Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Endzeit im großen Stil, 18. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Ashes - Brennendes Herz (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
Alex’ Schicksal scheint besiegelt. Die 17-jährige hat einen riesigen Tumor im Kopf und möchte nach all den Therapien ihren inneren Frieden finden. Sie macht sich auf zu einer Wanderung in den Bergen. Dort trifft sie auf zwei Wanderer, ein junges Mädchen, Elli mit ihrem Großvater Jack und deren Hund Mina. Mitten im Gespräch durchzuckt sie ein schmerzhafter, alles beherrschender Blitz. Eine Druckwelle zwingt sie in die Knie und sie sieht ihr Ende nahen. Als sich alles scheinbar wieder normalisiert hat existiert die Welt, wie wir sie kennen nicht länger, der Jack ist sofort tot und seine Ellie stark verängstigt, doch auch Alex hat sich verändert. Auf der Flucht begegnen Ihnen merkwürdige Dinge, die Menschen tun plötzlich grausame Dinge. Was ist hier passiert?
Alex begibt sich auf eine Reise der Erkenntnis und erfährt dabei nicht nur was geschehen ist, sondern auch Liebe. Sie lernt Tom kennen und zu dritt versuchen sie in dieser neuen, gefährlichen Welt zu überleben. Doch das ist alles andere als einfach…

Meinung
Ich habe „Ashes“ sehr lange vor mir hergeschoben und bin schließlich mehr als froh, dass ich es jetzt endlich gelesen habe. Es wäre eine Schande, es noch länger im Verborgenen ruhen zu lassen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und flüssig. Es hat den nötigen Biss und Humor, jedoch auch eine sanfte, zarte Art. Dieser Kontrast vermag die neue diffuse Welt nahezu perfekt zu beschreiben. Man ist immer in diesem Zwiespalt – die Welt existiert zwar nicht länger, aber die Menschen und deren Gefühle sind noch immer echt und stark. Frau Bick lässt die Emotionen in Strömen fließen und so war ich an manchen Stellen auch nah an fließenden Tränen.

Die Geschichte ist völlig anders als erwartet, der Klappentext verrät in einer Hinsicht zu viel und in anderer zu wenig. Was sich hier auftut ist großartig und grausam zugleich. Die Ausweglosigkeit schwingt in jeder Zeile mit und die Angst vor dem nächsten Tag war der stete Begleiter. Ich versetze mich immer sehr stark in die Personen hinein und verschmelze irgendwann derart mit Geschichten, dass es mir den Boden unter den Füßen wegzieht, diesmal war es so extrem, dass ich teilweise an mir selbst zweifeln musste. Ich liebe Dystopien! Es hat mich in vielerlei Hinsicht mitgenommen und berührt. Der gesamte Handlungsablauf ist so genial durchdacht und von einer Spannung durchzogen, die mir durch Mark und Bein ging. Die Idee eines derartigen Szenarios ist nicht direkt neu, aber die Art und Weise, wie die Autorin das Ganze umgesetzt hat, ist einfach gigantisch. Nicht nur jede Menge unvorhergesehene Wendungen, sondern auch Verzögerungen und verheißungsvolle Gedankengänge der Protagonistin haben das Spannungslevel stets im Alarmbereich gehalten. Ich habe meist etwas Furchtbares in genau den falschen Situationen erwartet und etwas Wunderbares ebenso. Irgendwann war ich so an die Geschichte gefesselt, dass ich wirklich mitgelitten habe. Die Angst, die unerschöpfliche Hoffnung, die wachsende Zuneigung der Protagonisten und die ruhelosen Gesamteindrücke, lasteten wie ein schweres Gewicht auf mir und haben mich gleichzeitig in kleinere Schwärmereien gebracht. Wie kann sich etwas Gutes, etwas Reines in solchen Zeiten entwickeln, um dann brutal und unerbitterlich zerrissen zu werden? „Das kann doch jetzt nicht wahr sein?“ war wohl mein Standardgedanke. Genial empfand ich auch die Bedeutung mancher Gegenstände oder kleinerer unscheinbarer Situationen, die sich schließlich in den Fokus katapultieren und dort ein wahres Leuchtfeuer der Erkenntnis hervorrufen. Es ist auch so viel an Geschichte und Potenzial vorhanden, dass ich mir sicher bin, dass mich die beiden nachfolgenden Teile ebenso vom Hocker hauen. Sie fängt jede Menge „kleinere“ Handlungsstränge an und vereint diese zum großen Ganzen, allerdings sind auch zum Ende noch einige offen geblieben und machen absolut neugierig auf mehr.
Absolut mein Geschmack waren so manche Kämpfe und Zusammentreffen der unschönen Art. Es war blutig, grausam, bestialisch und das alles mit einer Hingabe beschrieben, dass man als Leser beinahe um sein eigenes Leben bangen musste. Die Detailtreue hat mich zum ersten Mal nicht gestört und ich war gleichermaßen fasziniert wie geschockt.

