Kundenrezension

219 von 258 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gut geschrieben, intelligente Reflexion mit leider wiederholtem Konzept, 17. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Analphabetin, die rechnen konnte: Roman (Gebundene Ausgabe)
Leider bin ich hin und her gerissen.

Wenn ich "Die Analphabetin, die rechnen konnte" als ersten Roman von Jonas Jonasson gelesen hätte, würde ich wahrscheinlich eine euphorische Rezension schreiben. Ohne Zweifel: das Buch ist gut, die Geschichte ist originell, der Autor hat viel zu sagen und reflektiert vieles in interessanten Bildern. Allerdings ist die Geschichte vom Titel begonnen ein Spiegel seines ersten Überraschungserfolges "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Aus Mann wird Frau, aus alt wird jung und die Geschichte spielt jetzt in Afrika. Hier wirkt der Schwede, der aus Absurdität Geld macht. Nein, das ist übertrieben und dem Roman und Autor nicht angemessen. Aber nun etwas zum Inhalt.

Nombeko Mayeki, die junge Heldin, wächst in einem südafrikanischen Slum auf. Sie wird Waise, wird in einen Unfall verwickelt, aus dem sie (obwohl unschuldig) als Schuldige heraustritt und fortan als Putzfrau eines Atomwaffentechnikers arbeiten muss. Sie ist sehr klug und kann übermäßig gut rechnen. Die Geschichte entwickelt sich wie der Vorgängerroman absurd weiter, sie schmuggelt ungewöhnliche Dinge, kommt in Kontakt mit dem schwedischen König und vieles mehr. Im Detail will ich da nicht weiter darauf eingehen, der Roman und der Fortgang der Geschichte lebt von diesen skurrilen Einfällen. Ein Beispiel möchte ich allerdings nicht auslassen: mir haben besonders gut die drei chinesischen Schwestern gefallen, die beruflich Hunde töten. Das setzt sich später noch verrückter fort. Jonas Jonasson schreibt toll, er hat einen beiläufigen, harmlosen Erzählstil, der im extremen Kontrast zu den Absurditäten der Handlung steht. Genau das hatte mir im Vorgängerbuch auch schon so sehr gefallen. Dabei bezieht er sich auch oft oft die aktuelle Geschichte, Politik und Gesellschaftsstrukturen. Hinter dem geschickt geschriebenen Witz liegt also eine ernste und reflektierte Aktualität, die durchaus lesenswert ist.

Leider finde ich nur absolut schade, dass das Konzept fast identisch aus dem vorherigen Erfolgsbuch kopiert ist. Ich traue dem Autor weit mehr zu und frage mich, ob der Verlag nicht auf dieses Muster gedrängt hat. Wenn es so wäre, ist das schade. Da ist sicher mehr Potential. Aus dem Grunde bin ich enttäuscht. Eine Bewertung ist daher schwierig.

Grundsätzlich kann ich den Roman jedem sehr empfehlen, der sich von dieser Art Geschichten angezogen fühlt. Auch wer das vorige Buch gerne gelesen hat und nicht enttäuscht über das gleiche Konzept ist, wird Freude an dem Buch haben. Ansonsten hoffe ich auf etwas mehr Mut beim nächsten Roman von Herrn Jonasson.
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-10 von 12 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.12.2013 13:19:07 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.12.2013 13:22:02 GMT+01:00
B.Aiba meint:
Ich stimme im Großen und Ganzen mit Ihnen überein.Daher überrascht mich die doch recht schlechte Wertung. Ich hätte dem Buch wegen dieser kleinen Einwände nicht so viel abgezogen. Es hebt sich immer noch angenehm aus dem Einerlei der Bestsellerlisten ab, auch wenn das Konzept nun nicht mehr den Kick des neuen Genres hat
( das hatte ja der "Hundertjährige" eigentlich auch nicht...vor Jonasson gab es schon Passilinna!). Ich fühlte mich gut unterhalten; der Autor kann sehr kurzweilig und einfallsreich schreiben; er hat viel Phantasie und es gibt stilistisch nicht viel auszusetzen. Da sind allemal 3 Sterne drin.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.12.2013 15:26:07 GMT+01:00
Hallo Baiba, es hat mich gefreut Ihr Feedback zu lesen. Danke! Sie haben Recht, das Buch ist nicht schlecht und überwiegend war ich gut unterhalten. Die "Sterne" bei amazon sehe ich aber als rein subjektive Bewertung, wie mir das Buch gefallen hat. Ich habe zwischen zwei und drei geschwankt. Meine Enttäuschung zum Zeitpunkt der Bewertung und dieses Gefühl, alles ähnlich schonmal gelesen zu haben, hat überwogen. Meine Erwartungshaltung war einfach anders. Und natürlich kann auch ein Buch in ähnlicher Struktur gut und lesenswert sein. Ich hatte dem Autor mehr zugetraut und mehr erwartet. Dass das Buch ansonsten aber durchaus lesenswert ist, habe ich versucht im Text der Rezension herauszustellen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.12.2013 09:58:56 GMT+01:00
B.Aiba meint:
Okay!

