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Kundenrezension

86 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gefährlich, 8. Juli 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Komm zum Punkt!: Das Rhetorik-Buch mit der Anti-Laber-Formel (Gebundene Ausgabe)
Thilo Baum hat ein gefährliches Buch geschrieben, das, nähme man es ernst und setzte man seine Ratschläge in Handeln um, zur Auflösung sämtlicher zivilisatorischer Errungenschaften führen müsste. Zu möglichen positiven Wirkungen des Buches vergleiche man die unten stehenden Rezensionen. Diesem Rezensenten geht es darum, verschiedene Gefahren aufzuzeigen, denen der Leser ausgesetzt wird, und zugleich dem Eindruck entgegenzuwirken, dieses Buch vermittle erstrebenswerte Fähigkeiten.

Der erregte Ton und die ständige Tendenz, sich dem Leser unter Rückgriff auf die certa des gemeinen Verstandes anzubiedern, prägen das Buch von der ersten bis zur letzten Seite. "Das Waffenarsenal der Laberbacken" heißt das zweite Kapitel. Allen Ernstes behauptet der Autor da, Schule und Hochschule seien "Rhetorikfallen", weil sie den Menschen darauf konditionierten, nicht möglichst Gehaltvolles, sondern möglichst viel zu sagen (S. 28f.). Bei Klausuren in der Schule habe es, erinnert sich Baum, ein Gesetz gegeben, "zunächst die Zeitvorgabe zu erfüllen. Erst dann ging es um Inhalt". Diese wahrlich krude Umdeutung der doch wohl schon aus praktischen Gründen völlig unumgänglichen Zeitvorgaben für Klausuren wird dann in Parallele zu den Seitenvorgaben der Universität gestellt, wobei unklar bleibt, auf welcher Universität Baum in die Situation kam, "mindestens zweihundert Seiten" (S. 29) zu irgendeinem Thema zu Papier bringen zu müssen. So beschäftige man sich denn (der konsekutive Aspekt stammt von Baum und erfährt keine nähere Begründung) an der Universität mit Zeitverschwendung und Nebensächlichkeiten, stelle als studierter Taxifahrer dann fest, dass man knappe Ansagen auch ohne Erläuterung verstehen kann, und ärgert sich mit vierzig darüber, keine Frauen abzubekommen, weil die vielmehr auf die "kurzen, knackigen und witzigen Formulierungen" [etwa eines Herrn Baum] stehen. Dass es womöglich im Leben noch anderes geben könnte als Geld und Frauen, ja dass es gar auch Frauen geben könnte, die selbst studieren [!] und deshalb von einem knackigen Besserwisser wie Herrn Baum eher belustigt sein dürften, liegt außerhalb seiner Vorstellungswelt und, so jedenfalls seine Berechnung, auch seiner Leser.

Auf den Seiten 64-67 deckt Baum dann schonungslos die Schwächen der Wissenschaftler auf: Sie scheitern "an ihrer Präzision". Weil sie sprachlich versagt, gilt Wissenschaft "verdientermaßen als unverständlich". Wissenschaftler nehmen sich wichtig und verwenden Fachsprachen, bemühen sich gar - und das ist das größte Problem - um "Exaktheit". Empört stellt Baum fest, "dass das Korrekte in der Wissenschaftswelt mehr zählt als die Verständlichkeit". "Sind Sie infiziert?", fragt er auf S. 67 den Leser, und bietet einen Test an, deren erste Frage alles sagt: "Befassen Sie sich mit Details so genau, bis sie vollkommen analysiert sind?". Wer das tut, hat verloren, denn "je verständlicher Sie sein wollen, desto mehr Zugeständnisse sollten Sie hinsichtlich der Präzision machen". Wie das geht, zeigt unabsichtlich ein seinem Buch vorangestelltes Zitat. "Wer nichts zu sagen hat, möge schweigen", soll Ludwig Wittgenstein gesagt haben (S. 7). "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen", hat er wirklich geschrieben (Tractatus logico-philosophicus, 7. Satz). Dass der ganze Sinn des Wittgensteinsatzes bei Baum (oder der von ihm benutzten Zitatsammlung ...) verloren geht, weil das Subjekt ein anderes wird und das Objekt den "Zugeständnissen hinsichtlich der Präzision" gleich ganz zum Opfer fällt, kann niemanden stören, der die Baumsche Kritik an den Wissenschaften und ihrer Exaktheit verinnerlicht hat. Baum spekuliert gar, die arrogante Exaktheit der Wissenschaft sei es womöglich, die ihren massenmedialen Durchbruch verhindere; vielleicht schaffe es mancher Wissenschaftler "deshalb nicht ins Fernsehen", welch letzteres offenbar für Baum ein schon per se erstrebenswertes Ziel ist. Die dümmliche Polemik wäre zu ignorieren, wenn sie nicht Ausdruck einer auf Leserschaft und Umsatz berechneten Strategie wäre, die sich - nicht zu Unrecht - im Einklang mit der communis opinio sieht. Hielte sich die Wissenschaft, etwa nach Lektüre des Baumschen Machwerks, an derartige Empfehlungen, wäre das ihr Ende, denn es lässt sich nun einmal nicht auf demselben Niveau in Umgangs- und Fachsprache kommunizieren, auch wenn Baum das immer wieder als selbstverständliche Prämisse voraussetzt. Man wünscht es niemandem, auch nicht Thilo Baum, dass er einmal, an einer unerforschten Krankheit leidend, auf eine Wissenschaft angewiesen ist, die - Baums Ratschlägen folgend - ihre Kommunikation auf Bildzeitungsniveau heruntergefahren hat und deren Protagonisten lieber in Kochsendungen auftreten, als auf Tagungen Forschungsergebnisse zu diskutieren.

