Kundenrezension

19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Janusköpfige Darbietung, 10. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beethoven: Violinkonzert / Romanzen 1 & 2 (Audio CD)
Von Ludwig van Beethovens berühmtem Violinkonzert gibt es Aufnahmen wie Sand am Meer. Klassikneulinge werden beizeiten auf die bekannten Aufnahmen stoßen, zu denen auch die vorliegende zählt, ein Konzertmitschnitt aus dem Jahr 2002 mit Anne Sophie Mutter an der Violine und den New York Philharmonics unter Kurt Masur. Auffällig an der Aufnahme ist, dass sie in keiner Weise überragend ist, und sich deswegen die berechtigte Frage stellt, weshalb gerade diese Aufnahme sich einer derartigen Bekanntschaft erfreut. Im nichts sagenden Booklet - das Masur fast gänzlich unter den Teppich kehrt - verweist Mutter zwar auf die Demut, die man dem Werk Beethovens entgegen bringen müsse, davon ist in der Aufnahme allerdings nicht viel zu spüren.
Reizvoll ist freilich die Zugabe, nämlich die beiden weitaus weniger häufig aufgenommenen Violinromanzen Beethovens, deren Interpretation durchaus als bestechend bezeichnet werden kann.

Diese beiden Romanzen - Nr. 1 in G Dur op. 40 und Nr. 2 in F Dur op. 50 - entstanden beide vor dem monumentalen Konzert. Sie aber darauf zu reduzieren, dass sie bloß Studienwerke des Meisters seien, ist natürlich verfehlt, stecken die beiden doch voller Finessen. Ihr Tonfall ist melancholisch, wobei er vor allem in der berühmten zweiten Romanze bisweilen ins Schwelgerische gleitet. Sie wirken sogleich anziehend, lyrisch und anmutig.
Mutter vollbringt hier eine ihrer besten Leistungen, zumindest, soweit ich das beurteilen kann. Selten habe ich sie derart empathisch und zwingend erlebt. Auch der Orchesterpart ist mitreißend und absolut transparent, was in jedem Falle auch der hervorragenden Aufnahmequalität zu verdanken ist.

Für das Konzert selbst darf man sagen, dass Mutter hier eine große Chance verpasst hat - eine Chance, im Rahmen einer Liveaufnahme ihre Kritiker Lügen zu strafen, von denen der deutschen Geigerin immer wieder vorgeworfen wurde, zwar technisch brillant, aber interpretatorisch kalt und leidenschaftslos zu spielen. Leider entspricht sie hier dieser Kritik.
Dabei geben ihr Kurt Masur und seine glänzend aufgelegten New Yorker eine prima Vorlage: Die spielen transparent, in einem angenehmen Tempo. Masur versteht es trefflich, vor allem den epochalen Kopfsatz passend zu gliedern und scharf zu akzentuieren, so dass nichts versandet. Die lyrischen Linien im schlichten zweiten Satz nuanciert er farben- und kontrastreich wie wenige. Mutters Leistung bleibt weit dahinter zurück. Lediglich im spritzigen, berühmten Finale vermag sie sich eines kecken Tonfalls zu bemächtigen, der diesen Satz auch wirklich originell und gut durchhörbar macht.

Fazit: Anne Sophie Mutter aber schafft es nicht, dem Repertoireklassiker Violinkonzert noch etwas Neues abzugewinnen. Aufgrund der herausragenden Orchesterleistung und der wundervollen Darbietung der beiden Violinromanzen aber dennoch zumindest hörenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.10.2012 20:50:03 GMT+02:00
Andantino meint:
Mein Gott, Lateingott. Die Gedanken sind frei, aber bitte mehr Continentia gegenüber den Künstlern!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.10.2012 21:26:16 GMT+02:00
Ich hätte auch nicht gedacht, daß ich einmal den "Lateingott" werde verteidigen müssen. Ungeachtet der üblichen sprachlich-stilistischen Defizite ("...vermag sie sich eines kecken Tonfalls zu bemächtigen") und sachlichen Unzulänglichkeiten, hat sich Herr Arnold an keiner Stelle seiner Rezension unbeherrscht oder gar beleidigend über die an dieser Aufnahme beteiligten Künstler geäußert.
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent


Ort: Rödental, Bayern

Top-Rezensenten Rang: 378