Kundenrezension

57 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es fehlt an Entwicklung und Balance, 17. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Deine Seele in mir: Wenn der Liebe EIN Leben nicht reicht (KNAUR eRIGINALS) (Kindle Edition)
Ein schöne Idee!

ABER ... Der Roman krankt m. M. n. daran, dass es hier nur Gut und Böse gibt - bzw. nur den einen Bösen: Amys Mörder. Alle anderen Charaktere sind geradezu erschreckend eindimensional gezeichnet und überraschen in ihren Handlungen nicht - können sie in ihrer Starre gar nicht! - was die Geschichte alles in allem relativ vorhersehbar macht.

Es gibt im Grunde keinen glaubhaften Konflikt, keine Entwicklung. Eher kehren Geschehnisse wieder, sodass man dasselbe in grün noch einmal liest. Gedanken und Überlegungen werden wiederholt, was einen denken lässt: Das weiß ich doch schon! Erzähl was Neues.

Bis auf Amys Mörder sind die Protagonisten überzogen emphatisch, verständnisvoll, edelmütig, warmherzig, voller Liebe ihren Mitmenschen gegenüber. Und zwar bis zur Selbstaufopferung - das ist an der Tagesordnung, und lässt sie mir deshalb wenig menschlich erscheinen. Sie kommen sonst nur Heilige daher.

Emotionen wie Eifersucht, Enttäuschung, verletzte Gefühle, Kummer etc., die an vielen Stellen mehr als nur nachvollziehbar wären, fühlen diese hehren Personen offensichtlich nicht mal ansatzweise. Und sie fehlen. Darum gibt es kein wenigstens einigermaßen ernstzunehmendes Dilemma, keinen Konflikt oder Situationen, in denen der Leser die Hände ringt und sich fragt: Was wird er/sie nun machen?

Auch für die Problemlosigkeit/Schnelligkeit, mit der die Personen in dieser Geschichte Amys Schicksal als Wahrheit erachten, kann man die Worte "sie mussten überzeugt werden", nicht anbringen. Zu sehr "kreist der Holzhammer!" Dem Leser bleibt kein echtes Mitfiebern, kein Geheimnis zu ergründen, kaum eine unbeantwortet Frag. Hier baut sich keine Atmosphäre auf, nichts lässt einen hoffen, bangen, verzweifeln. Daher ist es auch nicht spannend oder interessant. Es fehlt jegliche Entwicklung, auch (und gerade) bei den Charekten von Amy und Matt. Hier hätte man sich viel mehr Zeit zum wirklichen Erzählen nehmen sollen, dachte ich.

So paradox das klingt, aber gerade durch die rasante Abarbeitung der Story, liest sich das Buch langweilig. Ich habe Seiten über Seiten mit uninteressanten Passagen überschlagen! Falls wirklich mal so was wie vage Verzweiflung oder gar Unmut bei den Akteuren anklingt, ist die Schilderung so blass, so wenig bildhaft, als wäre sie lediglich das Echo einer Emotion. Und da man nach sehr kurzer Zeit weiß, wie einfach die Mitwirkenden gestrickt sind (von denen auch noch jeder zweite Locken hat!), überrascht das meiste in diesem Buch kaum bis gar nicht. Selbst dass der Mörder nur aus dem Umfeld stammen kann, ist rasch klar.

Und die Frage warum Julie/Amy, die sich doch lückenlos an alles aus ihrem vorherigen Leben erinnert und stets "geistig" bei Matt ist, sich quasi selbst zur Autistin degradiert, statt sich ihm tatkräftig (so soll sie ja angeblich sein!) und leibhaftig zu offenbaren, sobald sie hierzu in der Lage ist, die stellte sich mir unentwegt.

Dieses verkriechen im "neuen Körper" und dieses "hilflose" widerspricht dem, was sie doch eigentlich sein soll - zumal sie nicht traumatisiert scheint und (zweimal!!) binnen Kurzen aus diesem starren Zustand herausfinden. Das kann man mir auch nicht mit Matts Unterstützung erklären, tut mir leid. Für mich eine klare Diskrepanz des Charakters! Wie ich bei Amy auch die Mischung zwischen teilweise recht kindlichen Zügen und den Empfindungen einer erwachsenen Frau als misslungen empfinde. - Wieso sollte das so ein?!