Die Personen oder eher die Protagonistin Alex war mir sofort sympathisch, gebeutelt vom Leben und absolut bemitleidenswert macht sie sich auf die Reise, ihre wohl letzte Reise. Sie wirkt distanziert, ohne Lebenswillen und ausgelaugt. Sie widersetzt sich „dem Monster“ in ihrem Kopf nicht länger und genießt die scheinbare Ruhe in den Bergen.
Dass ihre Welt plötzlich aus den Angeln gehoben wird, gibt ihr neuen Mut und Lebenswillen. Sie entdeckt nach dem „Anschlag“ einige Veränderungen an sich und es beginnt eine tolle Entwicklung. Sie ist anfangs sehr unsicher, stellt sich immer wieder ihren Tod vor bzw. deutet Zeichen ihres herannahenden Todes. Sie ist etwas verschlossen, schwierig und möchte ihr eigenes Ding durchziehen. Doch schon bald lernt sie, dass es Menschen auf dieser Erde gibt, für die es sich immer zu kämpfen lohnt. Nicht nur sie selbst ist wertvoll und sollte gerettet werden, sondern auch die, die sie liebt bzw. lieben lernt. Sie verbringt eine kurze glückliche Zeit mit Tom und Ellie, lernt dort zu Vertrauen, sich geborgen zu fühlen, Sicherheit zu haben. Sie löst sich ein Stück weit von ihren Fesseln. Ihre Krankheit begleitet sie dennoch, sie spricht nicht darüber, macht sich aber Sorgen wie es weitergeht und gerät nicht selten in einen kleinen Zwiespalt. Oft genug jedoch wird dies von anderen Sorgen verdrängt. Denn nicht nur ihre Krankheit schlummert im Verborgenen, sondern auch die Veränderung, sie kann Dinge riechen, die scheinbar sonst keiner wahrnimmt. Ist das der Anfang vom Ende?
Sie entwickelt nicht nur Willensstärke, sondern auch Durchhaltevermögen, strategisches Denken und wie man Sachen zu seinem Vorteil nutzt. Sie wird zu einer richtigen Überlebenskünstlerin und nicht selten auf die Probe gestellt, denn Tom und Ellie sind nicht die einzigen Menschen, die ihr bald mehr bedeuten als sie ahnt. Sie passt sich nahezu jeder Situation perfekt an, lernt schnell und bringt eine unbändige Stärke hervor. Ich konnte so oft mit ihr fühlen, ich habe sie verstanden, in jeder Hinsicht und habe mich derart über mich selbst gewundert, denn nicht alles entspricht meinen „Werten“. Wie man soviel Unglück auf einmal erfahren kann, ohne daran zu zerbrechen gleicht einem Wunder, dennoch ist es völlig plausibel dargestellt und jede Handlung, jeder kleinste Schritt, den Alex tut, führt sie näher an eine Persönlichkeit, die sie ohne ihre Schicksalsschläge sowieso geworden wäre. Es blitzen schon zu Anfang sehr viele zarte Keime der späteren Eigenschaften hervor, daher war es nicht unrealistisch. Im Gegenteil!

FAZIT
Eine absolut mitreißende, grausame und gleichzeitig herzzereißende Geschichte mit einer absolut tollen Protagonistin. Die Veränderung der Welt, wie wir sie kennen, ist wahnsinnig komplex dargestellt und erfüllt einen als Leser mit tiefschürfenden Gedanken. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzungen.
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