am morgen, soweit - aufgeregt hinein ins Laufwerk geschoben und installiert:
Registrierung bei "uplay" erforderlich - leider ist dieses Ubisoft-System im Vergleich zum oft kritisierten, meiner Meinung nach aber wesentlich besser auszuführenden "Steam" recht umständlich. Von den ca. 23,4 GB des Spiels wird der größte Teil von den 3 DVD's installiert, der restliche Teil (ca.1,6 GB) aus dem Internet heruntergeladen. Die gesamte Installationszeit betrug rund 82 min.
Vor Spielbeginn noch ein kurzer Gedanke: "Hoffentlich hält das Spiel, was der Trailer verspricht. Aber nun: ready, steady, go!"

Meine ungeheuer hochgeschraubten Erwartungen wurden zunächst enttäuscht. Die kleine Insel (Cape Bonavista), auf der Edward Kenway nach einem Sturm strandet, war zwar hervorragend gestaltet, aber die anschließende Verfolgungsjagd nach einem Assassinen, den der noch unerfahrene Kenway viel zu leicht töten kann, um sich dann die typische Assassinenkleidung anzulegen, war mir ein wenig zu stark aufgetragen.
Und "Abstergo Entertainment", wo dem neuen Mitarbeiter, der sich für Kenway interessiert, die französischen Arbeitskollegen und der "Animus" - nicht wie in den Vorgängerspielen ein Art Operationstisch, sondern ganz einfach ein PC-Arbeitsplatz mit großem Monitor - vorgestellt werden, wirkt glatt und ziemlich plakativ.
Der neue Mitarbeiter setzt sich, und verfolgt im Animus-Programm Edward James Kenways Auftreten im sonnenüberströmten Havanna und taucht damit ins farbige, abenteuerträchtige und gefährliche Piratenleben der Karibik ins frühe 18. Jahrhundert ein. Und dieses Havanna schaffte es meine anfängliche Enttäuschung vergessen zu lassen.
Die Sequenzen in "Abstergo" sind kurz gehalten(oft nur "Hacker-Tests"), so dass das Piraten-Abenteuer ausgiebig und äußerst umfangreich den Vorrang erhält. Und in Verbesserung zu AC III sind diesmal die Wechsel zu See- und Landabenteuern größtenteils fließend und fast ohne Ladezeiten. Es bleibt zumeist dem Spieler überlassen (natürlich abhängig von der Spielsituation): Bleib ich auf See oder geh ich besser an Land?

Die Weitläufigkeit dieses Open-World-Games ist riesig. Viele Orte, an denen der Piraten-Assassine-Kapitän seine zum größten Teil "verruchten Taten" ausüben kann: stehlen, rauben, töten, Forts erobern, Schiffe entern, Attentate durchführen, Schatztruhen plündern ... und je erfolgreicher man dabei ist, umso tat - und schlagkräftiger wird Captain Kenway, das Schiff "Jackdaw" und dessen Crew. Und das wichtigste: Kirchtürme und Aussichtspunkte erklettern und "synchronisieren", um die jeweiligen "Sammelobjekte" sichtbar zu machen.
Der Schiffsname "Jackdaw" (Dohle, ein diebischer schwarz-grauer Krähenvogel) wurde von Kenway für die "finstere" Zunft der Piraterie sinnvoll und treffend gewählt. Man lernt im Laufe des Abenteuers die Piratenrepublik Nassau, deren Gründer Benjamin Hornigold und den legendären, furchterregenden "Blackbeard", Edward Thatch, kennen.

Doch nun zur Sache an sich: Die Bewegungsabläufe sind sehr lebendig programmiert, man glaubt regelrecht durch den Monitor ins Geschehen zu springen. Die Darstellungen auf dem Meer, die Deckaufbauten der Schiffe, Unterwasserabenteuer und Abenteuer an Land - alles ist ziemlich realistisch - besonders die Stadt Havanna. Diese wirkt durch die vielen Bewohner, welche die Stadt zu farbenfrohen, betriebsamen Leben erwecken, ziemlich naturgetreu, dass einem unwillkürlich die retrospektive Empfindung überfällt, "oh Mann, war das noch romantisch, bezaubernd und malerisch schön". Auch Kingston wurde wirklich ausgezeichnet gestaltet. Und Nassau ist eine Anhäufung von Holzbauten, zwar grafisch recht gut in Szene gesetzt, aber lange nicht so schön wie Havanna.

