Kundenrezension

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr Thrash Metal!, 7. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Blooddrunk (Audio CD)
An diesem Album scheiden sich offenbar die Geister. Ich habe hier viele Rezensionen gelesen, in denen es hieß, die Songs würden nicht richtig zünden. Es hieß, es wäre sehr viel härter und weniger melodiös ausgefallen. Mancher sprach gar von überwiegenden Death Metal Anteilen. Und auch aus meinem Bekanntenkreis hörte ich Stimmen wie "Das Album ist nur 0815, klingt wie hingerotzt, die Songs klingen alle gleich!" und so weiter. Viele Stimmen, die das Album sehr verreissen, auch wenn es offenbar doch auch einige gibt, denen es gefällt.

Aber ist es wirklich so "hingerotzt" und "0815" und "unmelodisch"?
Die Antwort lautet: NEIN!

Es ist wahr, das Album klingt etwas härter und setzt weniger auf Melodien, als das bei CoB in der Vergangenheit der Fall war. Dabei nehmen hier gewiß nicht Death Metal Teile überhand, wie manche hier behaupten, im Gegenteil: Death Metal hört man auf dem Album gar keinen (ich möchte behaupten, daß es Death Metal elemente, wenn überhaupt, höchstens auf Frühwerken der Band, wie z.B. Hatebreeder, gab). Was das Album aus macht, ist, daß es einen sehr thrashigen Einschlag hat. Ein fetzendes Thrash-Riff jagt das nächste, abgewechselt von zwischendurch langsameren, groovigeren, aber ebenfalls thrashigen Riffs. Diese Entwicklung begann spätestens schon auf Hatecrew Death Roll, wo sie schon einen deutlichen thrash-einschlag hatten, und sie wurde konsequent weitergeführt. Und wie erwähnt, geht es diesmal auch weitaus rauher zu, mehr Thrash, was, dem einen oder anderen dann unmelodisch vorkommt.
ABER: Man hört in JEDEM Song die typischen CoB Melodien, der Chorus ist immer typisch CoB-Hymnen-haft, sehr oft hört man auch wieder die Duelle von Keyboard-und Gitarren-Soli und es gibt die Abwechslung von schnellen, fetzenden Songs und langsameren, düster/ fies daherkommenden Songs, wie schon immer.
Daß das Album rauher ausgefallen ist, macht es auf keinen Fall auch nur annähernd UNMELODISCH!

Klingen denn nun die Songs wirklich alle gleich? NEIN!
Die Abwechslung zwischen schnell und fetzig und langsamer und düster wurde schon erwähnt. Aber auch sonst klingen die Riffs durchaus abwechslungsreich und ausgefeilt.
Am Besten ich zähle einige Songs auf:

- Hellhounds On My Trail: Typischer CoB- Album- Opener, würde ich sagen. Schnell, auf die Fresse, an den richtigen Stellen mit coolen Keyboardparts unterlegt. Einziges Problem, und das ist einer der zwei einzigen Kritikpunkte für mich an diesem Album: Der Refrain klingt bei den ersten Hördurchgängen, als hätten sie krampfhaft versucht, eine noch nicht dagewesene Akkordfolge zu basteln, um sich nicht selbst zu kopieren - und vor allem für das Keyboard scheint das schwierig zu sein, den die Keyboardmelodie scheitn Probleme zu haben, dem Gitarrenriff zu folgen - der Melodiewechsel klingt irgendwie unlogisch. Allerdings gewöhnt man sich mit der Zeit daran - vielleicht könnte man es ja auch positiv sehen und als "progressiv" bezeichnen? :D

- Blooddrunk: Kommt etwas düsterer und leicht langsamer daher, mit einem sehr geil groovenden Introriff, schneller Doublebassdrum, fetzt aber immer noch ordentlich, und beinhaltet ein sehr geiles, grooviges Mosh-Riff zum Haareschütteln im Mittelteil.

- Lobodomy: Sehr typischer CoB-Song. Hätte so sogar auf der Follow The Reaper stehen können, finde ich. Fängt zwar thrashig, stampfend an, hat dann aber sehr black metallisch angehauchte, langsamere Teile, die mich ein wenig an Dissection erinnern.

