Kundenrezension

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atmosphärisches Meisterwerk, 14. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mitgift (Limited Fan Edition) (Audio CD)
Mit ihrem neuesten Werk ist es Subway to Sally gelungen alte Stärken und neue Einflüsse auf eindrucksvolle Art zu kombinieren. Dabei ist der ungewohnt starke Einsatz von elektronischen Elementen besonders auffällig, aber absolut stimmig und nie deplaziert. Als ich die ersten Hörproben gehört habe, war ich davon äußerst positiv überrascht, dient es doch unerwartet hervorragend dem Aufbau der Atmosphäre. Damit ist auch schon das Stichwort gefallen, dass das Album wunderbar auf den Punkt bringt: Jedes Lied baut eine ganz eigene Atmosphäre auf, die trotz der thematischen Gemeinsamkeit aller Songs für Gänsehaut und Abwechslung sorgt. Das hat auch meine Befürchtung, dass der Fokus auf "Mördergeschichten" eventuell einseitig werden könnte, sofort aus dem Weg geräumt.

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"Ad Mortem Festinamus" ist zum Einstieg eine Rückführung auf klassischere Texte und Lieder der Band, der zwar musikalisch interessant ist, mich aber bei Weitem nicht so mitnimmt wie der Rest des Albums. Die Mischung aus lateinischen choralen Gesängen und des doch angestiegenen Härtegrads der aktuellen Platte passt für mich persönlich nicht so gut zusammen und wirkt darum fast etwas deplaziert. Ab der zweiten Hälfte und dem letzten Drittel dreht der Song aber musikalisch und atmosphärisch noch einmal auf und leitet direkt zum nächsten Lied über.

"Schwarze Seide" war ja schon zuvor als Single erhältlich und bedarf darum wohl wenigerer Worte. Als allererster Eindruck des neuen Albums hat er mich absolut positiv überrascht. Hier zeigt sich die gekonnte Mischung von härteren Gitarrenklängen und elektronischen Elementen, die zusammen eine düstere Atmosphäre erzeugen und mit dem eingängigen Refrain Lust auf mehr machen.

"Für immer" ist langsamer als Schwarze Seide und überzeugt besonders durch einen atmosphärischen Refrain. Hier beginnt sich schon ein Aufbau zu bilden, der sich durch mehrere Titel des Albums zieht: Während die ersten zwei Drittel hauptsächlich ein Zusammenspiel aus härteren und etwas schnelleren Strophen und einem langsameren und epischen Refrains darstellt, ist das letzte Drittel eine Steigerung des Refrains mit äußerst starken Instrumentalparts kombiniert. Diese Struktur erzeugt eine tolle, spannende Wirkung, die durch die hervorragende musikalische Umsetzung unterstützt wird.

"Grausame Schwester" meistert diese Formel und ist für mich das absolute Highlight des Albums. Ein spannungsaufbauendes Intro, gefolgt von einer tollen Strophe, die in einen starken und atmosphärisch wunderbaren Refrain mündet und dann in einen nahezu perfekten Instrumentalteil übergeht. Dieser hat am Ende des Songs, nachdem auch der Refrain wie schon zuvor beschrieben noch einmal gesteigert wiederkommt, noch einen Auftritt, der mich umgehauen hat. Ein absolut fantastischer Song mit einer tollen Mischung aus Atmosphäre, Härte und Melodie, der schon jetzt zu einem meiner Lieblingslieder der Band geworden ist.

"Warte, Warte" ist wohl eines der härtesten Lieder in diesem Werk. Der Refrain, obwohl textlich nicht besonders imposant, überzeugt mich durch seine musikalische Gnadenlosigkeit und baut genau die richtige Stimmung auf. Die Strophen sind düster und bereiten den Refrain stimmig vor. Dieser Song funktioniert in seiner recht simplen Struktur wunderbar, indem er einfach pure Bedrohung und Gewalt ausstrahlt und dadurch mitreißt.

"Dein Kapitän" erzeugt, wie man erwarten kann, eine gewisse Seemanns-Stimmung allerdings auch hier der bisherigen Härte und den elektronischen Einflüssen untergeordnet. Auch hier wird das Lied vom grandios atmosphärischen Refrain getragen, unterstützt von Geigenklängen und harten Riffs. Die Formel der bisherigen Songs funktioniert auch hier, das letzte Drittel ist besonders stark.

"Arme Ellen Schmitt" überzeugt mich bisher nicht besonders, wenn auch die Melodie eingängig und mitreißend ist. Der Text verfehlt meiner Meinung nach die gewünschte düstere Wirkung und somit verliert der Titel seine Gesamtstimmung. Hauptsächlich führt der Einsatz des Namens Ellen Schmitt zum Verlust der Abstraktion und damit verliert das Lied für mich auch an Atmosphäre und Mysterium. Musikalisch ist aber auch hier wenig auszusetzen, mag sein, dass mein Kritikpunkt nur für mich persönlich relevant ist.

"In kaltem Eisen" ist wieder ein starker Song, der im Gegensatz zum bisherigen Rest des Albums bemerkenswert ruhige Töne anschlägt. Besonders die Strophen sind fast unheimlich sanft und Erics Performance als Mörder ist hervorragend. Der Refrain erzeugt eine wunderbare Gänsehautstimmung und komplettiert den tollen Gesamteindruck des Lieds. Ein weiteres Highlight der neuen Platte.

"Vela Dare" ist eine direkte instrumentale Fortsetzung von "In kaltem Eisen". Es übernimmt dessen Melodie und verarbeitet sie interessant weiter. Dieser Song sticht eben besonders dadurch hervor, dass er vollkommen ohne Gesang auskommt und das vorherige Lied weiterführt. Musikalisch super, aber leider kein besonders hoher Wiederhörwert für mich persönlich.

"Haus aus Schmerz" ist dagegen wieder besonders hart und arbeitet stark mit elektronischen Klängen und orientalisch anmutenden Melodien, die eine einzigartige Atmosphäre schaffen. Sehr drückend, sehr gewaltig und äußerst düster, wenn auch vom Text her nicht besonders herausstechend, erinnert dieser Song auch ein wenig an "Warte, warte". Überzeugt mich auch in seiner brachialen und gnadenlosen Art, atmosphärisch wie fast alle Lieder des Albums eine Wucht.

"Coda" stellt einen tollen Abschluss der Mördergeschichten dar. Ein ruhige und sehr kurze Verabschiedung, die noch einmal die düstere Wirkung der bisherigen Erfahrungen aufnimmt und dem Hörer zum Ende hin mitgibt.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass besonders die Schaffung von einzigartiger Atmosphäre in nahezu jedem Song aufs Neue gelingt und einen immer wieder in den Bann zieht. Musikalisch eine absolut überzeugende Weiterentwicklung der Band, die elektronischen Einflüsse sind immer perfekt in die herkömmlichen Subway to Sally-Klänge eingegliedert, wirken nie aufgezwungen oder fehl am Platz und erzeugen eine unglaublich tolle Stimmung. Ein rundum wunderbares Album, technisch exzellent ausgeführt und, obwohl ganz anders als erwartet und frühere Werke, großartig. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
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