Kundenrezension

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trotz vorhersehbarem Plot zu Tränen gerührt, 10. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Survive - Wenn der Schnee mein Herz berührt (Gebundene Ausgabe)
Ich fliege selbst zu wenig, dafür aber sehr gerne. Allein deshalb hat mich das Buch schon gereizt. Die kleine Seitenzahl ließ mich eine kurzweilige Unterhaltung erhoffen.

Jane kann ihren Flug nicht sehnlicher erwarten. Endlich raus aus der Klinik, nach fast einem Jahr. Ein Jahr, indem sie auf diesen Moment hingearbeitet hat, denn sie will sich im Flugzeug das Leben nehmen. Ein weiterer Versuch, der dieses Mal endgültig sein soll. Aber alles kommt anders. Das Flugzeug stürzt ab, mitten in den Bergen, kilometerweit von der Zivilisation entfernt. Es ist furchtbar kalt und Jane kann die Ironie der Situation nicht begreifen. Sie wollte sterben und überlebt. Aber noch ein Passagier ist am Leben. Paul, der Junge vom Nebenplatz, der sie tierisch aufregt, der es jedoch auch versteht, ihre Stärke hervorzulocken. Währen sie sich ihren Weg durch Schnee und Wind bahnen, kommen sie sich näher. Jane will plötzlich nicht mehr aufgeben und leben. Dann jedoch passiert etwas Unverhofftes. Schaffen Jane und Paul den Abstieg und finden Rettung?

Erster Satz: Es ist zehn vor zehn.

Idee: Bisher habe ich Flugzeugabstürze nur im Film gesehen und das als Thema in einem Buch hört sich einfach interessant an und war für mich neu.

Plot: Leider leider war der Plot für mich absolut vorhersehbar. Als ich Jane erst mal kannte, und dafür hat man lange Zeit, war mir klar, wie die Geschichte verläuft. Keine Frage, alles passte, jedoch war es mir zu gut aufeinander abgestimmt. Die Geschehnisse, Zufälle und Nebenpersonen kamen immer genau richtig ins Spiel. Dennoch hat mich das Buch auf andere Art und Weise gepackt. Es so wie diese Art von Hollywoodfilmen, die auf der einen Seite einen gewissen Kitsch haben und ein Klischee erfüllen, trotz allem absolut berühren und einem die Taschentücher zucken lässt. Man kennt das Ende im Grunde nach den ersten Seiten und trotzdem ist man nicht darauf vorbereitet, was in dem Moment der Momente die Gefühle mit Dir machen. Aber dennoch kann ich nicht so viele Punkte geben. Es ist eben der klassische dramatische Plot; zu offensichtlich.

Schreibstil: Erzählt wird in der Ich–Perspektive Janes im Präsens. Man ist sehr lange nur mit Jane beschäftigt. Dabei versteht der Autor (ja ein Mann, zu meiner Überraschung im Nachhinein) es sehr gut die Gedanken–und Gefühlswelt dem Leser nahe zu bringen. Das hätte etwas weniger sein können, aber vielleicht war es genau das, was dazu beigetragen hat bei dieser Geschichte in Tränen auszubrechen. Besonders gefallen haben mir diese Gedanken und das Sprechen mit sich selbst, was Jane macht. Sie ermahnt sich selber, spornt sich selbst an. Etwas Besonderes bei diesem sonst eher normalem Stil. Ich war überrascht hinter diesem Roman einen Mann zu finden. Alex ist Unisex, und wenn es nicht ersichtlich ist, informiere ich mich erst später über den Autor.

Charaktere: Jane ist am Ende. Ihre Familiengeschichte ist so dramatisch, dass sie sich in ihr einreihen möchte. Sie startet als doch taffes Mädchen, was sich gegenüber ihren Therapeuten sehr gewieft vorkommt. Eine Stärke, die sich im Laufe der Handlung dreht und einen anderen Schwerpunkt bekommt. Von der absoluten Planerin zur Überlebenskünstlerin. Vorhersehbar, aber gut herübergebracht und Jane vermittelt dadurch eine ganz wichtige Botschaft: wie wertvoll Leben ist.

Paul ist nach außen witzig, mutig, so wie die meisten Jungs in seinem Alter. Harte Schale, weicher Kern. Auch in seiner Familie gab es prägende Ereignisse, die er mit sich herumträgt. Er schafft es Jane zurückzuholen und zu stärken.

Hintergrund: Ich kenne leichte Turbulenzen beim Fliegen, aber ein Absturz? Für mich war alles sehr glaubhaft dargestellt und ich vermute der Autor hat seine Hausaufgaben gemacht. Für mich wirkte es echt und gut recherchiert. Angefangen von der Anstalt, dem Absturz bis hin zu den Schmerzen und der Wildnis.

Fazit: Trotz der Vorhersehbarkeit hat mich das Buch tief berührt. Das hatte ich nicht erwartet. Absolut lesenswert, vor allem für zwischendurch, wenn man sich nicht durch zig Seiten kämpfen möchte. Sicher hätte man viel mehr daraus machen können. Der Länge des Anfangs wäre am Ende noch mal schön gewesen und auch zwischenzeitlich fand ich die Handlung etwas zu kurz. Nichtsdestotrotz wollte ich die ganze Zeit weiterlesen. Die Botschaft, die hinter der Geschichte steckt, hat man schon oft irgendwo gelesen und gesehen, aber es regt dennoch zum Nachdenken an und trifft ins Herz.
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.02.2013 20:51:43 GMT+01:00
Alex Morel dürfte in der Tat eine Frau sein, jedenfalls wird auf amazon.com die weibliche Form verwendet.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.02.2013 21:12:12 GMT+01:00
AislingBreith meint:
Alex Morel ist ein Mann, dass steht hinten im Buch bei der Autornbeschreibung und auch auf der Autorenhomepage.
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