Kundenrezension

26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bedrohliches Werk, 3. August 2006
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Rezension bezieht sich auf: Tyr (Audio CD)
Black Sabbath sind eine Legende - egal in welcher Besetzung. Immer gibt es Songs die herausragen, auch wenn ein Album einmal nicht so überragend ist (wie etwa "Forbidden").
Es gibt aber genügend Alben, deren Gesamteindruck viel stärker ist, als die einzelnen Songs selbst. So ein Album ist (phasenweise) das 1990 erschienene "Tyr". Wie der Titel andeutet, geht es hier um dunkle Mystik und verklärte Texte voller Schmerz.
Die Songs sind allesamt hart und bedhrohlich, lassen aber die nötige Melodiösität nicht vermissen.
Bereits der Opener "Anno Mundi" ist nach der choralen Anfangspassage ein düsterer Midtempo - Stampfer, der sehr bedrohlich und walzend daher kommt. Ein böser Auftakt, der mit der Nachfolgenummer "The Lawmaker" noch einmal gesteigert wird. Brutal und schnell wie nie prügelt sich Schlagzeug - Gott Cozy Powell durch diesen Track, den einzigen auf dem Satan himself erwähnt wird - die Lieblingsgestalt der Männer in Schwarz. Ein klasse Stück mit ordentlich Double - Bass.
Mit Sicherheit ein untypischer Song, denn eigentlich sind brachiale Dampframmen nicht die Sache der Engländer.
"Jerusalem" wiederum ist eine aufgeblasene Bombast - Hymne, die stampfend und drückend in den sehr eingängigen Refrain mündet.

Das vielleicht Böseste Stück der LP ist das fast 7 Minütige "The Sabbath Stones". Tonnenschwer krachen Powells Höllendrums und Tony Iommi liefert Gitarrenriffs, die einem die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Ein wahres Meisterwerk der düsteren Musik. Gefährlich und vernichtend walzt sich dieser Track in die Annalen der Musigeschichte.
"The Battle of Tyr" leitet die Song - Trilogie über die Nordische Mythologie ein, die dem Album ihren Namen gibt. Dabei ist dieser Titel jedoch lediglich ein von epischen Keyboard - Passagen getragenes Instrumental, das in die athmosphärische Ballade "Odin's Court" mündet. Sänger Tony Martin beweist hier seine stimmliche Klasse, die besonders im direkt folgenden "Valhalla" ihre vielfältigkeit beweist. Nicht nur ruhig kann er's, sondern auch bei einer ruppigen Stakkato - Nummer, die vernichtend ales niedermacht. Man meint förmlich den Reiter aus Valhalla über sich hinwegfegen zu sehen.

Im völligen Kontrast zu diesem Heavy Metal - Titel steht die einzige Single "Feels good to me". Eine im 80er Stil gehaltene Rock - Ballade, die jedoch immer wieder von den typischen zähen und stampfenden Riffs Iommis geprägt wird.
Mit dem letzten Titel lassen es die alten Herren nochmal richtig krachen.
"Heaven in Black" ist ein eindringlicher Kopfnicker mit einem melodiösen Refrain, der ein gutes Album mehr als würdevoll beschließt. Der beste Track der CD!

"Tyr" ist das 14. Black Sabbath Studioalbum in der zigten Neubesetzung. Diesmal mit dem einzig verbliebenen Urmitglied Tony Iommi (Gitarre), dem damals (und heute) vielleicht besten Schlagzeuger Cozy Powell (Ex - Rainbow), dem Bassisten Neil Murray und dem Sänger Tony Martin im dritten seiner fünf Werke mit Sabbath.
Diese Formation hatte bereits den Vorgänger "Headless cross" eingespielt, der meiner Meinung nach noch einen Tick stärker ist, da er mit "Headless cross", "Devil and daughter" oder "Black Moon" echte Übersongs beinhaltet.
Der Nachfolger "Tyr" hingegen lebt vom düsteren Gesamteindruck. Einen nicht unerheblichen Teil zum im vergleich zu älteren Verlöffentlichungen doch recht kommerziellen Sabbath - Sound trägt auch der langjährige Keyboarder Geof Nicholls bei, der Iommis Riffs gebührend unterstützt oder selbst eine dunkle Stimmung erzeugt.

Nach diesem Album, das seinem Vorgänger in Stil und Sound recht ähnlich ist, entschließt sich Gründungsvater Tony Iommi, die gesamte Band zu entlassen, um eine Reunion des "Mob rules" - Lineup mit Ronnie James Dio, Geezer Butler und Vinnie Appice zu erreichen. Der Nachfolger "Dehumanizer" klingt demnach total anders, rauh, hart, unbarmherzig und kalt.

"Tyr" gehört sicherlich zu den besseren Black Sabbath - Veröffentlichungen. Auch wenn der Sound sehr "leise" und wenig "ausladend" ist.
Es besticht durch einen starken Sänger, der technisch absolut top ist und die Songs durch seinen eindringlichen Gesang aufwertet, die wie immer starken Riffs und Soli von Tony Iommi, die düster wabernden Bass - Parts von Neil Murray und die grandiosen Schlagzeugparts von Ausnahmekönner Cozy Powell, der leider 1998 bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist.

Spitzenmusiker liefern große Musik ab. Gerade weil die Platte so anders ist als vieles was unter dem Namen "Black Sabbath" erschienen ist und erneut erfrischende Kontraste setzt, heißt es: Kaufen, kaufen, kaufen!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.06.2008 12:58:10 GMT+02:00
Danke für Deine Super - Rezension, die mehr Aussagekraft hat als alle anderen Rezensionen zusammen.
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Tyr
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