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Kundenrezension

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "You buggers can sing higher than I can...", 15. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Live Killers (Audio CD)
Lange hatten Queen gezögert ein Livealbum zu veröffentlichen, da sie befürchteten, dem bombastischen, ausgeklügelten Sound ihrer Studioproduktionen live nicht gerecht zu werden. 1979 war es dann doch endlich so weit, "Live Killers" erschien als Doppel-LP. Leider muss konstatiert werden, dass der Sound tatsächlich nicht über die gewohnte Brillanz verfügt, aber das ist auch schon das einzige (zudem verschmerzliche, da geringe) Manko dieses Jahrhundertwerks, das wie eine Urgewalt über einen kommt. Denn was Queen hier im wahrsten Sinne zelebrieren ist pure Magie, Note für Note. Nie zuvor und nie danach hat mich ein Live-Album derart in seinen Bann geschlagen.

Ich war 11 und hatte im Fernsehen eine Dokumentation über Queen gesehen. Mein großer Bruder überspielte mir daraufhin "Live Killers" von LP auf Kassette - und fortan war das Band aus meinem Mono-Kassettenrecorder bzw. Walkman nicht mehr wegzudenken, bis zur völligen Erschöpfung habe ich es abgenudelt. Schließlich kannte ich jede Note, jede Ansage, jedes Singspiel auswendig. Und war, ganz nebenbei Queen-Fan geworden, was meine Adoleszenz nachhaltig prägen sollte.

"Live Killers" setzt der ersten Bandphase ein gewaltiges Denkmal, kurz bevor sie die bis daher komplett verschmähten Synthesizer für sich entdecken und sich komplett neuerfinden sollten. Wer als Fan erst später durch Hits wie "Radio Gaga" oder "I Want To Break Free" auf die Gruppe aufmerksam wurde, dürfte sich wundern: Hier dominiert die rockig-erdige, rauere Seite der Band, die auf ihre operettenhaften Extravaganzen weitgehend verzichtet und stattdessen ein sattes Hardrock-Programm vom Stapel lässt. Wenn einem gleich zu Beginn die schnelle Version von "We Will Rock You" entgegen schmettert dann grenzt das schon an Punk! In diesem Kielwasser schwimmen auch schweißtreibende Kracher wie "Tie Your Mother Down", "Sheer Heart Attack" oder "Keep Yourself Alive".

Doch einseitig wird die Musik nie. Immer wieder setzt sich Freddie Mercury ans Klavier - etwa bei dem düsteren "Death On Two Legs", dem großartigen "Don't Stop Me Now" oder der bombastischen Hymne "Spread Your Wings". Und natürlich darf auch der größte Klassiker nicht fehlen: "Mustapha, Mustapha!" skandieren die Fans, und Mercury gibt ihnen eine Kostprobe des gleichnamigen Songs vom "Jazz"-Album, bevor er die ersten Töne von "Bohemian Rhapsody" anschlägt. Ein absoluter Gänsehaut-Moment!
Ein Highlight jagt das nächste. Ob Queen einige ihrer größten Hits zu einem atemberaubenden Medley verschmelzen, ein so lässiges wie mitreißendes Akustik-Set einschieben, oder die einzelnen Mitglieder zu Soloausflügen ausbrechen. Das auf stolze 12 Minuten anschwellende "Brighton Rock" gerät zur Spielwiese für Brian May und Roger Taylor - der eine mit seiner Red Special und dem charakteristischen Delay-Effekt, der andere an den Pauken.

"Now I'm Here" nutzt Freddie "Sometimes Vocals" Mercury zu einem Vokalwettstreit mit seinem Publikum, und das singt wie ein Mann aus voller Kehle. "You buggers can sing higher than I can, I tell you", konstatiert der Sänger daraufhin verschmitzt, bevor die Band wieder zu einem neuen Höhenflug einsetzt. Bei "Love Of My Life" übernimmt das Publikum gleich ganze Passagen, dass mir heute wie damals Schauer der Wonne über den Rücken laufen. Überhaupt ist das Publikum von Anfang an Teil der Show, was einen Großteil der unglaublichen Atmosphäre ausmacht.
Immer wieder amüsant auch Brian Mays vergnügliche Bandvorstellung: "On drums and tigerskin trousers, Mr. Rosie Taylor!"
Und wenn sich zum Schluss Band und Publikum vereinen, um mit der "langsamen" Version von "We Will Rock You" die Halle zum Einsturz zu bringen, dann dürfte das niemand kalt lassen, der sich nur ansatzweise für Rockmusik interessiert. "We Are The Champions" heißt die letzte Hymne des Konzerts, und das trifft den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf.

Queen zeigen sich als eingeschweißte Einheit mit großer Bühnenpräsenz, die alle Register zu ziehen weiß: Diesen Jungs machte so schnell niemand was vor! Es ist immer wieder unglaublich zu hören, was eben jene Vier mit ihren Instrumenten anzustellen wissen und wie die Begeisterung für ihre Musik auf das Publikum überspringt. Hier wird Musik gelebt - diese Authentizität ist auch nach dreißig Jahren noch spürbar. "Live Killers" gelingt es, die Intensität eines Queen-Konzerts einzufangen und ist daher der schlagende Beweis, warum Queen zu den ganz großen ihrer Zeit gehörten - und zeitlos bleiben.

