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Technik/Gameplay: schlecht; Story: GENIAL!,
20. März 2011
= Spaßfaktor:
Rezension bezieht sich auf: Dragon Age II - BioWare Signature Edition (uncut) (Computerspiel)
An Dragon Age 2 scheiden sich die Geister, zu recht. Ich habe den ersten Teil samt allen Zusatzinhalten mehrmals durchgespielt und nun auch Dragon Age 2. Ich will versuchen mich kurz zu halten.
###Positiv:
Story:
Die Story deckt einen Zeitraum von einigen Jahren ab und kommt dementsprechend langsam in Fahrt. Es gibt keinen so starken roten Faden wie im ersten Teil. Und auch erwartet einen kein episches Abenteuer, sondern eine raue Geschichte mit viel Dramatik, viel Wendungen (um einiges krasser als der erste Teil, auch wenn ich dessen "Epic" mehr mochte) und unvorhersehbare Ereignisse bei denen man wirklich das Gefühl hat dass sie auf den eigenen Handlungen basieren (ob das wirklich so stimmt lässt sich erst nach mehrmaligem Durchspielen sagen). Man trifft auch einige Charactere aus dem ersten Teil wieder, meist aber nur am Rande. Anfangs dachte ich mir "Das wars?" aber am Ende läuft alles so zusammen das man wie es auch schon ein bisschen nach "Witch Hunt" der Fall war, man das Gefühl hat dass das alles nur ein kleiner Teil einer großen Geschichte ist, dass es jetzt erst so richtig losgeht. Kurz gesagt: Trotz anfänglicher Skepsis ist die Story wieder mal DER Bringer in einem Bioware Spiel und sollte die meisten DragonAge Fans über die restlichen negativen Aspekte hinwegsehen lassen können.
Spielzeit:
etwa 45h Stunden auf Schwierigkeitsgard schwer mit fast allen Nebenquests gelöst. Allerdings ist das "schwer" von Dragon Age 2 mit dem "Normal" von DragonAge Origins vergleichbar.
Kleinigkeiten:
Ausblendbarer Helm *hust*
Hardware Anforderungen:
Ich hab überlegt ob ich das unter Angesicht der offensichtlichen Konsolenentwicklung nicht unter die negativen Punkte einreihen sollte: DragonAge 2 braucht während des Spiels nichtmal 400MB RAM (Die Grafikeinstellungen sind auf "Hoch", das sollte aber nicht viel damit zu tun haben).
###Negativ:
Characterentwicklung:
Bioware hat versucht die Begleiter-Charactere mehr einzigartig zu machen in dem sie sie stark einschränken. So gibt es abgesehen von dem eigenen Helden nur 2 Charactere die überhaupt heilen können, aber nur einer kann wenn geskillt mehr als EINEN Heilzauber machen. Beide sind aber abwechselnd nicht über den ganzen Spielverlauf hinweg verfügbar. Man kann eigentlich sagen, jeder NPC hat von Bioware bereits eine bestimmte Rolle vorgesetzt bekommen, welche nur teilweise anpassbar ist. Das lässt die Charactere wirklich einzigartiger werden, und fügt sie auch wirklich besser in die Story ein. Aber zugleich zwingt es einen auch Mitglieder in die Party aufzunehmen die man garnicht mag, zugunsten einer starken Gruppenzusammenstellung.
Welt-Design:
Das Weltendesign ist einfach nur billig. Etwa 95% aller begehbaren Orte erkundet man schon im ersten Akt. Danach muss man einerseits so ziemlich alle paar Gebiete noch ein paar mal für andere Quests befinden (auch ohne dass die Story um ein paar Jahre fortgeschritten ist). Das wäre ja nicht soooo schlimm, aber es gibt auch offizielle andere Orte die buchstäblich die gleiche Map verwenden. Das ist schon verdammt dreist von Bioware und kann sicher der geringen Entwicklungszeit des Spiels (2 Jahre, Vorgänger: 6 Jahre) zugeschoben werden. Aber es gibt auch einfach nur "Unlogik": Man findet eine "Neu aufgemachte Passage", eine Höhle, vor der ein Haufen Darkspawn herumlungern. Natürlich erwartet man dann im inneren der Höhle auch Darkspawn, aber was findet man? Die gleiche Map die für die "Tiefen Wege" verwendet wurde, nur komplett ohne Gegner und am Ende steht ein Golem-Händler. WTF? Was macht der da?
In der Stadt siehts auch nicht viel besser aus. Im Untergrund lungern haufenweise Flüchtlinge auf der Straße herum, während die Nebenräume/Häuser/etc. absolut leer sind, außer vielleicht dass am Rand ein Fass steht, aber das wars dann schon. Fazit: Welten-Design schlecht.
Gameplay:
Stellenweise hat man das Gefühl DragonAge 2 ist mehr Hack&Slay als RPG, vor allem als Krieger. Vielleicht ist das der Grund für den zu geringen Schwierigkeitsgrad? Gegner tauchen prinzipiell in Wellen auf, es kommt regelmäßig vor dass man des Nachts am Marktplatz (wo eigentlich Wachen stehen sollten, oder?) 3x20 Banditen irgendwelcher Art umhaut in dem sie manchmal beim geringsten Messerstich in Tausend blutige Teile zerfallen, aber 5 Sekunden später ist keine Spur mehr von ihnen, der Platz ist wieder sauber. Und hinter der nächsten Hausecke fängt wieder alles von vorne an. Manchmal kommts auch vor dass man an einer Stelle die man 2 Minuten vorher gerade "geleert" hat, wieder Gegner auftauchen.
Charactere:
Man könnte meinen es sei subjektiv, aber ich habe das Gefühl dass sich einige Charactere die man aus dem ersten Teil kennt, sich im 2. Teil grundlegend anders verhalten, zB Merrill. Ich will aber zwecks Spoiler nicht näher darauf eingehen. Aber auch grafisch sehen viele anders aus (trotz gleicher Grafikengine)
Grafik:
Die Charactere mögen besser aussehen, aber der Rest tut es nicht. Es gibt ein paar kleine Stellen die gut dekoriert sind, aber viele Orte sind karg und wirken unfertig. Gerade die Umgebung ist optisch ein Rückschritt zum ersten Teil.
### Fazit:
Alt eingesessene, klassische Rollenspieler die eher aus dem DSA bzw M&M Universum kommen sollten mit Vorsicht an dieses Spiel rangehen. Außer sind sind so wie ich vom ersten Teil völlig überzeugt, kennen vielleicht sogar die Bücher... dann werden sie anfangs trotzdem noch enttäuscht sein, aber die Story macht vieles wieder gut. Trotzdem kann man dafür insgesamt nicht mehr als 3 Sterne vergeben, finde ich.
Anmerkung: Das Spiel verwendet die Texturen die auch die Konsolenversion hat. Es gibt einen offiziellen Patch der verbesserte Texturen hat (etwa 1,1GB groß) welcher von der Bioware Seite heruntergeladen werden kann. Warum sie ihn nicht auf die DVD gepresst haben ist mir ein Rätsel, raufgepasst hätte er.
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