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Rezension bezieht sich auf: Command & Conquer 3 - Tiberium Wars [Kane Edition] (Computerspiel)
Da ist es nun, Tiberium Wars. Löst auf einer Seite Massenhysterie, auf der anderen jedoch Ernüchterung und Kopfschütteln aus: Innovationslos, Geldmacherei, unstrategisch, billig und unzeitgemäß soll er sein.Ich kann zwar einige Kritiken durchaus verstehen, doch im Endeffekt ist und bleibt CnC was es war, ist, und hoffentlich immer bleiben wird. Warum, das so ist, bringt aus meiner Sicht diese Rezension nahe. Doch beginnen wir am Anfang: Nicht dem Anfang der Reihe, oder der Strategiespiele (Die Westwoods Dune und CnC-Reihe unbestritten geprägt hat), sondern dort, wo Tiberium Wars bei mir anfing: Nämlich bei all den Hype, den ich erst gar nicht verfolgte. Ich habe zig Computerzeitschriften gelesen, und bei CnC: TW immer desinteressiert weitergeblättert, mit dem Gedanken: 'Was für'n Käse! Ea wirft einfach das alte Spiel mit heutiger Grafik auf den Markt, warum erregt das denn all die Gemüter?', und rollte meine Augen jedes einzelne Mal, als ich über die Erwartungen der Spieler las. Ich wartete auch mit Freude auf einige Titel, doch betonte lautstark, das CnC3 absolut nicht dazu gehört. Erstens wegen den Enttäuschungen zuletzt mit EA (NFS Carbon als 'nennenswertes' Beispiel) und dem Derivativ der Serie 'Generäle', der das Fieber, was einst Alarmstufe Rot 2 in mir auslöste, auch nach zweitem Versuch nicht wecken konnte, zu einheitlich war mir dieser erste westwoodlose Teil geworden. Tja, und dann kam der Tag, wo mein kleiner Bruder, obwohl ausdrücklich verboten, die Gamestar mit meiner armen Mutters Geld kaufte. Auf einem der beigepackten Silberlinge war nämlich die Demo zum Spiel zu finden- Dass ich dann nur so aus Jux antestete- Und siehe da, ich fühlte mich wie in alte Zeiten zurückversetzt, entflammt, entschlossen, CnC meine Zeit zu opfern; was zuletzt bei Age of Empires III nicht eintrat. Und ich musste das Teil dann einfach haben. Ich wurde nicht enttäuscht. Seltsamerweise hat mich sogar die deutsche Synchro nicht verschrecken können, im Gegenteil, die theatralische, kühle Sprache verstärkte sogar die schrottigen (CnC typischen) Zwischensequenzen- Einer der Gründe, warum dieser klassische Titel überzeugt. Und nachdem ich durch CnC dermaßen in Ekstase geriet, holten mich die Rezensionen anderer Spieler und die Berichte vor der Erscheinung auf den Boden der Tatsachen zurück: Ich habe angefangen auch daran zu glauben, dass CnC ein zu leichter, uninspirierter Aufguss ist, der von einem fiesen Hersteller auf den Markt gebracht wurde, um die armen Spieler um ihr Geld zu bringen. Und dabei ohne Versprechen der Innovation einzuhalten (Fehlendes 'Theatre of War', keine kombinierbaren Einheiten ua.)! Schande über EA, Schande über mich das ich diesen Mist mag! Da gibt es ja so viel besseres, wie Company of Heroes oder Spellforce, Supreme Commander etc. Um meine Meinung erneut zu kippen, brauchte es ein weiteres Produkt aus dem Hause EA: Battle for Middle-Earth, respektive beide Teile. Denn als ich die Demo spielte, war ich hin und hergerissen. Was für ein grandioses Spiel! Die Musik! Die Narratoren! Die Atmosphäre, einfach wow! Herr der Ringe rulz, oh yeah! :P Doch als ich Mission nach Mission verschling, fiel mir auf: Jö, des is jo imma des selbe! Und wirklich: Obgleich der schönen Szenarien und dem coolen Basisbau, mehr als mit Einheiten loszumarschieren und jeden Feind sechs Fuß unter die Erde zu bringen gabs nix. Ganz und gar nichts! Jede Mission spielte sich gleich, keine Taktik, keine Abwechslung, nur Umherstreiferei. Und als ich dann wieder mein anno dazumal heißgeliebtes Tiberium Wars von den Spinnennetzen befreite, und auf Seiten der Nod die siebte Mission startete, bemerkte ich: Diese Kampagne ist deutlich fordender, deutlich strategischer, und durch die Etappen zum Sieg auch viel spaßiger! Und seitdem verteidige ich das Spiel vor all der Kritik, die manchmal kleinkarierter nicht sein kann. Sicher, die KI des Sammlers ist einfach gestrickt, viel neues gibt's nicht, und einige Features fehlen zur Perfektion. Doch was es im Spiel alles positives zu berichten gibt! Die herrlich