Kundenrezension

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderschöner Hongkongliebesfilm mit einigen Hängern, 18. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: In the Mood for Love [2 DVDs] (DVD)
I'm In The Mood For Love / Simply, because you're near me... So hauchten es diverse Jazzgrößen, und so hören wir es auch im Trailer und im (englischen) Titel ist es zu lesen - aber das Lied kommt im fertigen Film überhaupt nicht vor. Vielleicht beschreibt dieses Kuriosum gleichzeitig ein Faszinosum und ein (kleineres) Manko dieses Films von Wong Kar-Wai: Der Mann kann was, aber manchmal will er ein bisschen zu viel, und manchmal scheint er die Dinge, die er will, nicht so recht ordnen zu können.

Die Rahmenhandlung ist schnell wiedergegeben, und doch kann man damit nur ein kleines Mosaiksteinchen eines wunderschönen, vielschichtigen Puzzles beschreiben, nämlich die Liebesgeschichte. Zwei Nachbarn, ein Mann und eine Frau, bemerken, dass ihre jeweiligen Ehepartner eine Affäre miteinander haben und verlieben sich ebenfalls ineinander. Daraus macht Wong eine ganze Menge. Die Liebesgeschichte ist eine der angenehm leisen Töne und der Auslassungen, so werden z.B. die Ehepartner (wie man auf den Extras erfährt: bewusst) nicht gezeigt, konzentriert sich der Film ganz auf die beiden Hauptpersonen. Explizite Sexszenen fehlen ebenfalls, man kann (wie dies einige der Vorrezensenten ja auch schon getan haben) herumrätseln, ob die beiden auf dem Hotelzimmer 2046 tatsächlich "etwas haben" oder nicht, jedenfalls sind hier Blicke, kleine Gesten und Berührungen schon so viel mehr als offensichtliches Gestöhne, und es wird fühlbar, dass in einer Beziehung ganz wenig ganz viel bedeuten kann, da ist der Film wunderschön une gerade durch die Zurückhaltung ungeheuer intensiv.

Und letztlich ist der Film bei allem Mäandern Wongs (es lässt sich nachlesen und auf der Bonus-DVD nachsehen, dass Wong gerne herumimprovisiert und für Hongkongverhältnisse ungewöhnlich lange Drehzeiten hat) in gewissen Details dann eben doch sehr genau durchkomponiert, wie ein Musikstück, z.B. in den künstlichen Farben und in den wunderschönen Kleidern der Frau, die immer den gleichen Schnitt, aber ständig neue Farben und Muster haben. Ich bin kein Asienkenner, ich musste in dem empfehlenswerten Buch "Zeichen und Wunder. Das Kino von Zhang Yimou und Wong Kar-Wai" (Schnelle/Suchsland) nachlesen, dass es sich um sogenannte Cheongsams handelt, die in China eine lange Tradition und den Ruf des Edlen, aber auch Verführerischen haben. "Wenn heute eine Frau in Hongkong einen Cheongsam anzieht, schlüpft sie damit notwendig auch in die Rolle der exotischen Verführerin - sei das Kleid auch noch so hoch geschlossen" (S. 79). Das hat genau meinem Eindruck entsprochen. Bei den entfallenen Szenen gibt es einige, die zeigen sollen, was WIRKLICH in Zimmer 2046 geschehen ist - in einer davon gibt es dann eben doch das offene Gestöhne, und Wong war gut beraten, diese herauszulassen. Eine andere hingegen ist wunderschön und ergänzt den Film um eine wichtige Komponente. Wenn da Tony Leung Maggie Cheung das Kleid ein kleines bisschen aufknüpft, nicht einmal so weit, dass man eine Busenritze sehen kann, wirklich nur ein ganz kleines bisschen - dann wird auf einmal fühlbar, wie nackt und bloß sich die Maggie da vorkommt, das ist der zärtlichste, behutsamste (Seelen-)Striptease, der je auf der Leinwand (bzw. da ja nun leider nicht) zu sehen war. Und obwohl das der Schere zum Opfer fiel, ist es doch bezeichnend für diesen ganzen Film, für die Bedeutung der Cheongsams, für die in Ausstattung, Kamera, Blicken, Gesten kongenial ausgedrückte Zartheit und Empfindsamkeit zweier Seelen - ein Film wie ein zarter Windhauch, von dem man aber dennoch fürchten muss, dass er noch zärtere Seelen beschädigt, insoweit super!

