Kundenrezension

193 von 201 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muh? Nein, Danke, 15. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Milch besser nicht: Ein kritisches Lesebuch (Broschiert)
Dank vieler aufwändiger Werbekampagnen werden Milchprodukte von den meisten Verbrauchern als nahrhaftes, gesundes Nahrungsmittel angesehen. Dieses Erscheinungsbild wurde und wird immer noch durch die Hersteller von Molkereiprodukten sorgfältig aufgebaut und durch angeblich wissenschaftlich begründete Aussagen erhärtet. Dabei wird vor allem auf den relativ hohen Kalziumgehalt hingewiesen. Nur selten werden kritische Fragen gestellt, und wissenschaftlichen Forschungen, die auf mögliche negative Wirkungen hinweisen, kommen fast nie zu Wort. Ausnahmen sind das Problem eines Laktasemangels bei einem Teil der Bevölkerung sowie eine mögliche Milcheiweißallergie.

Eine Arbeit wie die vorliegende ist daher eher die Ausnahme, eine umfassende Übersicht über die verschiedenen Aspekte der Milch und anderer Molkereiprodukte: kulturhistorisch, ethisch, wirtschaftlich-statistisch, ökologisch,technologisch, juristisch, hygienisch und medizinisch.

Die Autorin dieses Buches ist Juristin und stieß berufshalber auf dieses Thema bei einem Studium der europäischen Richtlinien über Milch und Molkereiprodukte. Sie verfasste " mit sachkundiger Hilfe von Ulrike Martin-Plonka (Ernährungsberaterin mit dem Spezialgebiet Behandlung von Lebensmittelallergien) " eine vielseitige, umfassende und kritische Bewertung von Milch und Molkereiprodukten, wobei zahlreiche interessante " manchmal auch unerwartete " Aspekte unter die Lupe genommen werden.

Dass es viele Menschen gibt, die durch den Verzehr von Milch und Milchprodukten krank werden, war für die Autorin eine völlig neue Erfahrung, und deswegen beginnt sie ihr Buch mit einem tiefgehenden Studium des Themas Milch. Vor allem interessant für Ernährungswissenschaftler und -berater sowie für Ärzte sind die Auseinandersetzungen über die ursächliche Beteiligung von Milch und Molkereiprodukten bei der Entstehung von schweren Krankheiten (u.a. Diabetes, Arteriosklerose, Hyperhomozysteinämie, Star, Brustkrebs).

Durchaus bekannt sind die essentiellen Unterschiede in der Zusammensetzung der Milch beim Menschen und bei den anderen Säugetieren.

Wie die Milchkuh immer wieder schwanger gemacht, warum das Kalb der Mutterkuh weggenommen, wie die Kuh maschinell gemolken und wie die Milchproduktion erhöht wird, das Problem mit den Wachstumshormonen, die Antibiotika, die europäische Gesetzgebung darüber, die ungelöste Frage der möglichen BSE-Übertragung durch Kuhmilch, das sind einige von den vielen Themen, die aufgegriffen werden.

Auch die "Milch-Kalzium-Knochenbildung-Beziehung" wird gründlich und kritisch durchleuchtet. Das gleiche gilt sogar für die die neuerliche Behauptung, dass Milch zur Gewichtsreduzierung eingesetzt werden kann.

Die Autorin erklärt, wie es möglich wurde, dass der heutige Mensch von relativ mäßigem Milchkonsum als Naturprodukt direkt vom Bauern übergegangen ist zum Massenkonsum des heutigen Industrieproduktes. Die Milchindustrie hat seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, und noch mehr nach 1970 mit der Anwendung von moderner Maschinentechnik für die Milchproduktion, ein exponentielles Wachstum erfahren mit enormer Zunahme des Verbrauchs insbesondere von Käse, Joghurt, Sahne und Milcheis. Es ist auch beeindruckend zu lesen, inwieweit viele verschiedene Nahrungsmittel Milchbestandteile enthalten.

Dieses Werk mag ab und zu ziemlich kompliziert erscheinen, aber die Lektüre ist durchaus faszinierend und lehrreich. Außerdem wird viel Wert gelegt auf die Erklärungen von Begriffen aus der Lebensmittel-Biochemie und der Gesundheits- und Krankheitslehre. Z.B. werden viele interessante Informationen über Milchzucker (Laktose) und Milcheiweiß (besonders Kasein) geboten. Dabei kommen noch viele Tatsachen ans Licht, die man ins klassischen Handbüchern über Ernährungslehre meistens nicht findet.

