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Kundenrezension

46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The day after the next day, 4. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Next Day Extra (Audio CD)
Ersparen wir uns an dieser Stelle die gleichsam berechtigte wie müßige Empörung über die virulente Unkultur, dass inzwischen beinah jedes Top10-Album nach etwa sechs Monaten in einer Collectors-/Super-Deluxe-/Tour- oder Fan-Edition ein zweites mal mit mehr oder weniger brauchbaren Ergänzungen auf den Markt kommt. Bei David Bowie heißt das Gerät nun "Extra" und als willenloser Fan, kauft man das Album nun nach erster Deluxe-Ausgabe (mit drei Titeln mehr) und Doppel-Vinyl-Ausgabe (freiwillig, ohne Nötigung der Plattenfirma, einfach weil Vinyl eben so schön ist und die Sammlerschraube eben etwas locker ist) nun auch noch ein drittes mal und ist auch extra gespannt auf die Zugaben.

Unter den vielen halbjahresverzögerten, nachträglich ergänzten Ausgaben, fällt "The next day EXTRA" in mehrfacher Hinsicht sehr positiv auf. Dazu muß man kein beinharter Fan sein und sich das schön reden - das Package ist in jeder Hinsicht gelungen und absolut fair kalkuliert. Da zu dem eigentlichen Album von allen Feuilletonisten und Hobbykritikern, auch von mir, bereits erheblich mehr als alles gesagt worden ist, widme ich mich hier ausschließlich dem Extra von "The next day EXTRA":

Allein die Aufmachung übertrifft die ursprüngliche Veröffentlichung im März bei weitem. Ob 14 Track Standard-Version oder 17 Track Deluxe, beide waren optisch fast nicht zu unterscheiden und kamen in einem ordinären Digipack daher. "... EXTRA" wohnt nun in einem massiven kleinen Karton, äußerst stabil, quadratisch und leicht zu handhaben ohne Schaden anzurichten. Der Inhalt des Kartons besteht aus sechs Komponenten, drei silbrigen Scheiben und drei Booklets:

CD1: Tracks
Wie sollte es anders sein: das reguläre Album mit 14 Songs, so wie es im März veröffentlicht wurde und somit für all jene, die das Album bereits hatten, hier fürs erste beiseite zu legen und zu ignorieren, so gut "The next day" auch zweifellos ist.

CD2: Extra
Ganze zehn Bonusstücke! Drei davon sind zwar die bereits bekannten der Deluxe vom März, bleiben aber immer noch sieben, die hier erstmals ins Album integriert wurden und Bowies Werk anno 2013 schwingt sich somit zu einer neuen Gesamtspielzeit von 95 Minuten auf. Abgesehen von zwei künstlerisch ernstzunehmenden Remixen - also kein simples Wummersound drunter gelegt und fertig ist der Remix Gemansche - sind die acht eigenständigen Songs weit mehr als nur B-Seiten. Und doch ist sofort klar, warum Bowie sie nicht mit auf das eigentliche Album nahm: Sie sind meist zu andersartig, hätten die Grundstimmung des Albums gestört. An Qualität jedoch mangelt es ihnen nicht. Zum Auftakt stolpert sich Bowie durch das energisch rockende "Atomica". Mit gewollt viel zu viel Text an einigen Stellen der Strophen, hetzt er durch die eigentlich recht melodische Nummer - ein Extra auf das man nicht mehr verzichten will. Das Ende des Songs ist auch schon der Beginn von Track 2: der gut zehnminütige Remix von "Love is lost". Man hört am Ende von "Atomica" Applaus von vielleicht 20 Leuten, der Trackzähler im Player ist aber schon auf >2< gesprungen, der Applaus hält etwa 15 Sekunden normal an und geht dann in einen gleichförmigen Zugaben-Applaus über, wieder etwa 15 Sekunden, bis sich in den vom Applaus vorgegebenen Takt die ersten Instrumente von "Love is lost" hinein drängen, der Applaus bleibt noch Minuten lang leiser werdend und den Rhythmus verlierend hörbar, während der Song sich mehr und mehr durchsetzt. Bowie at his best! Schräg und doch schön! Es soll hier nun nicht auf jeden der Bonustracks eingegangen werden. Alles in allem ist die Bonus-CD, pardon Extra-CD, mit einer Laufzeit von gut vierzig Minuten ein solides zweites Bowie-Album im Jahr 1 nach zehnjähriger Abstinenz.