Aber Wong will noch viel mehr bzw. laut Interview (im erwähnten Buch wie auf der Extra-DVD) eigentlich etwas ganz anderes: Ihm schien in erster Linie an einem sogenannten period picture gelegen gewesen zu sein, die ganze Geschichte spielt im Hongkong der frühen sechziger Jahre, und es sollte um das Lebensgefühl der aus Shanghai eingewanderten Generation in dieser Zeit gehen, zu der auch Wong (allerdings damals noch ein Kind) gehört. Mit viel Liebe zum Detail (inclusive Darstellung des passenden Essens, was einem als Nicht-Asien-Kenner wohl ohne das Ivterview verborgen bliebe) hat Wong diese Zeit wiederaufleben lassen - und gleichzeitig eines der ungewöhnlichsten period pictures aller Zeiten geschaffen. Denn das ist ganz und gar Kammerspiel. Wong verzichtet auf die bei mäßigen Regisseuren (und in dieser Hinsicht ist leider auch der große Hitch unglaublich schlecht und klischeehaft) verbreiteten establishing shots, in denen das Große Ganze gezeigt wird, in denen der Rahmen gesteckt wird, in denen in einer Totale erst einmal gezeigt wird, in welcher Umgebung sich die Figuren befinden. Der Eiffelturm steht für Paris, die Tower Bridge für London, ein altes Auto und eine Zeitungsschlagzeile verdeutlichen die Film-Zeit - all dies hat Wong gar nicht nötig, er macht es viel subtiler, dies ist vielleicht das erste period picture, dass eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort wiederbelebt, ohne diese Zeit und diesen Ort ein einziges Mal zu zeigen. Es wird zwar eingeblendet, wo und in welcher Zeit man sich befindet, aber nach einer halben Stunde habe ich mich erstmal gewundert, warum der von Tony Leung gespielte Schriftsetzer mit solch antiquiertem Gerät arbeitet und sagte mir dann: Ach, stimmt ja....

Nun, Wong hat andere Mittel, Zeit und Ort und Rahmen und Atmosphäre und Hintergrund zu zeigen, einige sind für Nicht-Asien-Kenner nicht ganz leicht zu durchschauen, andere sind pures Weltkino - aber eben doch abseits vom oben beschriebenen Genreklischee. Wir haben es z.B. mit einer ausgeklügelten Kameraführung zu tun. Während die Liebesgeschichte sehr ruhig und sehr intensiv ist, die Farbgebung sehr ruhig und sehr schön/satt, so ist die Kameraführung sehr ruhig und vor allem sehr kühl. Während Wong ansonsten auch schon einmal die Kamera durch das pulsierende Hongkong hetzen ließ, ist dieser Film ganz anders. Achten Sie z.B. einmal darauf, dass die Hauptfiguren bei aller Intensität fast nur im Profil aufgenommen sind, eine bildfüllende frontale Großaufnahme, so wie in seinem neuen Film "My Blueberry Nights", wird man vergeblich suchen. Achten Sie ferner darauf, wie oft die Kamera statisch ist - sie folgt den Personen nicht, sie bleibt an bestimmten Stellen stehen, meist in engen Hausfluren. Achten Sie schließlich darauf, wie oft sich Gegenstände zwischen die Kamera und die Personen drängen, die da zwar ganz natürlicherweise sind, aber eigentlich stören. Wenn man dann noch bedenkt, dass dieser Film fast ganz ohne Außenaufnahmen auskommt und im wesentlichen in Gebäuden, engen Gebäuden spielt, so wird einem klar, wie genial das ist. Hongkong 1962, ohne jemals "Hongkong" oder jemals "1962" offen zu zeigen - aber durch das, was in den Innenaufnahmen zu sehen ist, eben doch. Diese Räume sind vor allem eines: eng. Und hier hat man das Gefühl, die Kamera ist genau, was die Personen sind: Gefangen, eingeengt, eingesperrt - und nie allein. Ich meine, üblicherweise baut man ein Filmset so, dass die Kamera noch irgendwo an einer "unmöglichen" Stelle Platz hat, indem man einen engen Raum zu einer Seite offen lässt, wo er eben eigentlich nicht offen sein dürfte. Das werden auch Wong und seine set designer wissen, nur ist die ausgeklügelte Ästhetik dieses Films immer ein Stück weit so, als hätte man da wirklich jemanden in einer Enge beobachten MÜSSEN, hätte jemanden nur von der Seite zeigen KÖNNEN, hätte ihm/ihr nicht immer folgen KÖNNEN, hätte die Liebenden nicht aus unmittelbarer Nähe beobachten KÖNNEN, ohne dass sich die quälende Enge der Hongkonger Wohnsituation zwischen den Beobachter und die Beobachteten schiebt. Und so geht es eben auch den Liebenden, die können niemals für sich sein, können aber auch nicht frei sein, ihre Liebe kann nie im Zentrum stehen, darf immer nur von der Seite beleuchtet werden, es gibt Wichtigeres im Leben (und natürlich gleichzeitig überhaupt nichts Wichtigeres). Und nicht nur in der Ästhetik, sondern auch im Inhalt, in der Schauspielgestaltung, in den Dialogen wird deutlich, dass man in Hongkong 1962 so eine Sache eben geräuschlos erledigt und einen Skandal vermeidet, auch wenn es Leid hervorbringt.

