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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen chereaus tristan an der scala - eine musik-theater-sternstunde, 19. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner, Richard - Tristan und Isolde [3 DVDs] (DVD)
patrice chereau und richard peduzzi, die beiden grossen schon heute legendären theater-macher haben nach ihrem - dem! - 'jahrhundert-ring' in bayreuth (dt.grammophon-dvd ) ihre lang erhoffte und sinnreiche 'tristan' -inszenierung nun in mailand ev.endgültig und grandios realisiert.
eine musik-theater-, scala-sternstunde.

ihnen ist eine stilistisch geschlossene, plausible und überzeugende inszenierung gelungen,
die dem mythos von leben-liebe-leid-verrat-tod den archaischen grund-boden entwirft,
in die sinnvolle gestalt umsetzt und sichtbar macht, was durch die musik
allein schon vollzogen und 'ausgestaltet' wäre ... -
und viele tristan-kenner bevorzugen ja die rein akustische wiedergabe, der individuellen
imagination wegen, die irgend-wessen sentimentalische oder gar kitschig-vordergründige bildassoziationen ausschliesst -
aber chereau (peduzzi und m.bickel, die prägnante kostümbilder erfand) hat die tiefen-
einsicht, den langen atem für das kontemplative, auf den klangraum bezogenes kontinuierlich-kreisendes momentum der changierend-schwül-zehrenden musik auch so begriffen,
dass ihm frappierend 'authentische' und dekor-freie (tafel-)bilder gelingen:
reduziert auf das wesentliche und unterstützt von adäquaten sing-schauspielern:
wie die alle überragende waltraud meier, die isolde unserer zeit, so wie ian storey,
als verloren-taumelnd-stoischer held-typus, wie der grossartig agil-jungenhafte
kurwenal des jungen gerd grochowski -
eindrucksvolle darsteller, auch die selbstbewusst agierende brangäne der de youngs, und
salminens alter marke zeigt immer noch eine imposante statur.

sie sängerischen darbietungen sind alle zumindest akzeptabel, auch besonders der chor.
neben der meier gibt es zwar keine überragenden vokalen leistungen
(und auch meier hat nicht mehr den flutend-leisen atem für isoldes schlussgesang), aber
alle sind dem gesamtkunstwerk des chereau hinreichend überzeugend, vor allem
darstellerisch seinem hohen anspruch gewachsen.
besonders die männer des chors der scala, die die notwendige, zumal auch (homo-)erotische färbung dieser liebes-geschichte in einer archaischen männer-welt überzeugend gestisch vergegenwärtigen,
der meisterhaften personenregie wegen.

und barenboim, der sensualistisch-über-musikalische, formt empfindungsvoll alles
von der piano-stille zum bezwingenden klang-rausch, was das scala-orchester glänzend
nachvollzieht, um die 'zeitlosen' tag-traum-räume klangsinnlich zu füllen.

so ist dieser dvd-mitschnitt alles in allem eine überzeugende, vor allem szenisch-ästhetisch erstrangige produktion, die chereau (und sein team) - nach wagners ring, bergs wozzeck und
mozarts cosi - erneut als einen meister des musiktheaters dokumentiert, der mit barenboim und meier zwei 'bewährte' und so inspirierte musiker für sich hat, die wissen, worauf es ankommt, bei diesem überdimensionalen markstein der musikgeschichte.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.01.2010 15:14:58 GMT+01:00
habe eigentlich noch keine sinnvolle Erklärung für die ständige Überfüllung der Bühne im dritten Akt gefunden - meiner Ansicht nach vom "wirklichen" Geschehen nur Ablenkend (also von Tristans innerer Befindlichkeit bzw. den Fieberfantasien) und auch als "Spiegelung" des Geschehens kaum geeignet. Fällt jemandem dazu etwas ein? Die Anwesenheit von hundings Mannen in der Walküre war ja durchaus einleuchtend (und ist oft imitiert worden).
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