Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gut aber leider ziemlich teuer... Qualität hat halt ihren Preis !!! Update 2. Nov 2014, 3. November 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Frankfurter Allgemeine (Kindle Edition)
Nach dem ich alle zur Zeit verfügbaren deutschen Zeitungen für den Kindle getestet habe - inkl. derer, welche nicht über Amazon vertrieben werden (Der Tagesspiegel, taz.die tageszeitung, sowie über 2000 weitere Zeitungen über die Plattform PressReader), kann ich hier eine gute Zusammenfassung bieten. Anhand meiner 5*****-Sterne-Bewertung (Update beachten!!!) könnte man zu dem Schluß kommen, dass ich nichts an dieser Zeitungsumsetzung auszusetzen hätte, dies ist jedoch gänzlich unzutreffend. Negative Kritikpunkte und Verbesserungswünsche sind sehr wohl vorhanden, jedoch ist die F.A.Z. für mich zur Zeit die am besten umgesetzte überregionale Tageszeitung für Kindle von Amazon. Zunächst mal eine kurze FAZ-betreffende Zusammenfassung in Stichpunkten und dann eine ausführliche Rezension bezüglich Kindle-Zeitungen allgemein.

+ PRO:
+ Sehr frühe Belieferung des Kindles mit der Zeitung
+ Sehr gute Vollständigkeit gegenüber der Print-Ausgabe
+ Nahezu alle Bilder der Print-Ausgabe enthalten

- CONTRA:
- Sehr hoher Preis (wie auch das SZ- bzw. WELT-Angebot)
- Gelegentlich schlechte Formatierung

* VERBESSERUNGSWÜNSCHE:
* Niedrigerer Preis (20-25€ währen ein angemessener Preis)
* Seiten-Faksimiles (am Beispiel von PressReader)
* Original-Titelseite als Cover-Bild
* Ergänzung mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung - F.A.S.
z.B. Kombi-Angebot: F.A.Z. & F.A.S. für 29,90€)
z.B. F.A.Z. für 19,90€ und F.A.S. für 10,00€)

Ausführliche Rezension:
Der digitale Zeitungsmarkt besteht noch nicht so lange, dass niemand mehr wüsste, wie es sich auf Papier liest. Somit muss die Digitalisierung an erster Stelle den Umsteigern von Papier auf Digital den Wechsel erleichtern. Das Zeitunglesen ist mit einem undefinierbaren Gefühl verbunden, welches ein digitales Produkt natürlich nicht vermitteln kann, jedoch sollte sich die digitale Zeitung nicht zu sehr nach digitalem Buch anfühlen. Leider ist genau dies bei manchen Kindle-Zeitungen der Fall. Das Fehlen von Bildern und eine mangelnde Formatierung bzw. Aufmachung des Textes lassen den Kindle-Leser die Zeitung nicht von einem Buch unterscheiden - beides sieht absolut gleich und langweilig aus. Dies stört bei einem Buch überhaupt nicht, da es dazu anregen soll, selbständig Bilder im Kopf zu erzeugen. Bei der Zeitung hingegen soll eine Geschichte genau so wiedergegeben werden, wie sie tatsächlich stattgefunden hat, also auch mit den Originalbildern. Und da man auch den Eindruck haben möchte, als lese man tatsächlich gerade eine Zeitung, ist die Aufmachung essenziell. Nun stehen auf einem 6-Zoll Bildschirm eines Kindle nicht gerade eine große Fülle an stilistischen Optionen zur Verfügung, ich denke da an Spaltenlayout und Infoboxen im Text, oder am Rand. Aber seit geraumer Zeit gibt es auf dem Kindle das Grid-Layout, bei welchem bis zu vier Artikel in einem Rahmen angeordnet, das Anlesen eines Artikels bzw. das Überfliegen der Zeitung ermöglichen soll. Dies ist zunächst nett und sinnvoll gedacht, hört aber dann schon auf, wenn einige Artikel nur mit Überschrift und einem Bild angepriesen werden. Dies vermittelt in den seltensten Fällen einen Eindruck des dahinterstehenden Artikels und macht das tatsächliche Öffnen dieses unumgänglich, um sich für oder gegen das Lesen dieses Artikels zu entscheiden. Ist in dieser Ansicht mal etwas mehr Text angegeben, so bricht dieser regelmäßig mitten in einem Satz ab und hinterlässt beim Leser ein großes Fragezeichen?, was sich z.B. hinter den folgenden Wörtern verbergen soll: "Dabei wären doch". Es sollte doch möglich sein diese Artikel-Vorschau auf ganze Sätze zu reduzieren, also einfach diese; im Beispiel letzten drei unsinnigen Wörter; wegzulassen. Dies ist jedoch ein allgemeines Problem und trifft auf jede Amazon Kindle-Zeitung zu.