Ich finde das Buch schnulzig (nicht in positivem Sinne, es gibt auch wunderschöne Schnulzen!), langatmig und kaum interessant. Aber es passt sehr gut zum Hype! Doch leider, leider wurde in diesem Roman ausgerechnet der Aspekt des Mystischen/der Seelenwanderung viel zu kurz und unbefriedigen herausgearbeitet!
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Kommentare


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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.03.2013 09:36:02 GMT+01:00
Fade meint:
Vielen Dank für diese Rezension, somit erspar ich mir eine Eigene.
Mir erschleicht sich der Verdacht, dass dieses Buch nur aufgrund eines
Boomerang Effektes über youtube Hype so gute Bewertungen erzielen konnte.

Das Buch ist langweilig, schnulzig und über lange Strecken so langweilig (wie die von Ihnen
bemängelten Charaktere), dass ich mich für nur einen einzigen Stern hinreißen lassen würde.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.04.2013 16:14:28 GMT+02:00
Luisa König meint:
Ich habe mir das Buch gerade gekauft und habe es zur Hälfte durch und auch ich bin bisher enttäuscht. Das Thema Seelenwanderung interessiert mich sehr, aber was in diesem Buch geschieht, scheint mir sowas von an den Haaren herbeigezogen zu sein. Auch die stupiden Charaktere nerven irgendwann. Matt ist der großherzige, sensible, der mehr mit Amys Vergewaltigung und Ermordung zu kämpfen hat als sie selbst (sehr unwahrscheinlich!) Amys soll die Starke sein, scheint mir aber sehr unreif. Julies Eltern haben für alles Verständnis und nehmen diese unwahrscheinliche Geschichte sofort hin. Und zu guter Letzt Mary, dessen Charakter mir fast schon leid tut, weil sie so überaus aufopferungsvoll scheint. Und der Schreibstil ist mir auch zu jugendlich, ich zitiere: "Hastig streife ich mir meinen Pyjama über und putze mir die Zähne. Bei dem Versuch, zugleich schnell und gründlich zu sein, ratsche ich mir das Zahnfleisch auf, blute wie verrückt und brauche deswegen extra lange. Super!" Dazu muss ich nichts mehr sagen, oder?

Alles in allem gibt es für mich höchstens eine gut gemeinte Note vier von mir für dieses Buch, aber mit beiden Augen zugedrückt.

Veröffentlicht am 05.03.2014 11:13:07 GMT+01:00
A. Meinecke meint:
Ich kann mich dieser geschriebenen Rezension nur anschließen. Hatte mir mehr erhofft.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2014 10:15:06 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 09.05.2014 10:17:31 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2014 10:18:04 GMT+02:00
Boo meint:
Die ersten 100 Seiten habe ich wirklich geliebt. Aber von da an ging es leider steil bergab. Ich habe es noch auf meinen "verkrüppelten" Sinn für Romantik geschoben, dass ich diese Liebesgeschichte nicht genießen konnte und stattdessen ständig das Gefühl hatte, kurz vor einem Zuckerschock zu stehen, so klebrig-süß, wie mir das Ganze vorkam.

Nachdem ich diese Rezension gelesen habe, ist mir aber klar geworden, woran es bei mir gescheitert ist. Ich hatte wirklich gehofft, mit diesem Buch "mal etwas anderes" fernab vom 08/15 Romantik-Brei zu bekommen. Dass sich diese vielversprechende Idee letztlich als (in meinen Augen) derart flach und glattgeschliffen entpuppt, hatte ich nicht erwartet und das hat mich zugegebenermaßen enttäuscht.

Ich habe auch ehrlich gesagt nicht so wirklich begriffen, warum das Loslassen plötzlich so einfach zu sein schien, nachdem die beiden zuvor ständig wie Siamesische Zwillinge zusammengeklebt haben und Amy Matt sogar zur Arbeit begleitet hat.
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