Die Grundlage solchen Unfugs ist ein Kommunikationsverständnis von vorgestern. Baums ideale Kommunikation beruht letztendlich auf der Idee, dass man eine Information in den Anderen zu verpflanzen habe und dazu jedes von der eigentlichen Information ablenkende Beiwerk ablegen müsse. Dass Kommunikation aber so nicht funktioniert, dass es die Information nicht an sich gibt und verschiedene Selektionsmomente den Kommunikationsprozess begleiten, dass gerade das "Beiwerk" hierzu entscheidend beitragen kann - das alles hätte Baum, der sich frech "Kommunikationswissenschaftler" nennt, zum Beispiel bei Niklas Luhmann erfahren können. Freilich sind dessen Werke furchtbar exakt und gelten "verdientermaßen als unverständlich"; möglich auch, dass Luhmann es - zumal nach seinem Tod 1998 - nicht oft genug "ins Fernsehen geschafft" hat, um dort vom "Kommunikationswissenschaftler" Baum wahrgenommen zu werden. Hilfreich wäre es allemal gewesen, zumal Baum dann womöglich genug über Kommunikation gewusst hätte, um sein Buch nicht mit allerlei vom Thema wegführenden Exkursen füllen zu müssen. So verwechselt er Grammatik und Rhetorik, meint immer wieder in besserwisserischer Manier eines Herrn Sick, dem Leser richtiges Deutsch beibringen zu müssen. Das ist nicht nur ermüdend und banal, sondern wird manchmal auch richtig peinlich. "Etwas kommunizieren" hält er für "modischen Unsinn" und "falsch aus dem Englischen übersetzt" und empfiehlt stattdessen "Mit jemandem über etwas kommunizieren" (S. 143); aber lateinisch communicare ist (auch) transitives Verb und heißt dann "etw. mit jmd. besprechen", "etw. jmd. mitteilen". Baum, der gern einmal Kenntnis suggerierend eine altgriechische Grundbedeutung in den Raum stellt, hat - als "Kommunikationswissenschaftler" - gemeint, mit ein wenig Englischkenntnis Philologie betreiben zu können; ein ärgerlicher Fehler, aber sicher verzeihlich: Immerhin läuft Baum so kaum Gefahr, "an seiner Präzision zu scheitern", oder schlimmer noch, "sich mit Details so genau zu befassen, bis sie vollkommen analysiert sind" ...