Eine Möglichkeit dem Leser einer digitalen Zeitung das Gefühl einer gedruckten zu vermitteln, ist das einfügen von sogenannten Seiten-Faksimiles, also von Abbildungen der gesamten gedruckten Zeitungsseite auf welcher man sich gerade befindet. Dies ergänzend vielleicht mit einem Rahmen um den gerade zu lesenden Artikel, um anstelle der Angabe "Anzahl Wörter" eine optische Länge des gesamten Artikels zu vermitteln, wie es beim durchblättern einer gedruckten Zeitung auch geschieht. Diese Faksimiles finden sich bereits in der "taz.die tageszeitung" und noch weiter ausgebaut im Angebot von "PressReader" (obgleich beide Angebote dafür an anderer Stelle ihre Mängel aufweisen).

Ein großer Vorteil der digitalen Zeitung gegenüber der gedruckten, ist das schnelle Finden von relevanten Informationen über die aktuelle Zeitungsausgabe hinaus. Die Suchfunktion des Kindle erspart einem stundenlanges Suchen in endlos erscheinenden Papierstapeln wenn in einem Artikel Bezug auf einen Artikel einer älteren Ausgabe genommen wird. Immer hat man seinen persönlichen Zeitungsstapel in sehr kompakter Form dabei und kann bequem nach allem Suchen was einem in den Sinn kommt. Aber leider funktioniert dies nur mit den letzten 7 Ausgaben, weil alle noch älteren Ausgaben vom Gerät automatisch gelöscht werden. Es gibt zwar die Option eine Ausgabe mit "Ausgabe behalten" zu markieren und so vor dem automatischen Löschen zu bewahren, jedoch ist dies ziemlich umständlich, wenn man dies für jede Ausgabe jeden Tag wiederholen muss. Abgesehen davon, dass irgendwann tatsächlich Speicherplatz freigegeben und somit mehreren Ausgaben von Hand gelöscht werden müssen. Eine Alternative wäre hier ein selbst definierbarer Zeitrahmen für das Aufbewahren von Zeitungen im Ordner "Ältere Ausgaben". Der Leser soll selbst entscheiden können, ob er die letzten 7 Ausgaben, die letzten 2 Wochen, den letzten Monat, das letzte 1/2 Jahr, usw. aufheben möchte.

Eine tolle Sache von Amazon ist die folgende Funktion: Wurden Ausgaben einer Zeitung von meinem Gerät gelöscht, kann ich diese in meinem persönlichen Online-Amazon-Kindle-Konto herunterladen und auf mein Gerät übertragen lassen. Es werden also schon von Amazon automatisch alle jemals erworbenen Zeitungen gespeichert. Schade das dies nur umständlich über das Online-Konto funktioniert. Ich wünsche mir eine Funktion über meinen Kindle, mit welcher ich eine ältere Ausgabe einer Zeitung auswählen und direkt auf das Gerät herunterladen kann.

