Kundenrezension

58 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück, 3. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jane Eyre (DVD)
Es ist mir schon fast peinlich, nach all diesen guten Kritiken etwas nicht so positives über die Neuverfilmung des Klassikers von Charlotte Bronte zu schreiben. Ich habe die DVD heute super gespannt angeschaut und habe wirklich erwartet hier ebenfalls auf eine gemischte Resonanz zu stoßen...
1) Was macht eine gute Literaturverfilmung eines Klassikers aus, der sich mit einigen Vorgängern messen lassen muss? Na, entweder er wird richtig werkgetreu umgesetzt oder es handelt sich um eine komplette Neuinterpretation. Ich bin als Kenner des Buches auf der Seite der Werktreue, aber leider fand ich zu viele Dialoge so verändert,dass sie die Stärke des Originals nicht mehr hatten-. Fand ich echt schade und unnötig. Auch die Kürzungen der Dialoge fand ich nicht optimal. Manchmal kam man dann ohne Vorwissen gar nicht aus. Teilweise fehltem eine regelrecht Informationen.
2) Die Schauspieler- für sich genommen toll. Die Figur der Jane Eyre, wie Mia W. sie umsetzt -richtig gut. Auch Michael Fassbender gefällt mir für sich genommen:launisch, düster, etwas zu jung und hübsch- aber ok. Leider stimmt die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern überhaupt nicht! Irgendwie wundert man sich, warum die beiden auf einmal verliebt sein sollen- es wirkt zerstückelt und zu hastig. In der Romanvorlage fühlt man das Prickeln, die unterdrückte Leidenschaft- was zum Beispiel in der BBC Version von 2006 zwischen Ruth Wilson und Toby Stephens heftigst zu spüren ist.
3)Die inhaltlichen Schwerpunkte die in der Neuverfilmung gesetzt wurden, empfinde ich zu Teil als etwas unglücklich:
a) Janes Werdegang ist mir zu schnell erzählt, man bekommt noch nichtmal richtig mit, dass sie Lehrerin ist und wie und warum sie nach Thornfield Hall kommt.
b) Man erfährt zu wenig über die mysteriösen Vorgänge im Haus- die schaurige Atmosphäre will gar nicht aufkommen.
c) Das Leiden Janes im Moor ist wiederum zu lang und rückt ihren Charakter in ein zu zerbrechliches Licht.
d) Das Ende ist für mich ganz schön bitter- Jane hat sich zu einer recht selbstsicheren Frau entwickelt und trifft auf einen zerstörten, erblindeten Rochester in seinem Haus im Wald.Das ist so schön im Buch erzählt, aber auch in der 2006er BBC Verfilmung gelungen. Dieses Wiedersehen ist soo toll- warum musste es ganz heraus genommen werden und einem lieblosen Ende am hellichten Tag im Garten weichen?
e) Warum hat man ihre VErwandtschtsbeziehungen verändert- war das nötig?
Ich könnte ewig so weiter machen möchte als Fazit sagen, dass es ein handwerklich guter Film ist- aber mit Sicherheit nicht die beste Jane Eyre Verfilmung aller Zeiten- da gibt es bessere,zum Beispiel die mehrfach erwähnte BBC Miniserie.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.05.2012 12:27:09 GMT+02:00
Nevermore meint:
Hallo,
ich kann dieses Review nur in allen Punkten unterschreiben :o)
Ich kenne die Wilson/Stephens-Version nicht, mein Favorit ist die Clarke/Dalton-Version, aber auch in dieser kann man die sich entwickelnde Liebe und Zuneigung deutlich spüren und nachvollziehen, warum die beiden zum Paar werden - und sie sind sich ebenbürtig. Auch das vermißte ich in dieser Fassung. Beide Charaktere bleiben hier leider recht eindimensional, wobei natürlich in der Zeit von "nur" zwei Stunden das entwickeln der Figuren nicht so gut möglich ist wie in vieren.
Mit freundlichen Grüßen,
Eva Kunesch

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.06.2012 11:51:13 GMT+02:00
Miriam Pharo meint:
Hallo,

ich kann Eva nur beipflichten. Die Rezension trifft es ziemlich auf den Punkt. Ich habe mir den Film gestern angeschaut und hoffte auf eine neue Interpretation des Stoffs, zumal sich ein japanischer Regisseur dessen angenommen hat, und wurde leider enttäuscht. Für mich nach wie vor unübertroffen die Mini-Serie von 2006 - aber bitte im Original. Die deutsche Synchro steckt voller Fehler. Schau dir die Wilson/Stephens-Version an, Eva. Wundervoll!

