Kundenrezension

27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hip Hop Extravaganza, 27. November 2010
Rezension bezieht sich auf: My Beautiful Dark Twisted Fantasy (Audio CD)
Hedonist, größenwahnsinnig, skandalträchtig, omnipräsent, selbstzerworfen - Schlagwörter, die auf einer Tabu Karte wahrscheinlich notiert wären, wenn man Kanye West beschreiben müsste. So gefeiert insbesondere seine Anfänge mit "The College Dropout" (2004), "Late Registration" (2005) und "Graduation" (2007) auch sein mögen, fragwürdige Auftritte während großer Preisverleihungen und gnadenlose Selbstüberschätzung haben seinen(m) Ruf, wenn auch nicht demontiert, doch zumindest Risse zugefügt, dabei für Lagerspaltung und selbst beim amerikanischen Präsidenten für erhobene Augenbrauen gesorgt. Dabei ist es gar nicht leicht an Kanye West vorbeizukommen. Als Produzent, Gastauftritt und natürlich Solokünstler ständig in den Charts vertreten. "808s & Heartbreak" am Ende vielleicht ein wenig zu viel des "Auto Tune Guten" und verschleiert von Tiefendepression und Elektrovorhängen. Der "Next level shit" - bereits von den "Black Eyed Peas" aufgezeigt worden - hat wenig mit echtem Hip Hop zu tun, dafür mehr mit einer fragwürdigen Cash Cow Mentalität.

Wer dem einstigen "Hottest MC in the game" aber kein großes Album mehr zugetraut hat, wird mit "My Beautiful Dark Twisted Fantasy" eines deutlich Besseren belehrt. Darauf kommen die Vocals über weite Strecken wieder ungefiltert. Lyrisch absolut auf der Höhe mit einer Mischung aus (Selbst-)Ironie, kreativem Wahnsinn und einem Hauch Genialität. "Too many Urkels on your team, that's why your wins low". Wie geil ist das denn?! Themen wie Sex, Dekadenz, Existenzflucht und Selbstzweifel werden musikalisch opulent ausgestaltet. Einem Hip Hop Musical gleich, daß sich orchestraler Momente, tragender Instrumentalpassagen und Chorbegleitung bedient, um den 13 Akten, die bis zu 9 Minuten (Runaway) in Anspruch nehmen dürfen, noch mehr Gewicht zu verleihen. Schwergewichtig und mit besonderen Skillz gesegnet auch die Reihe der wiederkehrenden Features. Labelmates wie Jay Z, Kid Cudi, Rick Ross und Senkrechtstarterin Nicki Minaj geben sich die Ehre und den Songs eine weitere, besondere Note. Dabei zitiert man im Intro Cinderella, im Outro das surrealistische "Comment No. 1" von Gil Scott-Heron und sampelt Künstler wie Mike Oldfield (Dark Fantasy), Manfred Mann's Earth Band (So appaled) oder "Black Sabbath" (Hell of a life). Alternative Hip Hop, der sich durch weitere Gastauftritte von Bon Iver und John Legend stilistisch noch breiter aufstellt. Außergewöhnlich, dabei über weite Strecken eingängig und mitreißend. Brachial (Monster) und ebenso gefühlvoll (Blame Game). Und auch wenn ich wohl nie ein Kanye West Freund werde, dieses Album ist jetzt schon ein Klassiker.

Anspieltipps: "Dark Fantasy", "Monster" und "Runaway"
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-7 von 7 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.12.2010 14:19:34 GMT+01:00
song_x meint:
Findest du diese texte wirklich in irgendeiner art gelungen?? ich finde sie irgendwo zwischen endbescheuert, lächerlich und peinlich.
und dardurch geht leider der spannende gesamteindruck der musik weitgehend flöten...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.12.2010 21:50:11 GMT+01:00
P-Man meint:
Man darf Inhalte von Songs wie "Monster" oder "Hell of a life" nicht zu kritisch beäugen. Mit solchen Nummern haben sich schon viele Künstler zuvor selbst gefeiert. Aber die Wortspiele (der Wortwitz) sitzen - dazu musikalisch frisch in Szene gesetzt. Das Album will und darf gar nicht gesellschafts-, sozial- oder politkritisch wirken. Wenn man das finden möchte, muß man bei anderen Acts suchen. Aber abgesehen von Eminem, The Roots und Big Boi hat mich kein Rapper in den letzten 12 Monaten so abwechslungsreich unterhalten. (Unabhängig davon bin ich heute immer noch kein kompromissloser Kanye West Anhänger.)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.12.2010 12:37:19 GMT+01:00
song_x meint:
gute antwort, ehrlich. aber wir haben zwei wahrnehmungsweisen. das muss auch nicht politkritisch sein, übrigens! aber ich mag gute texte, auch nonsense kann grossartig sein, das hier ist aber für meinen geschmack kein großartiger nonsense:)

Veröffentlicht am 04.02.2012 01:02:48 GMT+01:00
H. Schwoch meint:
"Too many Urkels on your team, that's why your wins low". Kann mir das mal bitte jemand übersetzen?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.04.2012 17:17:35 GMT+02:00
leeyahmusic meint:
:-D kennst du steve urkel aus der Serie "alle unter einem dach"? urkel ist der ober-trottel und die familie, um die es in der serie geht, heißt "winslow". kanye macht daraus 'nen wortwitz, indem er wins-low in zwei wörter aufteilt, win=gewinnen, low=niedrig. der Satz bedeutet also soviel, dass du zu viele trottel in deinem team hast und daher niedrige gewinne erzielst/ verlierst.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.04.2012 23:32:09 GMT+02:00
H. Schwoch meint:
Ah ja, okay. Vielen Dank für die Aufklärung!

Veröffentlicht am 13.02.2013 12:47:01 GMT+01:00
tagchen meint:
"Hedonist, größenwahnsinnig, skandalträchtig, omnipräsent, selbstzerworfen...."

Sie haben rassistisch vergessen.
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