Pompös, dramatisch, extravagant, authentisch, intensiv, genial und vor allem: einmalig! Das ist die Musik von Queen, und das alles ist dieses überlebensgroße Live-Album. God Save The Queen... wenn ich denn schon nicht selbst dabei sein konnte...
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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.12.2009 01:30:56 GMT+01:00
H.Schwoch meint:
Ich war immer ein Fan ihrer ausgeklügelten Studioplatten (70er, nicht 80er!), und ihre von mir erlebten Konzerte in Hamburg (1976 im CCH und 1978 in der Ernst-Merck-Halle) haben mich nicht hundertprozentig überzeugt. Und so hat mich auch "Live Killers" damals (außer "Love of My Life") nicht so richtig begeistert, aber nach dieser enthusiastischen, großartig und voller Herzblut geschriebenen Rezension werde ich mir die CD nun doch noch besorgen.

'Nostalgie ist eine Form der Trauer' (irgend jemand, neulich im Fernsehen).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.12.2009 00:28:25 GMT+01:00
Es freut mich, wenn diese in der Tat mit Herzblut geschriebene Rezension anregenden Charakter haben sollte. Ich (Jahrgang 1983) bin erst nach Freddies Tod auf Queen aufmerksam geworden - wie gerne würde ich ein Queen-Konzert erleben, lieber noch als Led Zeppelin sogar, stünde mir die berühmte Zeitmaschine zur Verfügung. Den 80ern stehe ich übrigens gar nicht kritisch gegenüber, auch wenn diese Phase einige böse Ausrutscher zu verzeichnen hat. Das 2004 veröffentlichte 1982er Konzert aus der MK Bowl ("Queen On Fire - Live At The Bowl") und die entsrpechende DVD hat mich übrigens von meinem "Hot Space"-Trauma geheilt, zumindest ansatzweise. Live kommen die Stücke richtig gut.
Ich habe gerade mal ein überaus informatives Buch bemüht, das alle Setlisten aller Queen-Konzerte enthält ("Queen Live" von Greg Brooks), um die von Ihnen besuchten Konzerte nachzuschlagen. Das CCH Konzert muss allerdings 1977 gewesen sein, am 13. Mai. Am 17. Januar 1979 war die Band übrigens schon wieder in HH, nun mit dem "Live Killers"-Programm, außerdem wurden zusätzlich "Somebody To Love", "If You Can't Beat Them" und "It's Late" gespielt.
Von welchen Konzerten die "Live Killers"-Aufnahmen stammen ist weitgehen unbekannt, verrät das Buch weiter, jedoch stammen "Now I'm Here" und "'39" aus der Festhalle Frankfurt, 2.2.1979.

Veröffentlicht am 16.01.2010 17:26:18 GMT+01:00
Child in time meint:
Tolle Platte, tolle Rezi.

Veröffentlicht am 07.06.2010 16:58:44 GMT+02:00
Musikman meint:
Dieses Konzert war mein Erstes!!!
1979 , Böblinger sporthalle, und uns hats damals vom hocker gehauen. Und ich war danach auf vielen konzerten, z.B. 2x P.Floyd...
Klar, Queen ist neben musikalischer Genialität auch eine Sound-Tüftlerschmide gewesen....es gibt Lieder, z.B. von den ersten 2 alben, die kennt heute kein mensch mehr, und das ist eine Schande!
Natürlich kann man live das nicht alles original kopieren, aber das muss ja auch nicht! dieses Album ist SEN SATIONELL!!!! Kaufen!!! ich würde 10 sterne geben!

Veröffentlicht am 16.08.2010 10:50:57 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.08.2010 10:53:40 GMT+02:00
Soundchaser meint:
Hervorragende Rezension!!!

Wollte eigentlich selbst etwas hier dazu schreiben, bis ich mittendrin irgendwann merkte, dass dies einer Rezension gleich kam. ;-) Und da mir dieses Album so viel bedeutet, hab ich jetzt sozusagen dank Ihnen meine Gedanken als Rezension und nicht nur als Kommentar veröffentlicht. Wieso mir dieses Album so viel bedeutet, kann nun jeder nachlesen... :-)

http://www.amazon.de/review/RL7DTV7ATNKFA/ref=cm_cr_pr_cmt?ie=UTF8&ASIN=B0000AOWV3&nodeID=#wasThisHelpful

Veröffentlicht am 23.09.2011 11:37:04 GMT+02:00
KD meint:
vielen Dank! Dem ist nichtshinzuzufügen. Eine Platte, die mich aus der Jugend bis heute begleitet und immer noch zu den besten zählt, die es gibt! Meine eigene Rezension kann ich mir sparen.

Veröffentlicht am 09.09.2014 19:02:50 GMT+02:00
Mr. Blues meint:
Sorry, ich besitze das Album seit ca. 1980 und kann mich nur an ein Doppel Album erinnern.
Der Blick in mein Plattenregal bestätigt die Vermutung. Woher kommt die Idee mit dem 4 LP Set?

Veröffentlicht am 10.08.2015 15:20:59 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.08.2015 15:21:53 GMT+02:00
Ralf meint:
Da liebt aber jemand die Band ... :-)
Der Klang ist auch aus meiner Sicht wirklich nur leidlich. Ich fand Queen Live immer etwas härter und schneller/hektischer als im Studio. "Brighton Rock" ist scheinbar in Teilen im Studio eingespielt worden. In einigen Abschnitten finde ich das Album aber auch schlicht richtig gut ... :-)
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