Lg,

Miriam

Veröffentlicht am 30.06.2012 15:05:39 GMT+02:00
Stieglitz meint:
Ich habe die neue Verfilmung zuerst im Kino gesehen und war sehr berührt davon. Sie enthält sehr viele starke Bilder und lässt schauspielerisch keine Wünsche offen. Dass der Filmbeginn Jane in ihrer Verzweiflung nach der Flucht aus Thornfield zeigt und der weitere Aufbau dann zur Wiederholung dieser Szene auf einem höheren Verständnisniveau führt, ist ein glücklicher Regieeinfall. Es stimmt zwar, dass in der Lowood-Episode Janes Wechsel vom Zöglings- in ein Lehrerinnendasein und ihr alsbaldiger Abschied etwas abrupt und beim erstmaligen Sehen verwirrend wirken. Aber ich wollte mir gerne alles nochmals ansehen, um es dann besser zu verstehen. Die Zeit bis zur Veröffentlichung der DVD überbrückte ich durch Anschaffung der Wilson/Stephens-Version: Diese hat mir ebenfalls sehr gut gefallen; mein Sohn und meine Enkelin finden sie sogar besser. Ich persönlich liebe aber nach wie vor die neue Verfilmung mit Wasikowska/Fassbender ganz besonders - und trotzdem mag ich auch die genannte BBC-Fassung sehr gern. Es handelt sich eben um jeweils selbständige Annäherungen an das Buch. Es ist interessant, die filmischen Umsetzungen mit dem Buch zu vergleichen. Aber ich möchte sie nicht abwerten, wenn da oder dort manches ausgespart wird, was sich in der literarischen Vorlage findet, oder wenn manche Charaktere in ein etwas anderes Licht gestellt werden als im Buch. Ich bin gerade sehr durch dessen Lektüre gefesselt. Zugleich weckt aber der Vergleich zwischen dem Buch und den mir bekannten Filmen in mir den Wunsch, mir nach und nach weitere Verfilmungen zuzulegen (demnächst Clarke/Dalton ...). Ich erwarte mir davon auch eine Bereicherung und Freude beim Ansehen. Mal sehen, welchem Film meine Familie dann die Palme reicht.
Mit besten Grüßen
Herwig

Veröffentlicht am 22.09.2012 23:26:36 GMT+02:00
miva meint:
Ich kann Ihrer Rezension nur zustimmen.
Die neue Verfilmung ist nicht komplett misslungen, lässt aber ganz entscheidende Details aus, die die Geschichte erst einzigartig machen. Tatsächlich wirkt Jane viel zu zerbrechlich und in der Liebesbeziehung zwischen den Hauptfiguren fehlt "das gewisse Etwas".
Wer das ähnlich sieht, sollte unbedingt die 2006er-Version mit Ruth Wilson ansehen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.01.2014 13:07:48 GMT+01:00
Blaurose meint:
Ich sehe die Kritik ähnlich, möchte aber auf die Verfilmung der ITV mit Ciarán Hinds und Samantha Morton hinweisen, die eindrücklich beweist, wie man diesen Roman auch wunderbar in einen zeitlich kurzen Film umsetzen kann. Sicher stimmt der Vorwurf, dass dem Film mehr Spielzeit gut getan hätte, aber er ist dennoch absolut sehenswert!

Veröffentlicht am 16.07.2014 22:44:50 GMT+02:00
Anna Ahrens meint:
Ich kann in allen Punkten nur zustimmen! Interessant fand ich allerdings bei dieser Verfilmung, dass in Rückblenden erzählt wurde.
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