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Kundenrezension

224 von 242 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Main Offender, 30. Oktober 2010
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Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte beginnt, wie man es bei Keith Richards erwartet hat, mit einer Festnahme wegen Drogenbesitzes 1975 in Arkansas. Anwalt Bill Carter regelt den Fall; die Anklage wird - wie so oft - fallengelassen. Keith und Ronnie (der war auch dabei) können ihre Tour fortsetzen. Wer diese Geschichte aus einer anderen Perspektive lesen möchte, braucht nur in Ronnie Woods Biografie nachlesen. Keith Richards hat aufgrund seines Lebenswandels oft am Abgrund gestanden. Das Buch hat aber mehr Facetten, als nur Drogengeschichten. Primär geht es darum, wie Musik sein Leben geprägt hat und was er daraus gemacht hat.

Richards beschreibt im zweiten Kapitel seine Kindheit in Dartford und die war rau, eine typische Nachkriegskindheit in ärmlichen Verhältnissen. Als kleiner Junge wurde er oft verprügelt und konnte sich erst im Laufe der Jahre durchsetzen. Er beschönigt nichts. Seine Verbindung zu Musikinstrumenten hat sein Großvater Gus gefördert. Bei einem Besuch nach Jahrzehnten in Dartford ist es der Geruch der Heide, der Richards Erinnerungen weckt. Richards Ausführungen wirken authentisch.

In allen folgenden Kapiteln dominiert die Musik. Er liebt den Sound von Chuck Berry, Muddy Waters, Howlin' Wolf, John Lee Hooker, Bo Diddley und B. B. King und träumt davon Musiker zu werden. Sein Leben wird vom Rythm and Blues bestimmt. Aufgrund seines rebellischen Charakters fliegt er von der Kunstschule. Mick Jagger, den er von früher kennt, läuft ihm über den Weg und hilft ihm dabei, seine Kontakte zur Musikszene auszubauen. Es folgen Hungerjahre, wie die heutigen Superstars sie nicht kennen. Vielleicht sind es diese schweren Anfangsjahre, die die Band zusammen geschweißt und auch Themen für die Musik geliefert haben.

Keith Richards hat, ebenso wie Bill Wyman, Tagebuch geführt. Seine Einträge enden jedoch, als die Stones bekannter werden. Das Tagebuch hilft bei der Aufarbeitung der frühen Erinnerungen. Als Musiker haben sie alle mal mit Alexis Korner zusammen gearbeitet, der Anfang der 1960er Jahre in der Londoner Musikszene eine bekannte Größe war. Keith Richards verbringt seine Zeit mit Gitarre spielen und es folgt eine beispiellose Karriere als Rockmusiker.

Richards rechnet mit Brian Jones ab, räumt mit Mythen auf und verarbeitet Erlebnisse in Musik, so z.B. die Beziehung zu Anita Pallenberg in "Can't Be Seen". Freundin Linda vergleicht er mit "Ruby Tuesday". "Their Satanic Majesties Request" bezeichnet er als Blödsinn. Die Antwort lautet: "Beggars Banquet". Er spricht über "Flash" (gemeint ist natürlich "Jumpin' Jack Flash"), erklärt die Geheimnisse des typischen Sounds der Stones und erläutert, wie man Songs schreibt. Insbesondere den Songs aus der Topserie (Beggars Banquet, Let It Bleed, Sticky Fingers und Exile On Main St.) widmet er viele Seiten. Und so erfahren die Leser u.a., wo der "Ventilator Blues" seinen Namen her hat und wie "Exile On Main St." entstanden ist. Auch die Ausführungen zu "Dirty Work" (ein Geheimtyp) sind informativ. Musik und Texte sind aggressiv, die Titel sprechen für sich. Die Spannung zwischen Mick Jagger und Keith Richards war hochgradig explosiv und man sieht es dem Cover an. Gerade in anderen Büchern über die Stones vermisse ich Hintergrundinformationen zu den Songs. Auch Bill Wyman äußert sich in seinem sonst erstklassigen Buch nicht genügend zu den einzelnen Songs der Stones.

Es sind die manchmal sentimentalen Momente, die man Keith Richards gar nicht zutraut. So z.B. als er mit Ronnie Bennett von den Ronettes auf einer Tour durch England bei starkem Nebel eine Unterkunft aufsucht. Richards überrascht mit seinen Geständnisse in Sachen Frauen (S. 285). Sie müssen aber wohl relativiert werden, wenn man die weiteren Kapitel liest. Es fiel ihm in späteren Jahren schwer, ein guter Rockmusiker und ein guter Vater zu sein.

Auffallend ist Richards Respekt vor erfahrenen Musikern. Dieser Respekt war für ihn immer Antrieb, noch besser zu werden. Er liebt den Blues, wollte (in den Anfangsjahren) zur besten Bluesband Londons gehören und hat weit weniger als Mick Jagger das Bedürfnis auch Popsongs (z.B. "Miss You") zu produzieren.

Richards kann zwischen seiner eigenen Wahrnehmung und seinem Image unterscheiden. "Die Leute lieben dieses Image. Sie haben sich ein Fantasiebild von mir gemalt, sie haben mich gemacht, die Leute da draußen haben sich diesen Volkshelden geschaffen."

Natürlich beschreibt Keith Richards auch Ereignisse, zu denen sich bereits Ronnie Wood oder Bill Wyman geäußert haben, aber das kann man ihm nicht zum Vorwurf machen. Er hat das Recht, seine Geschichte und die Geschichte der Stones aus seiner Perspektive zu erzählen. Und die Drogen? Spätestens als er Kinder hatte, merkte er selbst, auf welcher Gratwanderung er sich befand - letztlich hat er den Absprung geschafft und dazu gehört Stärke.

Keith Richards hat als Musiker alles erreicht. Er ist unabhängig, unangepasst und muss sich oder anderen mit diesem Buch nichts beweisen - er ist Keith Richards, ein Original. Viele selbsternannte oder in Fernsehshows gekürte Superstars sind 2000 Lichtjahre von diesem großen Rythm and Blues Veteranen entfernt. Das Destillat aus den Erzählungen ist der Mensch Keith Richards und der kommt authentisch rüber.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.12.2010 22:15:43 GMT+01:00
Frank Neumann meint:
Was soll man noch mehr dazu sagen. In dieser Rezension ist alles ausführlich gesagt.

Veröffentlicht am 20.01.2011 22:11:00 GMT+01:00
Stratbeast meint:
Ich bin selbst Gitarrist und spiele Stones Songs in meiner Cover Band. Bin insbesondere von der Sprache und dem Charakter von Keef absolut begeistert. Zur Rezession kann man nicht hinzufügen. Toll, dass sich jemand diese Arbeit macht!!
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