Kundenrezension

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vergnügliche Provinzposse mit Krimi-Elementen, 26. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Schweinskopf al dente: Ein Provinzkrimi (Broschiert)
Für Freunde von Rita Falks Reihe um den niederbayrischen Dorfpolizisten Franz Eberhofer ist jedes Buch ein bisschen wie nachhause kommen - von der Stadt heim ins Dorf, wo jeder jeden kennt und man nicht lange drum herum redet.

Der Franz auf jeden Fall ist nicht gerade zimperlich bei seinen Äußerungen. Uns Lesern erzählt er seine Geschichte in einem deftigen Plauderton, so als würden wir in Wolfis Wirtshaus bei ihm am Tisch sitzen. Mit dem "alten Kiffer" meint er seinen Vater, einen Landwirt mit Altachtundsechziger-Allüren, der gerne nachts in ohrenbetäubender Lautstärke Musik von den Beatles hört. Die Schweinezucht hat Eberhofer senior vor ein paar Jahren aufgegeben. Den ehemaligen Saustall des Hofes hat sich Franz provisorisch als Wohnung hergerichtet.

Wenn Franz von der "Schleimsau" spricht, dann ist damit sein Bruder Leopold gemeint, der in der Stadt eine Buchhandlung betreibt und in dritter Ehe mit der Thailänderin Panida verheiratet ist. Ab und zu erscheint der Leopold mit seinem Familiengeschwader auf dem elterlichen Hof und schmeichelt sich beim Papa ein, während der ganze Alltagsmist am Franz hängenbleibt. Und dann bricht sich regelmäßig eine ebenso offene wie kindische Geschwisterrivalität Bahn.

Seine Freunde und Kollegen sieht der Franz ebenso unsentimental und illusionslos wie seine Sippe. Nur seine Oma, die mit auf dem Hof lebt, kann in seinen Augen nichts falsch machen. Auch, wenn die Kommunikation mit ihr schwerhörigkeitsbedingt mühsam ist und mitunter zu peinlichen Situationen führt. Omas Kochkunst ist legendär und sie kümmert sich um ihren Buben. Auf die Oma lässt der Franz nichts kommen!

Sein besonderer Liebling ist jedoch seine kleine Nichte Sushi, die in Wirklichkeit Uschi heißt. Auch die Kleine liebt ihren Onkel "Wans" und hat eine innigere Beziehung zu ihm als zu ihrem Vater Leopold. Was den Leopold mächtig ärgert und den Franz mächtig freut.

Beruflich reißt sich der Eberhofer Franz nicht gerade ein Bein aus, weil in seinem Kaff Niederkaltenkirchen bei Landshut kaum je was los ist. Und wenn er mal einem Verbrechen auf der Spur ist, dann glaubt ihm keiner. Vor allem der Bürgermeister und der Richter Moratschek halten den Franz für einen ausgemachten Spinner.

Doch diesmal ist es anders. Richter Moratschek wird von einem entflohenen Häftling bedroht - und jetzt ist er es, dem man nicht glaubt. Doch der blutige Schweinskopf, den jemand dem Richter ins Bett gelegt hat, ist nicht zu übersehen. Das versteht auch der Eberhofer Franz als Warnung und quartiert den verängstigten Juristen auf dem elterlichen Hof ein.

Was nicht vorauszusehen war: Der Moratschek und der alte Eberhofer verstehen sich auf Anhieb prächtig. Jetzt hat Franz zwei kiffende, Rotwein trinkende alt-Achtundsechziger an der Backe, die nachts in einer Affenlautstärke die Musik ihrer Jugend hören. Der Richter will gar nicht wieder heim. Wenn Franz ihn loswerden will, muss er wohl den entflohenen Häftling finden und wieder einbuchten. Seine Polizeikollegen wähnen den Mann längst im Ausland und überschlagen sich nicht gerade vor Ermittlungseifer.

Leider sind der Richter und der Häftling nicht Franzens einziges Problem ...

Diese Provinzposse mit Krimihandlung lebt, wie die beiden Vorgänger-Bände WINTERKARTOFFELKNÖDEL und DAMPFNUDELBLUES vom derb-naiven Erzählstil des Helden und vom ländlich-rustikalen Personal, das sich in seinen Eigenheiten und seinen Beziehungen untereinander nie signifikant verändert. Die verschiedenen Kriminalfälle bringen Nebenfiguren und andere Überraschungen ins Geschehen, aber auf die Macken und Mucken der Hauptpersonen kann man sich hundertprozentig verlassen.

Wer sich einmal mit den mehr oder weniger überzeichneten Dörflern und Franzens unverblümten Erzählweise angefreundet hat, den erwarten in jedem weiteren Band vertraute Szenarien und er wird sich stets aufs Neue über den Eberhofer und sein skurriles soziales Umfeld amüsieren. Wer schon den ersten Band nicht witzig fand - und das gibt's -, der braucht's mit Band 2 und 3 gar nicht erst zu probieren.

Vorm Dialekt muss sich übrigens kein Leser fürchten. Durch Satzbau und einzelne Redewendungen wird zwar deutlich, dass der Erzähler aus dem bairischen Sprachraum kommt, doch ist das Buch nicht in Mundart geschrieben. Ein Glossar erklärt ein paar regionale Begriffe, deren Bedeutungen sich nicht zweifelsfrei aus dem Zusammenhang erschließen. Und weil der Franz gar so von den Kochkünsten seiner Oma schwärmt, sind auch noch ein paar ihrer Originalrezepte im Anhang aufgeführt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Schreiben Sie als erste Person zu dieser Rezension einen Kommentar.

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 


Details

Artikel

4.3 von 5 Sternen (334 Kundenrezensionen)
5 Sterne:
 (232)
4 Sterne:
 (45)
3 Sterne:
 (23)
2 Sterne:
 (8)
1 Sterne:
 (26)
 
 
 
EUR 14,90
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Rezensentin / Rezensent