Kundenrezension

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber eben doch überschätzt, 10. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Get Hurt (Deluxe Edition) (Audio CD)
Was hatten wir Gaslight Anthem nach dem famosen "The 59 Sound" nicht alles zugetraut?

MIndestens mal die Zukunft, womöglich gar die Rettung des Rock'n'Roll waren sie. Man hat sich im Sog des Albums mitreißen lassen. Immerhin, erst das zweite Album! Was würde da noch Großes auf uns zu kommen, schon mit dem dritten, ihrem "Born To Run"/"London Calling"/"After The Gold Rush"/"Damn The Torpedoes".... das tatsächliche dritte Album "American Slang" brachte aber eher Stagnation, zwar auf hohem Niveau, aber eben auch nicht den Alltime-Klassiker, den man ihnen zugetraut hätte. Und der Nachfolger "Handwritten" haute stilistisch schon zum dritten Mal in exakt die gleiche Kerbe, begann aber tatsächlich bereits im Songwriting ein wenig zu schwächeln, und die rohe Energie der Vorgänger wich konventionelleren, radiofreundlichen Sounds.

Nun, mit "Get Hurt" wird immerhin stilistisch etwas experimentiert, Grunge und Stoner Rock sind das Wort der Stunde, alles wird modernisiert, weg vom Punk, erst recht auch weg vom Boss. Statt an die Replacements und The Clash erinnern die Riffs an Pearl Jam, Stone Temple Pilots, die Queens of the Stone Age, und U2 und R.E.M. (in ihren 80er-Versionen) schauen auch gelegentlich um die Ecke. Dank der großzügig eingesetzten Keyboards und der oft sehr poppigen Hooklines allerdings auch Bon Jovi und die Killers. Nun habe ich damit grundsätzlich keine Probleme, alles Bands, die ich auch sehr mag. Allerdings wirkt die ganze Scheibe so, als ob man nun mit aller Gewalt den Mainstream erreichen möchte, von der rohen Ehrlichkeit der ersten drei Scheiben ist nur noch wenig über - und leider gibt's außer "Rollin' and Tumblin'", "Ain't That A Shame" und "Break your Heart" auch keine richtigen Hits, die es mit "Great Expectations", "Old White Lincoln" oder "The Diamond Church Street Choir" aufnehmen können.

Es bleibt ein handwerklich freilich gut gemachtes, aber leider völlig unspektakuläres Mainstream-Rock-Album mit keimfrei-glatter Produktion und die Erkenntnis, daß Gaslight Anthem wohl nicht die Rettung des Rock'n'Roll bringen werden, noch nicht einmal mehr die Revolution. Den ganz großen, alles verändernden Klassiker, der sie auf eine Stufe mit ihren Vorbildern stellen würde, hatten TGA wohl doch nicht in sich... schade auch.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.08.2014 19:00:16 GMT+02:00
Queens of the Stone Age? Wo?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.08.2014 10:54:14 GMT+02:00
Das ganze Album erinnert mich oft an eine (noch) sauberere Version von speziell "Like Clockwork", aber eigentlich allem, was nach Oliveri kam. Auch einige Gesangslinien sind m.E. nach sehr an Josh Homme angelehnt. Und auch das Riff von "Stay Vicious"... also, oft genug, um mir als einer der Bezugspunkte für die "Neuausrichtung" in den Sinn zu kommen.

Hoffe, mich erklärt zu haben! :-)

Veröffentlicht am 04.09.2014 21:39:22 GMT+02:00
Nerd Cobain meint:
Finde nicht, dass der Rock'N'Roll eine Rettung nötig hat

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.09.2014 08:37:07 GMT+02:00
Zur Zeit vielleicht noch nicht, aber es dauert nicht mehr lange, dann werden die "alten Helden" nicht mehr unter uns weilen oder einfach zu alt sein. Und wer soll dann die Lücke füllen, die Springsteen, Bono, McCartney, Bowie, Lemmy, AC/DC, Pearl Jam und Co hinterlassen? Das Musikbusiness hat sich soweit demontiert, daß junge Bands überhaupt keine Chance mehr bekommen, sich über drei, vier Alben zu entwickeln - und es ist auch keine Kohle mehr da, um Generationen beeinflussende Meisterwerke wie "Born To Run", "Leave Home", "Revolver" oder "Dark Side Of The Moon" reifen zu lassen. Entweder man kennt die richtigen Leute und passt sich dem Radio-Trend an oder man bleibt ewig im Kellerstudio bei Eigenproduktionen fürs Kleinstpublikum hängen. Derweil zelebrieren Cover-Bands die Musik von Revoluzzern wie Pink Floyd wie beim Klassik-Abend, und der Rest wird als Erbauungskitsch-Musical verbraten.

Da ärgert es einem umso mehr, wenn sich Bands wie (nur zum Beispiel) die Killers, Arcade Fire oder eben auch Gaslight Anthem, denen man mit den ersten Alben auch kommerziell erfolgreich Großes zugetraut hätte, sich entweder aus Gier in Radiopop-Beliebigkeit verlieren oder sich auf Dauer doch als flacher entpuppen, als man gehofft hatte.

Versteh' mich nicht falsch, natürlich gibt es immer noch jede Menge gute Musik jeder Couleur, man muss sie eben etwas länger suchen, fündig wird man aber natürlich. Um einen richtigen Klassiker zu kreieren, braucht es jedoch eben meiner Meinung nach mehr als ne ambitionierte Feierabend-Combo mit Blick fürs Angesagte (der aktuelle Sixties-Retro-Trend wird genauso wenig dauerhaft Haltbares abwerfen wie der Postrock-Trend vor ein paar Jahren) und nen Bandcamp-Account. Und all diese Underground-Geschichten sind ja normalerweise ehedem nach maximal zwei, drei Alben wieder Geschichte - klar, denn wer keine Butter aufm Brot hat, denkt irgendwann nicht mehr über das neue Götterriff nach, sondern über nen Fulltime-Job.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.09.2014 16:29:08 GMT+02:00
Steffen Z. meint:
Dalek,
eigentlich hab ich ja keinen Bock auf das ganze Rezensionsgedöns bei dem man sich womöglich danach auch noch kritisieren oder rezensieren lassen muß aber ja manchmal hilft es dann einfach doch bei der Auswahl.
Was ich sagen will: Selten hab ich einen Beitrag(+Kommentare) gelesen der mir so aus der Seele gesprochen hat wie deiner. Danke!
Manchmal vergesse ich dass es doch noch Menschen gibt die nicht auf die Kommerz-Kack-Weichspüler-Radio-Manipulation reinfallen. Und ja, ich durchsuche auch den Underground nach Goldstücken aber leider ist vielzuoft nach(oder bei) dem "verflixten dritten Album" doch nicht alles Gold was glänzt.

Und ja, ich liebe The Gaslight Anthem auf ihren ersten 3 Alben!

Wenn ich noch einen Tip loswerden darf: The Hold Steady(jede Platte bis 2009 - und das sind immerhin 5 Stück!) Danach haben sie ihren Biß und leider auch ihren Keyboarder/Pianist verloren.
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