pathetischen Videos, die zusammen mit der Erzählweise (Berichte, Beschreibungen, Besprechungen) mich wirklich als Kommandanten fühlen lassen. Die megacoolen Einheiten und Gebäude. Die Missionen, die abwechselnd Tankrushs, Basisbau/erweiterung, Bergung, Rettung, Eskortierung, Zerstörung, Einnahme und stückchenweise Eroberung durch die Eigenheiten der Einheiten zu bieten haben, und immer Freude bereiten, auch wenn es wenige Karten gibt, die sind wenigstens schön und der Feind mit seinen Gebäuden immer anderswo, anders verteilt, kleiner, größer. Das sagenhafte Interface, die sinnvollen Bonusmissionen, die Einsatzbesprechungen, Musik, Sounddesign, und die feuerwerksgleichen Effekte und Grafik- Wunderschön! Und alles strotzt nur so von CnC-Feeling. Wo anders fühlt man sich so tief in einer Sci-Fi-Militär-Welt? Wo anders verschanzen sich die Gegner dynamisch in Gebäude? Legen Geschütztürme lahm, indem wir Kraftwerke zerstören? Basen bzw. neutrale Gebäude mit Pionieren einnehmen? Weiterziehen? Einheiten für Boni kombinieren? Das Tiberium rieseln hören? Oder einfach nur mit einer Truppe in effektvolle, schnelle, actionreiche Schlachten ziehen? Und dann gibt's da noch so viele taktische Möglichkeiten! Mit den Scrins teleportieren, Basen transportieren. Mit den Nod täuschen, tarnen, unsere Basis einschanzen. Mit der GDI Städte besetzen, Gebäude bomben. Plus noch die Spezialfähigkeiten, Kombinationen, Powers, Superwaffen und weiter oben genannten Faktoren. Das alles 1A präsentiert, vom Logo durchs Menü bis zur Evaluierung. Zusammengefasst kann ich sagen, dass Tiberium Wars ein waschechtes CnC ist, mit seinen Stärken und Schwächen, und wer die liebt, wird von der atmosphärischen, abwechslungsreichen, mordsspaßigen Kampagne, der schönen, ressourcenschonenden Grafik, und all den Eigenheiten und dem Coolnessfaktor des Command and Conquer-Universums entzückt sein. Klar, es ist nur ein milde erneuerter Klassiker in einer beinahe perfekten Inszenierung und Aufmachung. Doch genau danach sehnten wir uns Fans nach dem CnC untypischen Generäle, dass ich aber, nach allem, vielleicht erneut rauskrame. An den Genrekönig Warcraft III kommt TW knapp nicht heran, da CnC3 im Vergleich noch in den Neunzigern geblieben ist, doch genau wegen diesem schon beinahe naiven, spaßigen Spielprinzip reicht's wenigstens für die zweitbeste Strategiespielkampagne, die ich je gespielt habe. Ich bin jetzt für eine Zeit lang wieder mit EA versöhnt, und erwarte Alarmstufe Rot 3 sehnlichst. Doch da will ich neues (Neben die in TW fehlenden und daher benötigten Wände und Gebäudeupgrades)! Damit endlich jeder der Serie den Respekt erweist, die sie verdient. Denn das ist CnC. Alles andere bitte anderswo suchen! Auswahl gibt es ja genug (Empfehlen würd ich neben TW die Total war-Reihe, die Aufbauspiele Anno und Siedler, dann Earth 2150, Mech Commander und Age of Kings- Supreme Commander ist im Skirmish-Modus auch cool, nur verstehe ich nicht, warum es taktischer sein soll- Das Spiel ist langsamer, ja, hat ne tolle Zoomfunktion und der Spieler leitet nie dagewesen riesige Armeen, doch mit der Masse und einer starken Basis geht der Sieg auch) 8.5 Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen Kommentare
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag:
03.10.2008 14:24:51 GMT+02:00
Ein Kunde meint:
Sehr gute Rezension, lang und ausführlich. Musterbeispiel! Ich habe übrigens Tiberium Wars und die Erweiterung Kanes Rache gespielt. Beide sehr gut, und ich habe mir Alarmstufe Rot 3 schon vorbestellt. Zu empfehlen!
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
23.10.2008 00:56:55 GMT+02:00
zed meint:
Vielen Dank :)
Alarmstufe Rot 3 wird sogar noch besser. War bei der beta-phase dabei und verfolgte die Entwicklung seit der Ankündigung, und es ist schier unglaublich, wie viele Verbesserungen der Titel anbietet. Es scheint wirklich das Strategiespiel zu werden, worauf ich seit RA2 bzw. nach Kane's Rache gewartet habe. Insbesondere die Musik und die cutscenes möchte ich an dieser Stelle hervorheben, wenngleich es nicht die einzigen nennenswerten Aspekte sind. Kann Ende Oktober kaum noch erwarten :)
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