Kundenrezension

14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das nächste Album der härtesten Band der Welt, 22. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Iconoclast (Part One: The Final Resistance) Limited Edition (Audio CD)
Für alle, die im Vorfeld der Veröffentlichung von Heaven shall burn's neuem Album "Iconoclast (Part One: The final resistance)" schon mal lesen wollen, hier (nach einem hoffentlich lesenwerten Doppelbericht zu HSB's Vorgängeralbum "Deaf to our prayers" [und der dazugehörigen Limited-Edition]) meine Meinung.
Wie schon beim ersten Hören des Vorgängers "Deaf to our prayers" (siehe dort) erstmal der große Schock beim Reinhören: wo ist die Melodik (von "Antigone" und letztlich dann eben doch auch von "Deaf to our prayers") geblieben? Wo sind die catchy Melodien, die man trotz ihrer natürlichen und vordergründigen Härte so gerne nachsummte? Stattdessen stumpfes Hardcore-Rumgebollere und arhythmisches Geschrei;) - von der Band als Rückbesinnung auf "Whatever it may take" (2001)-Zeiten bezeichnet, nachdem "Deaf to our prayers" laut eines sehr guten anderen Erfahrungsberichtes auf ciao.de ja "nur noch Death Metal, wo Metalcore draufsteht" war!

Na, ich sag's gleich mal: auch dieses Album wird bei jedem Hören besser, auch hier braucht es fünf bis sechs Durchgänge, bis man den Genius in den Tracks, das dahinterliegende Konzept und womöglich mal ein bis zwei Textfetzen (habe keine Lyrics zum Album) erkennt - dann aber läßt es einen (wie alle mir bekannten drei Vorgänger) gar nicht mehr los, entwickelt sich zu einem Klassiker, der den Vergleich mit früheren Hammerwerken derselben Band nicht nur nicht zu scheuen braucht, sondern bei aller Beständigkeit, erweitert und übertrifft.
Als kleiner Einschub mal eine historische Zahlentheorie über HSB-Alben, die auch dann weiterhelfen kann, wenn Ihr beim ersten Hören eines HSB-Albums mal wieder völlig geschockt und ratlos seid:
Track 1 ist immer ein Intro (auf "Antigone" und jetzt auf "Iconoclast", nur bei "Deaf to our prayers" hatte der isländische Komponist, der die Intros für HSB macht, wohl gerade anderes zu tun - deswegen müssen wir jetzt mal so tun, als beginne "DTOP" mit Track 2), also softe Filmmusik mit Streichern. Dann kommt jeweils als Track 2 ("The weapon they fear", "Counterweight" und nun "Endzeit") DER absolute Übertrack, der Hammersong, der noch Jahre danach auf Konzerten als Zugabe gegeben und Wochen davor auf myspace.com tausende Mal angehört wird. Tracks 3+4 sind dann eher so lala, während es ab Track 5 gewaltig wird: Epen, die man nie vergißt, längere Sachen, die den Melodikliebhaber im Metalcorefan ansprechen, Klassiker, die m.E. nicht totzukriegen, aber nicht ganz so konzert-(mosh pit/stage dive-)kompatibel sind wie die angesprochenen Tracks 2. Dieser großartige Mittelteil hält immer bis Track 7 an, danach wird's wieder schwächer. Also, solltet ihr Schwierigkeiten mit einem HSB-Album seit und einschließlich "Antigone" haben, immer Tracks 2 und 5-7 anspielen - Hitgarantie! Ich kann mir hiermit zugute halten, das geheime Rezept hinter den letzten drei HSB-Alben entdeckt zu haben;)
Aber mal ehrlich, ihr werdet dafür mit folgenden Tracks beschenkt: "Antigone" tr. 5: "Voice of the voiceless", tr. 6: "Numbing the pain", tr. 7 "To harvest the storm"; "Deaf to our prayers" tr. 5: "The final march", tr. 6: "Of no avail (quasi der Titeltrack "Deaf to our prayers"), tr. 7: "Armia"; und nun auf dem neuen Album, "Forlorn skies", "A dying ember" und, mit Einschränkungen, "Joel".
Da wird mir doch jeder HSB-Fan, der nicht gerade aus der Thrashmetalecke kommt, Recht geben, oder? - und jeder neudazugekommene hat mal einen kleinen Anhaltspunkt, was gut ist!