DVD: Light
Die dritte Spiegelscheibe im Karton ist eine DVD mit dem Aufdruck "Light" auf dem Schuber. Ein wundervolles Extra! Alle vier Videoclips, die Bowie übers Jahr zum Album schuf und die zum Teil eher Kurzfilme als einfache Musikvideos sind. "Where are we now" ist da sicher noch das am wenigsten spannendste - Ein eher merkwürdiges Geschnipsel - ein Video, wie eine bewegliche Collage. Clip 2 hingegen ist schon fast ein Film. Als Intro von "The stars (are out tonight)" ist das komplette Instrumental "Plan" zu hören, ehe der eigentliche Song startet - also ein 2in1 Video. Bowie spielt mit der ihm in Ausdrucksstärke nichts nachstehenden Tilda Swinton ein alterndes, gut bürgerliches Paar und wird von seinen eigenen jungen Alter egos terrorisiert. Auch zum Titelsong "The next day" entstand ein ebenso aufwendiger Film, wunderbar skurill. Und um sich zu vergewissern, dass sämtliche Sorgen der letzten Jahre, Bowie könnte es nicht gut gehen, unbegründet waren, ist das Video zu "Valentine's day" die beste Möglichkeit. Ein konventioneller Clip: ein Rockstar, einsam mit Gitarre in eindrucksvoller Umgebung und cooler Pose. Bowie sieht aus, als wäre der Clip 2003 für "Reality" gedreht worden und er wirkte damals bereits mindestens zehn Jahre jünger als er war. Unabhängig davon, dass ein guter Stuckateur in stundenlanger Arbeit in der Maske natürlich viel zu einem solchen Eindruck beitragen kann, wirken aber die Bewegungen, die Mimik, der ganze Habitus nicht im mindesten wie die eines Mannes in der zweiten Hälfte seiner Sechziger. Vier sehr unterschiedliche, aufwendige Clips - und wiederum ein schönes Extra. Warum allerdings der Clip zur neuen Single "Love is lost - Remix" nicht gleich mit veröffentlicht wurde...? Nun ja, man braucht wohl noch was für die dritte Veröffentlichung irgendwann.

Booklet 1: Language
Die drei Booklets sind alle aus mattem, festem Kartonpapier. Booklet 1 enthält 24 Seiten gedrucktes Wort. Alles, was man zu "The next day" drucken kann: sämtliche Liedtexte beider CDs, Komponisten- Texter- und Musiker-Angaben und sämtliche technischen Details zur Entstehung (Studios, Artwork etc.).

Booklet 2: Frame
Ebenfalls 24 Seiten, diesmal ausschließlich Fotos: Session-Fotos, Bowie im Studio und Shots aus den Videos.

Booklet 3: You
Und noch einmal 24 Seiten und Bowies wundervoller Humor! 23 Seiten sind nämlich blitzeblank, weiß wie Schnee, jungfräulicher als Maria, absolut unbedruckt. Nur auf der Rückseite steht auf weißem Grund in großen Lettern: You. Da wo bei den andern Quadraten rücklings entweder Tracks, Extra, Light, Language oder Frame steht, ein unkommentiertes "You". Materialverschwendung, natürlich, aber ich mag so was.

Umfang, musikalische wie haptische Qualität des Ganzen und die Detailliebe lassen den eingangs beschriebenen Zorn dann doch recht schnell verfliegen. "The next day" war ohnehin schon eines der wichtigen Themen des Musikjahres und ein durchweg gutes Album. In dieser Ausgabe ist es nun wahrlich was ganz besonderes.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.11.2013 16:25:13 GMT+01:00
fitzgerald meint:
Eine erstklassige Rezension. So muss sie sein: informativ, ein wenig subjektiv, aber doch alles in allem objektiv gehalten. Und endlich mal jemand, der noch die deutsche Sprache beherrscht. Vielen Dank.
Geri

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.11.2013 09:59:40 GMT+01:00
Dachblick meint:
Gute Rezension.
Wurde auch an der Tonqualität etwas verbessert? Das Original-Album ist leider matschig abgemischt. Eine Verbesserung diesbezüglich wäre für mich ein klarer Kaufgrund. Die Musik hat es verdient, in einem bessern Klang zu erstrahlen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.12.2013 20:32:25 GMT+01:00
Matschig? Finden Sie?
Das ursprüngliche Album wurde für diese Ausgabe jedenfalls nicht neu gemastert. Ich höre zumindest keinen Unterschied. Die Vinyl klingt geringfügig anders, was aber auch einfach nur an der Resonanz des Mediums liegen kann, ob dafür seperat am Master herum geschraubt wurde, vermag ich nicht zu beurteilen.

Beste Grüße und vielen Dank fürs Lob,
Christian Günther
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