Maria Rollinger hat die wissenschaftliche Literatur gründlich durchforstet. Durchgehend gibt es in Fußnoten Hinweise auf Websites, wissenschaftliche Referenzen, zusätzliche Erklärungen. Im Anhang findet man ein Glossar mit häufig gebrauchten Fremdwörtern und Literaturangaben, Internetadressen und ein Stichwortverzeichnis.
Jeder, der sich für das Thema Milch als weit verbreitetes Nahrungsmittel interessiert, wird dieses Buch mit Gewinn lesen und seine eigenen Schlussfolgerungen daraus ziehen können.

Prof. Dr. Marcel Hebbelinck (Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des VEBU)
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Von 2 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.11.2010 12:03:14 GMT+01:00
Der Beitrag hat mich überzeugt. Ich werde das Buch jetzt gleich bestellen. Ich war 35 Jahre lang überzeugter Milchprodukte-Fan, nach der Geburt meines Sohnes wurde bei diesem aber eine Kuhmilcheiweißallergie festgestellt und da ich sehr lange gestillt habe, hat mir die Ärztin empfohlen, auch komplett auf Milchbestandteile zu verzichten. Das ist nicht einfach, denn Milch steckt überall drin, habe ich festgestellt. Aber für mein Kind habe ich die Entbehrung auf mich genommen und nach wenigen Wochen habe ich festgestellt, daß ich wohl auch eine Milchallergie hatte. Nachdem ich mit der Milch aufgehört hatte, hatte ich keinerlei Akne mehr und mein schlimmer Heuschnupfen (bei dem nicht mal eine Hyposensibilisierung über 4 Jahre geholfen hat) war absolut weg. Seither kann ich der Milch nichts positives mehr abgewinnen, leider werde ich in Restaurants nicht sonderlich ernst genommen, da bekommt man schon mal eine Creme Brulee vorgesetzt, obwohl man vorher auf die Milchallergie aufmerksam gemacht hat. Auch in in den Augen der meisten meiner Bekannten ist Milch immer noch etwas ganz Gesundes und mein Sohn und ich sind bemitleidenswerte Ausnahmen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2012 10:39:24 GMT+01:00
ThePrayer meint:
Hallo und danke für Ihren konstruktiven Beitrag, Fledermausmaki!

Das, was Sie schreiben, kann ich absolut nachvollziehen und auch ich war 33 Jahre lang großer Fleisch- und Milchkonsument. Nun bin ich dabei meine Ernährung umzustellen und überzeugt davon, dass dies ein definitiv richtiger Schritt ist.

Auch ich fürchte bald für "verrückt" gehalten zu werden.

Meine Erkenntnisse würde ich gerne weitergeben, aber mein soziales Umfeld scheint nicht aufgeschlossen dafür zu sein.

Jeder will so weiter machen wie bisher und die Wahrheit nicht erkennen. Nun ja, man kann und sollte seine Überzeugung niemandem aufzwängen. Aber wenn jemand Interesse hat, dann bin ich zur Stelle!

Denken Sie daran: Sie sind nicht allein!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.03.2012 19:32:59 GMT+02:00
Gegen Heuschnupfen hat bei mir schon die ovo-lacto-vegetarische Ernährung geholfen, damit es weggegangen ist nach dem es in Asthma und einmal extremen Hautausschlag mit Kortisonspritze gegipfelt ist. Die Entscheidung zur Ernährungsumstellung fiel aber unabhängig, von ärztlicher Sicht wurde auch zu effektlosen Hyposensibilisierung geraten die ich nach 3 Jahren Qual abgebrochen habe. Nach ca. 5 Jahren war ich symptomfrei. Seit 3 Monaten lebe ich vegan ohne Milch und Ei und mir geht es wesentlich besser.

Veröffentlicht am 29.05.2012 16:16:48 GMT+02:00
Nutrimobil meint:
Das kann ich nur unterstützen. Das sind die Windmühlenflügel, mit denen wir seit vielen Jahren in der Praxis kämpfen. Hinzuzufügen ist noch, dass das ungünstige Calcium/Phosphat-Verhältnis bei Osteporose eben nicht hilft, im Gegenteil. Zudem enthält Milch tierische Fette, die uns nicht gut tun. Milch enthält Kohlenhydrate; bei der heutigen nicht artgerechten Fütterung mit Weizen und Mais eine überflüssige zusätzliche KH-Quelle. Dadurch erzeugen sie reichlich Methan/CO2 durch rülpsen und pupsen.Kühe sind aber Widerkäuer von Grünzeug! Milch kennen wir Menschen erst seit ca. 5000 Jahren. Ein großer Teil der Menschen ist an dieses Produkt noch nicht adaptiert. Kuhmilch ist gut für Kälber. Dr.med.Ro
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