Wenn ich am Anfang geschrieben habe, gelegentlich verlöre Wong sein reichhaltiges Angebot an Inhalten etwas aus dem Auge, so muss ich nun einmal darauf zu sprechen kommen, warum es hier vier statt fünf Sterne gibt und was mir den Gesamteindruck etwas getrübt hat. Es ist ein Stück weit Geschmackssache, aber gegen Ende war mir der Film dann doch eine Spur zu langatmig. Ich versuche einmal, dies so objektiv wie möglich darzustellen. Zum einen: Wong sagt im Interview, dass dieser Film eigentlich erst eine 30-Min.-Episode eines aus drei Episoden bestehenden Films sein sollte. Mal ganz ehrlich, ein Stück weit merkt man das... Und während sein neuestes Werk "My Blueberry Nights" ein ganz und gar einzigartiger, wundervoller Episodenfilm ist, in dem sich das Episodische zu einem großen Ganzen zusammenfügt, hätte vielleicht ein zweiter Handlungsstrang "In The Mood for Love" nicht schlecht getan. Richtig stören tut dies eigentlich nur gegen Ende, wo Wong es echt übertreibt. Das ist so schade, denn bei allem Kunstwillen und allem Willen, abseits der Hollywoodklischees zu stehen, ist das Problem einer überlangen Coda eigentlich etwas, das man nicht von europäischen oder asiatischen Arthousefilmen kennt, sondern eine typische Krankheit des Hollywood-Mainstream. Und diese überlange Coda haben wir hier. Noch ein Zwischentitel, noch einmal die Frage, ob die beiden sich wieder sehen werden, noch ein anderes Jahr, noch ein anderer Ort, es ist eigentlich nicht so wichtig, ob es am Ende, zwei, drei oder fünf Episoden nach dem Motto "so und so viel später an diesem oder jenem Ort" gibt. Sie alle sind für sich genommen immer noch wunderschön, insgesamt aber so langsam, dass die Geduld schon arg strapaziert wird. Vielleicht hat es mit etwas zu tun, das Wong schon den ganzen Film über gemacht hat, das er auch (das Interview bestätigt es) bewusst gemacht hat, das er aber nach meinem Dafürhalten übertrieben hat: Wong wollte die kleinen Details herausarbeiten, indem der Film unglaublich viele Wiederholungen enthält, kleine Alltagsrituale, in denen kleinste Veränderungen spürbar werden. Klappt mitunter wunderbar, vor allem bei Maggie Cheungs Kleidern, aber Wong hatte fatalerweise auch die Idee, die Musik aus einer Handvoll Themen zusammenzusetzen, die sich des öfteren wiederholen - und da gibt es KEINE Veränderungen. Die Auswahl ist eigentlich ungemein interessant und spiegelt die multikulturellen Einflüsse in Hongkong 1962 wider (u.a. auch gefühlvolle Latino-Schnulzen gesungen von Nat King Cole), aber: Musste Wong sein Hauptthema etwa zehn Mal in aller Länge unverändert durchspielen lassen, so dass ich schon beim ca. 5. Mal genau wusste, an welcher Stelle der Cellist den Bogenstrich nicht ganz so sauber ansetzt und etwas indigniert und genervt darauf wartete? Und hat eine Coda, etwa 20 Min. lang, Bedeutung, wenn da weder groß etwas an Handlung noch an Entwicklung passiert? Ich bin da zugegebenermaßen sehr dem konventionellen Drama verhaftet, finde aber immer noch, es ist tödlich, wenn man sagen kann, dass man die Episoden, die Wong für den Schlussteil gedreht hat, im Grunde wahllos auswählen könnte, dass man ganz andere nehmen könnte, einiges streichen könnte, auch ganz viel zusammenstreichen könnte, und es würde doch am Gehalt des Films nichts, aber auch nicht das Geringste ändern. Diese Episoden werden beliebig - und damit belanglos.