Die völlige Kontextungebundenheit der idealen Kommunikation Baums, die bereits bei der Polemik gegen die Wissenschaftler zu beobachten war, springt den Leser auf jeder Seite an und wird doch nie reflektiert. Neben den Wissenschaftlern und den Politikern (wir kommen darauf zurück) hat Baum sich auf die Journalisten eingeschossen, deren Sprache er "abstrakt und blödsinnig" findet (S. 73). Sein Versuch allerdings, eine konkrete und klugsinnige (?) Sprache dagegen zu setzen, öffnet Abgründe. Aus der Nachricht "linke Gruppierungen lieferten sich heftige Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften der Polizei" will Baum - den "Bombast" einer Version entschärfend, die "uns kaum ins Geschehen zieht" - den schönen Satz extrapolieren: "Linke prügelten sich mit Polizisten!"; warum schließlich müsse die Formulierung abstrakt und distanziert sein? "Ins Geschehen hinein gezogen zu werden" ist ein Ideal des Fernsehens ("mittendrin statt nur dabei"), dem Baum aber ja auch sonst nacheifert. Gefährlicher ist die inhaltliche Reduktion des Satzes, die sicher "rhetorisch" genannt werden kann, vor allem aber ideologisch ist. Dass es eben nicht einfach "Linke" sind, die "Polizisten" (etwa auf der Polizeiwache? In organisierter Jagd auf die Vertreter von Recht und Ordnung?) angreifen, sondern (einige) linke Gruppierungen, die (zu diesem Zweck angeforderte und nicht etwa gerade bei der Mittagspause überraschte) Sicherheitskräfte der Polizei angreifen, dass ferner von (sachlich vielleicht legitimationsfähigen, womöglich gar verbal geführten?) Auseinandersetzungen statt von (unzivilisierter, destruktiver, nicht legitimierbarer) Prügelei gesprochen wird, ist genau die Art von Differenzierung, die ideologischen Parolen entgegensteht. Ideologisierung durch Streichung der (aus Sicht dessen, der es tut!) nebensächlichen Details ist ein Propagandainstrument, und dass Baum das nicht merkt, spricht nicht für seine Fähigkeit, Texten und ihren Argumentationsstrategien auf den Grund zu gehen.

Tatsächlich geht Baum, der - so muss es scheinen - die Linken nicht mag und studierende Frauen für eine Unmöglichkeit hält, an anderer Stelle hart mit Formulierungen ins Gericht, die ER als ideologisch empfindet. In seinem Plädoyer für "Denglisch" verbindet er die Völkerverständigung mit der Aufforderung, die eigene Sprache für englische Wörter zu öffnen. "Fremde Wörter als Gäste in der deutschen Sprache abzulehnen, erinnert mich dagegen an ausländerfeindliche Propaganda" (S. 171). Es ist betreffend, die unterkomplexen Gedankengänge Baums hier und im Kontext der Stelle sogar in der ersten Person Singular nachvollziehen zu können. Er selbst stellt ein ganz überflüssiges Konglomerat von fremd - Gast - deutsch - Ablehnung zusammen und empfindet das eigene Gebilde sodann als Propaganda, die von unbekannter Stelle an ihn herangetragen wird. So schafft man sich Probleme, die man praktischerweise selbst lösen kann, und hat dabei gleich wieder eine Seite geschrieben. Wie lang wäre Baums Buch geworden, wenn er "sich mit Details [etwa seiner eigenen Argumentation] so genau befasst" hätte, wie man es eigentlich von einem erwachsenen Menschen erwarten sollte?

