Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen "Zusatzstoffe können Zutaten vortäuschen, die gar nicht vorhanden sind." (S.73), 30. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Geo kompakt 30/2012: Gesunde Ernährung (Broschiert)
Die Beiträge von GEO kompakt Nr. 30 lohnt es, immer wieder mal zu lesen, denn das Magazin befasst sich mit gesunder Ernährung, einem Thema über das man nie genug wissen kann. Im Magazin erfährt man wie Gefühle, Assoziationen und Gewohnheiten unser Essverhalten prägen. Dabei entscheidet das Gehirn unbewusst, ohne dass uns die wahren Beweggründe klar wären. Einige Aversionen erwerben wir bereits in der Kindheit.

Dargeboten werden u.a. die sieben Grundregeln für ein gesundes Essenverhalten. Menschen, die sich benachteiligt fühlen, neigen übrigens eher zu großen Portionen, so als wollten sie damit ihren vermeintlichen Nachteil ausgleichen, (S.34). Ihr Essverhalten ist nicht gesund, weil durch Essen ein Mangel, der auf psychischer Ebene liegt, kompensiert wird, in der Regel mit der Folge übergewichtig zu werden.

Man erfährt in einem Beitrag u.a. wie Kinder essen lernen und was Eltern beim Übergewicht und Magersucht ihrer Kinder tun können. Des Weiteren wird erläutert, weshalb wir Fett im Essen benötigen. Hier auch erfährt man, dass Fettsäuren die Produktion lebenswichtiger Hormone ermöglichen, die Durchblutung des Gewebes fördern und für den Transport diverser Vitamine sorgen. Nicht nur das, sie dichten die 70 Billionen Körperzellen ab und schützen diese vor dem Austrocknen, auch sind sie für die Funktion der Neuronen und damit für das Hirn unerlässlich und halten zudem Haare und Haut elastisch. Vieles, was Fett im Körper bewirkt, kann man nachlesen. Zur Sprache gebracht werden u.a. die Cholesterinwerte und es wird auch deutlich gemacht, weshalb trotz der Tatsache, dass der Fettanteil in Lebensmitteln beständig sinkt, viele Menschen immer dicker werden.

Der Geschichte des Kochens ist ein Beitrag gewidmet. Erst vor rund 2 Millionen Jahren hat der Urmensch die Kraft der Hitze zum Grillen von Speisen zu nutzen gelernt. Seither wurden wir von immer verfeinerten Kulturtechniken abhängig.

Die Lebensmittelproduktion ist ein Thema, auch Massentierhaltung und man wird über Imitate gut aufgeklärt. So enthält mancher "Schinken" nur einen Fleischanteil von 50% in Form von Schnipseln, die mithilfe von Binde-, Gelier- und Verdickungsmitteln zu einer kompakten Masse verklebt werden. Man liest von Kalbsleberwurst, die einen hohen Anteil von billigem Schweinefleisch enthält, von Aromastoffen, die den Geschmack von Naturprodukten suggerieren. Die Umweltzerstörung im Dienst der Lebensmittelerzeugung wird zur Sprache gebracht und es wird unterstrichen, dass der Fleischkonsum den Raubbau der Natur vorantreibt. Seit 1961 hat sich der Fleischkonsum vervierfacht. Mittlerweile beträgt der Pro-Kopf-Verzehr der Bundesbürger 60,7 kg pro Jahr.

Die Zusatzstoffe in der Nahrung werden kritisch beleuchtet und auch die Verschwendung von Lebensmitteln aufgrund absurder Vernichtungsaktionen. Die Energieverschwendung aufgrund langer Transportwege von Nahrungsmitteln wird beleuchtet und die Macht der Lebensmittel-Giganten bleibt nicht außen vor.

Sehr gut wird der Stoffwechsel beschrieben. Beginnend damit, was im Mund geschieht, wenn wir etwas essen. Erläutert wird die Spaltkraft des Speichels und schließlich alles, was sich im Magen abspielt und wie es dann weiter geht. Auch werden die Bausteine des Essens genannt, darunter die sekundären Pflanzenstoffe. Von denen gibt es etwa 100 000 Substanzen, die teilweise medizinische Wirkung entfalten. Es führt zu weit, ins Detail zu gehen bei diesem wirklich gelungenen Beitrag, den jeder intensiv lesen sollte, ebenso wie den Beitrag über Aromen.

Am Ende des Magazins gibt es ein Spezial, über Abnehmen nach Plan, die Lieblingsbeschäftigung der meisten Mitteleuropäer, wenn das neue Jahr begonnen hat. Erläutert wird wie Diäten funktionieren. 10 Grundregeln werden genannt, mittels denen man schlank bleiben kann. Eine davon lautet, nachts mindestens 7 Stunden zu schlafen. Wer weniger schläft, wird schneller übergewichtig. Da sind sich die Mediziner mittlerweile wohl einig.

Diverse Diäten werden benannt, wobei ich vermute, dass man sich vor Übergewicht am besten schützt, wenn man Weißmehl-, Zucker und Transfette meidet, sich viel bewegt und ausreichend schläft.

Ein gelungenes Magazin, das mich überzeugt hat, im kommenden Jahr nun völlig auf Bio-Produkte umzustellen und mich noch ausgiebiger mit den sekundären Pflanzenstoffen zu befassen, denn ich vermute, dass in ihnen der Schlüssel für dauerhaftes gesundheitliches Wohlbefinden liegt.

Sehr empfehlenswert.
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Helga König
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