Eventuell ist es etwas zu pingelig, wenn ich trotzdem folgendes bemängle, was mir gleich beim ersten Anblick sofort ins Auge fiel:
Die Gesichter sind nicht ganz so gut strukturiert wie "Blackbeards" Aussehen im Trailer, vor allem die Augen sind zu hell und unangenehm "stechend".
Auch Kenways Schwimm-Einlagen wirken recht unnatürlich. In voller Montur und bis an die Zähne bewaffnet krault er in Olympiagoldverdächtiger Geschwindigkeit durch die Fluten. Aber letztlich akzeptabel - warum sollte es gerade hier seinen ansonsten hochleistungsartistischen Bewegungsabläufen widersprechen?
Zum Sound kann man sagen, dass er leise und relativ unauffällig dem Spielverlauf und den Spiel-Situationen angepasst wurde. Die Mono- und Dialoge, Musik, Gesang, Hintergrund - und Effektgeräusche schallen auch aus einer Standard-Lautsprecheranlage deutlich in die Ohren. Und die deutsche Sprachsynchronisation ist eigentlich wieder sehr professionell, wenn man großzügig von den Lippenbewegungen absieht, die sich nicht immer synchron zu den gesprochenen Worten bewegen.

Die umsichtige und wohlüberlegte Handhabung des Ausrüstungsmenüs ist nicht nur außerordentlich bedeutsam, sondern schlechthin "überlebenswichtig". Sowohl das Schiff, die "Jackdaw", als auch die persönliche Ausrüstung müssen unbedingt verbessert werden, um die immer schwerer einzunehmenden Küstenbefestigungen "kleinzukriegen" und den Kampf "Mann gegen Mann" effizienter führen zu können. Auch Seegefechte gegen hochgerüstete, feindliche Schiffe, schwierig durchzuführende Attentate und Entdeckungs- und Jagdaufträge sind dann um einiges leichter.
Aus diesem Grund besitzt die Geldbeschaffung absolute Priorität. Die Suche nach Schätzen und Karten, die oft Baupläne zur Verbesserung der "Jackdaw" und der eigenen Ausrüstung enthalten, ist also sehr wichtig. Oft auf einsamen, kleinen Sandbänken sind die Hinweise für Standorte der verborgenen Dinge zu finden, die man sich dann ungesehen vorbeihuschend (alternativ auch mit Gewalt) aneignen kann.
Das erfolgreiche Entern von Schiffen, die Befreiung von Piraten und deren Anheuerung, die mühevolle Unterwassersuche nach Truhen, die gefahrvolle Wal -und Haiejagd, raffiniert und unerkannt durchgeführte Attentate und vor allem die Eroberung der Küstenforts sind für Ausrüstung und Aufrüstung äußerst lohnende Ziele. Wobei die Küstenforts nach erfolgreicher Übernahme für Edward Kenway und seine Crew zukünftig einen sicheren Unterschlupf gewähren. Die Aufrüstung der "Jackdaw" ist mit wirkungsvollen Verbesserungen möglich. Wobei es unbedingt notwendig ist, Zusatzmaterialien wie zBspl. Holz und Metall bei den Kaperfahrten in entsprechenden Mengen zu erbeuten, um das Schiff zu verbessern. Darüber hinaus wurde die Kanonen - und Granatwerfer- Zieleinrichtung optimiert. Die Bekämpfung feindlicher Schiffe, als auch die Vernichtung der Küstenbastionen kann damit noch schlagkräftiger erfolgen.

Als Handwaffe erhält Kenway etwas später die versteckten Klingen. Weiterhin kann man vier Pistolen bei sich tragen, bei den Hieb-und Stichwaffen ist es möglich, situationsbedingt zwei Waffen gleichzeitig zu benutzen. All diese Waffen kann Kenway mit entsprechend dickem Geldbeutel bei den Händlern erwerben bzw. hochrüsten. Hier ist es im Vergleich zu "FarCry3" sogar der Handlungszeit entsprechend sinnvoll, Tiere zu jagen, um aus den Häuten Pistolenholster herzustellen, um mehr Pistolen bei sich tragen zu können. Und es steht eine neue Handwaffe zur Auswahl: das Blasrohr mit speziell getränkten Pfeilen. Schlafpfeile, die einen Getroffenen kurzzeitig einschlafen lassen. Und Berserkerpfeile, die Aggressionen in den gegnerischen Reihen verursachen. Wer von solch einem Pfeil getroffen wird, schlägt sofort auf seine Mitstreiter ein. Das ist zur Ablenkung von Gegnern ungemein dienlich und hilft enorm beim Schleichen durch feindliche Lager. Allerdings "ertappte" ich mich bei dem Gedanken, dass diese Neuerung zwar hilfreich, aber für einen Piratenkapitän doch recht merkwürdig ist - scheint doch wohl eher eine Waffe für Amazonas-Indianer zu sein? Aber was soll's, das Blasrohr ist in einigen Situationen außerordentlich nützlich.

