Kundenrezension

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht gut genug, 7. Juli 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Hirnforschung und Willensfreiheit: Zur Deutung der neuesten Experimente (edition suhrkamp) (Taschenbuch)
Ich schließe mich im Wesentlichen den anderen 3-Sterne Vorrezensenten an. Das Buch druckt recht umfassend die Standpunkte von Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachrichtungen ab.

Dabei wäre aber eine zumindest etwas koordinierte Zusammenarbeit sehr wünschenswert gewesen. Anstatt die Beschreibung des Libet Experiments in den Anhang auszulagern wäre es viel sinnvoller gewesen, die wichtigen Experimente (und das ist bei weitem nicht nur das Libet Experiment aus den 1980er Jahren) am Anfang zu Erläutern. Dann hätten die Vertreter der Geisteswissenschaften es sich sparen können, einer nach dem anderen, immer wieder auf den gleichen schwächen des Libet-Experiments herumhacken. Ich hätte es auch besser gefunden, wenn die Fachgebiete der Autoren nicht irgendwo im Anhang zu finden wäre, sondern eine kurze Einführung zum Autor (Alter, Fachgebiet und Arbeitsfeld, Uni/Institut etc.)

Außerdem wäre es sehr informativ gewesen vor jedem Artikel die Antworten des jeweiligen Autors auf einige Standard-Fragen abzudrucken - um seine Position besser einordnen zu können. Z.B.
- Glauben Sie dass jemand a)moralisch b)juristisch verantwortlich sein kann, wenn er in der fraglichen Situation faktisch keine andere Möglichkeit zu Handeln hatte.
- Wenn der Autor an einen real existierenden freien Willen im oberen Sinne glaubt, wie sollte ein freier Wille realisiert sein wenn die Naturgesetze entweder deterministisch oder im Fall der Quantenmechanik rein Zufällig sind.
- Sind neuronale Prozesse eine a)notwendige und b)hinreichende Ursache für mentale Prozesse?
-etc.

Außerdem ist nur ein Aufsatz von Gerhard Roth dabei, der die Debatte versucht weiterzubringen, indem er die Argumente der Gegenseite nochmal aufgreift und nach Möglichkeit entkräftet.

Anstatt mir also zehn Aufsätze von Geisteswissenschaftlern durchzulesen, die sehr ähnliche Punkte wiederholt vertreten, wäre es sehr viel Produktiver gewesen ein Buch zu verfassen, dass eher im Stil eines Zwiegesprächs zwischen den beiden Hauptströmungen aufgebaut ist.

Nach 280 Seiten bleibt für mich festzustellen, dass die Argumente der Befürworter der Willensfreiheit nicht viel mehr als begriffliche Haarspaltereien, irrelevante Analogien und Wunschdenken sind. Es ist nebenbei erwähnt auch nicht so, dass diese Autoren dann konstruktive Vorschläge zur Verbesserung der existierenden Experimente machen würden.

Alles in allem ein Beispiel dafür wie interdisziplinäre Forschung nicht funktioniert aber als Überblick zum Thema Willenfreiheit dennoch lesenswert.
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