Kundenrezension

87 von 118 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nonstop-Action ohne Sinn und Verstand, 4. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: 96 Hours - Taken 2 (Extended Cut) (DVD)
Bulldozer Bryan Mills (Liam Neeson), der alles aus dem Weg räumt, was seiner Familie schadet, ist zurück. 18 Monate nachdem Bryan seine entführte Tochter Kim (Maggie Grace) mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten befreit hat (und nebenbei einen dreistelligen Leichenberg hinterlassen hat), nutzt er einen Personenschutzauftrag in Istanbul zu einem Kurzurlaub, da seine Exfrau Lenore (Famke Janssen) und Kim ihn dort überraschend besuchen. Doch aus Kebap essen und den Topkapi-Palast besichtigen wird nichts, da sich eine Hundertschaft an Bad Asses in das Land der orientalischen Träume schmuggeln und es erneut auf die Familie abgesehen haben. Diesmal soll jedoch nicht nur die Tochter entführt werden, sondern die ganze Familie zur Rechenschaft gezogen werden. Unter den Schergen sind Angehörige der Getöteten, die unter Führung von Murad Krasniqi (Rade Serbedzija) blutige Rache nehmen wollen, weil ihre Söhne/Neffen (aus dem ersten Teil) Opfer von Bryan's Handkantenfeldzug geworden sind...

Nach einem kurzen Familiengeplänkel, bei dem Exfrau Lenore erzählt, dass sie ihren alten Lover abgeschossen hatte, geht es auch schon gleich nach Istanbul. Wie wir es vom Prequel gewohnt sind, hält sich auch der Nachfolger nicht lang mit Sperenzchen auf und somit kommt es auch zur Entführung von den Eltern, während die Tochter noch im hoteleigenen Pool vor sich hinplanscht.
"96 Hours 2" ist ein Nonstop-Action-Streifen geworden, keine Frage, aber an die Qualität des Erstlings kommt er nicht ansatzweise ran und begeht dabei noch mehrere Kapitalfehler, die den Filmgenuss weiter trüben.
Der Ortswechsel nach Istanbul tut dem Film (und der Filmlandschaft) sichtlich gut - die Straßen, Gassen und allgemein die Landschaftsaufnahmen sorgen für Abwechslung. Ist mal was anderes, wie Van Damme oder Seagal in Osteuropa zu sehen.
Dennoch werde ich mit der Story nicht ganz warm: Der Haken an der Sache ist die, dass Bryan selber entführt wird und auf Hilfe seiner Tochter angewiesen ist, was eben nicht mehr wie aus einem Guss wirkt. Natürlich darf Neeson seine 150 Jahre Erfahrungen aus dem CIA-Leben unterbringen, doch Regisseur Oliver Megaton (der mit "Colombiana" und "Transporter 3" zwei hirnfreie aber sehr unterhaltsame Actioner verfilmt hat) drückt in vielen Passagen dann doch zu viel auf's Gaspedal, worunter Logik und Glaubwürdigkeit mächtig drunter leiden.
Das fängt bei der eigentlichen Entführung an, bei der Bryan einen Sack über den Kopf gesteckt bekommt und während der anschließenden Autofahrt die Sekunden mitzählt, dabei jede Abbiegung oder außergewöhnlichen Geräusche wie Bootsdampfer oder Marktschreier wahrnimmt. Ich ahne nichts Gutes, da ich weiß, dass dieser Hirnschiss später für irgendetwas verwendet wird. Und so soll es dann auch kommen: In perfekter James Bond-Manier darf die Tochter auf der Tankstellenkarte mit Schnürsenkel zwei Kreise einzeichnen und ihre Eltern mit Hilfe von drei (ja genau drei, das hat Genie Bryan auch so kalkuliert) Handgranaten bzw. deren Detonationsgeräuschen ausfindig machen. Derweil hat sich Daddy jedoch schon selbst befreit, da die Gangster ihn lediglich mit Kabelbinder (oder waren das auch Schnürsenkel?) eingekerkert haben, er jedoch nach kurzer Schrubbelei an einer scharfen Kante die Fesseln durchgewichst hat. Mit echten Handschellen (bekommt man in jedem Erotik-Shop) wäre es an dieser Stelle vorbei gewesen.

Danach läuft Neeson zur Hochform auf, hat jedoch trotzdem ein Klotz am Bein im Form von seiner Tochter. Kim, die zuhause durch die Führerscheinprüfung gerasselt ist, weil die Keule das Einparken nicht geschnallt bekam, macht Jason Statham als Tranporter Konkurrenz, denn sie fährt durch die engen Gassen Istanbuls, als hätte sie auch schon 150 Jahre Erfahrung als Fluchtwagenfahrer bei Banküberfällen gesammelt. Zwischendurch gibt es immer wieder durchaus gelungene Kampfszenen und Shoot Outs.