Jenseits aller ablenkenden Konnotationen wünscht sich Baum seine ideale Kommunikation. "Linke prügelten sich mit Polizisten!" erschien ihm dabei unverdächtig; nicht leiden kann er hingegen "ungewollte Zwischentöne" (S. 175). So belehrt er denn den Leser angesichts eines Beispiels: "Einige hier sind wohl der Ansicht, sie könnten diesen Job besser machen!". Der Satz "beinhalte" (ein rhetorisch nicht allzu geschickter Ausdruck: wer hält hier welches Bein?) eine negative Wertung, transportiere Vorwurf und Unterstellung. Nun ist allerdings schwer zu sehen, was an solchen Zwischentönen als "ungewollt" gelten kann, und so klagt Baum noch auf derselben Seite, solche Sprecher beriefen sich gern auf die reine Sachebene und täten unschuldig. "Schuldig" also ist man, wenn man sich nicht ins Büro stellt und den Leuten direkt sagt, für wie dumm man sie hält. Man könnte auch die Ansicht vertreten, dass Zwischentöne die Kommunikation unangenehmer Thesen ermöglichen, ohne dass gleich die offene Konfrontation gesucht werden muss. Man könnte meinen, das sei ein zivilisatorischer Fortschritt. Und tatsächlich ist das eigentliche Problem bei so vielen von Baums Beispielen gar nicht die rhetorische Vermittlung eines Gedankens, sondern der Gedanke selbst. Immer wieder bekommt man den Eindruck, dass Baum es einfach nicht nett findet, jemandem z.B. "etwas zu unterstellen", wie er sich ausdrückt, und deshalb so sensibel auf ungewollt-gewollte Zwischentöne reagiert. Instruktiv ist S. 31: Robin gibt Ines keine klare Antwort, sondern übt sich im "um den heißen Brei herumreden". Baum stellt dazu fest: "Einer der wichtigsten Gründe, um den heißen Brei herumzureden, ist die Verschleierung des eigenen abscheulichen Verhaltens". Es ist also gar nicht Robins Rhetorik, die zu korrigieren ist, sondern sein Verhalten, was doch verwundern sollte, denn Robin ist eine ausgedachte Figur für einen der zahlreichen Minidialoge, mit denen Baum Seite um Seite füllt; die moralische Läuterung dieser Figuren in einem Buch zur Rhetorik erscheint unpassend. Die gleiche Beobachtung macht man aber bei der Behandlung der Politiker. "Das Wohl des Volkes tritt hinter der [sic!] Wiederwahl zurück", heißt es im empörten Rumpeldeutsch der Überschrift auf S. 69 (zurücktreten kann man von etwas oder wohin; man stellt sich ein Volkswohl vor, das heimlich, hinter einer Wiederwahl positioniert, eine ungenannte Attacke erwidert, indem es "zurück tritt"). Der ganze Abschnitt S. 67-71, intelligent überschrieben mit "Warum Politiker so dummes Zeug reden", ist eine Invektive gar nicht primär gegen die Rhetorik der Politik, sondern gegen "Populismus", "Politiker", also "die, denen neben den Managern kaum noch jemand traut", gegen die Gesetze der Demokratie, die eben das Wohl des Volkes "hinter der Wiederwahl" zurücktreten lassen, kurz, wie auf S. 32 formuliert: "Dummheit, Kurzsicht und Ziellosigkeit - das übliche Elend der Politik eben". Auch damit füllt man vier Seiten, aber dass man dabei etwas über geschickten Ausdruck oder gar Rhetorik lehren könne, kann man nicht ernsthaft glauben. Wie unpopulistisch es im Übrigen ist, auf der Welle der Intellektuellen-, Politiker- und Managerschelte mitzufahren und, von ihr getragen, undifferenzierte Polemik als Rhetorikunterricht zu verkaufen, sei dahingestellt.

"Kommunikation mit Spezialisten macht selten Spaß" (S. 53), meint Baum. Er selbst ist zwar kein Spezialist, sondern ein Dilettant reinsten Wassers, doch dass die Lektüre seines Buches deshalb "Spaß" bereiten müsse, wäre ein Fehlschluss. Weil Baum und seine Leser die Wissenschaften nicht verstehen, die Linken nicht leiden können, die Frauen für unterbelichtet halten und die Politiker verachten, sollen wir jetzt alle aufhören zu "labern". Den Bumerang hat Baum selbst an den Anfang seines Buches in Form des vermeintlichen Wittgensteinzitates gesetzt: "Wer nichts zu sagen hat, möge schweigen".
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1-10 von 11 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.08.2009 09:44:01 GMT+02:00
Rudi Raucher meint:
Hahaha, was für ein Kommentar! Der arme Rezensent beweist beeindruckend, dass er Thilo Baums Buch zwar sehr genau gelesen, aber leider keine einzige Zeile verstanden hat.

Veröffentlicht am 25.11.2009 23:19:19 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.11.2009 23:25:20 GMT+01:00
Flash Gordon meint:
Ich habe die Rezension nicht komplett gelesen! Und der Rezensent zeigt, wie Herr Raucher korrekt bemerkt, dass er sich nicht darauf versteht, sich kurz zu fassen. Ich bin auch kein Freund des langen Satzes und man kann in kurzen Sätzen meist mehr sagen als in Langen. Wo der Rezensent aber Recht hat, ist in seiner Verteidigung des wissenschaftlichen Schreibens. Wissenschaft muß korrekt sein, deswegen ist sie aber noch lange nicht unverständlich. Lange Sätze und Schachtelsätze, sowie Fremdwörter und Fachwörter machen sie unverständlich. Nicht die Präzision sollte vermieden werden, es sollte vielmehr diese Ausgeburt wissenschaftlicher Arroganz dort verschwinden, wo sie für Präzision nicht zwingend ist.

My two cents ;)

Veröffentlicht am 29.11.2009 11:12:19 GMT+01:00
WWK meint:
Dieses Buch ist tatsächlich gefährlich - weil es dogmatisch ist und anders Denkende diffamiert... die denkbar schlechteste Voraussetzung für gelingende Kommunikation!

