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Colin McRae würde sich im Grab umdrehen,
28. Mai 2011
= Spaßfaktor:
Rezension bezieht sich auf: Dirt 3 (Computerspiel)
Hallo,
als Käufer aller bisherigen Colin McRae und DIRT Teile war es für mich ein Muss auch diesen Titel sofort vorzubestellen.
Die Previews zum Thema "mehr Rally" und Gruppe-B weckten in mir ernsthafte Hoffnungen.
Doch wer hoch fliegt kann tief fallen.
Ich möchte anhand einiger meiner Erfahrungen darstellen, warum dieser Titel mit einer der Schwächsten bisher ist.
Vorneweg das Positive gefolgt von neutralen Punkten und zum Schluss negative Aspekte:
++ Sound: Der Motorensound und die Umgebungsgeräusche sind echt spitze (z.B. ein Subaru Boxer bollert richtig toll ;) )
+ Grafik: scharfe Umgebungstexturen, die Wettereffekte sind spitze, Verliebtheit zum Detail (Schnee fällt von Bäumen, Laub wirbelt durch die Luft).
+ Die Engine skaliert ganz gut, sprich Leute mit betagter Hardware kommen auch in den Genuss von guter Grafik.
+ Endlich wieder Strecken im Schnee. Nachtfahren sehen gut aus und machen Spaß, bis auf einige Lichteffekte am Auto selbst.
+/- Grafik: polygonarme Autos, schwache Lichteffekte der Autoscheinwerfer bei Rückwärtssicht.
+/- Gymkhama, ganz spaßig, mehr aber auch nicht.
- Umfang des Fuhrparks und deren Gruppierung: Es gibt viele Klassen, pro Klasse allerdings wenig Auswahl. Ebenfalls unpassend: In der Trailblaizer Klasse fährt ein 450PS BMW Z4 (fast ohne Body Kit) gegen einen Audi Quattro S1 Pikes Peak(750PS)??? Was zur Hölle Codemasters?
Ich wünsche mir wie in CMR1 wenig Klassen mit jeweils viel Auswahl.
- Abstürze: Das Spiel hat sich bei mir nach ca. 10 Stunden Spielzeit schon knappe 3 mal im Ladevorgang aufgehängt. So geplagt war ich bei noch keinem anderen Spiel.
- Handling: Während Dirt2 sehr, vielleicht zu sehr, driftlastig war liegen die Autos hier fast total leblos auf der Strecke. Wer driften möchte muss mehr oder weniger immer die Handbremse benutzen. Das wäre ja noch ok. Allerdings ist das Driftverhalten schon sehr fraglich. Wer driftet verliert unglaublich viel Speed. Steht das Auto mal quer bekommt man trotz 300PS das Gefühlt die Power des Motors reicht nicht aus. Resultat: 1-2 Gänge runter und man muss mit viel zu niedriger Geschwindigkeit aus der Kurve raus. Das Car Handling trägt so dazu bei, dass das Fahren sehr unspektakulär ist, wodurch viel Spaß verfällt. Dirt2 war sehr viel spaßiger.
- Sound: Nach ein Paar Stunden Dirt2 hatte ich das Bedürfnis den Soundtrack zu googeln, weil die Lieder echt klasse waren. Der Soundtrack bei Dirt3 ist absolut grottig. Nichtssagende Titel und Melodien munter zusammengewürfelt. Hier wurde gespart! Schwach im direkten Vergleich zum Vorgänger.
- Sound: Die Synchronstimmmen der "Teambetreuer" sind einfach nur unpassend. Ihre eigentlich Aufgabe wäre es, mich zu motivieren. In meinem Fall tragen sie mehr zur Desmotivation bei, sie nerven einfach nur. In Dirt2 fand ich den Bezug zu den Extremsportlern super. Travis Pastrana und wie sie alle hießen, top. In Dirt3 gibt es nur noch Ken Block. Ich vermisse die Sprüche der anderen "Berühmtheiten" beim Fahren. Schade, warum hat Codemasters an diesem Konzept nicht festgehalten?
-- Umfang: Man versprach dem Kunden mehr Rally. Nunja, was ist daraus geworden. Man fährt schon öfters als in Dirt2 Rally Etappen. Nur sind diese Etappen wirklich viel zu kurz. Im Durchschnitt 1:20 Min Fahrzeit. Unter der Obhut von Colin McRae hätte es so etwas nicht gegeben.
-- Umfang: Es gibt zu wenig Locations. Finnland und Michigan sind toll. Kenia ist einfach nur schlecht und super langweilig. Monaco zähle ich in der zetigen Form nicht als Location, da es viel zu klein und unspektakulär ist. So hat man 3 große Locations. Die dortigen Strecken sind zu kurz und wiederholen sich durch "Rückwärtsfahren" und Sektoreneinteilung ständig. Einfach nur schwach. Ich vermisse wie in CMR1 Indonesien, Japan und England aus CMR4 und Deutschland aus CMR5. Einfach nur schwach Codemasters.
-- Es gibt insgesamt vier Meisterschaften. Nach ca. 30% Progress bekommt man ein Achievement für "Du hast auf jeder Strecke einen Podiumplatz erreicht". Muss ich mehr sagen???
-- Die Motivation: Sie ist einfach nicht in der Form vorhanden wie bei Dirt2. Es war mir so wichtig das Game durchzuspielen und auch alle MS Live Punkte mitzunehmen. Diese Gefühl habe ich bei Dirt3 nicht.
Fazit: Ich weiß es ist ein DIRT Game und kein Colin McRae (er Ruhe in Frieden) Titel mehr. Trotzdem wünsche ich mir einen Colin Teil. Dirt3 scheitert an seinen Vorgängern. Anstatt die positiven Teile der Vorgänger zusammenzufassen ist Dirt3 eine vom Umfang her Mini Version eines Arcade Spieles das man als Simulation verkaufen möchte. Ich bin enttäuscht, ich habe mir mehr versprochen. Codemasters hat uns mehr versprochen und das macht es so schlimm. Wer den Sport mag, wer DIRT2 mochte, dem lege ich nahe zu warten bis dieses Game <20€ kostet. Denn mehr ist es nicht wert. Es ist kein super schlechtes Spiel, aber es erfüllt nicht die gesteckten hohen Ziele und erfüllt nicht den Anspruch der Leute, die sich so auf das Spiel gefreut hatten.
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