Schade, denn einzeln sind sie immer noch wunderbar, gerade bei den entfallenen Szenen ist dies eine aus dem Jahre 1972, die durch eine ganz andere Schauspielführung und anderes Styling der Frauen (aber wiederum sehr schön, ohne durch Äußerlichkeiten der Stadt oder politische Nachrichten auf die neue Zeit hinzuweisen) sofort klar macht, dass da eine neue Zeit angebrochen ist - für manche Leute zumindest. Dass diese ungemein bereichernde und doch noch neue Akzente setzende Szene raus ist, ist zum einen jammerschade, zum anderen wäre dann aber das Sitzfleisch noch viel stärker angespannt worden, und so steckt der Film mit seinem Ende in Angkor Vat, einer Tempelruine in Kambodscha, in einer echten Klemme. Schönes Handlungsmotiv auch dort, aber nicht gut umgesetzt, da hat sich Wong ein Mal zu viel von seiner ziellosen Art zu filmen leiten lassen. Es gab ERST die Idee, in Angkor Vat zu drehen, weil es halt schön und auch imposant ist, und DANN musste sich Wong überlegen, warum seine Hauptfigur dort hin reist. Meiner Meinung nach ein ganz schlechtes Vorgehen, die Szene wirkt ästhetisch wie ein brutaler Fremdkörper im Film, man merkt ihr an, dass man da ein (nach wie vor: schönes, und hier nicht zu verratendes) inhaltliches Leitmotiv mit der Brechstange untergebracht hat - was nicht passt, wird passend gemacht. NUR HIER haben wir das etwas flache Stilmittel, dass Fernsehnachrichten auf ein bedeutendes Ereignis hinweisen, das Tony Leung nach Kambodscha zieht. NUR HIER sehen wir einen Ort in seiner Totalen, NUR HIER verlassen wir die Enge, also ästhetisch wie dramaturgisch alles ein wenig holprig. Da wäre Wong besser vom Inhalt zum Ort gegangen statt vom Ort zum Inhalt.

Sei's drum - dies kann den Eindruck nicht über einen Sternabzug hinaus trüben. Schließlich ist die DVD selbst zu loben: Es gibt den Film im O-Ton und synchronisiert und reichhaltige Extras, die ich übrigens im Gegensatz zu einigen Vorrezensenten als gar nicht schwer zu handhaben empfunden habe. "In The Mood For Love" war sicherlich nicht mein letzter Film von Wong!
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.02.2011 15:12:24 GMT+01:00
christine meint:
Den Film empfand ich, ähnlich wie Deine Rez, als einen psychedelischen Trip, dem ich mich einfach nicht entziehen konnte. Du bist dem "konventionellen" Drama verhaftet? Vielleicht geht es "nur" um ein ganz großes Gefühl, das in der Darstellung keine dramatischen Elemente braucht.
Glücklicherweise spiele ich kein Saiteninstrument, so dass mir der nicht ganz sauber spielenden Cellisten nicht aufgefallen ist. LG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.02.2011 15:15:28 GMT+01:00
Tonio Gas meint:
Liebe Christine,

