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Egoismus und Bigotterie, 11. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Versuchung des Padre Amaro (DVD)
Ein fabelhafter Film mit außerordentlich guter Besetzung. Mag man dem Schönling Gael García Bernal den jungen Priester nicht so recht abnehmen - seine Darstellung der zerrissenen Gefühlswelt des vom Wege Abgekommenen ist beeindruckend und ergreifend. Das Thema des Films ist nicht zum ersten Mal auf die Leinwand gebannt worden, aber nie vor diesem Hintergrund und der Herausarbeitung der egoistischen Motive, die nicht nur den selbstverliebten Padre Amaro leiten, sondern vor allem seine Mitbrüder. Die Bigotterie so manches Kirchenvertreters hätte nicht besser zum Ausdruck gebracht werden können. Insofern verwundert es nicht, daß die mexikanische katholische Kirche diese hervorragend inszenierte Thematisierung der Korrumpierung eines jungen Menschen durch seine Glaubensbrüder zu den schärfsten Protesten veranlaßt hat.Von einer Beleidigung des religiösen Glaubens von Katholiken", wie es die mexikanische Bischofskonferenz formuliert hat, kann indes nicht die Rede sein, wohl eher von einer Augenöffnung" gutgläubiger Menschen hinsichtlich der moralisch-ethischen Grundsätze" der Kirche. Den jungen mexikanischen Erfolgsschauspieler Bernal und seine Kollegin Ana Claudia Talancón umgibt eine Riege erfahrener und arrivierter Darsteller, die sich z. T. derart intensiv mit ihrer Rolle befaßt haben, daß man meinen könnte, ihre Darbietung basiere nicht nur auf großem Talent, sondern auf vollständiger Identifikation mit ihrer jeweiligen Filmfigur. Nicht von ungefähr schrieb die Süddeutsche Zeitung von eine(r) unheimliche(n) Präsenz der Schauspieler". Ganz besonders markant ist die drastische Verkörperung der Dionisia durch Luisa Huertas. Die Versuchung des Padre Amaro" ist gänzlich unprätentiös gefilmt, nicht tendenziös und auch nicht als Selbstbeweihräucherung des Regisseurs. Selbst wenn dem Streifen überdrehte Ansprüche des (in Hamburg so hoch geschätzten) Regietheaters fern sind, muß man ihn nicht wie der Kritiker des "Hamburger Abendblatts" eindimensional...und...schlicht langweilig" finden. Weitaus zutreffender ist die Stellungnahme von "epd Film", wo es heißt: Die Versuchung des Padre Amaro ist direkt und einfach inszeniert, ein wenig wie eine (...) Telenovela. Mal Melodram, mal Satire, bleibt es bis zum Ende spannend."
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Die Versuchung des Padre Amaro B0000ES8FU
Gael García Bernal
Sony Pictures Home Entertainment
Die Versuchung des Padre Amaro
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Egoismus und Bigotterie
Ein fabelhafter Film mit außerordentlich guter Besetzung. Mag man dem Schönling Gael García Bernal den jungen Priester nicht so recht abnehmen - seine Darstellung der zerrissenen Gefühlswelt des vom Wege Abgekommenen ist beeindruckend und ergreifend. Das Thema des Films ist nicht zum ersten Mal auf die Leinwand gebannt worden, aber nie vor diesem Hintergrund und der Herausarbeitung der egoistischen Motive, die nicht nur den selbstverliebten Padre Amaro leiten, sondern vor allem seine Mitbrüder. Die Bigotterie so manches Kirchenvertreters hätte nicht besser zum Ausdruck gebracht werden können. Insofern verwundert es nicht, daß die mexikanische katholische Kirche diese hervorragend inszenierte Thematisierung der Korrumpierung eines jungen Menschen durch seine Glaubensbrüder zu den schärfsten Protesten veranlaßt hat.Von einer Beleidigung des religiösen Glaubens von Katholiken", wie es die mexikanische Bischofskonferenz formuliert hat, kann indes nicht die Rede sein, wohl eher von einer Augenöffnung" gutgläubiger Menschen hinsichtlich der moralisch-ethischen Grundsätze" der Kirche. Den jungen mexikanischen Erfolgsschauspieler Bernal und seine Kollegin Ana Claudia Talancón umgibt eine Riege erfahrener und arrivierter Darsteller, die sich z. T. derart intensiv mit ihrer Rolle befaßt haben, daß man meinen könnte, ihre Darbietung basiere nicht nur auf großem Talent, sondern auf vollständiger Identifikation mit ihrer jeweiligen Filmfigur. Nicht von ungefähr schrieb die Süddeutsche Zeitung von eine(r) unheimliche(n) Präsenz der Schauspieler". Ganz besonders markant ist die drastische Verkörperung der Dionisia durch Luisa Huertas. Die Versuchung des Padre Amaro" ist gänzlich unprätentiös gefilmt, nicht tendenziös und auch nicht als Selbstbeweihräucherung des Regisseurs. Selbst wenn dem Streifen überdrehte Ansprüche des (in Hamburg so hoch geschätzten) Regietheaters fern sind, muß man ihn nicht wie der Kritiker des "Hamburger Abendblatts" eindimensional...und...schlicht langweilig" finden. Weitaus zutreffender ist die Stellungnahme von "epd Film", wo es heißt: Die Versuchung des Padre Amaro ist direkt und einfach inszeniert, ein wenig wie eine (...) Telenovela. Mal Melodram, mal Satire, bleibt es bis zum Ende spannend."
Mirzai
11. August 2011
- Insgesamt:
5

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