Wer kennt das nicht... man sieht einen interessanten Artikel in einer Zeitung oder Zeitschrift und schneidet sich diesen aus um damit irgendetwas zu tun. Eine solche Funktion gibt es für die digitale Zeitung mit dem Button "Artikel speichern", welcher nach einem Klick auf diesen in "Mein Clipboard" gespeichert wird. Soweit so gut. In diesem Clipboard geht dieser Artikel jedoch in einem Haufen von Anmerkungen, Lesezeichen und Artikeln anderer Zeitungen unter. Aber am schlimmsten ist das Fehlen der Bilder und sämtlicher Formatierungen des Textes. Lediglich der Rohtext landet in diesem Clipboard, aus welchem man ihn nie wieder herausbekommt (nur sehr umständlich über das Anschließen des Kindles an einen PC und händische Extrahierung des Textes). Der Sinn des Clipboards ist in seiner gegenwärtigen Funktion vollständig verfehlt.
Erstens kann es nicht sein, dass Anmerkungen/Notizen, Lesezeichen und Artikel in einem Dokument gespeichert werden. Hier muss eine Trennung erfolgen. Zweitens muss ein gespeicherter Artikel im Originalformat inklusive Bildmaterial in einem "Artikelarchiv" gespeichert werden, welches nach bestimmten Zeitungen/Zeitschriften und bestimmten Zeitspannen Filtermöglichkeiten bieten muss. Drittens muss es einen Weg geben, die gespeicherten Artikel vom Kindle auf einen PC kabellos zu übertragen. Eine Möglichkeit würde hier die Integration des Dienstes "Evernote" bieten, welcher bereits auf Konkurrenz-Geräten wie dem Sony PRS T2/T3 vorhanden ist.

*** Man hat zur Zeit noch so wenig funktionierende, gute Funktionen und so viele Missstände bei den Kindle-Zeitungen zu verzeichnen und soll trotz alledem knapp 30€ zahlen, wo man inzwischen bei dem jeweiligen Zeitungsverlag direkt ein Digital-Abo abschließen kann, welches einem für den selben Preis viel mehr bietet. Man erhält Apps für alle erdenklichen Mobilgeräte, wird mit Zusatzmaterial wie Bildserien und Videos zugeschüttet, man erhält die Zeitung als PDF im Originallayout, hat ein Archiv für ältere Ausgaben welche jederzeit geladen werden können, kann Artikel speichern und problemlos weiterverarbeiten, kann automatisch jede neue Ausgabe nach bestimmten Schlagworten durchsuchen lassen.
Auf dem Kindle erhält man blanken Text mit ein paar Bildern, regelmäßigen Formatierungsfehlern und keinerlei Weiterverarbeitungsmöglichkeiten. All das in einem Layout, welches nicht mal ansatzweise der gedruckten Ausgabe nahe kommt. Und trotzdem wollt ihr 30€ von uns??? ***

!!! Update 02. November 2014:
Hoch gelobt und tief gefallen. So könnte man die aktuelle Umsetzung der F.A.Z. für Kindle umschreiben. Alle tollen Bilder und Grafiken wurden der Kindle-Ausgabe (aus unbekannten Gründen) gestrichen. So erhält der Kunde fortan reinen Text. Auch das neue Sonntagsblatt (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) für Kindle kommt vollständig unbebildert daher.
Jedoch ist aus Medienberichten bekannt, dass die FAZ (wie alle anderen Zeitungshäuser auch) auf großem Sparkurs ist. Das bedeutet für den Kunden: alles wird teurer, die Qualität wird schlechter (obgleich dies stets bestritten wird). Ich stelle nahezu täglich auf der Titelseite Rechtschreibfehler fest. Eine Zeitung welche plant in Zukunft wahnwitzige Preise zu kassieren und welcher es nicht einmal gelingt wenigstens die Titelseite fehlerfrei zu setzen, verdient wohl das Aus.
Ich habe die FAZ geliebt und lese sie auch heute noch immer wieder gern (auch wenn die Qualität und der Umfang extrem nachgelassen haben). Aber die damit einhergehenden Preisexplosionen stehen in keinem Verhältnis mehr zur gebotenen Leistung. Damit hat die FAZ mich als Kunden verloren und vermutlich noch viele weitere Leser. So dreht sich dieses Hamsterrad immer weiter und steuert unaufhörlich in eine Richtung, dem Ruin. Weniger Leser = weniger Einnahmen, führt zu Preiserhöhung und wieder weniger Lesern. Weniger Einnahmen = Personalentlassungen = sinkende Qualität da der Druck für den Rest der Redaktion steigt. Bye Bye FAZ.
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