- One Day You Will Cry ist dann eine mit atmosphärischen Keyboards unterlegte Midtempohymne mit geilen melodien und einem sehr eingängigen, rockigen Refrain.

- Smile Pretty For The Devil ist dann wieder ein Thrash Stampfer mit fiesen Thrash Riffs, aber trotzdem auch sehr melodischen Einlagen - und manchmal klingt er auch sehr nach Hatecrew Deathroll Zeiten. Stellenweise erinnern mich Riffs ein wenig an Pantera. Im Chorus wechselt sich ein mit sehr geilen Gitarrenmelodien unterlegter Gesang mit Thrashgestampfe ab - und das Gitarrensolo im Song, das von einem Keyboardbreak eingeleitet wird, ist nur noch geil.

- Tie My Rope beginnt mit einem Intro, das einen denken lässt, man hätte Pain eingelegt statt CoB - zunächst ein techno/elektro-artiges Keyboardintro, dann ein schnelles Introriff mit Gitarre und Drums, bei dem die darübergelegten Keyboards nach Fingerbrechern klingen, bevor auch daraus ein toller Thrash Metal Song wird, mit einigen kurzen melodischen Spielereien im harten Riff, teilweise punkig anmutendem Drumming, bevor es dann in groovige, langsame, Bridges a la Pantera übergeht. Der Chorus beinhaltet dann eine der geilsten Melodien des Albums überhaupt und frisst sich ins Ohr, um nie wieder heraus zu kommen.

- Done With Everything, Die For Nothing beginnt dann so thrashig, daß man denkt, man hätte eine Platte alter Helden erwischt, sei es Whiplash, Metallica, Overkill ... bevor es in einen geilen, melodischen Midtempopart übergeht, der dann die Strophe darstellt. Der Chorus is sehr eingängig und recht düster ausgefallen.

- Banned From Heaven ist dann eine langsamere Hymne im Stile von Angels DonŽt Kill, um noch einmal Luft zu holen für den schnellsten Song des Albums:

- Roadkill Morning. Uffta-Uffta Drums, geilstes Riffing, zwar hart aber denoch auch melodisch, Geballer und Alexis Gekreische - bis man im Chorus und auch bei den Zwischenspielen wieder etwas gemäßigter zu Werke geht. Für mich eines der Highlights
auf dem Album.

Zum Schluß folgt mit Ghostriders In The Sky ein zwar gelungenes Cover, das man aber nicht unbedingt gebraucht hätte.

Also, zusammenfassend kann ich sagen:
Ich finde, Blooddrunk ist ein sehr geiles Album geworden, und für mich als Thrash Metal Fan sind die Veränderungen von Children of Bodom sehr positiv ausgefallen.
Das Album ist härter ausgefallen, als die Vorgänger - aber nicht unmelodisch! Lasst euch davon nicht in die Irre leiten!
Wer sonst nur sehr melodischen Metal hört und CoB davor für ihre sehr melodischen Songs geliebt hat, wird zwar anfangs ein wenig Schwierigkeiten mit dem Album haben - wer sich aber die Mühe macht, sich reinzuhören, und dem Album eine Chance gibt (und damit meine ich nicht "Einmal anhören und dann ins Regal stellen" - so findet ihr keinen Zugang), wird feststellen, daß trotz aller Veränderung alle CoB Trademarks drin sind, daß das Album, auch wenn es zuerst nicht den Anschein haben mag, nur so vor Melodien strotzt, und daß CoB so spielfreudig und songschreiberisch genial sind wie eh und je - wenn nicht sogar noch ein wenig besser.
Übrigens: Wenn man sich mal reingehört hat, wird man merken, daß "mehr Härte" und "nicht ganz so melodisch" nicht gleichbedeutend ist mit "weniger Abwechslung" und "die Songs klingen alle gleich".

Den einen Stern ziehe ich eigentlich nur deswegen ab, weil das Album mit dem erwähnten gewöhnungsbedürftigen, anfangs etwas notdürftig zusammengeflickten Chorus im Opener und dem zwar ganz coolen, aber überflüssigen Cover zwei kleine Schwächen hat - die einen aber mit der Zeit nicht mehr stören werden.
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