Veröffentlicht am 28.02.2010 12:21:41 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.02.2010 12:49:06 GMT+01:00
S. aus B. meint:
Ich kann den anderen Kommentierenden nicht beipflichten - die Länge der Rezension spricht dafür, dass hier wirklich konstruktiv und glaubhaft für oder gegen das Produkt argumentiert wird. Die Belegfreude erinnert wahrlich an wissenschaftliche Arbeiten, ist mir aber immer noch lieber als kurze dahingeworfene und eher undifferenzierte Meinungen zu einem umfassenden Werk.
Ich habe beim Lesen der Rezension häufig meine Eindrücke zum Buch/Autor bestätigt bekommen und bin sehr wohl der Meinung, dass die Rezension die Kritik auf den Punkt gebracht hat - und das gerade ob der Länge. Ich habe mit Genuss alles gelesen und Danke herzlich für die Mühe, die in diese Rezension gesteckt wurde!
Ich möchte gerne noch ergänzen, dass ich besonders enttäuscht von dem Absatz "Keine Paraphrasen!" (S. 38) war. Hier biegt sich der Autor etwas zurecht, unterstellt die komplett falsche Anwendung einer Kommunikationstechnik. Obwohl er selber später feststellt, dass immer 4 Ebenen der Interpretation einer Aussage möglich sind (S. 47), bringt er diese beiden Aspekte nicht zusammen. Hierbei hätte ein guter Autor darauf hingewiesen, wofür das Paraphrasieren eigentlich gedacht ist: Sich zu vergewissern, ob man die Botschaft des Senders in die richtige Kategorie eingeordnet hat und ihn somit richtig verstanden hat. Mit albernem Nachäffen, wie Herr Baum es aber schildert, hat das nichts zu tun. Spätestens ab diesem Abschnitt hat sich bei mir der Beigeschmack eingestellt, hier wird der Inhalt mit an den Haaren herbeigezogenen Aspekten künstlich angereichert. Ob Herr Baum hier wieder ein mal Opfer der Oberen (Verlag) geworden ist, weil es eventuell hieß: unter 200 Seiten geben wir kein Buch raus? :-)

Veröffentlicht am 08.11.2011 23:54:49 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 08.02.2013 09:36:47 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 13.02.2012 06:56:56 GMT+01:00
Eine Kundin meint:
Ich weiß nicht, wer dieser Autor ist und von wem er gestützt wird, aber "gefährlich" ist defitinitiv untertrieben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.11.2012 12:48:58 GMT+01:00
Glenn Silber meint:
Nein, das tut er nicht! Er weist völlig zurecht darauf hin, dass es sich bei Thilo Baum um einen der zahlreichen modernen Sophisten handelt. Hören Sie nur seinen Radiobeitrag in der SWR2-Aula vom 25.11.2012 und fragen sich, wieso - außer Th. B. - noch niemand auf diese Ideen gekommen ist. Vermutlich liegt es daran, dass die beschriebene Probleme doch viel komplexer sind als er sie beschreibt, und Problematisierung letztlich die "nachhaltigere" Kompetenz sein dürfte als schnelle und oft vermeintliche Lösungsorientierung.
Danke dem Rezensenten für diese kluge Rezension!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.11.2012 12:52:45 GMT+01:00
Glenn Silber meint:
Seien Sie versichert: Es gibt noch Leserinnen und Leser, die (zumal gute) Texte lesen, auch wenn sie länger sind. Dagegen scheinen die Befürworter des rezensierten Buches von Th. B. ganz offensichtlich Präferenzen für Formate im Stile "Bild dir eine Meinung" und Focus zu haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.11.2012 23:35:02 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 30.11.2012 15:03:32 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 23.11.2013 08:15:07 GMT+01:00
Ralf Schmidt meint:
Vielen Dank für diese Rezension Herr B.E.
Der Umstand, dass ausgerechnet Sie mit ihrer extrem ausschweifenden und, mit Verlaub, selbstdarstellerischen Schreibweise dieses Buch negativ bewerten lässt vermuten das es zum Thema "Auf den Punkt kommen" in's Schwarze trifft.
Warum wohl sollte es Sie sonst zu diesem Erguss voller umständlich formulierter Inhaltslosigkeiten animiert haben!?
Ein Kommentator schrieb etwas von "Geschwurbsel".
Ich kannte das Wort bisher nicht, aber wenn es auf irgend etwas passt dann auf diese Rezension hier ;-)
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