Wenn Du die drei Worte "in der Darstellung" strichest, wären wir 100%ig einig. In der Tat braucht das ganz große Gefühl keine dramatischen Elemente, aber das sehe ich in Leben und Kunst etwas unterschiedlich. LG, Tonio

Veröffentlicht am 03.01.2012 04:08:15 GMT+01:00
Eine wunderbare, interessante und inspirierende Rezension!! Vielen Dank! Ich habe den Film wohl ein halbes Dutzend Mal gesehen, und würde einige Punkte (etwa die Wiederholung der Musik) anders bewerten (andere wiederum haargenau so – etwa die Szenen in Angkor) und dem Film trotz seiner Imperfektion klare 5 Sterne geben, bin aber von der Reichhaltigkeit, der Tiefe und schlüssigen Argumentation Ihrer Rezension ganz und gar begeistert!! Öfters als eine Handvoll mehr habe ich ein solches Niveau bei Amazon nicht gefunden! :)

Vielleicht haben Sie in der Zwischenzeit ja tatsächlich auch noch einige weitere Filme von Wong Kar-Wai gesehen – etwa die de-facto-Fortsetzung "2046" oder meinen persönlichen Favoriten "Fallen Angels". Für mich sind es nämlich gerade die Beziehungen, die Verweise zwischen seinen Filmen, die wiederkehrenden Motive und Spiegelungen, die in ihrer Summe die einzelnen Teile noch interessanter machen und dem aufmerksamen Zuschauer weitere Gedanken, oder gar alternative Sichtweisen, Verständnisse, und eben auch kritische Einschätzungen eröffnen können.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.01.2012 08:22:04 GMT+01:00
Tonio Gas meint:
Hallo, und ganz herzlichen Dank für die Blumen;-). Ich werd gleich mal schauen, was Sie selbst hier so schreiben... / Zu Ihrer Frage: Ich bin offen gestanden bei Wong ncht so ganz hängengeblieben, sondern eher bei Hollywood der 1930er bis 1950er, auch wenn ich mich keinesfalls darauf beschränke. Sie haben von Wong sicherlich mehr Ahnung als ich, bei meinen bescheidenen Kenntnissen bin ich geneigt, Ihnen Recht zu geben bei der These, sein Werk als Gesamtwerk zu sehen. Das scheint ja bei "2046" offentlichtlich zu sein, über den ich aber nur Dinge gelesen und den ich nicht gesehen habe. Es gibt ja dieses Doppelbuch über Zhang und Wong, ich komm grad nicht auf den Autor, das hatte ich gelesen und daraus diese Geschichte mit dem Cheong'sam geklaut;-). Aber man kennt das ja von großen Künstlern, dass man ihr Werk im Gesamtzusammenhang sehen kann, mir persönlich ist William Wler sehr nah, oder über Alfred Hitchcock kann man s in jedem Fall sagen. Fallen Angel habe ich vor seeehr langer Zeit und seeehr unvorbereitet gesehen und irgendwann ausgemacht, ich dachte, es ist eine recht elegische Betrachtung, die von den immergleichen Killerszenen unterbrochen wird. Aber ich müsste dem ne zweite Chance geben. Es sind vermutlich eben NICHT die genaz genau immergleichen Szenen, ich könnte den jetzt sicherliche bewusster sehen. Was viele für eine bedauernswerte Verwestlichung halten, habe ich als Meisterwerk empfunden, "My Blueberry Nights", diesen habe ich hier auch mal (weniger tiefgründig und aus der Erinnerung heraus) rezensiert. Dass offenbar aus dem mal angekündigten Lady-von-Shanghai-Remake nichts geworden ist, bedauere ich sehr. Soweit von mir, herzliche Grüße, Tonio

Veröffentlicht am 06.01.2012 02:00:25 GMT+01:00
G. E. Scheidt meint:
Auch von mir einen herzlichen Dank für diese super interessante Rezension.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.06.2014 12:35:01 GMT+02:00
Danke zunächst für die informative Rezension! Wissen Sie vielleicht ob das Interview mit Wong Kar-Wai auf der Bonus DVD in Cannes Aufgenommen wurde die bei der Criterion DVD? Danke.
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Tonio Gas
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