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Kundenrezension

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "I Hate Baptists Almost as Much as I Hate Democrats.", 20. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Urteil - Jeder ist käuflich (DVD)
Man kann sich das Schmunzeln nicht ganz verkneifen, wenn man Gene Hackman in der Rolle des gewieften Ausputzers Rankin Fitch - schon der Name klingt total böse, beinahe wie "rankling itch" und hat damit Comic-Schurken-Qualität - Sätze wie den obigen von sich geben hört, denn sooo stellt man sich doch gern den Bösen vor: Im Dienste der Waffenindustrie, höchstwahrscheinlich Republikaner, an den Füßen Schuhe aus Krokodilsleder, und wahrscheinlich raucht dieser Unhold auch noch. Um die Geschworenen in einem Gerichtsprozeß, den die Witwe des Opfers eines Amokläufers gegen die Waffenindustrie anstrengt, gefügig zu machen, schreckt Fitch vor keiner Manipulation oder Erpressung zurück und hat auch keinerlei Skrupel, in Häuser einbrechen und Computer stehlen sowie physische Gewalt anwenden zu lassen. Diese Rolle ist Hackman wie auf den Leib geschrieben, kennen wir ihn doch inzwischen als fanatischen U-Boot-Kapitän, als brutalen Sheriff und sogar als mörderischen US-Präsidenten - und so lieben wir ihn ja auch.

In Gary Fleders Gerichtsthriller "Runaway Jury" (2003) steht der zwielichtige, aber mit psychologischem Spürsinn begabte Fitch für das absolut Böse, den kalten Zynismus, der sich der Macht andient, um in ihrem Schatten seine Geschäfte zu machen. Auf der Gegenseite ficht der Anwalt Wendell Rohr (Dustin Hoffman), der einfache Anzüge sowie einen Bonhomie und Harmlosigkeit verheißenden Vornamen trägt und der Kaltschnäuzigkeit einer Frau mit der entwaffnenden Frage "Was hat man Ihnen angetan?" begegnet. Beide Männer, Fitch und Rohr, wissen genau, was sie tun, und doch sind sie beide einigermaßen überrascht, als der scheinbar so clowneske Nicholas Easter (John Cusack), eines der Geschworenenmitglieder, ihnen über seine Freundin Marlee (die hinreißende Rachel Weisz) das Angebot macht, für eine stattliche Summe Geld das Urteil der Geschworenen in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Fleder verfilmt hier einen Roman John Grishams, wobei er statt der Tabakindustrie jedoch die Waffenhersteller als Prozeßgegner der Witwe aufbaut. Der Film ist temporeich und spannend, jedoch auch ein wenig routiniert inszeniert, was eben einen soliden, packende Abendunterhaltung garantierenden Thriller ergibt, der insgesamt durch das gekonnte Spiel der vier Hauptdarsteller und das überraschende Ende aufgewertet wird. Der ein oder andere Zuschauer wird dabei wohl auch den Eindruck gewinnen, einen tiefgehenden Problemfilm gesehen zu haben, geht es hier doch um Werte wie Gerechtigkeit - auch gegenüber den Wirtschaftsinteressen beinahe übermächtig erscheinender Konzernbosse, die glauben, sich ein Urteil kaufen zu können. Allein auf gerade dieser Ebene vermag "Runaway Jury" eigentlich nicht zu überzeugen, denn die Antagonisten Fitch und Rohr sind viel zu einseitig angelegt, was zwar der Dramaturgie, nicht aber dem Gehalt des Filmes entgegenkommt. Rohrs innerer Kampf, ob er sich nun auf das unmoralische Angebot einlassen soll, um einer an sich guten Sache zu dienen, wird nur sehr oberflächlich ausgeleuchtet, und Fitch ist ein so böser Republikaner, daß man jeden Moment erwartet, Graf Schokola und der schießwütige Texaner, die bei den Simpsons kein Republikanertreffen auslassen, mögen sich ihm als Sidekicks zugesellen. Auch das als intellektueller Höhepunkt des Filmes gedachte Zusammentreffen Fitchs und Rohrs auf der Herrentoilette im Gerichtsgebäude - das erste Mal, daß Hackman und Hoffman in einem Film einen gemeinsamen Dialog halten - strotzt vor Stereotypen und melodramatischen Platitüden und wird eigentlich nur durch die beiden Schauspieler gerettet.

