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Spannend und gut gemacht,
12. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Rollerball (DVD)
Zunächst einmal ist dieser Film mit dem katastrophalen Remake in keinster Weise vergleichbar. Remakes im Allgemeinen haben ja die traurige Tendenz, einen ursprünglich guten Film zu verschlimmbessern. Auch hier ist das keine Ausnahme, sondern der schlagende Beweis dieses bedauerlichen Umstands!
Der Film selber greift sehr gelungen das Thema der gesellschaftlichen Übersättigung und moralischen Verrohung einer kompromiss- und gnadenlosen Konsumgesellschaft auf, in der Individualität, Menschenwürde und persönliche Freiheit zugunsten des altrömischen Prinzips "Brot und Spiele" rigoros aufgegeben worden sind. Auf Rollschuhen und mit Motorrädern muss eine Stahlkugel in einen Korb geworfen werden - das ist alles. Den Reiz macht dabei der Umstand aus, dass die Spieler nach Herzenslust aufeinander einprügeln dürfen und Tote und Verletzte nicht nur einkalkuliert, sondern explizit gewollt werden.
Die dumpfe Masse wird durch einen brutalen Sport bei Laune gehalten, ihre Lust auf Blut und Gewalt auf unterster moralischer Schwelle befriedigt und jede kritische Hinterfragung oder auch nur allzugroßes Nachdenken über Politik und Gesellschaft im Gebrüll der Fans und dem Dröhnen der Motorräder erstickt. Als die Hauptfigur durch ihr sportliches Talent mehr und mehr aus der uniformen Einheitsmasse heraussticht und zum Schluss Superhelden-Status erreicht, wird durch die grauen Emminenzen im Hintergrund die Jagd freigegeben. "Der Spieler darf nicht wichtiger werden als das Spiel".
Ein Thema von insgesamt durchaus aktueller Brisanz, wenn man sich "Volksbelustigungen" ansieht, wo sich mehr oder (eher!) weniger bekannte Personen freiwillig in einer gestellten Situation in ein Urwald-Lager begeben, um dort Insekten zu essen oder durch Maden zu kriechen - Voyeurismus, Perversion und menschliche Gier nach Ekel in Reinkultur.
Der Film hat einige Längen zwischen den spannenden und packend inszenierten Wettkampfszenen. Diese Längen dienen jedoch hervorragend dazu, ein detailliertes Bild der zukünftigen Wegwerf-Gesellschaft zu zeichnen, in der der Film spielt. Besonders sehenswert die dekadente Party oder der Besuch der Hauptfigur in einer Bibliothek.
Fazit: Ein spannender Film, der ausnahmsweise mal keine hohle oder hochtrabende Message propagiert, sondern wirklich Aussagekraft besitz. Dies alles eingebettet in spannende und dramatische Actionszenen, die keineswegs einen Vergleich zu heutigen Filmen scheuen müssen - insbesondere unter dem Aspekt beachtlich, dass der Film über 30 Jahre alt ist. Rundum sehenswert.
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