Kundenrezension

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Finnische Omnium Gatherum-Pracht auf ihrem (bisherigen) Höchstniveau, 10. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beyond (Audio CD)
Regelmäßige (damit meine ich 1-3 Jahresintervalle) Veröffentlichungen sind ein warmes Licht für jede leidenschaftliche Hörerseele. Solange die Musik einen hohen Standard hat ist auch die Vorfreude immer dementsprechend groß. Mit Blick auf die ersten frischen Outputs des Jahres machte mein Herz für finnischen Melodic Death Metal dementsprechend einen schönen Satz nach vorne. Hohen Standard haben Omnium Gatherum nämlich allemal, was mit den beiden Vorgängern „The Redshift“ und „New World Shadows“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. Besonders „The Redshift“ betrachte ich als ein kleines Highlight des finnischen Metals. Ein neuer Rundling liegt nun im Frühjahr 2013 – zwei Jahre nach der letzten Veröffentlichung – in Form von „Beyond“ vor.

Das Sextett kann man getrost als eigenständig betrachten und auch auf der vorliegenden Scheibe zeigt sich der typische Omnium Gatherum-Sound mit all seinen Trademarks. Stilistisch bündelt der Neuling zielsicher jene Facetten, welche mir bei den beiden Vorgängern extrem zugesagt haben. Dabei zeigt das Sextett Talent dafür den Hörer durch seine Musik, welche längst nicht nur Härte sondern auch melancholisch verträumte Klanglandschaften („Luoto“) präsentiert, in ein ganz eigenes musikalisches Umfeld zu bugsieren.

Omnium Gatherum fabrizieren einmal mehr eine unverwechselbare Magie, welche sie aus dem Dunstkreis anderer Melo Death Acts hervorstechen lässt. Speziell das enorme Klangvolumen – sicher auch durch die schöne Tonqualität zustande gekommen – ist ein Schmankerl auf dem Büffet der Finnen. Um ihr ganz eigenes Süppchen zu kochen setzen die Finnen besonders hohe Stücke auf das dynamische und raffiniert abgestimmte Zusammenspiel der Elemente, welche „Beyond“ zeichnen. Hierzu zählt jeder Musiker in gleichem Maße, so wird das Gesamtbild sehr ausgewogen und abwechslungsreich dominiert. Das Mitwirken eines jeden ist auf wunderbare Art zu jeder Sekunde spürbar ohne dass der Zusammenschluss überladen wirkt.

In diesem Falle liegt der Fokus also nicht auf Gitarre, Gesang oder ähnlichem, sondern auf einem Sound als ganzes. Markus Vanhala und Joonas Koto wissen um ihre Saiten und brillieren von unterschiedlichsten Positionen. Ob nun verzerrt mit punktgenauem Groove und stürmischem Elan, bestechend durch wunderbare Melodiebögen von Cleangitarren (verträumt und herzerweichend: „The Unknowing“ oder „Luoto“ (zweistimmige Gitarrenlinien)) oder durch herausragende Soli mit technischer Oberklasse. Eine zeitlose Atmosphäre kann infolge vor allem durch deren traumhaftes Zusammenspiel mit dem Keyboard (Aapo Koivisto) entfacht werden. Genannter Tastenmann besticht insbesondere durch sphärisch melancholische Klangteppiche welche eine ultimative Fläche und eine schöne Grundharmonie für das Geschehen darlegen. Ein ums andere mal wird hier das Schaurige, das Traurige sowie das Sehnsüchtige präsent gebündelt und formiert sich zum geschickten Lenker der musikalischen Gefühlslage. Dennoch sind die Tasten selbstredend auch im Melodiespiel (meist als Doppelung) vertreten.

Power, reißerische Intensität oder einfach nur rhythmisches Wohlbehagen weiß das Zusammenspiel aus Drums und Bass bestens zu erbauen. Dynamisch, variabel (mal in hohen Doublebase-Tempi, mal mit fantastischen punktierten Akzentuierungen („White Palace“) oder einfach platz –und bodenschaffend mit gekonnter Wirksamkeit) und selbstbewusst laden diese in vielen Passagen zur Begeisterung ein. Positiv überrascht hat mich hier das selbstständige Spiel des Dicksaiten-schwingenden Eerik Purdon, welcher nur als Session-Bassist für diesen Rundling eingetragen ist, dafür aber enorm ausführlich und detailliert auch mit Verzierungen (zu keiner Zeit unpassend) auftritt.
Last but not least: Allen voran kann Ausnahmefronter Jukka Pelkonen wieder als erhabener Kopf der Band - mit viel Charakter und einer breiten Stimmvielfalt am Mikro – eine berauschende Show abliefern. Sowohl der warme Klargesang („Who Could Say“ wagt sich erfolgreich in Gothic-artige Tieflagen) wie auch das majestätische Growlen haben mir zusätzlich große Vorfreude auf diese Langrille bereitet, welche auch vokalisch in ihrer Erwartungshaltung positiv bestätigt wurde.