Die DVD mit dem Livemitschnitt vom Wacken Open Air-Auftritt und dem "Counterweight"-Video und das Enhancement "Iconoclast Synopsis" hab ich nicht, auch wenn ich dafür recht dankbar wäre, wird doch im Promo zum Album Maik von HSB zitiert, "Iconoclasts" seien Krieger, gesandt, die Mörder Gottes zu ermorden?! Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich: Ikonoklasten sind griechisch die Bilderstürmer des Mittelalters, aber allgemein alle, die Gott nicht bildlich dargestellt sehen wollen. Sollte da die Promo etwas mit tr. 4 "Murderers of all murderers" über Kreuz gekommen sein? Man weeß et nich...
Na, jedenfalls Track 1 "Awoken": großartiges Instrumental im "Antigone"-Style, "Echoes" läßt grüßen, Vorspiel zu

Track 2: "Endzeit": WE ARE THE FINAL ONES. WE ARE THE FINAL RESISTANCE.
Puuh, was für ein Brett. "We are the final ones" - das kriegt man nicht mehr aus dem Kopf raus. Trotz der ungeheuren Härte setzt gleich am Anfang ein Riff ein, das in der Mitte des Songs mal kurz vergessen, aber knapp danach sogar mal "clean", frei, ohne darüberstampfende Drums/Gesang, stehengelassen wird, und das HSB, wären ihnen als Metalcorer nicht solchen "poppigen" Anwandlungen fremd, auch für mich gern mal zu einem Trademark-/Live-Konzert-Riff á la U2's "New Years' Day", Sepulturas "Mass Hypnosis" oder Parkway Drive's "Pandora" hätten ausbauen können. Anspieltip!/siehe oben/Toll/9 von 10 Punkten!

Track 3: "Like a thousand suns": siehe meine Theorien zu den Tracks 3 und 4 der letzten HSB-Alben...obwohl "Architects of the Apokalypse" von "Antigone" doch gar nicht so...aber lassen wir das, das hier ist wieder großer Krach, voll auf die Ohren, der sich etwa ab der dritten Minute viel ruhiger hin zum wunderbaren Ende entwickelt. So (hart/"weich") funktionieren noch einige mehr Songs auf dieser Platte, dazu dann mehr. Thematisch, ich kann da ja nur raten, geht's hier um...Atombombentests? 8/10 Punkten.

Track 4: "Murderer of all murderers": WE HAVE KILLED HIM, YOU AND I.
Aah, daher kommt das also mit der "Kriegerkaste, die die Mörder Gottes ermorden" soll! Der hier wird zum Ende nicht langsamer, geht aber gut ab. Trotzdem, laut meiner Theorie und auch so, gut, für Heaven shall burn und dieses Ausnahmealbum aber nur guter Durchschnitt. 8/10 Punkten.
Track 5: "Forlorn skies": WE'RE DYING FOR NO REASON.
Die ersten Vocals des Tracks machen erstmal unmißverständlich klar, wie der Titel heißt:) Danach hymnischer, großartiger, doublebassgetriebener Metalcore mit melodischer Gitarrenhookline. Spätestens nach dem dritten Hören nicht mehr wegzudenken. Was sind denn die verlassenen Himmel, unter denen wir grundlos sterben? Erinnert mich textlich an Zitate von Konzentrationslagerinsassen, erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an HSB's Vertonung von Primo Levis "Ist dies ein Mensch?", als "Is this a man" auf "Caliban vs. Heaven Shall Burn: The Split Program" und auf "The drowned and the saved" von "Asunder", auch ein Zitat aus Primo Levis Buch. Anspieltipp/obere Oberklasse/9 von 10 Punkten.

Track 6: "A dying ember": PROMISE ME TO HOLD MY HAND.
Krasses Metalcorerumgebolze, laut Experten nun wieder eher dem Hardcore- als dem Deathmetalhintergrund des metalCORE verpflichtet (ich selbst kann das, obwohl vom Hardcore kommend, so genau nicht unterscheiden) und damit im Trend des Albums, das nach "Deaf to our prayers"' Deathmetal nun wieder mehr zurück zu den "Whatever it may take"-Anfängen geht. Dann aber, nach drei von fast sieben (!) Minuten, ruhiger, melodischer, am Ende mit Klaviereinlage á la "Of no avail" und "To harvest the storm". Ein Ohrwurm, wie schon Track 5, dafür liebe ich Metalcore, dafür Heaven shall burn! "Ember" heißt übrigens Glut. Anspieltipp/oberste Oberklasse/10/10 Punkte.
Track 7: "Joel": DISBELIEVERS.
Konnte ich ja bisher eher weniger anfangen mit, aber nach mehrmaligem Hören fällt auch hier das oben angesprochene "Hart/"weich""-Konzept auf: nach einer 2 1/2minütigen Krachattacke geht es die restliche Zeit bis zum Ende ruhiger zu. 7 von 10 Punkten. Die "5-bis-7-Track"-Theorie widerlegt? Selbst wenn! - jetzt kommt

Track 8: "The quest for resistance". YOUR HEROES COULD NOT TRUST IN YOU.
Geht sehr aggressiv ab, wunderbare, melodische Titelgitarre, textlich möglicherweise eine Erinnerung daran, wie allein die Widerständler gegen Hitler im Meer der deutschen Nazimitläufer/Nazis standen? Den deutschen Widerstand gegen die Nazis muß man ja, anders als in anderen Ländern, leider immer noch mit der Lupe suchen und wird fast nur im jüdischen Untergrund, bei den Kommunisten und im deutschnationalen Militäradel, nie aber in der Mitte der Gesellschaft, fündig...9 von 10 Punkten.
Track 9: "Black tears": Iconoclast's "The greatest gift of god" zu Heaven shall burn's "Deaf to our prayers" - ein Pophit, aber nur nach dem, was man im Metalcore unter Pop versteht:) Coverversion von Edge of Sanity, kenne das Original nicht, das sogar clean (also ohne das Metalcore-/Deathmetaltypische Grunzen) gesungen sein soll, aber das hier ist anyway super, catchy Refrain, der möglicherweise auch die noch nicht metalcoreinfinzierten Korn- und System of a down-Hörer zu HSB holt. 9 von 10 Punkten.

