Kundenrezension

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sportliches Märchen für Erwachsene, 25. März 2009
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kiara und Alina, Teil 1 (Taschenbuch)
In dem Roman gerät die Protagonistin in allerlei erotische Verwicklungen. Es werden diesbezügliche Abläufe und Handlungen beschrieben. Weder werden durch sprachliche Stilmittel Stimmungen erzeugt, noch Empfindungen nachvollziehbar herausgearbeitet. Auf die Gefühlswelt der Protagonistin oder ihre inneren Beweggründe wird nur oberflächlich eingegangen, so dass ihre Passion nicht recht plastisch, nicht mit-erfahrbar wird.

Am meisten genervt in diesem vorgeblich autobiografischen Werk hat mich das Herausstellen der Protagonistin als eine Art Supersexmaschine, die Orgasmen am Fließband produziert (sofern sie diese nicht aus Gehorsamsgründen zurückhält), die stets kann, stets will und immer als die Großartigste von Allen dargestellt wird. Auch sonst tauchen anstelle von Einblicken in die Gefühlswelt der Protagonistin eher sportliche Leistungsbeschreibungen auf ("Die nächste halbe Stunde kam sie vielleicht noch zehn weitere Male..."). Statt das Erleben ausreichend plastisch darzustellen, wird es mit Superlativen versehen, etwa als das Intensivste / Schlimmste / Schrecklichste... bezeichnet oder mit Floskeln à la "wie noch nie zuvor..." versehen.

Viele Szenen sind lückenhaft und auch unglaubwürdig dargestellt. So wird zum Beispiel nicht deutlich, warum die "Sklavin" Alina sich von ihrer "Herrin" Ellen nicht abwendet, von der sie weg will, da ihre Liebe für sie schon lang erloschen ist und von der Alina keinerlei Lust, aber dafür eine Menge körperliches wie seelisches Leid erfährt. Stattdessen wird sie schließlich durch einen neuen "Herren" befreit - oder vielmehr, wie die Geschichte vermuten lässt, von ihm gekauft. Bei allem Mut zu düsteren Fantasien und freiwilligen Inszenierungen leben wir noch immer in einem Rechtsstaat, in welchem sich auch die handelnden Personen dieser laut Umschlagstext "autobiografischen Erzählung" bewegen. Sehr unglaubwürdig erscheint mir beispielsweise auch die Szene mit der fiesen Teeny-Göre Lissy, die zunächst als orgasmusfordernder Vamp auftritt, bis sie durch Kiras linguale Französischkünste zur bekennenden Lesbe bekehrt wird und außerdem zum einfühlsamen Sympathieträger mutiert.

Enthielte das Buch nicht den rückseitigen Vermerk "autobiografisch" - der mich wirklich stutzig macht - würde ich mehr als zwei Punkte geben, allein für die farbenfrohe Fantasie. Unabhängig davon erhoffte ich aber mehr Auseinandersetzung mit den Innenwelten der Handelnden - das hätte dem Ganzen mehr Würze verliehen, die Erzählsituationen hätten intensiver und plastischer gewirkt. Auch die Beschreibungen der Szenen sind oft sehr knapp, z.B. wird geschildert, dass sie "zur Strafe" eine Nacht als Prostituierte arbeiten muss, was sie dabei erlebt, wird allerdings verschwiegen. Allgemein wirken die Handlung und der Schreibstil nicht besonders durchdacht.

Persönliches Fazit: Die Welten, die in uns schlummern sind größer und verrückter als dieser Stoff. Wenn der Kauf des Buches für mich einen Sinn hatte, dann mir dies zu bestätigen. Ich kann daher empfehlen, einfach selbst ein Büchlein mit erotischen Fantasien und Wünschen anzulegen, diese vielleicht nach und nach weiter auszuschmücken und etwas davon mit einem besonderen Menschen zu teilen. Das bereitet mir persönlich eindeutig mehr Spaß. Heiße Anregungen dafür finden sich bspw. bei Nancy Friday, die in einigen ihrer Werke sexuelle Fantasien von Frauen und Männern zusammengetragen hat.
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Kommentare


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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.03.2009 23:09:35 GMT+02:00
Brain Bug meint:
Endlich mal eine wirklich fundierte Rezension. Man kann diese Meinung teilen oder nicht, aber die Rezensentin sagt klar, nach welchen Kriterien sie ihr Urteil abgegeben hat, und das finde ich absolut nachvollziehbar.

Überhaupt nicht nachvollziehbar finde ich deshalb auch, dass diese Rezension von so vielen Leuten als nicht hilfreich bewertet wurde, während andere Rezensionen, die inhaltlich sinngemäß nichts anderes enthalten als "Finde ich ganz toll", ohne irgendwelche Kriterien dafür zu nennen, als hilfreich bewertet werden. Ich habe den Verdacht, dass hier eine Fangemeinde eine unbequeme Rezensentin wegmobben will.

Veröffentlicht am 30.03.2009 23:09:56 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 30.03.2009 23:12:25 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.04.2009 16:33:38 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.04.2009 21:57:50 GMT+02:00
Lulu meint:
Die Rezension ist nicht besonders fundiert, sondern gibt nur eine Meinung, nämlich das persönliche Empfinden der Rezensentin wieder. Andere lesen das Buch mit anderen Augen.