Immerhin bekommen wir noch eine starke Szene am Schluss zu sehen, bei dem man das Handeln von Oberbösewicht Rade Serbedzija (für einen Film, nicht für das reale Leben) nachvollziehen kann, diese Szene jedoch mit der typischen, schon dreitausend Mal gesehenen xxx-Wendung (schaut es euch einfach an, dann wisst ihr, was ich meine) versaut wurde - und der böse Charakter gleich hinterher.

"96 Hours 2" ist Nonstop-Action wie sie die meisten mögen - Explosionen, ein paar Marterial Arts-Einlagen und Schusswundenopfer am laufenden Band. Doch auch der letzte Actionfan muss zugeben, dass man nicht auf die komplette Logik pfeifen kann, in der falschen Meinung, den Nachfolger noch imposanter und bildgewaltiger darstehen zu lassen. "96 Hours 2" kann man sehen, muss man aber nicht. Für viele Fans des Erstlings wird der zweite Teil eine leichte bis schwere (je nach Erwartungshaltungen an Filme) sein, insgesamt komme ich auf sechs Punkte, da ich mir durchaus vorstellen kann, mir diesen Film mal irgendwann wieder im Free-TV anzuschauen.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-10 von 16 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 13.12.2012 01:21:46 GMT+01:00
Satyricon1986 meint:
Sehr amüsant ihre Rezension zum Film durchzulesen :)
Mfg

Veröffentlicht am 07.01.2013 23:43:58 GMT+01:00
Phreaks meint:
Schliesse ich mich. Hab den Film gesehen und sehe es 100% genau so!

Veröffentlicht am 08.01.2013 10:34:38 GMT+01:00
krautsalat1 meint:
Wirklich super! Ich kenne den Film nicht, aber die Rezension ist wirklich spitze! Großes Kino!
Danke :-)

Veröffentlicht am 08.01.2013 21:21:05 GMT+01:00
Voll Geil - und bei der Tochter die den Jason gnadenlos versägt hätte kann man nur zustimmen. Die Szene ist mit dem alten Benz wirklich masslos übertrieben.
Dagegen war der S8 Kindergeburtstag ;)

Veröffentlicht am 24.01.2013 23:23:42 GMT+01:00
lauiman meint:
Perfekte Rezension !
Selten schwachsinnigere Szenen gesehen - und das nach einem Traumteil 1.
Die Verfolgungsjagd ist die Krönung auf diesen Dünnschiß !
Drei Sterne ist durchaus schon ein Auge zugedrückt !
Nachdem der erste Teil von mir aus England bestellt wurde um ihn schnellstmöglich sehen zu können, wird dieser schwache Abklatsch definitiv selbst für 5,- nicht den Einlaß in meine Sammlung finden.
Schade - Liam Neeson hat besseres verdient.

Veröffentlicht am 29.01.2013 12:04:59 GMT+01:00
Klasse geschrieben! :-)

Veröffentlicht am 11.02.2013 18:54:50 GMT+01:00
Rebecca Hesse meint:
Ich habe den Film noch nicht gesehen, und werde Ihn nach dieser Rezension sehr wahrscheinlich auch nicht kaufen. Schön beschrieben, ich habe herzhaft gelacht. Danke :-)

Veröffentlicht am 14.02.2013 11:43:58 GMT+01:00
Jogi ? meint:
Die DVD ist seit 13.02.2013 im Verleih und ich hab mir den Film gleich ausgeliehen, da ich auf die Fortsetzung gespannt war. Kann dieser Rezension ebenfalls nur zustimmen: Der zweite Teil von 96 hours (taken) kann seinem Vorgänger in keinster Weise das Wasser reichen (wie halt leider so oft bei Fortsetzungen).

Veröffentlicht am 15.02.2013 20:56:56 GMT+01:00
M. Lehmann meint:
Schwachsinnige Rezension! Stimmt, teil 1 war besser, aber auch mega übetrieben..egal es ist nunmal ein Film und bei dem Streifen ist alles Absicht. Zum Glück sind Geschmäcker verschieden!

Veröffentlicht am 18.02.2013 17:39:20 GMT+01:00
Mr.Pii meint:
Diese Rezension ist so lustig!
Trifft es echt auf den Punkt. Das mit den Granaten (und auch mit dem Kabelbinder und das er ein Handy dabei hatte!!!!!) war soo lustig. Bei der ersten Handgranate schaut sie ja noch ob sie irgendwen treffen könnte, danach schmeisst sie sie einfach durch die Gegend.
Sehr gute Rezi. Schau mir jetzt noch ein paar von Ihnen an!
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