Kundenrezension

22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Not Human After All, 24. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Human After All (Audio CD)
Als im Dezember letzten Jahres die ersten Informationen über das neue "Daft Punk" Album "Human After All" auf der "New Music Express" Homepage auftauchten, verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Das mag daher kommen, dass "Daft Punk" schon seit dem 1997 erschienenen Album "Homework" eine Art Kultstatus im elektronischen Bereich erlangt haben. Die Anhängerschaft ist also groß und die Erwartungshaltung, nach dem letzen Album "Discovery", was von vielen als zu "soft" befunden wurde, eben so.
Sollte man vom Titel "Human After All" jetzt etwa eine "menchlichere" Platte ohne Vocoder und Distortion erwarten? Die Antwort lautet: Nein!
Sofort der erste Track "Human After all" zeigt wo es lang geht. Die Stimme wurde hier so sehr durch den Vocoder gezogen, wie es "Eiffel 65" zu ihren besten Zeiten nicht geschafft haben. Dazu kommt eine sehr eingängige Ohrwurm-Melodie, unterlegt mit elektronischen Gitarrensounds und poppigen Drums.
Experimenteller geht es in "The Prime Time Of Your Life" zu. Ähnlich wie in "Harder, Better, Faster, Stronger" seiner Zeit, wird die Stimme hier sehr interessant als Instrument genutzt. Was sich "Daft Punk" allerdings am Ende des Tracks erlauben, ist ganz und gar nicht kultig. Die BPM werden einfach nur hochgepitcht, sodass am Ende ein Hubschrauber artiger Sound dabei heraus kommt, der mir das Gefühl vermittelt auf einem Militärflughafen gelandet zu sein.
Besser wird es dann wieder mit der neuen Single "Robot Rock". Harte Elektrogitarren und Sounds, die an "Da Funk" erinnern, animieren fast schon zum Headbangen. Durchaus clubtauglich.
"Steam Machine" klingt dagegen eher wie ein Lückenfüller. Eintönige Synthie Sounds und ein in das Micro geflüstertes "Steeeaaaaam Machine" ziehen sich über 5 Minuten hin und wirken belanglos.
Doch dann kommt er, der erste "menschliche" Song auf "Human After All", das bis jetzt diesen Namen zu Unrecht trägt.
"Make Love" bietet einen wunderschönen Piano Part, seichte Snares und Vocals, die zum Liebe Machen geradezu einladen. Hebt sich ganz klar vom Rest des Albums ab.
Aus dieser sinnlichen Stimmung wird man mit "The Brainwasher" aber auch gleich wieder herausgerissen. Der härteste Track des Albums besticht durch einen eingängigen Synthie Part, sowie schnelle und harte Drums. Ausserdem wurde das Ganze so extrem durch den Filter gezogen, dass ein extremer Sound entstand, der für normale Ohren gewöhnungsbedürftig sein dürfte.
Da wird es erstmal Zeit für eine kleine Pause. "On Off" ist ein 19 sekündiger Zusammenschnitt verschiedener Fernsehsendungen.
Die perfekte Einleitung für "Television Rules The Nation", welches zum Lieblingssong vieler Fernsehsender avancieren könnte. Wieder wird gefiltert, was der Filter hergibt und der obligatorische Vocoder kommt auch wieder zum Einsatz. Ein wahres Elektro-Rock Stück, das eingängiger kaum sein könnte.
Für mehr als ein Schmunzeln sorgt "Technologic". Mit hochgepitchter Stimme, diesmal jedoch ohne Vocoder, werden alle möglichen Verben aufgezählt, die sich mit dem Begriff "Technologie" in Verbindung bringen lassen. Das Ganze geschieht so schnell, dass selbst einem Logopäden schwindelig werden dürfte. Unterlegt wird diese Sprachakrobatik vom typischen Sound des Albums, was bedeutet: Harte und flotte Drums, kombiniert mit gefilterten Sounds.
Das ändert sich dann auch kaum mehr im letzten Track des Albums. "Emotion" ist eine langsamere Nummer, die vom Sound her so veraltet und schmutzig klingt, dass bei mir Erinnerungen an "Hot Butter" hoch kommen, die 1972 mit "Popcorn" den ersten vollelektronischen Nummer 1 Hit hatten. Eine wahre Wohltat für die Ohren beim heutigen Perfektionismus vieler Produzenten.
Und so ist "Human After All" also alles andere als das, was der Titel erwarten lässt. Ein überraschend hartes und schmutziges Album, das fern ab von Nummern wie "One More Time" liegt. Einige "Fans" waren sogar so schockiert, dass sie "Human After All" als Fake von "Daft Punk" persönlich einstuften. Wenn dem so wäre, würde ich mir viel mehr Fakes wünschen! Bleibt nur zu bemängeln, dass es stellenweise an Abwechslung mangelt und das Ende von "The Prime Time Of Your Life" unverzeibar ist.
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