In diesem Konstrukt aus dem Tun der sechs hochwertigen Musiker entsteht ein Handwerk, welches viel prächtiges beherbergt: Elegisch sehnsüchtige Atmosphäre, zeitlose Arrangements, wunderbar gehaltene Spannung, Akkordfolgen und Melodien zum Niederknien sowieso einen finnischen Gemütsgeist welcher inklusive der eigens entwickelten Stilistik der ohnehin runden Sache letzten Schliff verpasst.
Auch auf „Beyond“ wissen Omnium Gatherum wieder um den Einsatz modernerer Soundelemente – vordergründlich die Keybordeinleitung von „The Sonic Sign“ -, was jedoch nie in den Bereich des Kitsch fällt und im Verbund mit dem Songwriting gut zu Gesicht steht.

So darf ich „The Sonic Sign“ ohne Umschweife als außergewöhnlich guten Song bezeichnen, wobei mir ganz besonders die Gitarrenführung und die nach vorne gehende Intensität („The quickest and the fastest under the sonic sign!“) den Atem rauben.
Grundsätzlich bringt jeder Track dieser Scheibe einen hohen Überzeugungsgrad mit sich. Die Longplayer „Nightwalkers“ (8 min.) und „White Palace“ (knapp 11 min.) sind zwar der Länge entsprechend sehr indirekt und fallen dadurch schwach von dem restlichen Inhalt ab, dies tut ihnen in Spannung und Qualität allerdings nur geringfügig Abbruch. Keinesfalls darf man diese demnach als schlecht verurteilen, denn ich habe in Referenz zu anderen Songs des Outputs gesprochen. Bei mehrmaligem Hören wird die Angelegenheit dann auch (deutlich merkbar) präsenter. Ebenso kann „Who Could Say“ mich trotz anfänglicher Distanz inzwischen immer mehr überzeugen, was man auf „Beyond“ auch als Ganzes beziehen kann. Mit jedem Durchlauf weiß dieses neue Album an Qualität zu steigen.
Selbst das Rush-Cover „Subdivisions“ (Special Edition) dominiert die Repeat-Taste und zeigt meines Erachtens mehr Charakter als das Original, zumal eigens hinzugefügte Anleihen das Stück sensationell zu krönen wissen.

Als ganz groß möchte ich jedoch vor allem den Instrumental-Opener „Luoto“ samt seiner tiefgehenden Melodien, die Düsterperle „In The Rim“ (gleich einem eingängigen aufbrausendem Sturm mit hohem Drama-Faktor), das stimmungsvoll geladene „Living In Me“ und - mein absolutes Highlight und gleichzeitig Single-Auskopplung des Albums – „The Unknowing“ (leidenschaftlich skandinavische Ekstase) hervorheben.

Schlussendlich möchte ich jedes einzelne Stück als Erfolg der finnischen Musik und auf die Band bezogene Bestleistung der bisherigen Tätigkeits-Ära bezeichnen. Zwar tritt man (selten) an mancher Passage songwriterisch nicht in gänzlich komplettierter Präzision auf, jedoch verzetteln sich die Mannen aus Karhula nie auch nur in kleinsten Ansätzen in ihrem Gesamtkonzept. Durch dieses wird die Genialität in erster Linie bestimmt, so empfehle ich als exklusiven Genuss sich in voller Ruhe dieses Ausnahmewerk mal als Ganzes zu genehmigen, was unweigerlich von den ersten Tönen bis zur Zielgeraden (welche das Album im Longplayer „White Palace“ wieder mit dem Thema von Pfortenöffner „Luoto“ enden lässt) finnisch musikalische Schönheit für das Gehör verspricht.

Omnium Gatherum haben mit diesem Album ihre Stärken gebündelt und bewusst mit ihrem ganz eigenen finnischen Zauber gearbeitet. „Beyond“ darf getrost als (bisher) stärkstes Album bezeichnet werden und zeigt sich als starke Melodic Death-Bereicherung für das noch recht frische Jahr. Der Sechser unterstreicht nochmals warum er auch international inzwischen höchstes Ansehen genießt und präsentiert sich mit seiner klanglichen Farbenpracht inzwischen weit qualitativer als benachbarte Genregrößen. Wärmstens ans Herz gelegt sei „Beyond“ also einer jeden melancholisch düsteren Seele des Melodic Death Metals, welche sich auch gerne dem künstlerischen Schaffen von Gruppen wie Amorphis, Insomnium, Before The Dawn und anderen hingibt. Wunderbar!

Kurzes Wort zum Cover-Artwork: Trifft die musikalische Welt samt ihres sehnsüchtigen Charakters sehr gut und präsentiert obendrein eine malerisch sehr natürliche Optik. Wunderbar gelungen!

16/20 Punkte
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