Track 10: "The bombs of my saviour": AS I HAIL THE BOMBS OF MY SAVIOUR.
Zwilling zu Track 8 "The quest for resistance". Auch hier geht's (hörbar) um's Vaterland, und ohne Atem zu holen, wird hart, aber mit melodischer Gitarrenhookline durchgebombt! 8 von 10 Punkten.
Track 11: "Against all lies": hat viel Lob auf myspace bekommen, finde ich jetzt nicht den ÜBERtrack (anders als tr. 5+6), kommt nach einer Pause nach vier Minuten noch mal sehr stark zurück, melodisch, aber, wie tr. 4, guter HSB-Durchschnitt, der bei anderen Bands, wo die Konkurrenz nicht so groß ist, noch zum Titeltrack getaugt hätte. 8 von 10 Punkten.

Track 12: "The disease": YOU'RE SPREADING THE DISEASE.
Kurzer, knackiger, Unter-3-Minuten-Titel, der sich irgendwie wie schon häufiger gehört anhört (Cover?). Etwa so wichtig wie "Deaf to our prayers"' Track 10 "Dying in silence" - bitte auch dort nachlesen - aber, um es schon mal vorwegzunehmen, nicht so wichtig. Schwächster Track eines extrem starken Albums. Nachdem ich gemerkt hab, wie oft "mybestfriend.com" von "Deaf to our prayers" auf Konzerten gespielt wird, "befürchte" ich, das hier wird auch ein Livekracher. 7 von 10 Punkten.
Track 13: "Equinox": Sohn von "Antigone"'s "Risandi Van" und "Deyjandi von", schönes Outro, das gar kein Outro ist, denn nun kommt noch:

Track 14: "Atonement": Instrumental, das tierisch abgeht, aber halt ohne Text nur halb so wichtig, wenn auch gut, ist. Wie auch Intro und Outro ohne Wertung, da halt Intro, Outro und Instrumental.
So, nun noch viel Spaß beim Hören! Das ganze Album gibt's zum Hören auf myspace.com/officialheavenshallburn, das angesprochene "The weapon they fear" auf [...] zum Down(!)load und die angesprochenen "The weapon they fear", "Counterweight" und "Endzeit" auf [...] zum Hören - und das Album zum Behalten hier!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.01.2008 22:57:03 GMT+01:00
Johannes M meint:
eine doch sehr sehr sehr ausfühliche beschreibung, die den nagel aber vollkommen auf den kopf trifft. bin seit der 'whatever it may take' ein eingefleischter HSB fan und kann dir bei jedem satz zustimmen. dieses album ist wiedermal ein meisterwerk, dass erst _nach_ dem ersten eindruck an klasse gewinnt und danach aber konstant an sympathie gewinnt!

es gibt eigentlich nichts hinzuzufügen - jeder, der an der musik von HSB gefallen findet sollte sich dieses album zulegen - es ist alles andere als eine fehlinvestition.

Veröffentlicht am 23.01.2008 22:04:50 GMT+01:00
Julian Marks meint:
ja, eine wirklich sehr gute rezension. :)
nur möchte ich anmerken, dass die coverversion von "edge of sanity" stammt und nicht von "fall of serenity" ;)

Veröffentlicht am 24.01.2008 09:57:52 GMT+01:00
D. Deþler meint:
Ja die CD gibt es schon seit 25.01. (haha heut ist der 24.1.). Also entwedern entsammen die Rezensionen aus einer Promo, Torrent-Tracker oder den qualitativ Hochwertigen soundstücken auf der MySpeck Seite. Für eine Rezension dieses Kalibers warte ich dann doch lieber, wenn man die Original CD in den Händen hält, denn das ist dann immer noch etwas anderes als eine Promo im Pappschuber oder 128kbit MP3 Streams.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.01.2008 11:14:13 GMT+01:00
Ja, danke Julian, hab ich beim Lesen der anderen Bewertungen bemerkt, bin eben nicht so breit aufgestellt:)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.01.2008 11:16:02 GMT+01:00
Ja sorry, auf der Seite von HSB ist europaweit der 28. angegeben? Ich nehm die Bemerkung einfach raus, ist eh irgendwie irrelevant.
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent


Ort: Lyon

Top-Rezensenten Rang: 4.706.835