Kundenrezension

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Völlig unerwartetes Comeback, 19. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Polaris Ltd Edition (Audio CD)
Ganz oben waren Stratovarius schon - das war allerdings 9 Jahre vor dem Erscheinen von "Polaris". Mit "Infinite" lieferten die Finnen im Jahre 2000 ihr letztes rundum gelungenes Album ab. Was darauf folgte war durchschnittliches Stückwerk (die beiden "Elements" Platten) bzw. langweilig und uninspiriert ("Stratovarius"). Vor allem nach dem 2005er Tiefschlag und dem verwirrenden Personalkarussell habe ich persönlich überhaupt nicht mehr mit der Band gerechnet, zumal die Live-Performance auch alles andere als überzeugend war. Mit "Polaris" und dem Ausstieg des letzten verbliebenen Gründungsmitglieds, Timo Tolkki (der wohl tatsächlich eine äußerst komplizierte Persönlichkeit sein soll), gelingt der Band nach so vielen schwierigen Jahren nun endlich ein Befreiungsschlag, der sich hören lassen kann.

Dabei lässt der Einstieg mit "Deep Unknown" aus meiner Sicht noch einiges zu wünschen übrig und weckt leichte Erinnerungen an die letzten Reinfälle. Beim wiederholten Hören stellt sich allerdings Besserung ein, auch wenn der Track nie ganz über das Mittelmaß hinauskommt. Ähnliches gilt auch für "King Of Nothing" (zu lang, nerviges Keyboard-Gedudel) und die kitschige (Halb-)Ballade "Winter Skies". Was auch nicht verhehlt werden soll: der große, überlange Song (bestes Beispiel: "Destiny") ist hier eher mäßig gelungen. "Emancipation Suite" ist aus zwei Teilen zusammengesetzt, von denen der erste ("Dusk"), der wesentlich länger ist, überhaupt nicht begeistert. Schade, dass an dieser Stelle die Kreativität wohl eher bei Timo Tolkki liegen dürfte... Die beiden Retter in der Not sind hier Lauri Porra und Matias Kupiainen, deren exzellentes und erfrischendes Bass- bzw. Gitarrenspiel einiges rausreißt.

Damit ist aber auch schon genug kritisiert, alle anderen Nummern wissen im Großen und Ganzen zu überzeugen. Vor allem die typischen Stratovarius-Kracher "Falling Star", "Higher We Go" und "Blind" (das wohl die bessere Wahl als Opener gewesene wäre) gefallen aufgrund ihrer Eingängigkeit und den aus alten Zeiten bekannten Trademarks (interessante Keyboards, gutes Riffing, starke Solos). Auch auf der romantischeren Seite ist bis auf das erwähnte "Winter Skies" alles in Ordnung. Als Rausschmeißer steht mit "When Mountains Fall" gar ein Stück auf der Platte, das schöne Erinnerungen an das ehrwürdige "Forever" aufkommen lässt. "Polaris" macht auch einmal mehr deutlich, welche ein Ausnahmekönner Timo Kotipelto als Sänger ist. Das nunmehr dienstälteste Bandmitglied liefert eine tadellose Leistung ab - ohne ihn wäre die Band wohl tatsächlich keinen Pifferling mehr wert, egal ob mit oder ohne Tolkki.

Aufgrund der beschriebenen Mängel würde ich bewertungstechnisch zu 3,5 Sternen tendieren. Ich runde das nach langem Überlegen auf 3 Punkte ab, obwohl ich mich wirklich über dieses "Comeback" freue. Ich hoffe einfach mal, dass in Zukunft ähnliches, nach Möglichkeit noch besseres Material nachkommt und lasse bewusst etwas Luft nach oben. Zu den besten Werken der finnisch-schwedisch-deutschen Connection fehlt nämlich doch noch ein Quäntchen.

Die Limited Edition von "Polaris" enthält übrigens nur einen Bonustrack: den verzichtbaren, alternativen Mix von "Deep Unknown". Ob das, in Verbindung mit dem schöneren Booklet, den höheren Preis rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 25.02.2013 13:42:44 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.02.2013 13:43:27 GMT+01:00
Mischa meint:
Gerade die beiden Songs Deep Unknown und Winter Skies sind für mich die besten Songs auf diesem Album. Das sind für mich richtige kleine Hits, die dem Infinite und Visions Material in nichts nachstehen. Deep Unknown ist Live ein Hammer!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.03.2013 13:23:31 GMT+01:00
Stefan T. meint:
Hmm... Naja, ist natürlich Geschmacksache. Zunächst habe ich überlegt, ob ich "Polaris" als Album nicht vielleicht ein bisschen zu streng bewertet habe... Aber nein, auch nach längerer Zeit ist das Ding zwar gut, aber nicht herausragend. Da gefällt mir der neueste Streich "Nemesis" bedeutend besser. Aber, wie gesagt, ein gutes quasi-Comeback ist "Polaris" allemal, ich hatte die Band tatsächlich schon abgeschrieben. Schön, dass es anders gekommen ist.
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