Glücklicherweise spielt all dies insgesamt keine große Rolle, da man den Film ganz einfach als einen handwerklich sicheren und in der Handlung sogar originellen Thriller betrachten kann - doch ob man diesen Film danach noch ein zweites Mal sehen muß, steht auf einem anderen Blatt. Angesichts der psychologischen Winkelzüge, die John Cusack im Geschworenenzimmer abzieht und die Hackman und Hoffman im Kampf um das Urteil gegeneinander vollführen, sowie einer fintenreichen und aufregenden Handlung und einer betörenden Rachel Weisz würde ich sagen, daß "Runaway Jury" alles in allem noch über dem Durchschnitt (3,5 Sterne) rangiert.

Ein gelungener Einmal-Film eben.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.10.2011 19:03:41 GMT+02:00
christine meint:
Lieber Tristram,
hm, ich muss gestehen, dass ich noch nie eine Grisham gelesen und noch nie eine Verfilmung zuende geguckt habe. Da die Filmplakate auch immer sehr ähnlich sind, steige ich einfach nicht mehr durch. Aber falls ich mal einen zynischen Gene Hackman angucken möchte, wäre ich ja mit diesem Film gut bedient. Spielt der nicht auch den Gefangenen im "Urteil"? Rätsel über Rätsel. Aber Danke für den einsamen Leuchtturm im undurchdringliche Grisham-Dschungel. Dabei liebe ich Dschungel, wenn sie von Huston inszeniert werden. LG, Christine

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2011 14:50:31 GMT+02:00
Liebe Christine,

einen Grisham gelesen habe ich auch noch nie, doch ich habe mir durchaus schon das ein oder andere Hörbuch während langweiliger Autofahrten angetan. Ich glaube, Grishams sind einander durchweg ziemlich ähnlich, was nicht unbedingt negativ zu verstehen ist. Was Huston-Dschungel betrifft, so hat mich die von mir nicht sonderlich geschätzte Katharine Hepburn bislang immer davon abgehalten, "African Queen" zu schauen. Am liebsten von Huston ist mir noch das Goldgräber-Abenteuer. LG, Tristram

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.11.2011 22:16:29 GMT+01:00
Monty Burns meint:
Hi Christine, hi Tris!

Und natürlich der in der deutschen Vertonung so verhunzte "Maltese Falcon". "Moby Dick" wäre auch noch zu nennen.

Was Grisham anbelangt, so habe ich mir das auch noch nicht angetan. Ein paar Verfilmungen habe ich aber schon gesehen. Die hier besprochene fand ich noch am besten. Auf mich macht Grisham den Eindruck eines Juristen, der das Buch "Wie schreibe ich einen Bestseller" gelesen hat um sich nicht mehr im Gerichtssaal abplagen zu müssen. Bestsellerautor ist sowieso ein fragwürdiges Berufsbild. Obwohl die Bezeichnung natürlich auch auf meinen Überhelden Eco zutrifft. Aber der ist da eher reingerutscht.

LG, M. Bähre

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.11.2011 18:41:46 GMT+01:00
Hallo M. Bähre,

"Moby Dick" würde ich ebenfalls als einen erstklassigen Huston ansehen, doch wird "The Maltese Falcon" meiner bescheidenen Meinung nach schon ein wenig überschätzt, womit ich gar nicht sagen will, daß der Film schlecht wäre. Er ist nur nicht so gut, wie sein Status als Filmklassiker es vermuten ließe. Er ist wahrscheinlich nur deswegen ein Klassiker, weil er sowohl für Huston als auch für Bogey als auch für den Film noir den Anfang markierte, und insofern hat er filmhistorisch große Bedeutung. In den Folgejahren sollten weitaus bessere Films noirs entstehen. Doch ich will an dieser Stelle nicht weiterlästern - da die Kommentare nur von ganz wenigen Leuten gelesen werden -, sondern in den nächsten Wochen mal eine Rezension zu dem Falken schreiben. - Als guter Huston fiele mir noch "Misfits" ein.

Glücklicherweise wurde keiner meiner drei Lieblingsautoren (Dostojewski, Conrad, Dickens) je als Beststellerautor bezeichnet, obwohl zumindest einer es ja für seine Zeit durchaus war.

LG, Tristram Shandy

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.11.2011 19:56:59 GMT+01:00
christine meint:
Nachtrag: Dabei meinte ich eigentlich Hustons "Asphalt Dschungel". In "African Queen" finde ich Katharine Hepburn teilweise auch ziemlich nervig, aber Bogey (Oscar) und die tolle Kameraarbeit von Cardiff entschädigen für vieles. LG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.11.2011 21:11:07 GMT+01:00
Liebe Christine,

warum nur habe ich an "African Queen" gedacht? Meine Meinung zu Katharine Hepburn kennst Du ja ;-) LG
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