Kundenrezension

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abgründig, 11. November 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Raw Power (Audio CD)
Eine bereits in Auflösung begriffene selbstzerstörische, von unglaublicher Wut getriebene Band, nimmt hier den Punk nicht nur bereits voraus, sondern stellt mit diesem Album alles in Schatten was in den Jahren 1976 - 1978 in diesem Genre veröffentlicht werden sollte.

Gitarrist James Williamson würgt seine Gitarre mit einer Rohkraft die man so seither kaum mehr gehört hat, und die Asheton Brüder bilden kongenial das apokalyptische Rückgrat zu diesem Wutausbruch. Iggy selbst klingt so kraftvoll wie nie wieder davor oder danach, und bei den vocals zu ,Your Pretty Face...' und ,Penetration' kann man es als zartbesaitetes Gemüt auch schon mal mit der Angst zu tun bekommen. Und gerade bei letzterem song, nimmt das tragende Riff auch schon viel vom Metal der in den späteren Jahren noch kommen sollte vorweg; den Blues kann man dreckiger und kraftvoller als auf ,I Need Somebody' nicht spielen. ,Search And Destroy' und das Titelstück sind ohnehin Klassiker die zurecht von Punk Fans und Metal Fans gleichermaßen geschätzt werden. Fast nachdenklich nimmt sich ,Gimme Danger' aus, und es klingt so, als ob Iggy kurz überlegt, persönlich doch den Weg der Normalität in Betracht zu ziehen, bevor er sich mit ,Your Pretty Face Is Going To Hell' voller Haß in den Abgrund stürzt.

Weder die handwerklichen Fähigkeiten der Akteure, noch der Mix dieser Platte enstprechen auch nur annähernd irgenwelchen Standards, aber genau deswegen klingt dieses Album auch so angsteinflössend. Bowie, der das Album damals abmischte und der hauptverantwortlich dafür ist, daß es überhaupt aufgenommen wurde, wußte, daß man diese Rohkraft (einen treffenderenden Titel für dieses Album könnte man nicht finden) unmöglich mit einem sauberen Klang einfangen kann, und deswegen ist dieses ständige Übersteuern der Instrumente und der schlammige Sound für dieses Album genauso wichtig wie Iggy's Stimme, die klingt als ob er gerade mit Reissnägeln gurgeln würde. Das Remastering ist übrigens exzellent, denn es macht den Klang dieses Album Gottseidank nicht transparenter, sondern nur druckvoller - genauso so wie es sich seinerzeit wohl im Studio angehört haben muß.

Ein furchteinflössendes Album von drei orientierungslos Getriebenen, zornigen Männern und gleichzeitg eines der emotionalsten Alben der gesamten Rockgeschichte. Metallicas ,St. Anger' nimmt sich dagegen aus wie eine Kinderjause.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.11.2008 12:31:23 GMT+01:00
guitar meint:
die "produktion" ist wirklich ein wahnsinn. ein gutes beispiel dafür, dass schlecht gemacht auch gut gemacht sein kann.

die stooges sind eine der wenigen punkbands, die sich auch aus 30 jahren entfernung immer noch "hart" anhören. denn das meiste, was damals die ohren erschütterte klingt heute geradezu lahm, weil man inzwischen ganz andere härte gewöhnt ist. wer pantera überlebt hat, findet die sex pistols zahm. ich rede jetzt nur vom sound, notabene!

ich stimme deiner rezi zu! mit ausnahme des letzten satzes.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.11.2008 12:37:28 GMT+01:00
V-Lee meint:
das war mir klar; aber bei der stooges platte krieg' ich gänsehaut und wenn ich's im dunkeln hör' sogar zeitweise angst; bei st. anger - null.

Veröffentlicht am 21.02.2009 15:42:58 GMT+01:00
steve_be meint:
Ich gehe mit der Beurteilung der Musik konform. Allerdings ist das Remastering völliger Mist und das digitale Übersteuern macht eigentlich alles völlig kaputt
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