Veröffentlicht am 09.12.2013 23:34:37 GMT+01:00
Der erste Satz hätte meiner sein können ... Ich bin sehr froh, dass jemand meine Gedanken zu dem Buch schon so gut formuliert hat. Jetzt kann ich mir meine Rezension sparen, denn ich muss ja nicht wiederholen, was schon gesagt wurde.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.12.2013 06:58:58 GMT+01:00
Vielen Dank für das positive Feedback!

Veröffentlicht am 18.12.2013 11:29:20 GMT+01:00
Bobby Ess meint:
Ich stimme dieser Rezension zu bis auf die Wertung. Drei Sterne hat das Buch schon verdient.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.12.2013 08:02:06 GMT+01:00
Danke für den Kommentar! Die Aussage zu den drei Sternen ist aus Ihrer Sicht sicherlich richtig. Warum ich so gewertet habe, habe ich in der Diskussion zu dem Roman (ganz unten nach den Rezensionen) in meiner Erwiderung noch genauer erläutert.

Veröffentlicht am 19.03.2014 08:46:27 GMT+01:00
Gerda M meint:
"Leider finde ich nur absolut schade, dass das Konzept fast identisch aus dem vorherigen Erfolgsbuch kopiert ist." Sehe ich genau so. Habe mir das Buch gekauft und war etwas enttäuscht über die Wiederholung.

Veröffentlicht am 03.05.2014 09:26:09 GMT+02:00
CamFan meint:
Die Wertung stimmt. Ich habe die "Analphabetin" nach dem "Hundertjährigen" gelesen und finde, dass die Enttäuschung nicht mehr Punkte verdient. Beispielsweise die Wiederholungen an sich ausgezeichneter Pointen bis ins Detail, wie etwa der nicht ganz getreuen Dolmetschertätigkeit der Hauptpersonen aus dem Chinesischen. Außerdem gab es Längen, die Randpersonen sind nachlässiger gezeichnet und die Chance, einen Roman zu schreiben, wo sich die Protagonistin fortentwickelt, wird auch verpatzt. Sie bleibt sich in gewisser Weise gleich - vom 5. bis zum 30. Lebensjahr etwa.

Nicht, dass es sich gar nicht lesen ließe - aber gemessen am 1. Buch eben ein enormer Abfall.
Im Grunde kommt nach dem "Anreißer" bzw. "Tailer", dem umfänglichen Vorabdruck des Romanbeginns im vorhergehenden Buch nicht mehr viel.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.05.2014 15:18:50 GMT+02:00
Danke für den konstruktiven Beitrag. Das ist gut beschrieben, der Roman ist schematisch und blutleer verursacht durch dieses Gerüst. Er macht Spaß zu lesen und ohne den "Hundertjährigen" zu kennen, wäre man bestimmt zufriedener mit dem Buch. So bleibt auch bei mir die Enttäuschung.
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