Die Steuerung per Tastatur und Maus ist im Grunde genommen für versierte und geschickte Spieler ziemlich locker und flüssig zu handhaben. Doch hier muss ich selbstkritisch bekennen, dass die instinktive Automatisierung von Tastenfunktionen und Fingerfertigkeit nicht gerade zu meinen positiven Fähig- und Fertigkeiten gehören. Besonders bei zeitbegrenzten Aktionen hatte ich einige Probleme mit der doch recht umständlichen Handhabung der Tastatur. So passierte es bei Verfolgungsjagden in der Stadt, dass ich, anstatt durch die Torbogen zu rennen, einen Torbogen hochsprang, oder auf einer Mauer sitzen blieb u.ä. Ungeschicklichkeiten mehr. Auch sonst lief es bei mir mit der Bewegungssteuerung nicht ganz rund. Muss oft eine Art "Drück jetzt dies - dann das - Fingertechnologie" praktizieren, um die jeweilige Situation erfolgreich zu bestehen. Aber nach wie vor ist es sehr seltsam, dass Kenway nicht gebückt schleichen kann. Außer in Gebüschen, da kann er sich ducken. Und auf Mauern oder Ruinenbruchstücken läuft er gebückt. Doch sobald er sie verlässt, steht und läuft er wieder sichtbar kerzengerade. (Dieser Schleichmodus ist wirklich eigenartig, denn "Splinter Cell" ist doch auch von Ubisoft?)

Ein paar Anmerkungen zur Spielzeit:
Gehöre vom Prinzip her zu denen, die sich immer mal wieder genüsslich an fantastisch gestalteter Umgebung "ein Auge holen". Also ein durchschnittlicher, sogar eher ein "gemütlicher" Spieler, dessen vornehmliches Interesse mehr dem Inhalt, dem Ablauf und der Aufmachung eines Spiels gilt, als dessen möglichst schnellen, durchrasenden Absolvierens. Allerdings habe ich nicht allzu großen Wert auf das Einsammeln von Shantys und Animus-Fragmenten gelegt, will die Story des Abenteuers ohne zeitraubende nebensächliche Ablenkungen durchleben.
Wenn ich die in "uplay" aufgeführten Zeiten meiner bisherigen "Spiel-Sitzungen" zusammenrechne, habe ich rund 32 Stunden benötigt. Und wie schon genannt, hat mein "Alter Ego Edward" einige der Sammelobjekte und Nebenaufgaben liegenlassen. Doch die Attentate ließ er nicht aus. Trotzdem erreichte ich gerademal eine durchschnittliche Synchronisation von 80% der jeweiligen Level.

Fazit:
Wenn man dieses filmreife Piraten-Survival-Abenteuer mit vielen ereignisreichen, kurzweiligen Stunden "durchlebt ", bleiben sehr intensive Erinnerungen an spannende, oft beschwerliche, dennoch hochinteressante Situationen. Ein sowohl emotional als auch optisch recht ansprechendes - also ein fast rundum nachhaltiges Erlebnis. Allerdings haben mich die Kaperfahrten und Seegefechte, die ich mehrmals, oder ganz ehrlich gesagt, sehr oft wiederholen musste, ein wenig genervt. Deshalb gebe ich dem Spielspaß nur vier Sterne.
Aus diesen Gründen bin ich sehr gespannt, in welche Gefilde es die Hauptfigur beim nächsten Abenteuer verschlägt. Sollte es tatsächlich so ausgehen:
Noch einmal auf See, noch einmal Pirat?
Das wäre angesichts der beiden vorangegangenen Abenteuer ein gewagtes Unternehmen, denn auch die letzte Fortsetzung der Erfolgsfilmreihe "Pirates of the Caribbean" hatte einige Schwächen, weil es meines Erachtens zu stark mit gespenstischem Beiwerk überfrachtet wurde.
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.05.2014 14:47:57 GMT+02:00
Lutz Müller meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.05.2014 16:14:09 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.05.2014 16:15:19 GMT+02:00
Dik68 meint:
Hallo, Lutz Müller,
welch unsachlicher Kommentar! Vom Nachladen bei Steam steht in dieser Rezi kein einziges Wort.
Lies doch bitte vollständig, dann hättest du gelesen, dass er es von gekauften DVD,s über uplay geladen hat. Hast du das Spiel überhaupt einmal in den Händen gehalten, du neunmalkluger Schlaumeier? Nachträglich noch einen herzlichen Gruß von einem "so Schlauen und Blöden".
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