Kundenrezension

5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 30. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: The Wild Hunt (Audio CD)
Gespannt konnte man sein, auf den neuesten Watain Output, gab es doch im Vorfeld einige Aussagen der Band, dass es Änderungen bzw. neues, band-ungewöhnliches zu hören geben werde. Gleich im Voraus: Jeder der mit "Lawless Darkness" was anfangen konnte, wird auch vom neuesten Werk nicht enttäuscht sein, auch wenn diverse Songs gänzlich(!) untypisch daherkommen. Die Scheuklappen mal kurz beiseite zu legen kann zum Teil also durchaus nicht schaden…

Los geht’s mit dem sich langsam aufbauenden Intro "Nightvision", dass direkt an das Ende von "Waters of Ain" anknüpft, aber gegen Ende immer majestätischer wird. Was dann folgt, ist die pure schwarzmetallische Raserei – "De Profundis" fegt einfach alles weg, was sich in den Weg stellt. Nach dem Intro ein brutaler Schlag ins Gesicht. Irre (Thrash-)Riffs, giftigste Vocals, immer wieder durch stampfende Midtempo-Drums aufgelockert – heftiger Beginn. Die darauffolgenden Songs "Black flames March" (wieder mit stampfenden Drums) und "All that may bleed" kommen als typische Watain Kracher daher und hätten locker auf dem Vorgänger Album stehen können.
Fragte man sich bisher, wo denn nun die angekündigten "Änderungen" seien, so findet man die Antwort bei "The Child must die". Watain wagen sich heraus aus der Komfortzone und komponieren einen beinahe reinen Heavy Metal Track – im Watain Gewand versteht sich. Erik zügelt seine Stimme und die melodische Gitarrenarbeit tut ihr übriges, von der Band so nicht zu erwarten. Absoluter Anspieltipp! Als ob der Song nicht schon überraschend genug war setzen die Schweden mit "They rode on" noch einen drauf. Eine, nun ja, Ballade bei Watain? Gibt’s nicht!? Gibt’s doch! Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig – nicht der Track an sich, sondern, dass er von Watain stammt – weiß "They rode on" nach jedem Durchlauf mehr zu gefallen, bis er irgendwann nicht mehr aus dem Kopf geht. Vorbild waren hier wohl "Fade to black" oder auch "Nothing else matters" von Metallica und auch Bathory mag man heraushören (Gitarren). Anfangs langsam mit Akustikgitarren steigert sich der Song immer weiter bis zum großen Finale. Erik singt sich komplett clean (!) die Seele aus dem Leib und macht dabei einen grandiosen Job. Wer hätte das gedacht, dass hinter dem Frontgifter ein solch talentierter Sänger steckt?! Zum Ende und gleichzeitigen Höhepunkt erhält er dabei weibliche Unterstützung. Die fantastischen Lyrics runden das Ganze endgültig ab – schaurig schön. Wer sich jetzt in Sicherheit hat wiegen lassen, wird mit dem fiesen "Sleepless Evil" sein schwarzes (sic!) Wunder erleben und von den ballernden Drums und pfeilschnellen Riffs überrannt. Der darauffolgende Titel-Track ist eine tiefe Verbeugung vor den Watain-Faves Bathory. Mit derselben Erhabenheit ausgestattet, die auch die eben genannten Bathory ausstrahlen, ist "The wild hunt" ein wahrer Epos. Erik singt dabei wieder mit seiner cleanen Stimme, was Watain auch hier abermals gut zu Gesicht steht. Wahnsinns Song! "Outlaw" beginnt ungewöhnlich mit Tribal-Drums und Voodoo-Ritualgesängen, bevor der Track in den Vollgasmodus umschaltet. Zwischendurch gibt’s auflockernde Midtempo Parts und ein feines Solo. Der Track endet nach dem Höllenritt genau wie er begonnen hat mit Tribal-Rythmen und den Gesängen. Das Instrumental "Ignem Veni Mittere" bereitet den Hörer auf das abschließende "Holocaust Dawn" vor. Hier zeigen Watain nochmal die ganze Palette ihres Könnens. Von Midtempo bis ultraschnell, von melodisch bis rabiat werden alle Facetten der Musik von Watain abgedeckt. Zur Krönung gibt’s noch einen düsteren Walzerpart (!) mit Akkordeon, der den Song endgültig zu einem Highlight werden lässt.

Fazit: Watain schaffen es ausgetretene Pfade zu verlassen, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen oder an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die Songs sind, ich denke das kann man so sagen, entweder melodischer Natur oder eben unglaublich brutal. Die neuen Einflüsse, unter anderem der Clean Gesang, stehen der Band hervorragend und wurden perfekt in den typischen Sound integriert. Für Black Metal Puristen teilweise wohl eine Enttäuschung, für alle anderen die – wie eingangs erwähnt – ,die Scheuklappen weglegen, offenbart sich mit "The wild hunt" ein wahres extremmetallisches Meisterwerk, das einen nicht mehr loslässt.
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