Kundenrezension

64 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schirrmachers substanzlose Stimmungsmache, 21. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Ego: Das Spiel des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Kritik an bestimmten Auswüchsen der Marktwirtschaft kann und muss man sicherlich üben. Man könnte dabei aber wenigsten den Anschein erwecken, dass man nicht nur selektiv ein bisschen Literatur überflogen und dabei genau die Informationen herausgesucht hat, die die eigenen Argumente stützen. Fank Schirrmachers Stimmungsmache gegen das vermeintliche Satanswerk des Kapitalismus offenbart dabei besonders gewaltige Wissensdefizite. Der Autor, der ja ohnehin noch nie in Verdacht stand, irgendwas mit Wissenschaftlichkeit am Hut zu haben, ignoriert hier grundlegendste Erkenntnisse, die keinesfall elitäres akademisches Geheimwissen, sondern leicht zugänglich und verständlich sind. Dass sie in diesem Buch nicht gewürdigt werden, kann daher eigentlich nur als böse Absicht gewertet werden. Sein Bild des "homo oeconomicus" zum Beispiel ist für manche Denkrichtungen innerhalb der Wirtschaftswissenschaften bestenfalls ein analytisches Instrument, aber keiner, der auf diesem Gebiet halbwegs auf dem Laufenden ist, geht heute noch davon aus, dass der Modell-Typ des "homo oeconomicus" in der Realität vorzufinden ist. Allein schon dieser Umstand planiert Schirrmachers Argumentationsgebäude vollständig. Die Spieltheorie selbst hat inzwischen gravierende Modifikationen erfahren und dabei das Bild vom ausschließlich nutzenmaximierenden Egoisten gründlich über den Haufen geworfen - so wurde in Experimenten unter anderem nachgewiesen, dass Menschen im Gegenteil zu Altruismus und fairem Verhalten neigen. Ein anderer elementarer Punkt ist, dass gerade der Egoismus eine wichtige Triebfeder für die Zusammenarbeit mit anderen Menschen ist, denn das meiste, was der Einzelne für sich selbst möchte, kann er nicht ohne die (wiederholte) Inanspruchnahme der Hilfe anderer erreichen. Schirrmachers Buch bereitet einen völlig veralteten und zudem bruchstückhaften Wissenstand auf, bedient damit überholte Vorurteile, ist, wie bei sich als intellektuell inszenierenden Journalisten üblich, frei von eigenen und originellen Ideen (dafür getragen von einer berufspathologischen Problem-Halluzination) und darf sich somit rühmen, einen besonders plakativen Beitrag zur Volksverdummung zu leisten. Wer sich für die Materie interessiert, dem sei als Einstieg zu "Spieltheorie" von Christian Rieck oder zu "Warum die Reichen reicher werden und Ihr Nachbar so aussieht wie Sie" von Mark Buchanan geraten. Leider ist zu befürchten, dass viele Leute, denen diese Kenntnisse fehlen, die haltlosen Schmalspurthesen Schirrmachers bereitwillig abnicken und so der in diesem Falle komplett verfehlten Kapitalismuskritik neuen Auftrieb geben. Da sind mir abgeschriebene Doktorarbeiten deutlich lieber, als solche selbst geschriebenen Pamphlete, die es vermeiden, unliebsames Basiswissen zur Kenntnis zu nehmen und die einfach nur massiv irreführend sind.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.02.2013 08:43:44 GMT+01:00
christian meint:
Wer ein Buch schlecht verstanden hat, sollte auf den Versuch einer Rezension besser verzichten.
Christian

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2013 09:44:31 GMT+01:00
Andre Schuder meint:
Naja, dann lassen Sie es doch.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.02.2013 15:08:22 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.02.2013 15:09:46 GMT+01:00
christine meint:
Christian Sie machen gegen jede negative Bewertung Front.
Ich bin sicher "Christian" ist ein Faker der im Auftrag handelt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.02.2013 15:11:13 GMT+01:00
christine meint:
Christian ist ein Faker, der Versucht jede negative Bewertung in Lächerliche zu ziehen. Der Typ handelt garantiert im Auftrag

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.02.2013 11:38:58 GMT+01:00
Gurkenhannes meint:
Durchforstet man die Kommentare zu den Renzensionen zum Buch, gelangt man unweigerlich zu dem Eindruck, dass eher Sie es sind, die hier im Auftrag unterwegs ist.

Veröffentlicht am 04.03.2013 14:18:06 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.03.2013 14:19:33 GMT+01:00
Lars meint:
Leider ist Ihre Kritik substanzlos!

Denn Sie verstellen den Blick auf die Realität: "Sein Bild des "homo oeconomicus" zum Beispiel ist für manche Denkrichtungen innerhalb der Wirtschaftswissenschaften bestenfalls ein analytisches Instrument, aber keiner, der auf diesem Gebiet halbwegs auf dem Laufenden ist, geht heute noch davon aus, dass der Modell-Typ des "homo oeconomicus" in der Realität vorzufinden ist."?

Es ist sicher richtig, dass die Psychologie mit ihren Erkenntnissen die Wirtschaftswissenschaften beeinflusst, wobei etwa an den Zweig der Behavioral Economics zu denken ist.

Sie verschweigen aber, dass diese Öffnung den Mainstream nicht erreicht hat und daher alles andere als "herrschende Lehre" ist. Auch verschweigen Sie, wie konsequent besagter Modelltyp den Gesetzgeber in der Sozial- und Wirtschaftsgesetzgebung informiert. So verweigert die FDP bis heute einen flächendeckenden Mindestlohn mit genau dem Argument, dass es sich dann nicht lohne, morgens aufzustehen. Und auch die Hartz-Gesetze folgten der Grundannahme des nutzenmaximierenden, egoistischen Individuums.

Was Franky schreibt, ist daher - leider - sehr realisitsch.
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