Kundenrezension

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine missglückte Übersetzung?, 7. Februar 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: In einem andern Land (Taschenbuch)
Ernest Hemingways Romane sind immer so eine Sache. Natürlich bin ich mir der Wichtigkeit seiner Bücher bewusst, aber bislang hat mich trotzdem keiner so richtig überzeugt. Woran dies liegt weiß ich nicht, da sie sich eigentlich immer mit Themen auseinandersetzen, die mir wichtig und interessant erscheinen - und einen Nobelpreis bekommt man ja auch nicht ohne weiteres. Nichtsdestotrotz habe ich nun endlich In einem andern Land gelesen, obwohl ich es auch den zuvor genannten Gründen bisher immer vor mir her geschoben hatte.

Der Roman spielt im ersten Weltkrieg. Der Ich-Erzähler Frederic Henry, zuvor ein amerikanischer Architekturstudent in Rom, hat sich der italienischen Armee angeschlossen und kämpft an der italienisch-östereichischen Front. Dort, zwischen Krankheiten und endlosen Tagen, lernt er Catherine Barkley kennen, die eine schottische Krankenschwester ist, und verliebt sich in sie. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, bis er bei einem Einsatz stark verletzt wird und in ein Lazaret eingeliefert wird. Auch Catherine wird dorthin verlegt, so dass sie ihre geheime Beziehung weiterführen können.

Kurz bevor Frederic aufgrund seiner Genesung wieder an die Front muss, ist Catherine schwanger. Für die beiden, anders als für viele andere Paare in Kriegszeiten, ist dies sicherlich ein Grund zusammenzubleiben, obwohl Catherine ihm unentwegt zusagt, dass er sich um nichts sorgen solle. Frederic gelangt an die Front und soll dort aufgrund eines Rückzugs von der Feldpolizei erschossen werden. Ihm gelingt die Flucht und damit die Rückkehr zu Catherine. Wenngleich sie glücklich sind, dass sie endlich wieder beisammen sind, sind sie sich doch bewusst, dass Frederic ständig als Deserteur gefangen genommen werden könnte. Es dauert deshalb nicht lang, bis sie in die Schweiz fliehen, wo sie sich in Sicherheit sehen - doch dort sehen die beiden Catherines Tod, sowie dem Tod ihres Kindes entgegen.

Ich hatte oft gehört, dass Hemingsways In einem andern Land ein wirklich toller Roman ist, der treffsicher und mitreißend von der Sinnlosigkeit des Massensterbens in Kriegen und dem Lichtblick der Liebe in schwierigen Zeiten erzählt. Beide Themen werden in dem Roman zweifellos angesprochen, doch die große Empathie stellte sich bei mir nicht ein. Woran dies liegt kann ich nicht genau sagen, denn eigentlich mag ich diese Art des Romans und halte sie für wichtige Bücher. Meine Vermutung ist aber, dass es an der Übersetzung liegt, die ich schon bei Der alte Mann und das Meer wirklich furchtbar fand, weshalb ich mir das Buch wohl noch auf englisch zulegen werde. Dazu würde ich möglichen Lesern ebenfalls raten.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.08.2013 11:29:06 GMT+02:00
Nathaniel meint:
Natürlich kann man gewissen Erwartungen an einem berühmten Autor hegen, gerade wenn er berühmt ist, kein Zweifel - doch Ihrer Rezension zur Folge haben Sie das Phänomen Hemingway nicht verstanden. Das Buch ist kein Pamphlet gegen Krieg, im Gegenteil, die Generation des Ersten Weltkrieges suchte in Zeiten größerer Umwälzungen sich selbst und ein großer Krieg verspricht Heldentum und die Befriedigung der Abenteuerlust. Auf dieser Ebene spielt der Roman. Der Krieg ist eher Kulisse. Und wenn man das 5. Buch des Romans genau liest, versteht man auch die Verzweiflung dieser Generation, die keine Antwort auf die Lebensfragen bekommt. Am Ende steht der Tod und der Unwille zu leben. Der Protagonist glaubt, dass sein Kind vermutlich schon im Bauch der Schwangeren gestorben ist. Ihn verwundert das nicht mehr. Mit der Geburt geht es rückwärts im Countdown auf den Tod zu. Ganz pessimistisch. Kein Happy End. Und das ist die Quintessenz im Buch... ganz nebenbei hat Hemingway mit seiner Prosa die Welt der Literatur revolutioniert. Ich jedenfalls bin dankbar für jedes geschriebene Wort dieses Ausnahmekünstlers - gute Übersetzung hin oder her.
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