"Auf die Gefühlswelt der Protagonistin oder ihre inneren Beweggründe wird nur oberflächlich eingegangen, so dass ihre Passion nicht recht plastisch, nicht mit-erfahrbar wird."

Das sehe ich ganz anders. Genau darin liegen für mich die Stärken des Buches. Worin Kiara Singer tatsächlich spart, ist bei der Beschreibung der Gefühle bei jedem einzelnen Stoß während des Sexes - wie es in üblichen Erotikbüchern der Fall ist. Stattdessen steht die ganze Person Kiaras im Vordergrund.

"So wird zum Beispiel nicht deutlich, warum die "Sklavin" Alina sich von ihrer "Herrin" Ellen nicht abwendet, von der sie weg will, da ihre Liebe für sie schon lang erloschen ist und von der Alina keinerlei Lust, aber dafür eine Menge körperliches wie seelisches Leid erfährt."

Das deutet Kiara auf der Autofahrt mit Mark sehr genau an. Im zweiten Band folgen dann detailliertere Informationen. Dort äußert sich Alina selbst, aber erst auf den massiven Druck von Mark.

"Sehr unglaubwürdig erscheint mir beispielsweise auch die Szene mit der fiesen Teeny-Göre Lissy, die zunächst als orgasmusfordernder Vamp auftritt, bis sie durch Kiras linguale Französischkünste zur bekennenden Lesbe bekehrt wird und außerdem zum einfühlsamen Sympathieträger mutiert."

Wie bitte? Lissy scheint ein höchst verwirrtes Mädchen zu sein. Erst die sehr liebevolle und erwachsene Art von Kiara gibt ihr Mut, sich zu öffnen. Was ist daran nicht nachvollziehbar? Höchstens der zeitliche Ablauf mag sehr eng sein. Aber diese schriftstellerischen Freiheiten sollte man der Autorin zugestehen. Auch in einem autobiografischen Roman darf man die Geschehnisse zeitlich verdichten.

Im Übrigen hat mir auch gerade dadurch das Buch so viel Vergnügen bereitet. Kiara und Alina vermittelt trotz aller Härte eine durchgehend positive Grundstimmung, eine positive Einstellung zu Menschen und ihren Macken. Es macht fröhlich.

"Bei allem Mut zu düsteren Fantasien und freiwilligen Inszenierungen leben wir noch immer in einem Rechtsstaat ..."

Das schreibt sie fast wörtlich selbst auf Seite 115. Was war noch genau der Punkt dabei?

"Auch die Beschreibungen der Szenen sind oft sehr knapp, z.B. wird geschildert, dass sie "zur Strafe" eine Nacht als Prostituierte arbeiten muss, was sie dabei erlebt, wird allerdings verschwiegen."

Wie in der "Geschichte der O". Oder wie in Bunuels "Belle de Jour". Ich fand diese Unbestimmtheit ganz besonders reizvoll, da sie mir viel Raum für Kopfkino ließ. Außerdem ging es doch an der Stelle überhaupt gar nicht darum, sondern um den Dialog mit dem Zuhälter, der auf der einen Seite betroffen macht, auf der anderen Seite aber fast schon irre komisch ist. Komisch wird der Dialog allein schon durch die scheinbar völlig unbeeindruckte Weise, wie Kiara mit der Situation umgeht, und die selbst den Zuhälter irritiert, wie man deutlich spüren kann. Was danach kam musste die Autorin überhaupt nicht mehr detailliert ausschmücken. Das "Gespräch" mit dem Zuhälter reichte bereits.

Warum ist es so schwer zu akzeptieren, dass Kiara Singer in einer ganz anderen Art schreibt als dies in den üblichen Weichspüler-Erotikromanen der Fall ist?

"Persönliches Fazit: Die Welten, die in uns schlummern sind größer und verrückter als dieser Stoff. Wenn der Kauf des Buches für mich einen Sinn hatte, dann mir dies zu bestätigen. Ich kann daher empfehlen, einfach selbst ein Büchlein mit erotischen Fantasien und Wünschen anzulegen, diese vielleicht nach und nach weiter auszuschmücken und etwas davon mit einem besonderen Menschen zu teilen. Das bereitet mir persönlich eindeutig mehr Spaß. Heiße Anregungen dafür finden sich bspw. bei Nancy Friday, die in einigen ihrer Werke sexuelle Fantasien von Frauen und Männern zusammengetragen hat."

Was das in einer Rezension zu suchen hat, ist mir wirklich schleierhaft. Auf eine solche Moral kann ich verzichten. Wer hier liest, will wissen, worum es in dem Roman geht, ob der gut geschrieben ist, etc. Hier wollen LeserInnen wissen, ob sie den Roman kaufen sollen oder nicht, und nicht, wie man den Kauf von Erotikromanen grundsätzlich vermeiden kann und sollte. Lächerlich ist das!

LG Lena

Veröffentlicht am 16.09.2010 15:01:16 GMT+02:00
Maria Hollas meint:
Sehr ausführlich Rezension, bin deiner Meinung.
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