Kundenrezension

6 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Werkzeug wird zum Selbstzweck, 20. September 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Effective C++: 55 Specific Ways to Improve Your Programs and Designs (Addison-Wesley Professional Computing) (Taschenbuch)
Es gibt nicht viel auf dieser Welt,
woran man sich halten kann.
Manche sagen die Liebe,
vielleicht ist da was dran.
Und es bleibt ja immer noch Gott,
wenn man sonst niemand hat.
Andere glauben an gar nichts,
das Leben hat sie hart gemacht
Die Toten Hosen: Bayern.

C++ ist in den Worten des Autors eine "federated language". Also eine Ansammlung von verschiedensten Subsprachen. Man könnte es auch als barocke Sprache bezeichnen. Wie einst PL/I. Wobei heftig daran gearbeitet wird diese überladene Sprache noch mit weiteren Konzepten zu überfrachten. Man kann in dieser opulenten Sprache alles mögliche anstellen. Wenn man die Sprache ausreizt, kann man sicher sein, in eine dunkle Ecke zu kommen, wo sich die Compiler unterschiedlich verhalten bzw. der Sprachstandard selber keine definitive Antwort gibt.
Der Autor geht einmal davon aus, dass sich der Programmierer möglichst blöd anstellt und quasi Selbstverstümmelung betreibt. Dann beschreibt er sehr gefinkelte Tricks wie man ihn davon abhalten kann. Ums auf das echte Leben zu übertragen. Man kann sich vergiften, indem man bei geschlossener Garagentür das Auto startet. Der einfache Tipp ist: Man öffent entweder das Tor oder startet nicht. Die Meyer'sche Lösung ist: Er konstruiert einen gefinkelten Mechanismus, der den Anlasser bei geschlossener Tür blockiert. Und dann überlegt er sich noch, wie man verhindern könnte, dass das Auto kurzgeschlossen wird. Wobei Meyer's selbst in die dunklen Ecken kommt und er dann noch auslegt, was man tut wenn das der Compiler nicht kann, bzw. man eigentlich schon den nächsten C++ Standard (bzw. die Boost-Libary) verwenden muss, damit der Trick wirklich funktioniert.
Tatsächlich ist dieses Herumreiten an syntaktischen Details die triviale Ebene der Programmierung. Es kommt bei dieser ganzen Literaturgattung (Meyer ist nur der bekannteste Vertretter dieser Richtung) nie die inhaltliche Seite vor. Eine Programmiersprache ist ein Werkzeug, mit dem man einen Algorithmus formuliert. Wobei die Programmiersprache im Prinzip relativ unwichtig ist. Ich habe schon in 13 Sprachen programmiert. Inklusive Hardware-Description Languages und diverse Assembler. Es ist wurscht, man macht auch im Grunde dieselben Fehler. Ich habe mir in den letzten 30 Jahren noch nie Gedanken über die "Swap" Operation gemacht. Ich habe schon alle (un)möglichen Bugs produziert, aber bei Swap ist mir das noch nicht gelungen. Zu meinem Erstaunen kann man selbst über diese elementare Operation viele Seiten schreiben. Wobei aber der einzig interessante Aspekt, man braucht manchmal gar keine Hilfsvariable zum Zwischenspeichern, nicht vorkommt. Dafür erfährt man, dass man bei Pointern auf größere Objekte die Pointer und nicht die Objekte swapen soll. No na.
Der Hauptaufwand bei jeden Projekt ist herauszufinden, was das Programm überhaupt tun soll. In dieser Literaturgattung wird hingegen das Werkzeug zum Selbstzweck. Es erinnert mich an Motorrad Freaks, die ihre Harley auch ständig aufpolieren und mit diversen Accessoirs ausstatten, aber eigentlich sehr wenig damit herum fahren (dafür ist die Harley ja nicht wirklich gemacht).

Meyer ist aber innerhalb des Genres ein Meister seines Faches. Er schreibt sehr klar und übersichtlich. Er erfüllt das Bedürfnis sich nach etwas halten zu können. Schwache und bedrängte Seelen brauchen den Lieben Gott. Schwache Programmierer den Meyer.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.04.2010 10:34:29 GMT+02:00
Ich kann Ihre Kritik nicht nachvollziehen. C++ ist eine mächtige Sprache, eben weil sie verschiedene Paradigmen in sich vereint. Natürlich kommt die Mächtigkeit nicht ohne Preis: Komplexität. C++ ist ein Werkzeug, richtig, und jedes Werkzeug hat seinen Zweck. Ein Akku-Schrauber hat einen anderen Zweck, als ein Bohrhammer.

Zu Ihrer Frage im letzten Absatz: Initialisierungslisten sind performanter als Zuweisungen. Die Initialisierungsliste wird in jedem Fall ausgeführt, egal ob sie explizit aufgeschrieben wurde oder nicht. Es ist also sinnvoll die Initialisierungsliste zu nutzen, anstatt die Zuweisung im Körper des Konstruktors zu machen. Man spart sich dann eine Zuweisung.

Veröffentlicht am 23.01.2012 14:52:19 GMT+01:00
Motörfader meint:
Tja. Wen das Leben hart gemacht hat, fit zum Überleben in der Welt der schwachen Programmierer, dem kann wohl nur noch die Liebe (also Gott) wieder Seele einhauchen.

Veröffentlicht am 12.02.2014 23:48:49 GMT+01:00
Dirk Herrmann meint:
Die Rezension ist wenig hilfreich - es bleibt offen, ob der Rezensent in seiner Bewertung nun die Sprache C++ bewertet, das rezensierte Buch (weil es sich mit dieser als kritikwürdig angesehenen Sprache befasst), oder gar die vom Rezensenten unterstellte Zielgruppe der schwachen Programmierer.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.02.2014 12:00:54 GMT+01:00
C++ eröffnet einmal die Möglichkeit. Man könnte ein derartiges Buch schwer über Fortan 77, C oder Java schreiben. Man muss
aber nicht alles machen was in einer Sprache machbar ist. Man kann auch im Deutschen allgemein verständliche Sätze formulieren und muss nicht so wie Heidegger oder Adorno schreiben. Im Englischen kann man aber Aussagen wie "Das Nichts nichtet" gar nicht formulieren. Da schützt schon die Sprache etwas gegen die Metaphysik. Weswegen Englisch für Heidegger auch eine minderwertige Sprache ist.
Die amerikanische Kultur ist allgemein sehr stark evangelikal geprägt. Das schlägt sich auch in so profanen Bereichen wie die Programmiererei nieder. R. Stallman ist ein klassisches Beispiel für einen evangelikalen Prediger. Mich errinnert auch der Autor dieses Buches sehr stark daran. Wobei er zunächst künstlich Probleme schafft um einen Gegenstand für die Predigt zu haben. Für jeden Prediger braucht es aber auch immer Jünger die an ihn glauben. Das ist meine Kritik.
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